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Standesinitiative für Poststellenschliessun​gsmoratorium

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Versorgung si­cher­stel­len; Post zu ge­samtschwei­ze­ri­s​​​cher Post­stel­len­pla­nun​​​g im 4-Jah­res­tur­nus ver­pflich­ten

Kanton​​srat ZH überweist Standesinitiative der SVP für ein Poststellenschliessun​​​gsmoratorium an vorberatende Kommission

von Kantonsrat Hans-Peter Amrein (SVP, Küsnacht)

Der Zürcher Kantonsrat hat am 4. März 2019 eine Standesinitiative von SVP und EDU für ein Schliessungsmoratoriu​​​m bis zum Vorliegen und der Genehmigung einer gesamtschweizerischen​​​ Poststellenplanung mit 104 Stimmen vorläufig unterstützt. Die Standesinitiative verlangt, dass

  1. Der Bundesrat die Leitung der Schweizerischen Post bis zum Vorliegen und der Genehmigung einer gesamtschweizerischen​​​ Poststellenplanung durch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) instruiert, keine Poststellen zu schliessen;

  2. Die Leitung der Schweizerischen Post dem Eidgenössischen Departement für Umwelt,

    Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) im 4-Jahresrythmus eine gesamt-schweizerische​​​ Poststellenplanung für die nächsten 4 Jahre zur Genehmigung vorlegt

  3. Das Postorganisationsgese​​​tz (POG, 783.1) entsprechend angepasst wird. 

Die Versorgung durch die Schweizerische Post ist in Teilen unseres Landes nicht mehr gewährleistet sowie in weiteren Landesteilen in Frage gestellt. Das Bundesparlament hat deshalb am 28. November eine Motion an den Bundesrat überwiesen, welches eine Postzustellung im ganzen Lande bis 12.30 fordert. Das reicht aber nicht. Die Poststellenpolitik und Planung liegt etwa gleich quer in der Landschaft, wie diejenige der Postautos. Beispiel dafür sind Poststellen in Bezirk Meilen, und in der Stadt Zürich, im Kreis 7 & 8:

Die Poststellen von 8618 Oetwil am See und von 8127 Forch (notabene eine durch Gewerbe und KMU enorm stark frequentierte Poststelle) sind schon geschlossen. In Oetwil am See wurde eine Postagentur in einen Denner in einer Nebenstrasse eingerichtet. Solche Postagenturen, welche häufig als Alternativen angeboten werden, sind kein gleichwertiger Ersatz. Das Angebot ist im Vergleich zu einer Poststelle deutlich eingeschränkt, beispielsweise was den Bargeldverkehr und den Umgang mit Gerichtsurkunden betrifft. Die Poststelle von Uetikon am See soll eventuell auch ganz geschlossen werden; ihr wurden von der Poststellenleitung neue, kürzere und kundenunfreundliche Öffnungszeiten verordnet. Noch einschneidender und unverständlicher für ist dies den Kunden der Poststelle 8032 Zürich Kreuzplatz geschehen: sie stehen jetzt bis 09.00 vor verschlossenen Türen. Auch so kann man einen Poststellenabbau forcieren!

Gemäss einer auf der Webseite der Post aufgeschalteten Liste, datiert vom 1. Oktober 2018, werden zwölf Filialen der Post im Kanton Zürich betreffend einer eventuellen Schliessung überprüft, so auch besagte Poststelle Uetikon am See (für die Post 8492 Wila ist der Schliessungsentscheid​​​ gefallen – trotz Vermerk «Filiale zu überprüfen» auf dieser Liste). Es handelt sich dabei um die Postfilialen 8353 Elgg, 8802 Kilchberg, 8460 Marthalen, 8617 Mönchaltdorf, 8166 Niederweningen, 8309 Nürensdorf, 8477 Oberstammheim, 8912 Obfelden, 8112 Otelfingen, 8707 Uetikon am See, 8142 Uitikon Waldegg und 8024 Zürich 24 Rämistrasse. Über 100 weitere Filialen sind «bis 2020» durch die Post sogenannt garantiert. Es ist davon auszugehen, dass die Post dannzumal in einem nächsten Schritt weitere Poststellenschliessun​​​gen im Kanton Zürich ansagen wird.

Mit der Antwort auf die Anfrage Widmer/Zuber vom 21. Dezember2016 (KR Nr. 391/2016) informierte die Regierung, dass die Post den Regierungsrat eingeladen habe, sich zu den Umbauplänen der Post zu äussern. Die Post habe angeboten, die Überlegungen des Regierungsrates zu prüfen und, wo möglich, zu berücksichtigen.Aufgr​​​und der vorgängi geschilderten Fakten fehlt der Glaube dazu. 

Und die Beantwortung der Anfrage der Kantonsräte Hans-Peter Amrein (SVP, Küsnacht), Erich Vontobel (EDU, Bubikon) und Christian Hurter (SVP, Uetikon am See), Abbau Service Public, Status Poststellen Kanton Zürich (KR Nr. 325/2018)ist ein einziger Sukkurs der Regierung für die unverständliche Poststellenschliessun​​​gsstrategie der Post. So stellt die Staatsschreiberin fest, der Regierungsrat erwarte und erkenne seitens der Post Sensibilität für die Anliegen der Bevölkerung und der Wirtschaft- das ist nicht einmal Wunschdenken.

Die nun durch das Zürcher Kantonsparlament auf Antrag drei Kantonsräte Amrein, Vontobel und Hurter vorläufig gutgeheissene Standesinitiative fordert seitens des Kantons mit der grössten volkswirtschaftlichen​​​ in unserem Land die Korrektur dieser unhaltbaren Zustände und Entwicklungen.

Es ist zu hoffen, dass die vorberatende Kommission dieses Geschäft förderlich behandelt, damit die Standesinitiative dem Kantonsrat möglichst bald zur definitiven Beschlussfassung unterbreitet werden und dann in Bern eingereicht werden kann.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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44%
(9 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte Vor 24 Tagen

Herr KR Amrein, ich traue wieder einmal meiner Wahrnehmung nicht: Will die SVP etwa Steuergelder für die Subventionierung von Postfilialen locker machen? Wenn das eine andere Partei wagen würde, bekäme sie von der SVP ganz schön aufs Dach.


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38%
(13 Stimmen)
Werner Nabulon sagte March 2019

Was soll ich in einer Poststelle?
Ticket ziehen, warten hinter der roten Linie, warten, warten, den Gemischt Waren Laden betrachten in der Zwischenzeit, ....die Überteuerten Preise bekucken, will ich was aufgeben, sprich Marken kaufen muss ich nicht mehr, SMS an 414 schicken...Code auf das Paket oder Brief schreiben..



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63%
(16 Stimmen)
Willi Frischknecht sagte March 2019

Das beste Mittel gegen Poststellenschliessun​g ​ist deren Nutzung. Aber da hapert es eben immer mehr, weil sie kaum noch Postdienste am Schalter benötigen. Ich jedenfalls will keine Subventionierte Postschalter.


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71%
(14 Stimmen)
Sägesser Barbara sagte March 2019

Na, da will man ja die Privatisierung und Effizienz fördern, Gewinne erwirtschaften (lassen) und trägt die Konsequenzen daraus nicht? Es scheint halt wirklich so, dass gewisse Aufgaben dem Staat überlassen sein sollten, denn der Markt regelt nicht alles zur Zufriedenheit etc.


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47%
(15 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte March 2019

Die SVP bewirtschaftet widersprüchliche Probleme eben nacheinander, nicht im Zusammenhang, Herr Schneider. An Lösungen ist sie ohnehin nicht interessiert.


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62%
(13 Stimmen)
jan eberhart sagte March 2019

Ja nun, Unterstützer der No Billag-Initiative und bei der Post soll alles beim alten bleiben.

Wieso hat die Post mehr Service public als die SRG?


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50%
(18 Stimmen)
Alex Schneider sagte March 2019

Da dringt die SVP auf immer mehr Effizienz beim Staat, und bei der ersten kleinen Einschränkung der Postdienstleistungen macht sie ein so grosses Geschrei!


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