Lexikon: Binnenmarkt

Ein Binnenmarkt ist ein Wirtschaftsraum in dem alle Produktionsfaktoren also Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen frei verkehren bzw. gehandelt werden können.

Geltungsbereich des Binnenmarkts
In den meisten Fällen besteht ein Binnenmarkt aus einem einzigen Land wie z.B. der Schweiz, Japan oder den USA. Durch Abkommen kann aber auch ein Binnenmarkt zwischen mehreren Ländern entstehen. Beispiele dafür sind der EWR oder der Mercosur (Lateinamerika).

Gesetzliche Regelungen
Innerhalb eines Binnenmarkts gibt es folglich weder Zölle noch andere Handelsbeschränkungen. Im Verkehr mit anderen Binnenmärkten bzw. Wirtschaftsräumen sowie mit einzelnen Staaten, die nicht Mitglied des Binnenmarkts sind, können aber trotzdem Zölle erhoben und andere Beschränkungen aufrechterhalten werden. Allerdings sind diese für den ganzen Binnenmarkt einheitlich. Damit ein Binnenmarkt funktionieren kann, braucht es immer auch eine gewisse Vereinheitlichung der rechtlichen Bestimmungen z.B. bezüglich der Marktzutrittsbestimmungen. In der Schweiz werden die wichtigsten dieser Aspekte im Bundesgesetz über den Binnenmarkt (Binnenmarktgesetz) geregelt.

Gemeinsame Währung
Um den Handel innerhalb des Binnenmarktes zu vereinfachen, führen fast alle Binnenmärkte eine einheitliche Währung ein. Im Binnenmarkt Schweiz ist die Währung z.B. der Franken und im Binnenmarkt der EU ist es der Euro. Wenn sich mehrere Länder zu einem Binnenmarkt zusammenschliessen (Beispiel EU) und eine gemeinsame Währung verwenden, spricht man von einer Währungsunion.

Folgen einer Einführung eines Binnenmarktes
  • Da es mehr Unternehmen auf dem Markt gibt verstärkt sich der Wettbewerb und der Preisdruck nimmt zu.

  • Es gibt ein tendenziell breiteres Angebot an Waren und Dienstleistungen.

  • Importe (aus den vormals getrennten Wirtschaftsräumen) werden tendenziell günstiger, da allfällige Zölle und administrativer Aufwand wegfallen.

  • Für die Arbeitnehmer wird es einfacher sich innerhalb des Binnenmarktes niederzulassen, weshalb die Mobilität auf dem Arbeitsmarkt steigt.

  • Die Preisniveaus der vorher getrennten Wirtschaftsräume werden sich mittel- bis langfristig angleichen, was je nach Ausgangspunkt zu höheren oder tieferen Preisen führen kann.

  • Ebenfalls mittel- bis langfristig angeleichen werden sich die Löhne und Zinsen, was auch je nach Ausgangsniveau für die einzelnen Wirtschaftsräume zu sinkenden oder steigenden Löhnen bzw. Zinsen führen kann.
Der Binnenmarkt und die Währungsunion sind Fortsetzungen des Freihandels, bei dem lediglich Waren und Dienstleistungen zwischen Ländern frei bewegt werden dürfen - nicht aber zwingend alle Produktionsfaktoren.

 

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Artikel wurde am 02.08.2017 aktualisiert


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