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Erneuerbare Energien: So werden sie bereits heute eingesetzt

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Der Energieverbrauch wird immer grösser: sei es für Wärme, das menschliche Wohlbefinden oder schlichtweg Rechenleistung. Inzwischen ist jeder Haushalt mit mindestens einem internetfähigen Endgerät ausgestattet, auch die Arbeitswelt setzt voll auf IT. Ohne das Internet geht heutzutage sowieso nichts mehr, daher spriessen Rechenzentren wie Pilze aus dem Boden. Obwohl diese ebenfalls viel Energie benötigen, tragen Entwicklungen wie Cloud-Computing massgeblich zur Green-IT bei. Denn durch die Konzentrierung von Ressourcen können die betreibenden Unternehmen zur Erhaltung der Umwelt beitragen, wenn die Betreiber auf erneuerbare Energien bauen. In diesem Text werden kurz die Grundbegriffe erklärt und ebenso Firmen vorgestellt, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Green-IT effektiv auseinandergesetzt haben.

Die Hauptträger in der Energiewende sind ganz klar Sonnen- und Windenergie sowie Biomasse. Sonnenenergie gehörte einst zu den teuersten Massnahmen der Energiegewinnung. Der Prozess, indem die Solarzellen von Photovoltaikanlagen Sonnenstrahlen direkt in Strom umwandeln, ist heutzutage jedoch die kosteneffektivste Möglichkeit. Weiterhin ist zu erwarten, dass die Kosten hier sogar noch weiter sinken werden: stetige Entwicklungen verbessern die Energiegewinnungsrate​​. Auch die Windenergie gewinnt zunehmend an Popularität, ältere Anlagen werden regelmässig überholt und der Ausbau auf See hat eine zunehmende Bedeutung. Die Biomasse hingegen wird in verschiedenen Aggregatzuständen eingesetzt, sie kann flüssig, fest oder gasförmig verarbeitet werden. Genauso unterschiedlich wie die Dichte der jeweiligen Stoffe, wird die Biomasse auch entsprechend vielschichtig eingesetzt. Sie dient daher nicht nur der Strom- und Wärmeerzeugung, sondern kann ebenso zur Herstellung von Biokraftstoffen genutzt werden.

Nun zu den Rechenzentren, die heutzutage in riesigen Anlagen die Welt mit IT-Power versorgen. Ein Rechenzentrum ist quasi eine spezielle Immobilie, die Rechentechnik (Server, Speicher, Netzwerkkomponenten, Security) und Infrastruktur zentralisiert. Diese Versorgung beinhaltet massive Kühlaggregate, Brandschutzeinrichtun​​gen, Zutrittsschutz und – von zentraler Bedeutung – die Strom- und Internetleitungen sowie eine komplette Redundanz aller Elemente. In Abhängigkeit des sogenannten Tier-Levels sind diese Einrichtungen sogar mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) ausgestattet und zusätzlich auch mit Notstromgeneratoren, die im schlimmsten Falle einspringen. Viele Unternehmen greifen hier auf Dieselgeneratoren zurück, die die Ausmasse einer Mietwohnung einnehmen können. Um auf den Worstcase vorbereitet zu sein, wird dieser in ständiger Bereitschaft gehalten, was Energie kostet. Kommen zusätzlich riesige Batterie-Packs zum Einsatz, so werden diese ebenso konstant mit Energie zum Laden versorgt.

Den meisten Strom nimmt jedoch die Kühlung in Anspruch, ungefähr 1/3 des Verbrauchs der Rechenzentren fällt dafür an. Gerade aufgrund der kalten Witterungsverhältniss​​e sind die Standorte Norwegen, Irland und Schweden besonders beliebt, um Energie zu sparen. Auch die Technik benötigt für den reibungslosen Ablauf inklusive der Redundanz viel Energie, die nachhaltig produziert werden muss.

Schweizer Unternehmen stehen noch am Anfang der grünen Revolution, dennoch haben sich schon einige Unternehmen Green-IT zur Hauptaufgabe gemacht. Die Green Datacenter AG arbeitet beispielsweise möglichst energieeffizient. Der Anbieter stellt Rechenzentrumsdienstl​​eistungen für mittlere und grosse Unternehmen in der Schweiz, Europa und gar weltweit zur Verfügung. Des Weiteren gibt es den schweizerischen Verband der Telekommunikation Asut, der eine Kampagne organisiert, die sich mit der Stromversorgung von Rechenzentren beschäftigt: „Weniger Strom, mehr Effizienz in Serverräumen und Rechenzentren.“ Denn gerade in der Schweiz machen Rechenzentren und Serverräume bereits drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus. Auch die Swisscom setzt auf Rechenzentren und Netze, die mit 100% erneuerbarer Energie betrieben werden.

Auch in anderen europäischen Ländern arbeiten Staaten und Unternehmen mit Hochdruck daran, die Energieeffizienz zu verbessern. Da laut OECD aktuell bereits knapp 15% des weltweiten IKT-Stromverbrauchs für Rechenzentren benötigt werden, ist dies auch von grosser Relevanz für eine nachhaltige IT. In Deutschland treibt vor allem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der Branchenverband Bitkom diese Entwicklung voran. Aber auch bei kleineren Ländern wie Malta oder der Insel Isle of Man, die genaugenommen autonomer Kronbesitz ist, wird Green-IT immer relevanter. Auf diesen Eilanden sind nämlich viele Unternehmen beheimatet, die umfangreiche Finanz- oder e-Gaming-Dienstleistu​​ngen anbieten. Dazu zählt beispielsweise der Online-Poker Branchenprimus Pokerstars, der sich auf der Isle of Man ein komplettes eigenes Rechenzentrum gebaut hat. Das Unternehmen setzt dabei ebenfalls immer mehr auf erneuerbare Energien und ist auch sehr darauf bedacht, möglichst energieeffizient zu arbeiten. Insbesondere für den Gaming-Bereich ist dies unabdingbar, um eine Hochverfügbarkeit ohne steigende Kosten zu gewährleisten.

Intern​​ational betrachtet ist Google einer der absoluten Vorreiter in Bezug auf Green-IT. Der Suchmaschinen-Riese kauft beispielsweise erneuerbaren Strom aus Windkraftanlagen. Dennoch ist es ihnen noch nicht möglich die Rechenzentren rund um die Uhr ausschliesslich mit dieser Energie zu betreiben, die Firma ist jedoch ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen. Beim Prozess selbst setzt der Internetgigant auf den Kauf umweltfreundliche Energie über Stromlieferabkommen (Power Purchase Agreements, kurz: PPA); so unterstützt Google die Entwicklung von Anbietern umweltfreundlicher Energien auch langfristig.

Die neuen Rechenzentren von Facebook werden bereits vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben – und zwar ebenfalls mit Windkraft. Zuckerberg hat sich und dem Unternehmen hier ein richtig hohes Ziel gesteckt, denn bis 2018 möchte er, dass die Hälfte seiner Infrastruktur mit erneuerbaren Energien betrieben wird.

Ähnlich wie die genannten Unternehmen ist auch der Rest der Schweiz an sich auf einem guten Weg in die Zukunft: 2016 hat das Schweizer Parlamentdas Paket der Energiestrategie 2050 verabschiedet. Derzeit stehen in der Schweiz noch fünf aktive AKWs, die schrittweise vom Netz genommen werden sollen. Zusätzlich soll verhindert werden, dass noch weitere, neue Kernkraftwerke dort gebaut werden. Das ist zumindest der erste Schritt in die grüne Richtung, weitere sind aber in Planung. 2035 sollen erneuerbare Energien 1/5 der kompletten Stromproduktion ausmachen. Wie erfolgreich die Pläne der Schweiz umzusetzen sind, bleibt also noch abzuwarten. 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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33%
(3 Stimmen)
ueli hofer sagte August 2017

...und Sie glauben, dass die erneuerbare Energie ausreicht?

Die sauberste Energie zurzeit und während den nächsten 20 Jahren ist die Kernenergie.
Die Energie aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdöl, Gas usw. - das wissen Sie, machen unsere Umwelt kaputt.



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