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Gesundheitswesen
Fehlanreize im Gesundheitssystem

Das Schweizer Gesundheitswesen gehört bereits zu den teuersten weltweit. Die insgesamt sehr hohen und stetig wachsenden Kosten lassen sich im internationalen Vergleich nicht nur durch die steigende Qualität erklären. Ein Teil des Kostenwachstums geht auch auf die Organisation der obligatorischen Grundversicherung zurück. Nach einem Überblick über die Kostenentwicklung der letzten Jahre erläutert der Text die verschiedenen Fehlanreize im Schweizer Gesundheitssystem und zeigt mögliche Lösungen für die einzelnen Probleme auf.

Schweizer Gesundheitswesen

Die Kosten im Schweizer Gesundheitswesen steigen. Die Gründe für diese Kostenentwicklung sind vielfältig und nicht auf einen einzelnen Faktor zurückzuführen.

Kostenentwicklung

Die Gesundheitskosten sind zwischen 1995 und 2010 schneller gewachsen als die Schweizer Wirtschaft. Während das Bruttoinlandprodukt (BIP) in diesem Zeitraum um 50% gestiegen ist, haben sich die Gesundheitskosten um 75% erhöht. Abbildung 1 zeigt diese Entwicklung. Mehr Informationen dazu finden Sie im Text „Steigende Kosten des Gesundheitssystems“.



Abb. 1: Entwicklung der Kosten im Gesundheitswesen und des Bruttoinlandproduktes. Quelle: BFS

Als Folge davon hat sich der Anteil der Gesundheitskosten am BIP erhöht. Im Jahr 2010 betrugen die Gesundheitskosten 10.9% des BIP. Bei Ländern mit qualitativ vergleichbarem Gesundheitswesen liegt diese Quote allerdings auf einem ähnlichen Niveau. Ein steigender Anteil deutet darauf hin, dass im Gesundheitswesen weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. Im Gegenzug bedeutet dies, dass die Gesundheitskosten einen immer grösseren Teil des eigenen Einkommens verbrauchen. Die hohen Kosten des Schweizer Gesundheitswesens zeigen sich auch im internationalen Vergleich. Mit jährlich 5‘496 CHF pro Kopf bezahlen Schweizer am drittmeisten für ihr Gesundheitswesen unter allen OECD-Ländern. Mehr bezahlt man nur in Norwegen (5‘619 CHF) und den USA (8‘586 CHF). Weitere Informationen dazu finden Sie im Text „Kosten des Gesundheitswesen – ein internationaler Vergleich“. Für die Kostenentwicklung gibt es verschiedene Gründe. Einige davon sollen nun kurz vorgestellt werden.

Gründe für die hohen Kosten

Ein Grund für die relativ hohen Kosten ist die Qualität des Gesundheitswesens. Die Schweiz besitzt nicht nur ein teures sondern auch ein qualitativ hochstehendes Gesundheitswesen. Gesundheit ist nicht direkt messbar und so kann man die Qualität eines Gesundheitswesens schwer vergleichen. Man verwendet deshalb für die Bewertung der Gesundheit verschiedene Grössen wie beispielsweise die Lebenserwartung oder die Zugänglichkeit zu Gesundheitsleistungen für die Bevölkerung. Dabei befindet sich die Schweiz in der Spitzengruppe. Die Unterschiede zwischen den vordersten Rängen sind aber eher klein und darunter finden sich auch Länder (z.B. Schweden) mit geringeren Ausgaben für die Gesundheit als in der Schweiz.

Ein weiterer Grund ist der demografische Wandel, also die alternde Bevölkerung. Dieses Problem gibt es jedoch nicht nur in der Schweiz, sondern es ist in vielen Industrieländern verbreitet.

Ein Teil der Kosten wird durch die Politik ausgelöst. Da alle Schweizer direkt betroffen sind, ist es oft schwer, Lösungen in der Gesundheitspolitik zu finden. Schnell gehen Sparanreize verloren, denn Einsparungen ziehen fast zwangsläufig Einschränkungen mit sich. Dies wollen Politiker bei der Gesundheit meist vermeiden. So werden eher Leistungen und Mengen ausgebaut, was die Ausgaben steigert und nicht senkt.

Auch die Kantonsstruktur erklärt einen Teil der Kosten. Die Schweiz besitzt eigentlich nicht nur ein nationales Gesundheitswesen sondern 26 kantonale. Die hohe Souveränität der Kantone im Gesundheitsbereich erhöht die Kosten.

Schlussendlich wirken sich auch die gesetzlichen Regelungen auf die Kosten aus. In der Schweiz gibt es heute viele Anreize, die die Menge an nachgefragten und angebotenen Gesundheitsleistungen steigern. Diese Anreize bezeichnet man als Fehlanreize. Im Gesundheitswesen reagieren die Preise nicht auf Angebot und Nachfrage sondern sie sind reguliert. Bei solchen fixen Preisen führt eine grössere Menge automatisch zu höheren Kosten. Von einem Fehlanreiz kann aber auch gesprochen werden, wenn für Versicherungen gesunde Neukunden am attraktivsten sind.

Der Text geht nun genauer auf die im Schweizer System enthaltenen Fehlanreize ein und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. Er berücksichtigt dabei nur die obligatorische Grundversicherung. Einige der aufgezeigten Fehlanreize können aber auch auf die Zusatzversicherungen übertragen werden. Grundsätzlich haben sowohl die Nachfrager wie auch die Anbieter von Gesundheitsleistungen bestimmte Fehlanreize. Allfällige Lösungen können mit weitreichenden Änderungen verbunden sein. Es entstehen immer wieder Spannungsfelder und man muss Vor- und Nachteile abwägen. Verkompliziert wird dies dadurch, dass oft schwer messbar ist, in welchem Ausmass sich ein bestimmter Fehlanreiz auswirkt.

Fehlanreize auf der Nachfrageseite

Auf der Nachfrageseite des Gesundheitsmarktes steht der Konsument von Gesundheitsleistungen. Von der Nachfrageseite erhöht sich die Menge über Moral Hazard, Prämienverbilligungen und künstlich geschaffenes Angebot.

Moral Hazard

Ist man gegen ein Risiko versichert, verhält man sich oftmals anders, als wenn man diese Versicherung nicht hätte. Diese Verhaltensänderung fasst man unter dem Begriff Moral Hazard zusammen. Sobald jemand krankenversichert ist, verhält er sich risikoreicher und fragt mehr Leistungen nach.

Im Schweizer System beeinflussen die Franchise und der Selbstbehalt dieses Verhalten. Die Kosten von Gesundheitsleistungen bis zur Höhe der Franchise bezahlt man selbst. Sobald die Franchise erreicht ist, bezahlt man nur noch einen Selbstbehalt von 10% an die weiteren Kosten. Den Rest übernimmt die Versicherung. Pro Jahr muss man maximal einen Selbstbehalt von 700 CHF bezahlen. Ist diese Grenze erreicht, gehen sämtliche Kosten zulasten der Versicherung. Erreicht man also eine oder beide dieser Schranken, werden die weiteren Leistungen günstiger. Den Grossteil der Kosten übernimmt ab da die Versicherung und so werden mehr Leistungen nachgefragt. Es ist somit möglich, dass ein Patient Leistungen nachfragt, die nicht unbedingt notwendig sind.

Solange eine Versicherung vorhanden ist, lässt sich dieser Fehlanreiz nicht vermeiden. Man kann ihn aber durch eine Erhöhung der möglichen Franchisen oder eine höheren Selbstbeteiligung einschränken. Im Gegenzug ist mit dieser Lösung der Patienten schlechter versichert. Weil er einen grösseren Teil selber bezahlen muss, kann er sich weniger leisten. Falls jemand besonders wenig Geld zur Verfügung hat, kann er womöglich medizinisch notwendige Behandlungen nicht mehr bezahlen.

Eine andere Lösung ist ein Bonus-Malus-System. Verhält sich also jemand gesundheitsschädigend, müsste er mehr für die Versicherung bezahlen. Gesundheit förderndes Verhalten würde hingegen mit einer tieferen Prämie belohnt. Ein solches System kann jedoch als diskriminierend empfunden werden.

Prämienverbilligungen

Personen mit einem tiefen Einkommen haben den Anspruch auf verbilligte Krankenkassenprämien. Diese Prämienverbilligungen erhöhen in einem gewissen Sinne ihr Einkommen. Die betroffenen Leute beziehen dadurch mehr Gesundheitsleistungen, als sie sich sonst leisten würden oder könnten.

Man kann diesen Effekt einschränken, indem man die Prämienverbilligung aufhebt oder reduziert. Diese Lösung beschneidet aber einen Teil der heutigen Solidarität im Gesundheitswesen. Ohne Prämienverbilligung könnten viele Leute ihre Prämien nur noch schwer oder gar nicht mehr bezahlen. Es wäre somit wohl nicht möglich, für alle den gleichen Zugang zu Gesundheitsleistungen im obligatorischen Bereich im heutigen Masse aufrechtzuhalten.

Künstlich geschaffenes Angebot

Patienten wünschen sich im Allgemeinen eine möglichst gute Gesundheit. Als Folge der Moral Hazard Problematik fragen sie deshalb auch Gesundheitsleistungen nach, die über das medizinisch Notwendige hinausgehen. So werden die Anbieter künstlich angereizt, immer mehr Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Im Jahr 2000 wurden diese Kosten in der Schweiz auf 2.5 Milliarden Franken geschätzt.

Lösen könnte man dieses Problem durch eine stärkere Beschränkung der gedeckten Leistungen. D.h. im Gesetz müsste klarer definiert sein, was notwendige und somit gedeckte Leistungen sind. Dies würde jedoch auf Kosten der Patientenzufriedenheit und evtl. der Gesundheit gehen. Gewisse gewünschte Leistungen würden nicht mehr konsumiert werden, da man sie selbst bezahlen müsste.

Fehlanreize auf der Angebotsseite

Auf der Angebotsseite des Gesundheitsmarktes stehen die Leistungserbringer (z.B. Ärzte, Spitäler) und die Versicherungen. Die Angebotsseite erhöht die Menge an Gesundheitsleistungen über Moral Hazard, künstliche geschaffene Nachfrage, die Art der Kostenabrechnung und Risikoselektion.

Künstlich geschaffene Nachfrage

Zwischen dem Arzt und Patient besteht eine Informationslücke, die zu einer erhöhten Nachfrage führt. Zum einen kann der Patient bei verschiedenen zur Auswahl stehenden Behandlungen kaum selbst entscheiden, was das Beste für ihn wäre. Zum andern weiss der Arzt nicht, wie sich der Patient entscheiden würde, falls dieser über das gleiche medizinische Wissen verfügen würde. Deshalb hat ein Leistungserbringer den Anreiz, mehr Behandlungen durchzuführen, als der Patient selbst wählen würde.

Entschärfen könnte man dieses Problem beispielsweise mit einer Budgetbeschränkung für Ärzte oder Ärztegruppen. Dieser Ansatz funktioniert aber nur, wenn sich auch Leute mit hohen Gesundheitskosten für ein solches Modell entscheiden. D.h. entweder müsste es direkt für alle gelten oder man müsste es für diese Patienten attraktiv machen (z.B. über einen tieferen Selbstbehalt). Zudem ist es möglich, dass die Qualität durch solche Modelle sinkt, weil man dann zu sehr auf tiefe Kosten fokussiert ist.

Kostenabrechnung

Heute werden die Leistungserbringer für die einzelnen Gesundheitsleistungen entschädigt. Weil es heute über den Preis keine negativen Auswirkungen gibt, wenn man zu viel anbietet, vergrössert sich die Anzahl der Leistungen.

Lösen könnte man dieses Problem, indem man statt für einzelne Leistungen, für den Behandlungsprozess als Ganzes bezahlen würde. Dazu würden sich beispielweise Ärztenetzwerke eignen, die die gesamte Behandlung organisieren können. Es klappt aber nur, wenn ein längerer Behandlungsprozess nicht automatisch zu mehr Einnahmen für das Netzwerk führt. Bei Spitälern hat mit der neuen Spitalfinanzierung über die Diagnosis Related Groups (DRG) ein ähnliches System Einzug gehalten. Je nach Krankheiten werden die Patienten in eine bestimmte Gruppe eingeteilt. Das Spital erhält dann für jede dieser Gruppen von Patienten eine festgesetzte Pauschale als Bezahlung des Spitalaufenthalts. Gegen solche Systeme wird eingewendet, dass sie den Kostendruck einseitig auf die Ärzte und Spitäler abwälzen.

Moral Hazard

Eine Versicherung ändert auch das Verhalten der Ärzte. Weil die Anbieter wissen, dass die Leute versichert sind, verschreiben sie mehr Leistungen. Für die Patienten entstehen aufgrund der Versicherung keine grossen Mehrkosten. Zum einen kann sich ein Arzt so relativ günstig absichern, genügend getan zu haben. Zum andern gibt es für ihn keinen Anreiz Leistungen abzulehnen, die er nur auf Wunsch des Patienten durchführen würde.

Wie auf der Nachfrageseite entsteht dieses Problem sobald jemand versichert ist. Lösen könnte man es ähnlich wie bei der Kostenabrechnung (siehe oben) erläutert.

Risikoselektion

Die Prämie, die eine Versicherung anbietet, hängt davon ab, wie krank die Versicherten sind und wie wahrscheinlich sie kränker werden. Verliert eine Versicherung gesunde Versicherte („gute Risiken“), steigen die durchschnittlichen Kosten pro Versicherten. Um dies auszugleichen muss die Versicherung höhere Prämien verlangen und wird noch unattraktiver. Deshalb machen die Versicherer „Jagd auf gute Risiken“. Diese Jagd erhöht die Kosten der Krankenkasse und kann sich auf die Prämienhöhe auswirken, ohne dass sich bei den Leistungen etwas ändert.

Bekämpfen kann man dieses Problem, indem die Krankenkassen für ihre Risiken einen Preis bezahlen. Dies geschieht heute bereits über den Risikoausgleich. Über die Faktoren Alter, Geschlecht und Aufenthalt in einem Spital oder Pflegeheim im Vorjahr wird die Risikostruktur einer Krankenkasse bewertet. Kassen mit guten Risiken müssen denjenigen mit schlechten Risiken eine Entschädigung zahlen. Die Wirkung des Risikoausgleiches ist momentan noch zu klein. Der Risikoausgleich wird wirksamer, wenn man die berücksichtigten Faktoren ergänzt. Bspw. könnten die in der Vergangenheit bezogenen Leistungen stärker miteinbezogen werden.

Eine andere Möglichkeit wäre die Einführung einer Einheitskasse. Die Risikoselektion würde dadurch wegfallen. Diese Lösung würde aber weitreichende Änderungen auslösen und nicht nur die Risikoselektion betreffen.

Fazit

Die Kosten für das Gesundheitssystem werden auch weiterhin wachsen. Die aufgezeigten Fehlanreize betreffen einen Teil dieses Kostenwachstums und könnten wirksamer bekämpft werden als heute. Grundproblem der möglichen Lösungen ist, dass es meistens Zielkonflikte gibt. Mehr vom einen bedeutet fast automatisch weniger vom anderen. Befürwortet man beispielsweise einen höheren Selbstbehalt oder gewichtet man den Versicherungsschutz höher? Dahinter steht die Frage, wie viel die Gesellschaft und wie viel der Einzelne tragen soll. Die Lösungen bedingen, dass man sich mit diesen Grundsatzfragen auseinandersetzt.


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Zusammenfassung

Zwischen 1995 und 2010 sind die Kos­ten im Schwei­zer Ge­sund­heits­we­sen schnel­ler ge­wach­sen als die Wirt­schaft. Neben der hohen Qua­li­tät und der al­tern­den Be­völ­ke­rung sind auch kan­to­nale Struk­tu­ren, die Po­li­tik und Fehl­an­reize Gründe für die hohen Kos­ten. Die Fehl­an­reize im Ge­sund­heits­markt füh­ren dazu, dass zu viele Leis­tun­gen kon­su­miert wer­den und sich somit auch die Kos­ten er­hö­hen. Für die ein­zel­nen Fehl­an­reize gibt es ver­schie­dene ei­gent­lich be­kannte Lö­sungs­mög­lich­kei­ten. Diese be­din­gen aber teil­weise weit­rei­chende Än­de­run­gen und es ent­ste­hen grosse Span­nungs­fel­der. Die meis­ten Lö­sun­gen für die Fehl­an­reize sind des­halb mit einem schwie­ri­gen Ab­wä­gen zwi­schen Vor- und Nach­teil der Aus­wir­kun­gen ver­bun­den. Damit dies mög­lich ist, muss man sich mit ei­ni­gen Grund­satz­fra­gen aus­ein­an­der­set­zen. Wie viel soll bei­spiels­weise die Ge­sell­schaft und wie viel der Ein­zelne tragen?

Kommentare von Lesern zum Artikel

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100%
(1 Stimme)
Anton Egger sagte July 2014

Die Bezeichung "Gesundheitswesen" ist falsch es sollte "Krankheitswesen" heissen, wiel dieses Krankheitswesen die Probleme nicht löst sondern nur Symptone bekämpft und das noch mit untauglichen Mitteln, wie zB: Chemotheraphie, bestrahlen, Antibiotika, welche nun ausgedient haben und noch diverse andere Gifte. Die kranken Menschen sollten ganzheitlich untersucht werden und dann sollte zuerst das Problem gelöst werden und dann vielleicht noch eine Behandlung gemacht werden. Zudem sollten die Bürger in gesunder Ernährung geschult werden, somit könnte dieser junk food Abfall entsorgt werden und ein gross Teil der Krankheiten gäbe es gar nicht mehr. Diverse Umwelt Einflüsse müssen dringend geändert werden, wie: Mikrowellen- und Atom-Strahlung und vor allem Umwelt Gifte in der Nahrung und im Wasser.


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60%
(5 Stimmen)
samuel schmid sagte May 2013

wie viel kostet die krankenkassen die lobbisten in bern und politik? 40%?


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25%
(4 Stimmen)
Hamilkar Ammann sagte April 2013

Ich berufe mich auf Michael Moore s Film Sicko als Quellenangabe. Schafft die Krankenkassen ab! Das Gesundheitswesen wird verstaatlicht, Ärzte und Co werden vom Staat angestellt und bekommen ein gesichertes und geregeltes Gehalt. Der Arztbesuch wird GRATIS! Finanziert wird das ganze über unsere Steuern. Es leben knapp 8 Mio Menschen in der Schweiz. Wenn jeder jährlich 100sFr mehr Steuern bezahlt ergibt das 800 Mio sFr bei momentanen knapp 70 Mio sFr Gesundheitswesenkoste​n... Es funktioniert in Frankreich, England und Kuba. Zudem bezahlt man in England eine Gebühr von 6.65 Pfund in der Apotheke, egal für welches oder welche Grösse der Medikamente. Unter 16 jährige und über 60 jährige sind von der Gebühr befreit. Ich bin Gesundheitlich auf ein Medikament angewiesen, welches für 45 Tage reicht, Kostenpunkt pro Schachtel knapp 100 sFr...
Die IV kann sogar Geld sparen! Keine Kosten mehr in der Ergänzungsleistung für Krankenkassen, dafür könnt ihr die Minimalgrundrente erhöhen damit wir auch ein bisschen Leben dürfen!!

Ich denke ein Arzt würde auch für "nur" 750 000 anstatt 1 000 000 arbeiten. Im Grunde sollte KEIN Arzt für den Wunsch Geld zu verdienen arbeiten sondern mit dem Wunsch Menschen zu helfen.

Dies ist ein Denkanstoss, ich habe keine genauen Fakten oder Zahlen. Ich überlasse es euch dies auszuarbeiten. Meiner Meinung nach sollte das Gut Gesundheit nicht zwischen Arm oder Reich unterscheiden! Es werden alle bestmöglich und GLEICH behandelt.


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67%
(9 Stimmen)
Roland Steiner sagte October 2012

Im Gesundheitswesen gibt es viele Vorschläge die eine Verbesserung bringen sollen. Leider muss ich aber feststellen, dass die meisten Vorschläge nichts zu einer Kostenreduktion beitragen. Es geht meist nur darum, die Kosten anders zu verteilen. Das Gesundheitswesen ist in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Die Anzahl der Behandlungsmethoden ist angestiegen. Auch schreitet die Technisierung immer mehr fort. Dies bedeutet, dass jedes Spital immer mehr und kostenintensiver nachrüsten muss, um mit der Entwicklung Schritt zu halten. Leider führt dies aber dazu, dass diese Gerätschaften und das dazu notwendige Personal vielerorts nicht mehr effizient genutzt werden.

Somit gilt es für die kleine Schweiz als erstes, im Bereich des Gesundheitswesens, vom Föderalismus wegzukommen. Grundsätzlich bin ich ein grosser Befürworter des Föderalismus. Aber im Bereich der Gesundheitsversorgung​ muss ein Umdenken stattfinden.

Danac​h müssen Profizentren für die unterschiedlichen Krankheiten und Gebrechen geschaffen werden. Dies bedeutet, dass die Anzahl der Spitäler in der Schweiz von über 300 auf etwa 50- 60 Spitäler reduziert werden könnte. Z.B. würde ein Zentrum für Herztransplantationen​ und Herzproblem reichen. Dadurch würde es in der Schweiz ein Spital geben, in dem die Infrastruktur und auch das Personal und die Ärzte auf diese Art von Krankheit spezialisiert wäre und auch die entsprechende Erfahrung hätte. 3 Zentren wie jetzt sind zu viel und die Zahl der Transplantationen reicht nicht aus um die Ärzteteams genügend Erfahrung sammeln zu lassen.
In diesen Zentren werden somit alle planbaren grösseren Eingriffe und die Weiterversorgung von grösseren Notfällen durchgeführt.

Natü​rlich verschwinden die anderen Spitäler nicht, oder mindestens nicht alle. Ein Teil wird umgenutzt und in Notfallstationen umgebaut. In diesen könnten z.B. Hausärzte Zentrumspraxen mit einer gemeinsamen Infrastruktur bilden. Diese könnten auch gleichzeitig den Notfalldienst für die entsprechenden Regionen oder Gebiete übernehmen. Diese Notfallstationen sollten es jedem gesammtschweizerisch ermöglichen, innert nützlicher Frist, Ärztliche Hilfe zu bekommen. Solch ein System würde auch wieder die Aufgaben der Hausärzte aufwerten und diesen Bereich wieder attraktiver machen.

Natürlich braucht es nicht so viele Notfallzentren. Aber wir stehen mit der Überalterung der Bevölkerung in der Schweiz vor einer neuen Herausforderung. Die restlichen frei werdenden Spitäler könnten z.B. zu Alterszentren für pflegeintensive Pensionäre umgebaut werden. Auch das frei werdende Personal könnte in diesem Bereich eine neue Aufgabe finden.

Das Gute an meinem Vorschlag ist, dass sich durch die Spezialisierung die Qualität des schweizerischen Gesundheitssystems verbessern würde. Zusätzlich werden die bestehenden Ressourcen durch Umnutzung weiter verwendet.




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81%
(16 Stimmen)
Thea M. HEFTI sagte October 2012

So lange Krankenkassen noch CH-Sportstadien finanzieren können, geht es ihnen nicht schlecht. Viele KK haben eigene Mitgliederzeitung = liesse sich elektronisch versenden, statt auf Papier. Kostenreduktion z.B. nur alle 2-3 Monate eine Zeitschrift. Werden eh kaum gelesen bei der heutigen unverant-wortlichen Papierflut. Dass jeder Asylant vom ersten Tag an KK-versichert wird ist Luxus, den sich andere Länder nicht leisten. Kein Wunder steigen die Kosten ins Unbezahlbare, weil 'alte Zöpfe' auch bei KK weiter gepflegt werden. Man entlässt z.T. langj. Sozialversicherungs-F​achleute mit 52 Jahren, stellt junge Hochschulabgänger ohne Kenntnisse der Materie ein. Solche Fehler leisten sich einige KK auf Kosten ihrer Versicherten. Da müsste hart eingegriffen werden mit einem begrenzten Budget und mehr Kostenbewusstsein. Nicht die 'Alten' kosten viel, die Psychiatrie-Kliniken sind voll von jungen Leuten, die hohe Kosten verursachen, weil sie mit Medikamenten vollgepropft werden, anstatt sie richtig zu 'entgiften'.
So lange wir selbst keine Missstände aufdecken,werden wir die Kosten mitteagen müssen.


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81%
(16 Stimmen)
Mirosch Gerber sagte October 2012

gut recherchiert, viel Text, viele Zahlen aber kaum konkrete Beispiele.

Die kann ich ihnen gerne liefern:

Nehmen wir den ersten Satz:
"Ein Grund für die relativ hohen Kosten ist die Qualität des Gesundheitswesens"

Das ist falsch, wir nehmen an das durch (völlig überteuerte) Massnahmen, die Qualität gesteigert werden kann.
Ich bin durch einen Unfall auf medizinisches Material angewiesen. Eigentlich könnte man das Material 100x wieder verwenden ohne nennenswerte Einbussen. Das darf ich aber nicht. Die Ärzte, Hersteller und Versicherung verlangen dass ich neues Material nehme, da Komplikationen drohen könnten.(das tun sie aber auch sonst, wenn ich neues Material nehme). Die Konsequenz ist das ich für über 10'000 Franken Material im Jahr verbrauchen muss, wo es auch für 100.- ginge....

Das nenne ich Verschwendung, und das hat nichts mehr mit Qualität zu tun.

Das Problem ist nun: es hat ausser den Prämienzahlern niemand Interesse dass es besser wird. Wieso auch, die Zulieferindustrie verdient Geld, die Ärzte, Apotheken auch und die Versicherungen am Schluss auch, denn sie geben die Kosten nur weiter natürlich mit Gewinn und Verwaltungsaufschlag.​

Beispiel Gewinn Berechnung eine Versicherung: Was tönt besser?
A Versicherung Jahreskosten 2500 Franken, Verwaltungkosten 10%
B Versicherung Jahreskosten 1000.- Franken, Verwaltungskosten 20%

Doch die Versicherung A oder? sind ja nur 10% Verwaltungskosten. In absoluten Zahlen macht die Versicherung mit den halben Verwaltungskostenansä​tzen im Fall A 50 Franken mehr Verwaltungs-Umsatz als bei Fall B

So haben auch die Versicherer gar kein Interesse daran dass die Kosten sinken, sie können so reduzierte Verwaltungsansätze perfekt verstecken...

Ich könnte noch X solche selbst erlebten Beispiele aufzählen..

Das Ganze ist ein Drama, und es braucht wohl irgendwann einen grossen Chlapf der das ganze irrgelaufene System wieder in den Bereich des gesunden Menschenverstandes rückt. Auf die Dauer werden wir das nicht mehr bezahlen können....

Es hat in diesem Land offenbar niemand den Mut um das heisse Eisen anzufassen und aufzuräumen. Hoffentlich wird das heisse Eisen nicht so heiss, dass die Hütte drum rum auch noch abbrennt... (in Anlehnung der sozialen Unruhen die drohen wenn die Medizin in 2 Klassengesellschaften​ mutiert..)







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79%
(14 Stimmen)
Paul Brunner sagte October 2012

Ja, die Gesundheitskosten und damit die Prämien steigen kontinuierlich, aber niemand stört sich an den steigenden Verwaltungs- oder Betriebskosten der Krankenkassen.
www.transparenza.ch​ zeigt von rund 70 Krankenkassen die ihren Mitgliedern im jährlichen Geschäftsbericht publizierten Zahlen und stellt diese, in benutzerfreundlicher Art und Weise, den Zahlen anderer Krankenkassen gegenüber. Man kann sich dort leicht ein Bild machen, welche Krankenkassen ihre Mitglieder detailliert oder nur oberflächlich orientieren. Man erhält dort, zumindest von jenen Krankenkassen, die ihre Mitglieder detailliert orientieren, Einblick in die jährlichen Vergütungen an den Verwaltungs- oder Stiftungsrat, die Entschädigungen an die Geschäftsleitung, die Verwaltungskosten gesamthaft, pro Mitglied, pro Mitarbeiter, im prozentualen Verhältnis zu den Prämieneinnahmen, die Kosten für Informatik und Marketing/Werbung, die Personalaufwendungen gesamthaft und pro Mitarbeiter. Jedes Krankenkassen-Mitglie​d hat Anrecht auf eine transparente Orientierung bezüglich Einnahmen, Ausgaben und Verwaltungskosten seiner Krankenkasse.
Die vom Bundesamt für Gesundheit publizierten Aufsichtsdaten der obligatorischen Krankenpflege-Versich​erungen (OKP) zeigen lediglich die von den Krankenkassen gemeldeten Zahlen der Sparte OKP und nicht die ganzheitlichen Zahlen einer Krankenkasse. Es ist den Krankenkassen freigestellt, wie sie ihre Gesamt-Verwaltungskos​ten auf die einzelnen Sparten (OKP, Zusatzversicherung, Unfallversicherung, Taggeldversicherung)a​ufteilen. Damit ist es möglich, dass bei einer Krankenkasse der prozentuale Anteil der Verwaltungskosten bei der OKP z.B. nur 4.9384% beträgt, dafür bei der Zusatzversicherung 20,4191%. Krankenkassen nahestehende Organisationen und Verbände, auch einzelne Politiker und weitere Interessenvertreter, benützen diese angeblich tiefen Verwaltungskosten der OKP daher gerne für ihre Zwecke, um in der Öffentlichkeit und bei den Versicherten ja nicht den Gedanken keimen zu lassen, man könnte mit weniger Krankenkassen oder einer Einheitskasse Verwaltungskosten sparen. Transparenza fordert, dass die Krankenkassen in ihrem Geschäftsbericht die Verwaltungskosten einerseits detaillierter präsentieren müssen, d.h. mindestens die Gesamt-Entschädigung für Verwaltungs-/Stiftung​srat mit Anzahl Mitglieder, die Entschädigung an die Geschäftsleitung mit Anzahl Mitglieder, die Anzahl Vollzeitstellen mit den dazugehörigen Personalaufwendungen,​ die Informatikkosten, die Kosten für Marketing/Werbung sowie die übrigen Verwaltungskosten; andererseits wird gefordert, dass die Aufteilung der Gesamt-Verwaltungskos​ten von allen Krankenkassen proportional zu den Prämieneinnahmen der einzelnen Sparten vorgenommen wird. Nur so sind faire Vergleiche von Effizienz unter den Krankenkassen sinnvoll. Die Politik ist gefordert!



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