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VON DER EHE FÜR REICHE ZUR EHE FÜR ALLE?

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Die Ehe zwi­schen Per­so­nen un­ter­schied­li­chen​​​​ Ge­schlechts ist seit Jahr­tau­sen­den welt­weit ver­brei­tete ge­sell­schaft­li­che​​​​ und wirt­schaft­li­che Ein­rich­tung. Zum Hei­ra­ten brauchte es immer und ü­ber­all die Ein­wil­li­gung einer Behör­de. In Eu­ropa war das im Mit­tel­al­ter die Kir­che. 

In den reformierten Orten der Eidgenossenschaft wur​​​​de im 16. Jh., zu Beginn der Neuzeit, die Pflicht zur Ziviltrauung eingeführt. Für eine Heiratsbewilligung mussten strenge Normen erfüllt werden. Paaren u. a. ohne gesichertes Einkommen wurde keine Heiratserlaubnis erteilt. Es setzte die Kantonalisierung oder sogar die Kommunalisierung dieser Normen ein. Sie reflektierten von Kanton zu Kanton unterschiedliche soziale Befürchtungen. Vor allem wurden Normen in den Bereichen der Ehefreiheit und der Ehefähigkeit aufgestellt. Die Ehemündigkeit lag in Glarus vom 17. bis Anfang des 19. Jh. bei 16 Jahren, in Neuenburg 1748 bei 22 Jahren, in Genf hingegen ab 1713 bei 25 Jahren. Und ohne Einwilligung der Väter konnte nirgends geheiratet werden.

Mehr hier:

hls-dhs-dss.ch/​​​​de/articles/007975​/​2​0​13-10-03/

 

Im März 2019 hat die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates einen Entwurf zur Öffnung der Ehe im Zivilrecht in die Vernehmlassung geschickt. Die Vorlage der Kommission sieht die Öffnung der Ehe für Personen des gleichen Geschlechts vor, indem die eherechtlichen Bestimmungen im Zivilgesetzbuch (ZGB) neu geschlechtsneutral formuliert werden. Für gleichgeschlechtliche​​​​ Paare war ursprünglich die "eingetragene Partnerschaft" als Pendant zur Ehe geschaffen worden. Mit dem Zugang zur Ehe sollen nun keine neuen eingetragenen Partnerschaften mehr begründet werden können. Bereits vor dieser Revision eingetragene Partnerinnen und Partner können entweder weiterhin in einer eingetragenen Partnerschaft leben oder ihre bestehende eingetragene Partnerschaft auf eine einfache Weise in eine Ehe umwandeln. 

Das Vernehmlassungsverfah​​​​ren dauert nur noch bis zum 21. Juni 2019. Die Unterlagen können auf den Webseiten der Bundesversammlung​​​​ und der Bundesverwaltung ​​​​abgerufen werden, und die Stellungnahmen sind bei debora.gianinazzi​​​​@bj.admin.ch einzu​r​e​i​chen.

Mehr hier:

parlament.ch/pr​​​​ess-releases/Pages​/​m​m​-rk-n-2019-03-1​3.​as​px​

 

Die historischen staatlichen Ehenormen sollen also liberalisiert werden. Aber immer noch bestimmt der Staat, wer heiraten darf. Weshalb eigentlich? Es gibt heute bereits die unterschiedlichsten Formen inoffiziellen partnerschaftlichen Zusammenlebens. Das ist doch die Realität. Der Staat ist faktisch NICHT mehr zuständig, und das ist gut so. Sind Sie auch dieser Meinung, liebe Leserin, lieber Leser?


Kommentare von Lesern zum Artikel

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0%
(1 Stimme)
Werner Nabulon sagte Vor 27 Tagen

Ich sehe keinen Grund, alles zu machen was in Europa getan wird.


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7%
(14 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte July 2019

27. Juni 2019

Die Schweiz ist eines der letzten Länder Westeuropas ohne eine «Ehe für Alle» mit sämtlichen Rechten und Pflichten. Nur das 2007 eingeführte Partnerschaftsgesetz ermöglicht homosexuellen Paaren, ihre Beziehung rechtlich abzusichern. Zwischen der Ehe und der eingetragenen Partnerschaft bestehen immer noch bedeutende Unterschiede. Um die damit verbundene Diskriminierung zu beenden, wurde 2013 die parlamentarische Initiative «Ehe für Alle» auf Bundesebene eingereicht.

Die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrats hat am 14. März 2019 einen Vorentwurf zur Initiative in die Vernehmlassung geschickt. Dieser sieht die Öffnung der Ehe mit sämtlichen Rechten und Pflichten für Personen des gleichen Geschlechts vor. Bestehende eingetragene Partnerschaften sollen auf eine einfache Weise in eine Ehe umgewandelt werden können. Der Vorentwurf enthält eine Kernvorlage und eine Zusatzvariante. Letztere ermöglicht gleichgeschlechtliche​n weiblichen Ehepaaren zusätzlich den Zugang zur Samenspende.

Die Vernehmlassung dauerte bis zum 21. Juni 2019.

Nach:
stadt-zuer​ich.ch/prd/de/index/u​eber_das_departement/​medien/medienmitteilu​ngen/2019/juni/190627​a.html


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71%
(17 Stimmen)
Willi Frischknecht sagte June 2019

Ist dies jetzt die Meinung von Willibald v Wildenstein, Walter Beck oder Rudolf Oberli?
Schliesslich​ haben sie ja viele Namen aber immer den gleichen Still.


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44%
(9 Stimmen)
jan eberhart sagte June 2019

Schöne neue Welt.

Nun kann schon der Uterus transplantiert werden, damit auch ungewollt kinderlose zu Kindern kommen ohne Adoption.

Das ist schliesslich sehr kompliziert und Staaten wie Russland haben Verbote eingeführt.


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64%
(11 Stimmen)
jan eberhart sagte June 2019

Kaiser Augustus wäre empört, wozu heute seine Ehe gebraucht wird.

Während die Ehe für den Erhalt des Besitzes und für Zeugung männllicher Stammhalter gedacht war, konnten Männer sich Geliebte halten oder ohne rechtlichen Schutz in einer "wilden" Ehe leben.

Die Christen haben daraus ein Mittel des Patriachat gemacht und die Adeligen haben die römische Ehe auch gerne genutzt. Die römisch-katholische Kirche nutzte die Ehe als Machtinstrument.

N​un verwüstet auch noch die Moderne die Ehe, die von Augustus zum Erhalt des römischen Staates eingerichtet wurde (seid fruchtbar und mehret euch für möglichst viele römische Soldaten).


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57%
(14 Stimmen)
Urs Gassmann sagte June 2019

Ich bin der Ansicht, die Einrede des Staates gegen eine Eheschliessung sei heute ziemlich eingeschränkt, denn sie diese bezieht sich nur mehr auf das Mindestalter (mit Ausnahmen), das enge Verwandtschafts-verhä​ltnis (z.B. Ehe unter Geschwistern), die Mündigkeit, die Scheinehen und Zwangsheiraten. Was ist daran anstössig? Schliesslich wird damit etwa das Gesundheitswesen und die Einwanderungspolitik und anderes mehr geschützt. Mit der Einführung der eingetragenen Partnerschaft ist den Bedürfnisse von Gleichgeschlechtliche​n bereits vollends Rechnung getragen worden.

Dann kommen noch die von mir bereits an anderen Stellen genannten Lächerlichkeiten hinzu; Der
Mann, der von seinem Ehemann, oder die Frau, die von ihrer Ehefrau spricht. Das Wort „Partner“ stösst dagegen kaum auf; es ist sachlicher.

Herr Oberli zielt auf nichts anderes ab, als den gleichgeschlechtliche​n Umtrieben gar noch einen sakralen Nimbus zu verleihen; man versucht auf Teufel komm raus, diese Aberration als gänzlich normal darzu-stellen, doch die Homosexualität ist in der Volksseele nach wie vor als Monstrosität verankert. Wenn die Ehe unter solchen Leuten in anderen Ländern eingeführt wurde, so ist dies nur damit zu erklären, dass die bestimmenden Politiker ihr Wahlvieh nicht um 5% dezimieren wollen; ihnen ist ihre Wiederwahl dermassen angelegen, dass sie auch solche Abstrusitäten zulassen, zumal es ja nichts kostet und ihnen keine namhaften Einwände, eben etwa bezüglich der Finanzierung, erwachsen.




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83%
(23 Stimmen)
Hans Knall sagte June 2019

Einmal mehr, Herr Oberli, offenbaren Sie die plumpe Widersprüchlichkeit Ihrer Schwulenpropaganda.

Warum eigentlich verlangen die doch so alternativen, bunten, geschlechtsindifferen​ten und dennoch „völlig normalen“ Nicht-Heteros ausgerechnet den „Zugang“ zu einer Ehe-Institution bei der immer noch „der Staat bestimmt wer heiraten darf“?
Warum bedienen sie sich nicht einfach bei den „heute bereits unterschiedlichsten Formen inoffiziellen partnerschaftlichen Zusammenlebens die es gibt“? Da wo „der Staat faktisch NICHT mehr zuständig“ ist?

DAS wäre dann „gut so“…


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17%
(23 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte June 2019

Die Zweierkiste "Ehe" zwischen Mann und Frau wird rechtlich privilegiert. Soll sich der Staat überhaupt noch in die partnerschaftlichen Beziehungen der Bürgerinnen und Bürger einmischen? Es genügt doch, einen rechtlichen Rahmen schaffen, u. a. bezüglich sexueller Übergriffe und Gleichstellung. In diesem Bereich ist es erstaunlich, wie rückständig und chauvinistisch die Gesetzgebung in der Schweiz ist. Wenn man das mit skandinavischen Ländern vergleicht, dann ist es absolut beschämend. Nicht die konsensuelle Sexualität sollte weiterhin normiert werden, sondern rechtliche Rahmenbedingungen sollten prekäre Lebenssituationen vermeiden helfen.

Mehr hier:
woz.ch/-8e97


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45%
(11 Stimmen)
jan eberhart sagte June 2019

Angesichts der immer besseren künstlichen Befruchtung und sonstiger Methoden um die Gene zu bearbeiten, wird irgendwand die natürliche Befruchtung überflüssig, weil dort zu viel Zufall und zu viel Risiko herscht gegenüber der künstlichen Befruchtung.

Frau musss also nicht irgendjemanden an einer Bar aufreissen, um per Beischlaf an sein Sperma zu kommen. Oder sich von einem Freund/Bekannten sich Sperma schicken zu lassen.

blaue Augen? kein Problem? schwarze Haare? kein Problem. Gene für einen sportlichen Körper? Kein Problem.

Dank der Wahl der richtigen Gene wird die heutige bisherige Lotterie ein Relikt der Vergangenheit.


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