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Lexikon: Zertifikatehandel

Der Zertifikatehandel entspricht dem Handel mit Emissionsrechten für Umweltverschmutzungen. Emissionsrechte sind Zertifikate, die dem Besitzer erlauben, eine gewisse Menge an Schadstoffen (Emissionen) in die Umwelt abzugeben.

In der Praxis beschränkt sich diese Methode bisher auf Zertifikate von sogenannten CO2-Emissionsrechten. Dahinter steht die 1997 im Kyoto Protokoll, einem internationalen Klimaabkommen, getroffene Vereinbarung zur Senkung der weltweiten CO2-Emissionen.

Beim Zertifikatehandel wird jedem Teilnehmerland gemäss den Zielvereinbarungen ein maximaler CO2-Emissionswert zugeteilt. Dieser Wert kann in Zertifikate zerteilt werden. Ein Zertifikat erlaubt dem Besitzer eine Tonne CO2 auszustossen. Diese Zertifikate werden nun gehandelt. Ein Land, das gemäss seiner Zielvereinbarung z.B. 5 Tonnen CO2 ausstossen darf, besitzt 5 Zertifikate, mit denen es Handel treiben kann. Wenn das Land im Jahr 5 Tonnen CO2 ausstösst, kann es seine Zertifikate nicht handeln, da das Land diese selbst aufbraucht. Wird im Land aber nur 3 Tonnen CO2 ausgestossen, kann es 2 Zertifikate an andere Länder verkaufen. Kann das Land seine CO2-Werte nicht unter 7 Tonnen senken, muss es irgendwoher zwei Zertifikate kaufen.

Schweizer Unternehmen können sich dem Staat gegenüber verpflichten, nur eine begrenzte Menge CO2 auszustossen. Im Gegenzug müssen sie keine CO2-Abgabe leisten. Falls sie aber mehr als die vereinbarte Zielmenge ausstossen, müssen sie die CO2-Abgabe nachbezahlen.

Hinter dem Zertifikatehandel steckt der Gedanke, dass die Vermeidung von CO2 nicht überall gleich teuer ist. Eine moderne Fabrik in der Schweiz wird beispielsweise nur mit viel grösseren Investitionen die gleiche Menge CO2 zusätzlich einsparen können als eine 30 jährige Fabrik in einem ärmeren Land. Es spielt jedoch weltweit gesehen keine Rolle, ob der CO2-Ausstoss in der Schweiz oder anderswo stattfindet. Daraus abgeleitet sollten die Investitionen in CO2-Einsparungen immer dort getätigt werden, wo sie pro investierten Schweizer Franken am meisten Wirkung zeigen. Volkswirtschaftlich entspricht dies dem Emittenten mit den tiefsten Grenzkosten der Emissionsvermeidung.

 

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Artikel wurde am 30.12.2011 aktualisiert


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