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ENERGIE: MEHR REALITÄT ANSTELLE TRÄUMEREI!

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Wenn man jung ist, darf man noch Träume ha­ben. Man soll sogar Vi­sio­nen haben dür­fen, die sich nicht gleich ver­wirk­li­chen las­sen. Mit sol­chen Wor­ten wurde einem stets Mut ge­macht, wenn man etwas in An­griff ge­nom­men hat, das wohl zum Schei­tern ver­ur­teilt wor­den war. Mit dem Ener­gie­ge­setz lebt es sich ähn­lich: Man träumt, hofft, und hat Vi­sio­nen – und schreibt alles in ein Ge­setz nie­der, das so für die Zu­kunft nichts taugt.

Vor allem für Träumer und Visionäre lohnt es sich, ihre Pläne einem Realitätscheck zu unterziehen. Denn nur mit ein wenig mehr Sonne und Wind lässt sich nicht ein Drittel der Schweizer Energieproduktion ersetzen. Das Energiegesetz baut auf dem technologischen Stand von heute auf und orientiert sich an diesem über die nächsten 30 Jahre bis ins Jahr 2050. Eine solche Planwirtschaft​ verhindert Chancen für uns Junge und hinterlässt uns wohlmöglich massive Mehrkosten, Verbote und Regulierungen.

Nein zu teuren Subventionen

Wir sind uns wohl alle einig, dass die Schweizer Kernkraftwerke ein Ablaufdatum haben und ein Neubau eines solches ohne grossen technologischen Fortschritt nicht realisierbar ist. Dennoch, oder gerade deswegen, braucht es eine Strategie, die nicht einfach bestehende Stromerzeuger wie Sonne und Wind massiv subventioniert, sondern anpassungsfähig ist und dem Markt Platz lässt.

Subventionen haben ihren Preis, und diesen werden viele Mieter in der Schweiz schnell zu spüren bekommen. In Deutschland, wo die Politik die energiepolitische Wende vollzogen hat, steigen die Kosten für Strom jährlich an. Der breite Mittelstand beklagt sich, dass immer mehr vom Haushaltsgeld für Nebenkosten verwendet werden muss. Das sind Kosten, die gerade wir Jungen zu spüren bekommen, die in einer Mietwohnung leben. Diese Subventionsstrategie ist somit völlig kostenintransparent u​nd bringt keine echte Wertschöpfung. Innovation entsteht durch Forschung und Entwicklung, nicht durch Vorschriften und Subventionen.

Ja zu mehr Markt

Mehr Markt in der Energielandschaft würde auch die Zukunftsaussichten von uns Jungen verbessern. Es würde in die Technologien investiert werden, welche in Zukunft am nachhaltigsten und günstigsten Energie produzieren würden. Wirtschaftliche Grundsätze wären dann die Grundlage für unsere energetische Zukunft, und nicht politische Träumerei. Das heutige Energiegesetz schenkt der technologischen Entwicklung kein Vertrauen. Es würde zu einer Importstrategie verkommen, wenn im Winter das Wetter schlecht ist. Ist das sinnvoll?

Was uns Jungen noch mehr Sorgen bereiten sollte, ist, dass der Staat uns vorschreiben will, für was wir wie viel Energie zu gebrauchen haben. Selbstverständlich können auch wir bewusst Energie brauchen, und zwar ohne Zwang. Es ist aber ein Armutszeugnis für die liberale Schweiz, wenn die Politik den Bürgern vorschreibt, wie viel Energie sie verbrauchen dürfen.

In Zukunft heisst es wohl: Zurück in die 60er Jahre! Das neue Gesetz gibt dem Bund über 80 neue Aufgaben, die letztendlich den Konsumenten einschränken können. Wohin dies führen kann, haben wir in der Vergangenheit genug oft mitverfolgen dürfen. Was werden wohl die ersten Vorschriften sein, um unseren Konsum einzuschränken? Das Bundesamt wird leider auch hier seiner Kreativität freien Lauf lassen. Es ist der falsche Weg, wenn die Generation, welche in Freiheit und Verantwortung aufwachsen und leben durfte, meiner Generation nun vorschreibt, wie wir unser Leben zu gestalten haben.

Nein zu mehr Kosten und Verboten

Ein Energiegesetz, welches weder eine Lösung zur Reduktion des Gebrauchs von fossilen Energien, noch Versorgungssicherheit​ mit sich bringt, aber mehr Kosten und Verbote für alle verursacht, kann getrost abgelehnt werden. Auch meine Generation soll die Möglichkeit haben, dank einer günstigen und sicheren Energieversorgung Wohlstand zu erarbeiten. Das heute vorliegende Energiegesetz verspielt uns eine sichere Grundlage, weshalb es auch von grossen Teilen der Wirtschaft abgelehnt wird.

Ein Nein gibt uns allen die Chance, ohne Zeitdruck und mit Einbezug der Wissenschaft ein neues Gesetz zu erarbeiten, das sich auf ökonomische Grundsätze stützt und so mehr Chancen als Kosten bietet.

 

http://andr​isilberschmidt.ch/new​/energie-mehr-realita​et-als-traeumerei/


Kommentare von Lesern zum Artikel

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40%
(5 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte May 2017

Laut NZZaS sind in einer Studie für die Energieversorgung 2050 4,4 Terawattstunden (Tera ist Billion!) durch Geothermie eingerechnet.

Hier​ ein Auszug aus dem Artikel der Ausgabe vom 14. Mai:
Die Zukunft der Stromproduktion aus Geothermie ist nach den Fehlschlägen bei den Projekten Basel und St.Gallen fraglich. Trotzdem rechnet die Energiestrategie mit einem Beitrag von 4,4 tWh im Jahr 2050. 'Das ist mit heutiger Technik nicht möglich' sagt Markus Häring, der Leiter des gescheiterten Basler Geothermie-Projekts- 'Bis 2050 müsste man jedes Jahr 15 Bohrungen auf 5000 Meter vorantreiben. Sechst Tiefbohranlagen müssten rund um die Uhr im Einsatz sein, und jede Bohrung müsste erfolgreich sein,' sagt Häring. 'Das ist völlig unrealistisch. Das wissen alle, aber niemand sagt es.'

Liebe Schweizer, ich glaube, Euer Bundesrat betrügt Euch.
Mein Rat: Haltet dagegen und verwerft diese Vorlage!



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55%
(11 Stimmen)
Willi Frischknecht sagte May 2017

Leider wird dieses Gesetz noch von der FDP mitgetragen,


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50%
(12 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte May 2017

Man spricht wieder über AKWs.
Und verwirft Energiestrategie 2050.


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65%
(17 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte May 2017

Ca. 85% des weltweiten Energiebedarfs werden heute mit Erdöl, Erdgas und Kohle abgedeckt. Wir können auf keine Technologie verzichten, welche uns hilft, die fossilen Energien schrittweise abzulösen. Im für uns kritischen Winterhalbjahr deckt Photovoltaik erst 0,9% unseres Strombedarfs, Windkraft sogar nur 0,17%. Sowohl bei den erneuerbaren Energien wie auch im Bereich der Kernenergie wird in der Schweiz eifrig geforscht. Ein neues Kernkraftwerk ist nicht geplant. Ein Verbot brauchen wir nicht. Offenheit für kommende Entwicklungen sowohl bei den erneuerbaren Energien wie bei der Kernenergie ist die beste Energiestrategie.


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60%
(20 Stimmen)
Werner Nabulon sagte May 2017

Da haben sie vollkommen recht. Ablehnen.


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59%
(17 Stimmen)
Alex Schneider sagte May 2017

Wie werden wir entscheiden zwischen Import und Gaskraftwerken im Winter? Hängt weitgehend von Preisen, EU-Verträgen und Energiepolitik von Deutschland ab. Wir sollten in der CH flexibel bleiben und uns nicht durch Richtwerte zu teuren, unnötigen (z. B. Windkraftwerke) Investitionen verleiten lassen.




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62%
(21 Stimmen)
jürg wolfensperger sagte May 2017

Ich denke,dass das wieder einmal mehr ein neuer "Kniefall"gegenüber Deutschland und der EU sein soll,die nun bald einmal auch dem übrigen Europa klar machen wird,auf neue AKW-s zu verzichten und sich auf Sonne-und Windstrom zu verlagern.Es ist an Unerträglichkeit kaum mehr zu überbieten,wie devot und anpassrerisch!!....,s​chon fast,wie ein zusätzliches Deutsches Bundesland.......!wie​ unsere 7 "Weisen" in Bern,alles und jedes nachvollziehen,nur um nicht anzuecken,und ja Liebkind zu bleiben.Sind wir eigentlich nur noch ein Gliedstaat dieser EU..oder sind wir tatsächlich noch selbständig denkend????......imme​r mehr kommen mir darüber echte Zweifel...!!!..Wer zu diesem Leerlauf JA sag,demt ist nun wirklich nicht mehr zu helfen.Diese seltsame Spion-Groteske trägt das Seine gleich auch noch dazu bei...!..dümmer geht nümmer...!!


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