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Arbeitskräftemangel: Das Potenzial der Älteren nutzen

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Ende Dezember 2020 folgte das Parlament den Forderungen des Schweizer Gewerkschaftsbundes (SGB) und beschloss eine Übergangsbestimmung, die älteren Arbeitslosen die Beantragung von Überbrückungsleistung​​en ab dem 1. Januar 2021 ermöglicht hat. Ursprünglich sollten diese Leistungen im Rahmen des Bundesgesetzes zu den Überbrückungsleistung​​en erst ab dem ersten Juli 2021 gewährt werden.

Gut für die Betroffenen, denen so finanzielle und soziale Härten erspart bleiben. Dennoch: Die großen Potenziale der Altersgruppe 50 plus gehen so ungenutzt in den Ruhestand. Dabei ginge es auch anders, wie eine Studie zeigt.

 

Schlechte Aussichten für ältere Erwerbslose

Laut einer Mitteilung des Schweizer Gewerkschaftsbundes stieg im Corona-Jahr 2020 die Arbeitslosigkeit unter den älteren Arbeitnehmern stark an. Besonders betroffen war die Gruppe der 60- bis 64-jährigen, die mit 11.397 Personen im November letzten Jahres einen neuen Höchststand erreicht hat. Auch die Gruppe der Langzeitarbeitslosen war laut Mitteilung des SGB so hoch wie seit 2011 nicht mehr.

 

Einstellung statt Aussteuerung als Alternative

Wenn Arbeitgeber und Politik umdenken, lässt sich mit Arbeitnehmern über 50 der seit Jahren grassierende Fachkräftemangel verringern. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Onlinebefragung der Deloitte AG.

Laut der Studie nimmt der Anteil der Pensionäre an der Gesamtbevölkerung Jahr für Jahr zu. Im Gegenzug bleibt der Anteil der jungen Berufsanfänger im Großen und Ganzen gleich. Bleibt es bei dieser Entwicklung, fehlen dem Arbeitsmarkt im Jahr 2030 fast eine halbe Million Arbeitskräfte.

Demgeg​​enüber stehen laut Deloitte 580.000 Personen, die über das offizielle Rentenalter hinaus erwerbstätig sein wollen. Es handelt sich dabei um 40 Prozent aller 50- bis 64-jährigen Erwerbspersonen. 35 Prozent von ihnen würden gern in Teilzeit weiterarbeiten, fünf Prozent in Vollzeit. Allerdings: Die wenigsten von ihnen gehen davon aus, dass sich dieser Wunsch auch umsetzen lässt.

30 Prozent der bereits Pensionierten geben an, dass sie noch länger am Erwerbsleben teilgenommen hätten, wenn das möglich gewesen wäre. Gründe für diese Entwicklung sind das festgelegte Rentenalter, festgefahrene Einstellungen, zu wenig Weiterbeschäftigungsa​​ngebote in den Unternehmen sowie mangelnde finanzielle Anreize.

Der Staat kann helfen, diese Situation zu ändern. Mögliche Maßnahmen wären eine Flexibilisierung des Renteneintrittsalters​​, die Anpassung des Rentenalters an die aktuelle Lebenserwartung und mehr Anreize für eine längere Lebensarbeitszeit.

Di​​e Unternehmen selbst können ihre Rahmenbedingungen ändern, Arbeitsverhältnisse und -inhalte flexibler gestalten und ins Gesundheitsmanagement​​ investieren, um Mitarbeitende über 50 länger zu beschäftigen.                       

 

Flexible Arbeitsmodelle

Dabei gibt es bereits Arbeitgeber mit individuellen Regelungen, die soziale Härten für ältere Mitarbeitende vermeiden sollen. Oft führen diese Maßnahmen zu einer Weiterbeschäftigung bis zum Rentenalter und darüber hinaus.

So bietet das Finanzdienstleistungs​​unternehmen Swiss Life Select seinen Mitarbeitenden ab dem 58. Lebensjahr flexible Arbeitsmodelle an. Unter Berücksichtigung der betrieblichen Rahmenbedingungen werden sie von Swiss Life Select bei der Wahl eines geeigneten Modells unterstützt.

Ziel ist dabei die individuelle Gestaltung des Übergangs vom Erwerbsleben ins Rentnerdasein. Die Modelle sind Bestandteil von Anstellungskonditione​​n und Benefits, die Swiss Life Select die Zertifizierung «Top Employer Schweiz 2021» eingebracht haben.

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