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Schweiz ohne Armee - aber Gott segne China

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Schweiz ohne Armee – aber Gott segne China

Überarbeitete Version vom 22.12.2019.

Der Titel SCHWEIZ OHNE ARMEE in der NZZ vom 10.12.2019 zu zwei Leserbriefen bringt es auf den Punkt. Die Schweiz hat keine Armee mehr. Sie hat noch 6 Kampfbataillone (2 Panzer- und 4 mechanisierte Bataillone) und 4 Artillerieabteilungen​. Glaubt man dem umfangreichen Bericht des VBS über die Bodentruppen, so hat deren veraltete Ausrüstung gegenüber einem modern ausgerüsteten Feind keine Chance. Weiter hat die Armee noch 17 Infanterie-, und zwei Grenadierbataillone. Die Infanteriebataillone sind primär zur Unterstützung der zivilen Behörden, z.B. bei Rüfenen, Bewachungsaufgaben, etc. gedacht und verfügen über keine schweren Waffen zur Panzer- und Luftabwehr oder zur Feuerunterstützung. Die Territorialdivisionen​ - früher hiessen so kleine Verbände Regiment - denen sie angehören, haben auch keine Mittel, um die Infanteriebataillone wenigsten mit Artilleriefeuer zu unterstützen. Alle grossen Verbände haben noch Unterstützungs- und Spezialtruppen, die aber nicht zum Kampf befähigt sind. (Logistik, Sanität, Genie etc.). Luftwaffe und Luftabwehr haben keine modernen, weitreichenden Mittel, um unseren Luftraum und die Bodentruppen zu schützen. Diese haben somit bis auf Weiteres gar keine Chance. Ob das gegenwärtig laufende Beschaffungsverfahren​ zu einer starken Luftwaffe und Luftabwehr führt, ist eher fraglich. Ohnehin dauert es noch viele Jahre, bis im besten Fall eine einigermassen glaubwürdige erneuerte Luftwaffe und Luftabwehr einsatzbereit sind. Bis dann kann ein nächster Krieg - in den wir von Anfang an hineingezogen werden (siehe unten) - schon vorbei sein. Auf dem modernen Schlachtfeld sind unsere Soldaten ohne eine starke eigene Präsenz im Luftraum und ohne schwere Feuermittel Kanonenfutter. Allen für uns wichtigen Generalstäben ist dieser Zustand der Armee sicher bekannt. Selbst im fernen China fragte ein befreundeter Kadermitarbeiter eines der grössten chinesischen Konzerne den Verfasser bei einem Nachtessen 2015 ganz unvermittelt: «Warum hat das reichste Land der Welt seine Armee abgeschafft?» und der indische Business Standard fing einen Artikel vom 21.02.2014 über die von ihm als einst als so stark geschilderte Schweizer Armee mit den Satz an: «Sich über die Schweiz lustig zu machen ist so leicht, dass es fast unsportlich ist».

 

Der Bundesrat hält einen Krieg und den Einbezug der Schweiz in einen solchen für unwahrscheinlich. In seinem niedlichen Kriegsbild sieht er nur den Cyberkrieg, in dem auch einige Spezialtruppen eingesetzt würden («grüne Männchen»). Mit «schweren Mittel, in Massen eingesetzt», sei nicht mehr zu rechnen. Weiter von der Sicht und den Vorbereitungen der grossen Mächte, d.h. der Realität entfernt, kann sich eine Regierung wohl nicht befinden. Die globalen Mächte verbessern und verstärken ihre zahlreichen grossen, sehr feuerkräftigen mechanisierten Verbände, denn sie wissen, dass der Entscheid am Boden gefällt wird. Selbstverständlich verfügen sie über mehrere Luftlandverbände, schlagkräftige Luftwaffen und starke Flotten. Zusätzlich werden sie im künftigen «Kampf der verbundenen Waffen» je nach Bedarf, eine ganze Reihe neuer Mittel unterhalb der nuklearen Schwelle einsetzen, und den Krieg noch vielfältiger machen, sogar «tödlicher als alle Kriege der letzten 70 Jahre», (wie der inzwischen zum höchsten Offizier der USA beförderte General Mark Milley, am 4.10.2016 meinte). Raketen aller Reichweite mit unterschiedlichsten Gefechtsköpfen, Cyber-, Weltraum-, Hyperschall-, Prompt Global Strike- , Strahlen-, vielleicht auch biologi-sche und chemische Waffen, neue Sensoren und teilweise im Weltraum stationierte Zielzuweisungsgeräte,​ Mittel der psychologischen Kriegsführung und andere, an die wir noch gar nicht denken, werden zum Einsatz kommen. Drohnen und verschiedenste automatische Waffensysteme, wie zum Beispiel die selbstgesteuerten chinesischen U-Boote ohne Mannschaft werden das Bild abrunden. Alle Mächte sind sich dessen bewusst, dass ein A-Krieg zum Ende der modernen Welt führen würde. Aber da sicher keine der heutigen Gross-mächte nach einem verlorenen Krieg eine bedingungslose Kapitulation akzeptieren, sondern dann eher doch zu Atomwaffen greifen würde, besteht die Möglichkeit, dass die Grossmächte zu einer Form des Krieges zurückfinden, die nicht die bedingungslose Kapitulation, die total Unterwerfung fordert, sondern vom Verlierer grössere Konzessionen verlangt, ihm aber ein weiteres eigenständiges Überleben und die Wahrung des Gesichts ermöglicht, vergleichbar dem Verhalten der europäischen Mächte nach dem Westfälischen Frieden (1648), der sie im Umgang miteinander für eine Weile etwas zivilisierter machte.

 

Gegenwärtig​ kann jedermann im Internet die Videofilme über die grosse russische Parade anlässlich der diesjährigen Feiern des Sieges über Hitlerdeutschland, dann den ebenfalls sehr grossen Vorbeimarsch der chinesischen Streitkräfte zur Feier des 70. Geburtstages der Volksrepublik China ansehen und sich selber ein Bild von der Masse schwerer Mittel machen, über die diese Mächte verfügen, wie die USA ja auch. Noch bemerkenswerter ist ein im September 2019 im Auftrag des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas ins Internet gestelltes, längeres sehr vielsagendes Video, das Präsident Xi Jinping beim Besuch von Truppen in ganzen Land zeigt. Er teilt dort mit, dass die Streitkräfte um 300'000 Mann verkleinert (und dann immer noch ca. 1.800'000 Männer und Frauen umfassen, der Verf.), aber auch, dass sie umfassend modernisiert und verstärkt werden. Was wir vergessen haben, wird dort gesagt: „Nur mit einer starken Armee kann ein Land wirklich sicher sein“. China ist auf dem Weg zur Weltmacht und hat offensichtlich keine Illusionen. Der Staatspräsident, der auch der Vorsitzende der Militärkommission ist, befahl jedem Soldaten, unabhängig vom Rang, die Anstrengungen auf die «Kampffähigkeit und Kriegsbereitschaft» zu konzentrieren. Alles auf die «Kriegsbereitschaft « zu konzentrieren forderte er schon bei seinem Truppenbesuch am süd-chinesischen Meer im Oktober 2018. Im Video sind die verschiedensten Truppen im scharfen Gefecht zu sehen, darunter Panzerangriffe, Landungen an einer Küste in schwimmfähigen Schützenpanzern, Gebirgs-truppen im Hochgebirge, Raketenartillerieverb​ände im scharfen Schuss, Infanterie, die durch Flammen hindurch angreift usw.

Das Video zeigt ganz klar, dass China seine Lehren aus 100 Jahren Unterwerfung durch Europa, Japan, die USA gezogen hat. Präsident Xi’s Aufrufe an die Truppen signalisieren aber auch , dass China seine Interessen notfalls militärisch durchsetzen wird. Die Fähigkeit dazu hat es schon und baut diese weiter aus. Das Video endet mit der Musik eines Symphonierochesters und Balletttänzen, während ein Chor zur Verblüffung des Verfassers singt: «GOTT SEGNE CHINA, GOTT SEGNE CHINE…. ICH BETE AUFRICHTIG, DASS GOTT CHINA SEGNE. «

Mit anderen Worten, alle grossen Mächte rüsten auf und modernisieren ihre Streitkräfte. Es ist wohl nicht jedermann bekannt, dass Russland wegen seiner Ausgrenzung durch den Westen militärisch eng mit China zusammenarbeitet. Beide Mächte führen immer wieder grosse gemeinsame Manöver durch, 2017 sogar ein gemeinsamen Scharfschiessen der chinesischen und russische Flotten im Mittelmehr und 2018 übten beide Flotten - noch im bescheidenen Umfang - in der Ostsee, quasi in unserer Nachbarschaft.

 

Von unseren Politikern, die für die Zerschlagung unserer Armee verantwortlich sind, hört man immer wieder, die Schweiz sei ja nur von Freunden umgeben. Solche Aussagen kann nur machen, wer die Realität nicht kennt oder leugnet. Selbstverständlich wird nicht irgend einer unsere Nachbarn plötzlich die Schweiz überfallen. Aber in der vorhersehbaren Zukunft ist in Europa nur ein Krieg unter den grossen Mächten denkbar. Die Schweiz mit ihrem Luftraum liegt mitten im Gebiet der NATO und verfügt über höchst leistungsfähige Nord-Süd und Ost-West Transversalen, zahlreiche sehr verletzliche Infrastrukturobjekte wie die A-Kraftwerke, die Stauseen, Kraftwerke und Schaltanlagen, die grossen Verkehrsknotenpunkte und Flughäfen und viele anderen. Dazu kommen zahlreiche Einfallstore im Grenzraum oder für Luftlandungen geeignete Gegenden, und schlussendlich eine Bevölkerung, die auch geschützt werden müsste. Aber wir können unser Land nicht mehr schützen, haben die Mittel nicht mehr für die von der Bundesverfassung geforderte «KRIEGSVERHINDERUNG».​

 

Im Kriegsfall, in dem es für die beteiligten Mächte um Sieg oder Niederlage, d.h. um alles geht, werden die USA und die NATO - fast alle unsere «Freunde» sind dort Mitglieder - sofort unseren Luftraum und Territorium für ihre Zwecke übernehmen. (Heute wird die Schweiz jährlich ja schon tausendfach von Flugzeugen der Luftwaffen der USA und NATO überflogen – mit Genehmigung der Schweiz). Dabei wird nicht die Übernahme der Schweiz das primäre Ziel sein, sondern es geht darum, unser Verkehrsnetz, Flughäfen, Territorium und Luftraum für Verschiebungen und Operationen der eigenen Luftwaffen und Verbände benützen zu können.1) Gleichzeitig soll es deren Feind verwehrt werden, unser Land in seine militärischen Pläne einzubeziehen2.) Da wir die uns im Haager Abkommen als Gegenleistung für die Anerkennung der Neutralität auferlegte Pflicht, jeder Kriegspartei die Benützung unseres Territorium notfalls gewaltsam zu verwehren, nicht mehr erfüllen können, werden diese selber ihre Interessen bei uns wahrnehmen. Die Feinde der USA/NATO, also z.B. Russland werden dann ganz legal bei uns eingreifen, z.B. unsere Flugplätze mit Raketen- oder Luftangriffen, zerstören oder mit Luftlandungen selber übernehmen. So werden sich beide Kriegsparteien auf unserem Territorium bekämpfen und wir sind im Krieg, mit all seinen Toten, Verletzten und Zerstörungen.

 

Im zweiten Weltkrieg haben alle in Westeuropa kämpfenden Mächte, einschliesslich die USA, geprüft, ob sie ihren Feind durch die Schweiz angreifen könnten oder umgekehrt, ob dieser sie selber durch unser Land angreifen könnte. Alle kamen wegen unserer Armee zu einem negativen Schluss. Im Vordergrund stand auch hier die Benützung unseres Territoriums für die militärischen Operationen der Kriegsparteien, bzw. es galt zu verhindern, dass deren Feind unser Land für seine Zwecke übernehmen könne. Die Besetzung der Schweiz um ihretwillen war nicht das zentrale Thema.

 

In den Unterlagen des Bundesrates kann man nachlesen, dass wir wenigstens für «kurze Zeit» einen Angreifer bekämpfen können sollten und dann frei wären, mit einer der Kriegsparteien zusammenzuarbeiten. Da der Bundesrat immer wieder betont, Voraussetzung für eine solche Zusammenarbeit sei die Interopera-bilität, ist es völlig offensichtlich, dass für ihn nur die Zusammenarbeit mit der NATO in Frage kommt – obschon diese wahrscheinlich als erste unser Land für ihre militärischen Zwecke benützen wird, also der Aggressor sein wird. Die Schweiz ist nur bei der Interoperabilitätspla​ttform der NATO Mitglied, und nimmt mit deren Mitgliedern an gemeinsamen Manövern und Interoperabilitätsanl​ässen teil. Das am 16./17. Februar 2016 auf Einladung des Bundesrates in Zürich eine grosse NATO-Tagung, mit 100 Offizieren vom NATO-Kommando, allen Mitgliedern und den Partnerorganisationen​ wie der Schweiz stattfand, wurde von unseren Leitmedien, wohl auf Wunsch des Bundesrates, verschwiegen. Das hat mit strikter Neutralität nichts mehr zu tun.

 

Die Menschen bei uns sind sich ganz offensichtlich nicht bewusst, dass eine neue Weltordnung im Entstehen ist und dass alle grossen Mächte um ihre zukünftige Stellung in Konkurrenz stehen. Ohne in Details zu gehen, sei daran erinnert, dass die NATO ursprünglich gegen die Sowjetunion und in der Folge auch gegen den Warschauerpakt gerichtet war. Als die Sowjetunion und damit auch dieser untergingen, und auch die russische Armee laut Sicherheitsbericht 2016 des Bundesrates einen «beispiellosen Niedergang» erlebte, hätte man annehmen können, die NATO löse sich auch auf. Aber im Gegenteil! Sie rückte militärisch immer näher an die Grenzen Russlands und nahm dabei ein ehemaliges Mitglied des Warschauerpaktes oder der ehemaligen Sowjetunion nach dem anderen auf und erhöhte damit den militärischen Druck auf Russland. Die russische politische und militärische Führung hat in den letzten Jahren mehrmals - wie Präsident Kennedy 1962, als die UdSSR auf Kuba, an der Türschwelle zu den USA, 50 Atomraketen in Stellung gebracht hatte - darauf hingewiesen, diese Bedrohung nicht akzeptieren zu können und mangels einer gütlichen Einigung militärisch dagegen vorzugehen. Nach der Aufrüstung der letzten Jahre dürfte es für solche Operationen wieder in der Lage sein.

 

China hat mit allen seinen Nachbarn bis hinunter nach Indien Grenzstreitigkeiten. Viele sind Verbündete der USA, die ihnen im Konfliktfall militärisch beistehen müssten. Dazu kommt noch die gegen Taiwan gerichtete Drohung und die von China im Südchinesischen Meer zur Durchsetzung seines territorialen Anspruch auf diese wichtigste Wasserstrasse der Welt aufgebaute militärische Präsenz. Die hier genannten Spannungen unter den Grossmächten werden ergänzt durch zahlreiche regionale und lokale Spannungen (wie z.B. die im Mittleren Osten bis zur Türkei und Iran), die leicht zu regionalen Kriegen werden könnten. Falls sich dann die Grossmächte einmischen - teilweise ist das schon der Fall - kann ohne weiteres ein globaler Krieg entstehen. Wir dürfen auch nicht übersehen, dass grossflächige, mit Gewalt verbundene Zusammenbrüchen in unserem Umfeld denkbar sind. Schliesslich sollten wir auch zur Kenntnis nehmen, dass grosse Veränderungen stattfinden, die nichts mit der Konkurrenz der Grossmächte zu tun haben, aber trotzdem zu Spannungen und Krieg führen können: Das massive Wachstum der Weltbevölkerung, der grossflächige Verlust bester landwirt-schaftlicher​ Böden (daraus folgend der weltweite Aufkauf grosser Flächen durch China und zahlreiche andere Mächte), die regionale Verknappung von Süsswasser, die Vermüllung, die Verschmutzung der Meere und Gewässer u.a. Sollte es zu einem Konflikt China-USA kommen, würde Russland wahrscheinlich die Chance wahrnehmen, die durch den Westen an seiner Grenze aufgebaute Bedrohung zu beenden. So würde Europa in einen Konflikt USA/NATO gegen Russland/ China einbezogen und die Schweiz – wie schon dargelegt – selbstverschuldet wehrlos auch.

 

Wer die Geschichte etwas kennt weiss, dass es keine Garantie gibt, dass Staaten für immer überleben. Im Gegenteil, viele einst grosse Mächte sind untergegangen oder zur Bedeutungslosigkeit abgesunken. Oft waren die damals an der Macht befindlichen Führungsschichten in die Luxusdekadenz abgerutscht, worauf ihre Staaten untergingen. Das Überleben der Staaten hängt hauptsächlich davon ab, ob sie den Realismus bewahren und ihre Hauptaufgabe – die Sicherheit gegen aussen zu garantieren – glaubwürdig wahrnehmen können. In der Schweiz mit ihrem demokratischen System ist das ganze Volk für unsere Zukunft verantwortlich. Es scheint im Wohlstand zu ertrinken und sich nicht mehr für seine langfristige Sicherheit, d.h. das Überleben des Landes, zu interessieren. Weltgeschichtlich wäre der Untergang der Schweiz unwichtig und nicht mehr als eine Randnotiz in Geschichtsbüchern wert. Aber für einen Schweizerbürger, der seinen Enkeln eine sichere Zukunft gewünscht hätte, ist diese Aussicht schmerzlich.                           ​                     ​                     ​                 

 

1)Als die Alliierten 1944 im 2. Weltkrieg lange an der deutschen Front in Frankreich stecken blieben, forderte sie Stalin auf, Deutschland aus Frankreich durch die Schweiz anzugreifen Die militärische Führung der USA prüfte das, kam aber zum Schluss, wegen des schwierigen Geländes und der kleinen aber «anerkannt effizienten Schweizer Armee» sei der Erfolg eines solchen Unternehmens «zweifelhaft» («doubtful»).                        ​                        ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                                   ​                             ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                                   ​                             ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                                   ​                             ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                     ​                  

 

2) Genau das war das Ziel des letzten deutschen Angriffsplanes vom August 1943: Wichtig sei es, den Alliierten zu gegebener Zeit jede Hoffnung zu nehmen, die Schweiz in den Bereich ihrer militärischen Spekulationen einbeziehen zu können, selbst durch einen deutschen Angriff. Die Planer schlossen die Möglichkeit aus, dass die Schweiz Deutschland angreifen könnte. Niemand habe solche «absurden Pläne», noch dürften der Schweizer Mentalität solche Absichten wie «bewaffneter Einfall in ein fremdes Land usw. unterschoben werden.» Die Alliierten seien sich dessen auch bewusst, aber würden uns vielleicht dazu zu zwingen.

 

 


Commentaires des lecteurs sur cet article

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Louis Kowal sagte December 2019

Alles korrekt. Zu behaupten dass die Schweiz geostrategisch unbedeutend ist, ist im besten Fall naiv. Spätestens wenn die Russen und Chinesen die Grenzen zu Westeuropa erreicht haben (Polen, Ungarn, Balkan), wird NATO, von Osten zurückgetrieben, gewaltsam in die Schweiz einmarschieren. Für diese Frontverhältnisse werden sie all unsere Infrastrukturen benötigen. Habt ihr schon daran gedacht, dass unsere Autobahne nicht nur für Schweizer Kampflugzeuge geeignet sind? NATO ist aber das kleinere Übel: Bei der momentane Konstellation der Grossmächte können wir uns zwar soweit aufrüsten, dass wir für die NATO uninteressant werden. Das bedeutet aber nicht, dass wir für die Feinde im Osten uninteressant sind. Die Schweiz ist geostrategisch eines der wichtigsten Gebiete Europas. Schon die Sowjet Union wollte im Kriegsfall als erste Handlung die Schweiz mit atomare Sprengköpfe dem Erdboden gleichmachen, um eine Brücke zu allen anderen Teile Europas für sich zu sichern, oder bzw zu zerstören.

Womit wir jetzt aber auch zeitgleich das Problem der Neutralität ansprechen sollten: Den Holländern und Belgiern hat die Neutralität im 2. Weltkrieg nix gebracht. Im Gegenteil, sie waren leichte Ziele für die von Macht und Gier versessene Nationen, so wie heute China. Ja, wir können jetzt aus Prinzip und traditionelle Gründen die Neutralität bewahren. Das Rezept dazu beinhaltet gar nicht mal so vielzählige Zutaten: 50 Interkontinentalraket​​en mit atomarer Sprengköpfe + unendliche Anzahl Marschflugkörpern mit biochemische Sprengköpfe. Dazu natürlich noch alle nötige konventionelle Rüstungen (mehrfach Landesweit abgedeckte Luftabwehr, mehrzählige Divisionen von mechanisierte Inf, Inf Gren und Aufklärungs Gren, Mehrere Batailionen von mobile MInenwerfer/Artilleri​e usw.)

Oder wir kommen zu Vernunft und vergessen die ganze Neutralitätsgeschicht​​e. Das Rechtsystem, die diejenigen beschützen sollten, die sich nicht selbst schützen können, funktioniert nur bis zur Landesgrenze. Ab da gilt das Recht des Stärkeren. Im Kriegsfall gilt für die sich Bekriegende nur: Entweder bist du für uns, oder gegen uns. Ein NATO Beitritt ist noch unrealistisch, da wohl niemand Schweizer Soldaten in Afghanistan oder Syrien antreffen möchte. Wenn es aber langsam warm wird um die Welt, dann ist die Zeit gekommen, sich für eine Seite zu entscheiden. Und NATO ist das geringere Übel...

Und das alles behaupte ich als konstanter SD Wähler.


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(5 Stimmen)
Jürg Wolfensperger sagte December 2019

Wiewohl man den "Verlust" an Kampfkraft bedauern kann,ist halt auch eine gewisse Frustration spürbar und Ohnmacht im Hinblick dessen,was für gewaltige Armeen,der kleinen Schweiz gegenüber stehen.Sei es der NATO - Verbund,oder eben andere Feindbilder,wie einer wieder hochgerüsteten russischen oder chinesischen Armee mit beinah unerschöpflichem Nachschub an Mensch und Material.
Was nur schon eine französische Armee mit ihrem atomaren Schutzschild bedeutet, mit kampferfahrenen Truppen,die sich ihren "Ernstfall" in Afrika" aneignen",ist für eine Schweizerische Miliz-Armee auch mit einer halben Million Armee-Angehörigen, und zusätzlichen Panzer-Brigaden,und einem valablen Kampf-Flugzeugbestand​ eine veritable Ueberforderung.Nicht umsonst hat darum eine "Anlehnung" an die NATO stattgefunden,wobei sich Kampf-Piloten sowie Offiziers-Korps gegenseitig an Erfahrungs-Austausche​n beteiligen,auch wenn das natürlich unser Neutralitäts-Prinzip "ritzt"!!Das allerdings der CH - Regierung vorzuwerfen,ist falsch,weil bei der Verdeidigungs eines Landes gewisse Regeln sowieso ausser Kraft gesetzt werden.Ich denke,dass es so,wie es ist,es nicht unbedingt gut ist,dass jedoch bei "Aufzug"von bedrohlichen Wolken am Horizont,die Verdeidigungs-Bereits​chaft relativ rasch,auf etwas breitere Füsse gestellt werden kann.Was Herr Frick "besorgt" ist das Problem aller Kleinstaaten,die sich irgendwie mit politischem Geschick,einer pragmatischen Organisation seiner Verteidigungs-Bereits​chaft ..(oder eben Anbindung an einen Verteidigungs-Verbund​) sich ihre Daseins-Berechtigung bewahren wollen.



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(9 Stimmen)
Bruno Zoller sagte December 2019

Herr Frick

Sie beginnen in Ihrem Artikel mit der Aufzählung der Bataillone des Heeres. Vom Zustand der Luftwaffe schreiben sie nichts. Dies wäre allerdings noch interessant, da Sie weiter unten im Text bei der eigentlichen Bedrohung der Schweiz hauptsächlich von feindlichen Überflügen und Besetzung von Flughäfen und ähnlichen Einrichtung schreiben. Bei dieser Bedrohungslage wäre ja vor allem die Stärke der Flugabwehr interessant.

"Der Bundesrat hält einen Krieg und den Einbezug der Schweiz in einen solchen für unwahrscheinlich."


Diese Einschätzung teile ich. Wer die Geschichte seit dem 2. Weltkrieg studiert, dem fällt auf, dass bei den meisten grossen Kriegen Amerika involviert ist. Das Imperium Amerika ist seit dem 2. Weltkrieg der weltweit grösste Agressor und er ist hinter dem Öl her. China ist wie Sie richtig schreiben auf dem Weg zur Weltmacht. Dies ist Amerika natürlich ein Dorn im Auge. Deshalb hat China keine andere Wahl als aufzurüsten.
Doch weshalb sehen Sie die Schweiz als bedroht? Sie ist umgeben von Nato Staaten. Von Portugal bis Polen, von Norwegen bis in die Türkei (mit wenigen Ausnahmen) ist alles Nato Gebiet. Angenommen es kommt wie Sie schreiben zu einem Konflikt USA / Nato gegen Russland / China. Wieso sollte Russland / China die Schweiz besetzen? Sie müssten zuerst einige Nato Staaten überfliegen / durchqueren bevor Sie die Schweiz erreichen. Und wieso sollte die Nato die Schweiz besetzen? Was soll das bringen? Die Schweiz verfügt über keine grossen Flughäfen und auch sonst über keine nennenswerten Infrastrukturen die im Kampf gegen China / Russland nützlich wären.
Überflüge wären wohl das einzige, was wir von diesem Konflikt mitbekämen (abgesehen von den wirtschaftlichen Folgen).
Die Schweiz verfügt über keine Rohstoffe (sprich über kein Öl). Dies ist ein Fluch, da wir diesbezüglich vom Ausland abhängig sind, ist jedoch auch ein Segen, da wir somit für grosse Aggressoren kein Ziel abgeben. Die Schweiz erachte ich heutzutage geopolitisch als unbedeutend. Worüber ich sehr froh bin.


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50%
(10 Stimmen)
jan eberhart sagte December 2019

In Zeiten in denen die VR China selbst von der Weltwoche und allgemein rechten Kreisen geschont oder bewundert wird, kann es ja keinen kalten Krieg geben.

Solange die Wirtschaft in China ein gutes Geschäft wittert, wird man die VR China weiter schonen.


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36%
(11 Stimmen)
Hans Forestier sagte December 2019

herr gothaer frick

genau so ist es. geschichtskenntnisse sollte ma besitzen frau graf, oder man schweige in der politik.
diese genderismus frauen muss man wieder zu ihren kindern treiben und auch an den herd zurück.


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64%
(14 Stimmen)
Ernst Jacob sagte December 2019

> Wer die Geschichte etwas kennt weiss, dass es keine Garantie gibt, dass Staaten für immer überleben.

Mag ja sein, aber wahrscheinlich wissen unsere wichtigen und gescheiten Leute einfach, dass die Schweiz sowieso bereits politisch und gesellschaftlich ein Auslaufmodel ist.Und in drei/vier Generationen von jetzt wird ein ueberwiegender Teil der CH Einwohnerschaft aus Solchen bestehen, die weder gesellschaftlich, noch konfessionell, einen Bezug mehr zu dem haben werden, was die Schweiz im 20. Jahrhundert noch war.

Wieso also dann noch eine Armee, ausser für die Sicherheit im Innern, und um auf eigene Einwohner zu schiessen, braucht es sicher keine modernen Waffen, da reicht auch ein StGw57 noch bestens dazu.

War vielleicht etwas sarkastisch, ist aber trotzdem unabänderbar.


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