Lexikon: Mindestlohn

Unter Mindestlohn versteht man den Lohn, welcher von einem Arbeitgeber nicht unterschritten werden darf und als existenzsicherndes Minimaleinkommen bezeichnet werden kann. 3'550 Brutto-Lohn werden vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund als Mindestlohn betrachtet. Dieser Mindestlohn wurde auf der Grundlage einer alleinerziehenden Person mit einem Kind berrechnet.
Mindestlöhne wehren Lohndumping ab und es wird verhindert, dass die Arbeitgeber Löhne zahlen, die zum Leben nicht reichen.
In der Schweiz besteht kein gesetzlicher Anspruch auf einen Mindestlohn. Mindestlöhne können aber über Gesamtarbeitsverträge eingeführt werden. Existieren solche Gesamtarbeitsverträge sind Arbeitgeber (innerhalb dieser Branche) verpflichtet, mindestens diesen Mindestlohn zu bezahlen. Solche Gesamtarbeitsverträge gibt es nur in wenigen Branchen.

Volkswirtschaftliche Bedeutung
Der freie Arbeitsmarkt ohne Mindestlohn funktioniert wie der freie Markt jedes anderen Produkts oder jeder anderen Dienstleistung über Angebot und Nachfrage. Dabei bestimmt gesamtwirtschaftlich, sektorenspezifisch oder auch stellenspezifisch betrachtet der Schnittpunkt der Angebotskurve und der Nachfragekurve den Gleichgewichtspreis - also den Lohn. Je höher die Nachfrage nach Arbeitskräften und je tiefer das Angebot an den gewünschten Arbeitskräften, desto höher fällt der Lohn aus. In einem wirtschaftlichen Aufschwung werden viele Arbeitskräfte benötigt bzw. nachgefragt, weshalb dann die Löhne im Schnitt steigen. Dies wird in der folgenden Abbildung verdeutlicht.



Wenn nun ein Mindestlohn eingeführt wird, der über dem Gleichgewichtslohn liegt, den der Markt bestimmt hat, dann wollen mehr Leute für den attraktiveren Lohn arbeiten. Gleichzeitig werden aber weniger Arbeitskräfte nachgefragt, da es für Arbeitgeber weniger attraktiv ist, Personen zu einem höheren Lohn einzustellen. Dies hat Folgendes zur Konsequenz. Erstens entsteht ein Angebotsüberschuss, welcher zur einer höheren Arbeitslosigkeit führt. Dies kann der untenstehenden Grafik entnommen werden. Die neue nachgefragte Menge ist geringer als die Gleichgewichtsmenge, weshalb die Arbeitslosigkeit steigt. Zweitens profitieren im Gegenzug aber jene von einem höheren Lohn, die weiterhin ihre Stelle behalten.


 

Siehe auch
Weblinks / Quellen
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Artikel wurde am 02.04.2012 aktualisiert


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