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Abstimmungen, Initiativen > National > Abstimmung 30.11.2014: Initiative „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensg,

Wissenschaft und Politik, zwei Gegensätze

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Erster Widerspruch:

Das Bevölkerungswachstum be­trug im Jahre 2012 82'300 Per­so­nen in der Schweiz. Das waren 1.03 % Zu­wachs in die­sem Jahr. Ohne Zu­wan­de­rung ist die Bevölkerung bei uns um 17'500 Men­schen ge­wach­sen. Das be­deu­tet nur nach Ge­bur­ten und Todesfällen be­rech­net im In­land. Das Wachs­tum durch Zuwanderung alleine betrug 64'800 Per­so­nen. Wenn man diese 17'500 Per­so­nen zählt, sind es 0.22 % Wachstum. Das be­deu­tet: Nach den Vor­stel­lun­gen von Eco­pop dürften wir überhaupt keine Zu­wan­de­rung mehr zu­las­sen, son­dern wir müssten die ei­gene Bevölkerung mit Verhütungsmitteln ver­sor­gen, damit die 0.02 % gekürzt wer­den können. Zu­wan­de­rung wäre überhaupt nicht mehr möglich, wenn das Wachs­tum in der Schweiz nicht mehr als 0,2 % jährlich betragen darf. Eco­pop macht natürlich ein falsches Ver­spre­chen und in­for­miert den Souverän kom­plett falsch. Wenn die­ses Kom­mi­tee von Zu­wan­de­rung spricht wären es am Bei­spiel 2012 16'100 Per­so­nen die zu­wan­dern dürfen. Dazu gezählt diese 17'500 Zu­wachs aus dem In­land sel­ber, haben wir schlus­send­lich ein Wachs­tum von 0.42 %. Sie se­hen, dass Eco­pop sich mit ihrer In­itia­tive schon gewaltig ver­rech­net hat.

Zweiter Widerspruch:

In anderen Kulturkreisen, wie zum Beispiel Saudi-Arabien oder Israel, wo traditionell gut begüterte und reiche Grossfamilien leben, werden gerade diese Familienplanungsideen​​​​​ durch Ecopop nicht berücksichtigt. Es ist nicht selten, dass solche Familien 12 Kinder oder mehr haben. Die Initianten beschränken sich bei der Familienplanung nur auf die Entwicklungsländer. Der Ressourcenverbrauch ist natürlich um einiges grösser bei diesen ausländischen Wohlstandsfamilien. Jedes Kind fährt später einen Wagen, sie besitzen Häuser, reisen viel und können es sich leisten Güter zu konsumieren, die mit einem dementsprechenden Energieaufwand verbunden sind. Die armen Länder weisen einen viel geringeren Ressourcenverbrauch aus. Gerade dort wollen die Initianten Familienplanung einsetzen. Offenbar ist es einfacher, schwächere Personen dazu zu überzeugen, wenn man bedenkt, dass jeden Tag mehr als 18'000 Kleinkinder in den Entwicklungsländern sterben. Ausserdem ist die Lebenserwartung in diesen Ländern viel geringer als bei uns.

Die aktuelle Zuwanderung kommt zu 80 % aus Europa.

Ecopop will zwei völlig verschiedene Anliegen umsetzen. Zum einen die Begrenzung des Bevölkerungswachstums​​​​​​​​ in den Entwicklungsländern, in erster Linie in Afrika. Nur etwa 2 % des gesamten schweizerischen Wachstums stammt aus dem schwarzen Kontinent. Es macht überhaupt keinen Sinn, 150 Millionen Franken auszugeben, weil dadurch die Zuwanderung zur Schweiz sicher nicht beinflusst wird. Die Masseneinwanderungsin​​​​​​​​itiative im Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeit​​​​​​​​ ist da viel realistischer und viel effektiver als die Idee von Ecopop.

Die Schweiz ist nicht fähig, alleine diese Initiative umzusetzen und die Milleniumsziele auf diese Weise zu vermarkten. Für dies braucht es Partnerländer, die wir nicht finden werden.

Es ist klar, dass das Wachstum der Weltbevölkerung unsere Erde immer mehr belastet. Für dies ist die UNO zuständig und nicht die Schweiz. Auch andere Länder haben von sich aus ihre eigenen Bevölkerungszahlen stabil zu halten versucht, jedoch mit unterschiedlichen Resultaten. Das Wichtigste was wir brauchen ist der Klimaschutz. Also die Reduzierung des Kohlendioxides und der Methangase, die vorallem in der weltweiten Landwirtschaft ein Problem sind. Methan ist 21 x klimaschädlicher als Kohlendioxid. Die Klimaerwärmung muss gestoppt werden aber nicht mit Ecopop, weil diese Idee politisch ein Affront ist und wir bei Annahme als Schweizer in der Welt alleine stehen. Souveränität ist wichtig aber nicht auf diese Weise.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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60%
(5 Stimmen)
Kurt Peter sagte November 2014

Herr Kneubühl

Grundsätz​lich stimme ich Ihnen zu, nur machen Sie eine ziemlich peinlichen Fehler. (Interessant, dass die ecopop-Fans diesen nicht gemerkt haben).

Die Nettozuwanderung darf höchstens 0,2 der ständigen Wohnbevölkerung ausmachen, nicht das Bevölkerungswachstum.​

Das zeigt, dass weder Sie noch die ecopop-Fans den Initiativtext wirklich kennen!




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46%
(13 Stimmen)
Dany Schweizer sagte November 2014

Herr Kneubühl

Wenn Sie hier mit derzeitigen Zahlen aus Afrika hantieren kann das stimmen. Aber es ist Ihnen schon bekannt, welche Völkerwanderung zur Zeit aus Afrika nach Europa herrscht? Und dies wird sicher nicht ohne Folgen für normale Zuwanderung bleiben.


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47%
(17 Stimmen)
Roland Steiner sagte November 2014

Herr Kneubühl, mir ist eigentlich egal wie das übermässige Bevölkerungswachstum in der Schweiz reduziert wird (so lange dies nicht über Zwangssterilisationen​ usw. gemacht wird). Wichtig ist einfach, dass unser Lebensraum nicht weiter mit Leuten überschwemmt wird. Ich möchte eine Schweiz erhalten, die auch für zukünftige Generationen einen attraktiven Lebensraum bietet und ihnen die gleichen Möglichkeiten bietet die wir auch hatten.

Somit ist für mich ECOPOP ein Schritt in die richtige Richtung. Die Politik und Wirtschaft haben eine vernünftige Umsetzung der PFZ nicht geschafft. Sie werden dies auch bei der MEI nicht können (Die Wirtschaft will günstige Arbeitskräfte ohne Rücksicht auf die Arbeitskräfte in der Schweiz und die Politiker sind zu Schwach um sich dem Druck der EU entgegen zu stemmen). Somit müssen wir als Volk wieder einmal mehr klare Vorgaben machen.


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54%
(13 Stimmen)
- - sagte November 2014

Herr Kneubühl, bei Ihrem Blog fehlen leider noch die Quellenangaben. Wo haben Sie diesen Text kopiert, bitte?


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58%
(12 Stimmen)
Felix Kneubühl sagte November 2014

Danke für die Links:

Total Geborene: 82'731

Total Verstorbene: 64'961

Geburtenübe​rschuss: 17'770 = Bevölkerungswachstum ohne Zuwanderung 2013.

Darf ich Sie freundlicherweise korrigieren, Herr Dany Schweizer?


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44%
(9 Stimmen)
Dany Schweizer sagte November 2014

Herr Kneubühl

Sorry - aber in Ihren Zahlen kann etwas nicht stimmen.

3 Jahresschnitt 2011/12/13

Geburte​nüberschuss 3'810
Auswanderung von CH 14'107

Somit CH - Abnahmen CH 10'297

Ergäbe eine Zuwanderungsmöglichke​it von 26'297 / Jahr



http://ww​w.bfs.admin.ch/bfs/po​rtal/de/index/themen/​01/07/blank/key/02/01​.html

http://www.b​fs.admin.ch/bfs/porta​l/de/index/themen/01/​06/blank/key/04/01.ht​ml

http://www.bfs.​admin.ch/bfs/portal/d​e/index/themen/01/06/​blank/key/02/01.html


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