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Votum zur Interpellation "Keine Gebühren für Tagesbetreuung"

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Wir be­grüs­sen es sehr, dass der Stadt­rat wei­ter­hin auf eine ge­bühren­pflich­tige​ Ta­ges­be­treu­ung setzt. Eine fle­xi­ble Ta­ges­be­treu­ung er­mög­licht es, dass Er­werbs- und Fa­mi­li­en­le­ben bes­ser auf­ein­an­der ab­ge­stimmt wer­den kön­nen und ist wich­tig für eine Stadt. Eine Ta­ges­be­treu­ung kann aber auch bei Un­fäl­len oder Krank­heit mit­hel­fen, dass die Struk­tur in einer Fa­mi­lie ge­rade bei er­werbstäti­gen El­tern un­ter­stützt wer­den kann. Sie hilft auch, dass sich Kin­der aus­ser­halb der Fa­mi­li­en­bande mit Gleich­alt­ri­gen aus­tau­schen und so das ge­sell­schaft­li­che​ Leben brei­ter er­fah­ren. Wer an einer Ta­ges­be­treu­ung teil­ge­nom­men hat, hat viel­leicht we­ni­ger Heim­weh beim ers­ten La­ger­be­such und durfte im Um­gang mit neuen Be­zugs­per­so­nen Selbst­be­wusst­sein ge­win­nen. Auch meine Fa­mi­lie und meine Kin­der pro­fi­tier­ten be­reits bei meh­re­ren er­wähn­ten Le­ben­sumstän­den vom An­ge­bot und wir schät­zen das An­ge­bot auch des­halb sehr.

Was nichts kostet, ist nichts wert. So könnte man das Anliegen der Interpellanten in aller Kürze kontern. Was tagtäglich von den Mitarbeitenden der Kindertagesstätten geboten wird, soll einen Wert haben. Es soll aber auch für die Familien, die das Angebot nutzen, einen Wert haben. So gab es in unserer Familie intensive Diskussionen, wie oft in der Woche und zu welchen Zeiten wir unsere Kinder für den Tagestisch anmelden, damit die Arbeiten für die Familie und die Einsätze von mir und meiner Frau in unserem familiengeführten KMU in Einklang gebracht werden. Die Gebühren – in St.Gallen notabene Beiträge nach Einkommensklassen abgestuft, wodurch ein sozialer Ausgleich beim Mittragen der Kosten zwischen den Familien stattfindet – haben wir in Relation gesetzt zum Mehrwert für unsere Arbeits-, Wochen- und Familiengestaltung – und entsprechend haben wir auch die Tage und Angebote ausgewählt. Immer darauf abgestimmt, wo wir die Kinderbetreuung in unserer Familie selbst regeln können, und wo wir Unterstützung wertschätzen. Wäre das Angebot gratis und kostenlos, so ist die Versuchung gross, die Kinder öfter als nötig abzugeben. Doch eine Tagesbetreuung soll subsidiär bleiben und dort wirken, wo sie nötig ist, die Anreize müssen dafür stimmen. Die flexible Ausgestaltung des heutigen Angebots soll etwas wert sein und darf auch etwas kosten. Gut also, dass der Stadtrat weiterhin auf eine gebührenpflichtige Tagesbetreuung setzt.

Es ist auch wichtig, dass der Stadtrat klar zum Ausdruck gebracht hat, dass Mehrausgaben von über CHF 10 Mio. (davon alleine der Wegfall der Elternbeiträge von CHF 4.4 Mio.) für eine kostenlose Tagesbetreuung sich mit der aktuellen Finanzlage unserer Stadt nicht verträgt. Ich hoffte sehr, dass auch bei der Ratslinken inzwischen angekommen ist, dass die Plandaten für die kommenden Jahre aufzeigen, dass das Eigentkapital nicht mehr allzu weit reicht. Doch schon sind neue Vorstösse der Ratslinken in Planung, welche diese Signale ignorieren. Das wird noch zu Diskussionen führen.


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