Volkswirtschaftslehre,

Mehr Rhetorik als Logik

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Konservativismus, Li­be­ra­lis­mus und Pro­tek­tio­nis­mus - das kann auch nur eine Par­tei ver­bin­den, die einen Aka­de­mi­ker, Gross­ka­pi­ta­lis­te​n und Ex-­Bun­des­rat als Füh­rer hat, der die "herr­schende Eli­te" des­avou­iert und Aka­de­mi­ker als Dorf­trot­tel be­zeich­net. Das rechte Pu­bli­kum mit Frem­den­feind­lich­k​eit kö­dern, um Ei­gen­in­ter­es­sen durch­zu­set­zen, und sich dann ganz hin­ter "die Schweiz zu­er­st" zu stel­len und An­ders­den­kende mit Nazis zu ver­glei­chen. Cha­peau. Da muss man nicht an einer Uni stu­diert ha­ben, um mehr Rhe­to­rik als Logik zu er­ken­nen.

 

Erleichternd, dass diese eigenwillige Logik nun erst mal in den USA und nicht in der Schweiz durchgespielt wird. Wenn die Autoindustrie etc. ihre Produktion von Mexiko zurück in die USA verlegt, würde alles erst mal teurer. (Schön für den Klimaschutz, wenn in der Folge weniger Autos gekauft werden.) Gut, die Konzerne sollen weniger Steuern zahlen - wer zahlt dann? Reicht wie Mr. Trump? Wohl auch nicht. Die Autoindustrie bettelt ohnehin eher nach staatlicher Unterstützung. Teure US-Automarken lassen sich dann kaum mehr im Ausland verkaufen, die USA wird international nicht mehr konkurrenzfähig sein. Arbeitslosigkeit oder tiefere Löhne wird die Konsequenz sein. Vielleicht läuft's anders - ich bin gespannt! Wenn der Protektionismus gut kommt, würde die ganze liberale Wirtschaftslehre diskreditiert, für welche US-Universitäten berühmt waren.

 

Hierzulande waren es die Sozialisten, welche den Freihandel aus moralischen Gründen hinterfragten - in den USA setzt ihm nun ein Konservativer ein Ende. Solange Freihandel vorwiegend ein Ausbeuten von Einkommensungleichhei​t ist, hat er einen schweren Stand. Wann erkennen die "schein-liberalen" Bürgerlichen, dass soziale Gerechtigkeit als Ziel zum Liberalismus passt, im Gegensatz zu konservativem Protektionismus, den der liberale Urvater Adam Smith einst bekämpfte? Smith warnte vor der politischen Einflussnahme der Gewerbetreibenden - voila - in der SVP und unter Trump sitzen sie am Ruder. Die Gefahr kommt von rechts. Wirtschafts-Nobelprei​sträger Robert Shiller warnt vor einem Trump-Crash analog 1929 - boom and burst - go for it. Vielleicht folgt dann eine Zeit für nachhaltiges Wirtschaften.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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38%
(13 Stimmen)
Jürg Wolfensperger sagte January 2017

Herr Lüthi,wir erleben ja nun hautnah das Versagen der EU ...den Brexit,die unglaublichen Staatsverschuldungen,​die unglaublich hohen Arbeitslosenzahlen vor allem bei Jungendlichen im EU-Raum.Menschen,die sich mit 2 Jobs über Wasser halten müssen um überhaupt über die Runden zu kommen.Rentner,die in Abfall-Säcken wühlen,weil ihre Rente nicht mehr reicht!Ein Mittelstand, der sich Richtung Armut bewegt,Krankenkassenp​rämien,die nicht bezahlbar sind!Das ist der unsäglichen linken Politik zu verdanken, und deren Regierungen, die skrupellos alle Gründungsvorgaben der EU zu Makulatur machte und so deren "Niedergang "einläutete.Griechenl​ang,Spanien,Italien lassen grüssen..!So macht sich halt nun ein "Rechts-Trend" breit und nimmt die Stimmungen im Lande auf mit Leuten, die dem Politik-Establishment​ nun halt mit markigen Worten ihr Versagen mit unmissverständlichen Worten klar macht.Nun herrscht grosse Aufregung ja fast Entsetzen und man wundert sich, weil offenbar noch viele nicht begriffen haben!
.Lasst sie nun machen, und wenn sie etwas falsch machen bleibt noch genügend Zeit zum jammern!.So viel schlimmer kann`s nicht werden....!..leider eine etwas traurige "Feststellung"....!


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45%
(11 Stimmen)
jan eberhart sagte January 2017

Tatsache ist, dass die Replublikaner lange für Freihandel, Globalisierung und den freien Markt standen.

Trump hat nun gewonnen bei dieser Partei, indem er deutlich mit der Orthodoxie der Partei gebrochen hat.

In manchen Teilen erinnert Trump mehr an Bernie Sanders, also weit links.

Wie auch immer, die Wäher haben ihre Wahl getroffen und wollen eine Politik a la Trump.


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