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Die Schweizer Altersvorsorge: Herausforderungen und Reformvorschläge

Die Schweizer Altersvorsorge: Herausforderungen und Reformvorschläge

Auf einen Rentenempfänger kommen immer weniger Erwerbstätige. Zudem ist die Rentendauer in den letzten Jahren aufgrund der längeren Lebenserwartung gestiegen. Die aktuell niedrigen Gewinne auf Anlagen am Kapitalmarkt belasten insbesondere die Pensionskassen zusätzlich. Das Schweizer Altersvorsorgesystem steht deshalb vor grossen Herausforderungen. Der Bundesrat hat die Schwierigkeiten erkannt: Um das Leistungsniveau der Altersvorsorge zu sichern, schlägt er die ,,Reform Altersvorsorge 2020“ vor.

Dieser Text beschreibt zunächst, wie das Schweizer Rentensystem aufgebaut ist. Anschliessend werden die aktuellen Probleme aufgezeigt und die entsprechenden Reformvorschläge des Bundes diskutiert.

Das Schweizer Vorsorgesystem

Das Ziel des Schweizer Vorsorgesystems ist es, Personen nach der Pensionierung finanziell abzusichern. Es besteht aus drei Säulen, welche einander ergänzen.

Die 1. Säule ist für alle in der Schweiz wohnhaften oder erwerbstätigen Personen obligatorisch. Sie setzt sich aus der AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) und der IV (Invalidenversicherung zusammen. Ihre Aufgabe ist es, den Existenzbedarf abzudecken. Die Leistungen der AHV werden hauptsächlich durch die Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeber finanziert. Zusätzlich steuert der Bund knapp einen Fünftel der Gesamtsumme bei. Das Geld dazu nimmt er z.B. durch direkte Bundes- und Mehrwertsteurerträge oder Abgaben auf Tabak oder Spirituosen ein. Die AHV funktioniert nach dem Umlageverfahren. Das bedeutet, dass in etwa die in einem Jahr eingenommenen Beiträge für Leistungen an die Rentenberechtigten innerhalb der gleichen Zeitperiode ausgegeben werden.

Die zweite Säule ist die berufliche Vorsorge (BVG). Sie soll sicherstellen, dass nach der Pensionierung der gewohnte Lebensstandard beibehalten werden kann. Zusammen soll durch die 1. und 2. Säule 60 -70% des letzten Salärs vor der Pensionierung gedeckt werden. Alle Arbeitnehmer, welche mehr als 21'150 Franken pro Jahr verdienen, sind obligatorisch bei einer Pensionskasse versichert. Die Beiträge werden je zur Hälfte von Arbeitgeber und –nehmer eingezahlt. Anders als bei der AHV, funktioniert die 2. Säule nicht nach dem Umlageverfahren, sondern wendet das Kapitaldeckungsverfahren an. Das bedeutet, dass die Pensionskassen die eingezahlten Beiträge am Kapitalmarkt anlegen und so mit Hilfe von Zinsen für jeden Versicherten ein persönliches Kapital ansparen. Dieses für die Altersleistungen angesparte Kapital nennt man Altersguthaben. Ein vom Bundesrat festgelegter Mindestzinssatz legt fest, wie hoch das Altersguthaben mindestens verzinst werden muss. Aufgrund des aktuell tiefen Zinsumfelds wurde der Zinssatz im Januar 2016 um ein halbes Prozent auf 1.25% gesenkt. Das zum Zeitpunkt der Pensionierung angesparte Guthaben wird anschliessend in Raten an die Rentenbezüger ausbezahlt. Die Höhe der Raten wird anhand des gesetzlich geregelten Umwandlungssatz berechnet. Dieser liegt momentan bei 6.8%. Angenommen, ein Rentner hat ein Altersguthaben von 500'000 Franken, so ergibt sich eine jährliche Rente von 34'000 Franken (6.8% von 500’000). Die Auszahlung der Rente erfolgt bis ans Lebensende des Versicherten, auch wenn sein Erspartes möglicherweise schon vorher aufgebraucht ist. Alternativ oder ergänzend zum Bezug einer Rente ist es möglich, sich einen Teil oder je nach Pensionskasse auch das ganze Altersguthaben auszahlen zu lassen.

Ergänzt wird das System durch die freiwillige private Vorsorge im Rahmen der 3. Säule. Diese dient dazu, den individuellen Zusatzbedarf zu decken.

Das Einkommen einer Person im Ruhestand ist durchschnittlich wie folgt zusammengesetzt: Einkommen aus der 1. Säule (40%), Renten aus der 2. Säule (20%), Vermögenserträge (30%) und Erwerbseinkommen. Zusammengerechnet leben Rentner im Schnitt von 67% des mittleren Einkommens der Erwerbstätigen. Zusätzlich verwenden viele Rentner Erspartes z.B. aus der 3. Säule, um ihre Ausgaben zu decken. Zum Zeitpunkt der Pensionierung sind die meisten Personen wirtschaftlich gut gestellt. Im Gegensatz dazu befinden sich über 80-Jährige in einer finanziell schlechteren Situation. Diese ist vergleichbar mit der Einkommenssituation der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen. Es ist zu bedenken, dass nicht alle Personen von allen drei Vorsorgesäulen Gebrauch machen können. Ein Teil der Rentner ist zum Beispiel vollständig von der AHV-Rente abhängig. Dies ist der Fall für Personen, deren Erwerbseinkommen weniger als 21'150 Franken im Jahr betrug und welche keine Sparmassnahmen im Rahmen der 3. Säule tätigen konnten.

Herausforderungen für die AHV

Da die AHV nach dem Umlageverfahren funktioniert, ist für die Finanzierung der Leistungen das Verhältnis der Personen im Rentenalter zu den Erwerbstätigen entscheidend.Die grösste Herausforderung für die AHV ist deshalb die demographische Entwicklung. Zum Zeitpunkt der Einführung der AHV im Jahr 1948 kamen auf einen Rentner etwa 6.4 Erwerbstätige. Heute müssen bereits ca. 3.4 Beitragszahler für einen Rentner aufkommen. Prognosen sagen voraus, dass diese Zahl noch weiter sinken wird. Zum einen wird die Zahl der Rentner wachsen. Ein Grund dafür ist die steigende Lebenserwartung. Des Weiteren kommen die geburtenstarken Generationen des Babybooms zunehmend ins Rentenalter. Als Babyboomer-Generation bezeichnet man die Generation, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis Mitte der sechziger Jahre geboren wurde. Als Ursache des Babybooms wird vor allem der anhaltende wirtschaftliche Aufschwung gesehen. Zum anderen bewirkt die tendenziell sinkende Geburtenrate in der Schweiz, dass die Zahl der beitragszahlenden Erwerbstätigen sinkt. Es ist zu bemerken, dass es sich bei der Babyboomer-Generation um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Allerdings werden dessen Auswirkungen für die AHV vermutlich noch für einige Jahrzehnte zu spüren sein.

Die Auswirkungen des sinkenden Verhältnisses zwischen Pensionierten und Erwerbstätigen haben sich bereits gezeigt. Bereits 2014 waren die Einnahmen der AHV tiefer als die für die Finanzierung der Leistungen notwendigen Ausgaben. Das gute Anlageergebnis des Ausgleichsfonds der AHV konnte einen Verlust aber noch verhindern. Der Ausgleichsfond dient der AHV als Reserve. Er soll kurzfristige Einnahmeschwankungen ausgleichen. Auch 2015 hat die AHV mehr ausgegeben als eingenommen. Das Defizit belief sich auf 579 Millionen Franken. Die Erträge des Fonds konnten dies nicht kompensieren. Die AHV rutschte deshalb zum ersten Mal seit den 1970er- und 1980er-Jahren in die roten Zahlen. Ohne Reform droht der AHV Schätzungen zufolge bis 2030 eine Finanzierungslücke von über 8 Milliarden Franken.



Abb. 1: Verhältnis Erwerbstätige/Rentner

Herausforderungen für die Pensionskassen

Die Pensionskassen stehen vor zwei grossen Herausforderungen. Diese sind zum einen die steigende Lebenserwartung und zum anderen die momentan tiefen Renditen auf Anlagen.

Als 1985 das Gesetz über die berufliche Vorsorge in Kraft trat, lag die verbleibende Lebenserwartung von Frauen zum Zeitpunkt des heutigen Pensionsalters bei 19 Jahren, die von Männern bei 14,3 Jahren. Im Jahr 2014 rechnete man bereits mit 23,3 respektive 19,4. Die durchschnittliche Rentendauer steigt also. Dies bedeutet, dass das angesparte Altersguthaben der Versicherten für immer mehr Jahre reichen muss. Bei dem heutigen Mindestumwandlungssatz von 6.8% wäre zur Deckung der Renten durch das Altersguthaben eine Rendite von 5% notwendig. Diese wird aber wegen den tiefen Zinsen auf den Kapitalmärkten in aller Regel nicht erreicht. Gemäss aktuellen Schätzungen wird dies auch langfristig nicht möglich sein. Der zu hohe Mindestumwandlungssatz hat zur Folge, dass das vorhandene Altersguthaben nicht ausreicht, um die Rente während der ganzen Laufzeit zu finanzieren. Schätzungen zufolge häuft jeder Neurentner durchschnittlich 40'000 Franken zu wenig an Altersguthaben an.

Ohne Erhöhung der Einnahmen müssen die Pensionskassen den fehlenden Betrag von den Beiträgen der erwerbstätigen Bevölkerung nehmen. Dies untergräbt das Prinzip des Kapitaldeckungsverfahrens. So entsteht die Gefahr, dass die Rente für jüngere Generationen gekürzt werden muss.

Die zweite grosse Herausforderung für die Pensionskassen ist die bereits erwähnte tiefe Kapitalrendite. Das tiefe Zinsumfeld macht es schwierig, das bereits angesparte Alterskapital gewinnbringend anzulegen. Die von der Schweizer Nationalbank beschlossenen Negativzinsen belasten die Pensionskassen zusätzlich.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Pensionskassen von den Beitragszahlenden momentan zu wenig einnehmen, um den Leistungsversprechungen, welche sich aus dem aktuellen Mindestumwandlungssatz ergeben, in Zukunft nachkommen zu können. Die entstehende Lücke kann nicht durch Rendite auf das angelegte Kapital geschlossen werden.

Bisherige Reformversuche

Die Herausforderungen, welche sich für das Schweizer Vorsorgesystem stellen, sind nicht neu. Es herrscht ein Konsens darüber, dass eine Reform notwendig ist. Auch die grundlegenden Möglichkeiten dazu sind bekannt: Entweder müssen die Leistungen gesenkt, die Beiträge erhöht oder die Einzahlungsdauer verlängert werden. Auch eine Kombination dieser Varianten ist möglich. Allerdings sind alle diese Varianten unbeliebt.

Wohl auch deshalb sind die Reformversuche der letzten Jahre, welche versucht haben die Altersvorsorge an einzelne der genannten Entwicklungen anzupassen, gescheitert. Die 11. AHV-Revision scheiterte 2004 in der Volksabstimmung und beim zweiten Anlauf 2010 im Parlament. Ebenfalls 2010 wurde die Anpassung des Mindestumwandlungssatzes der Pensionskassen vom Volk abgelehnt.

Reform Altersvorsorge 2020

Die Notwendigkeit, die Probleme der Altersvorsorge anzupacken, bleibt bestehen. Der Bundesrat ist sich der zunehmenden Dringlichkeit bewusst. Er ist der Meinung, dass nur eine Gesamtsicht der Probleme und ein umfassender Lösungsansatz erfolgversprechend sind. Deshalb betrachtet er die 1. und 2. Säule der Altersvorsorge gemeinsam und will sie so reformieren, dass deren Leistungen und Finanzierungen aufeinander abgestimmt sind. Ende 2014 hat der Bundesrat die Botschaft mit seinen Lösungsvorschlägen verabschiedet und an das Parlament überwiesen. Der Ständerat hat bereits über die Reform beraten. Als nächstes werden die Vorschläge im Nationalrat diskutiert.

Ziel der Reform ist es, das Leistungsniveau des Schweizer Vorsorgesystems zu sichern. Im Folgenden sind die wichtigsten Massnahmen der Reform Altersvorsorge 2020 beschrieben.

Einführung eines flexiblen Modells

Heute gilt in der AHV und der beruflichen Vorsorge ein Rentenalter von 64 Jahren für Frauen und 65 Jahren für Männer. Es gibt nur eingeschränkte Möglichkeiten, die Altersleistungen flexibel zu beziehen. Das soll sich nun ändern. Deshalb schlägt der Bundesrat vor, den Begriff Rentenalter durch Referenzalter zu ersetzen. Er schlägt Massnahmen vor, welche es ermöglichen, den Rückzug aus dem Erwerbsleben je nach den eigenen Bedürfnissen zwischen 62 und 70 Jahren flexibel zu gestalten. Je früher eine Person aus dem Erwerbsleben austritt, umso geringer sind die Rentenzahlungen.

AHV und BVG: Erhöhung des Referenzalters für Frauen auf 65 Jahre

Das Referenzalter soll für Frauen von 64 Jahre auf 65 Jahre angehoben werden und so dem der Männer entsprechen. Die Anhebung soll schrittweise erfolgen. Diese Massnahme würde die Einnahmen sowohl der AHV also auch der Pensionskassen erhöhen. Zudem würden die Ausgaben für die AHV sinken. Die Pensionskassen würden von der Erhöhung des Rentenalters insofern profitieren, dass durch die verkürzte Rentendauer das angesparte Altersguthaben eine Jahresrente weniger finanzieren müsste.

BVG: Anpassung des Mindestumwandlungssatzes

Der Bundesrat schlägt vor, den Mindestumwandlungssatz von 6.8% innerhalb einer Frist von vier Jahren jährlich um 0.2 Prozentpunkte auf 6% zu senken. Damit diese Anpassung nicht zu einer Reduktion der Renten führt, sollen Kompensationsmassnahmen getroffen werden. Zum Beispiel sollen die Lohnabzüge erhöht werden. Um zu vermeiden, dass ältere Personen für ihre Arbeitgeber zu teuer werden, soll die Erhöhung vorwiegend jüngere Bevölkerungsgruppen betreffen. Ausserdem schlägt der Ständerat vor, den Sparprozess des BVG vorzuverschieben. Neu soll statt erst mit 25 schon mit 21 Jahren mit der Einzahlung begonnen werden. Diese Massnahmen sind dazu gedacht, die Einnahmen und damit das individuelle Altersguthaben zu erhöhen. Das Altersguthaben soll soweit erhöht werden, dass mit dem neuen Umwandlungssatz von 6% die Renten möglichst ihrem ursprünglichen Niveau entsprechen. Für Personen, welche schon kurz vor der Pensionierung stehen, bleibt nicht genug Zeit um zusätzliches Altersguthaben anzusparen. Damit ihre Renten gegenüber heute nicht sinken, sollen sie Zuschüsse aus dem Sicherheitsfonds erhalten. Der Ständerat möchte die Pensionskassen gewissermassen entlasten und schlägt deshalb vor, die AHV um 70 Franken im Monat zu erhöhen. Dies würde dabei helfen, allfällige Kürzungen der Pensionskassenrente auszugleichen. Die Lohnabgaben für die Pensionskassen müssten so weniger stark erhöht werden. Diese Massnahme würde insbesondere finanziell schlechter gestellten Rentnern zugute kommen.

Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Sicherung der AHV

Nur mit leistungs- und beitragsseitigen Anpassungen kann der Finanzierungsbedarf der AHV nicht gedeckt werden. Deswegen schlagen Bundes- und Ständerat vor, die Mehrwertsteuer zugunsten der AHV um ein Prozent zu erhöhen. Die Erhöhung soll gestaffelt vorgenommen werden, um die Wirtschaft möglichst wenig zu belasten. Die Mehrwertsteuer als Finanzierungsquelle bringt den Vorteil, dass die zusätzliche finanzielle Last auf die gesamte Bevölkerung verteilt wird und nicht nur die Erwerbstätigen die Kosten tragen.

AHV: Schuldenbremse für schlechte Zeiten

Der Bundesrat sieht die Einführung eines Interventionsmechanismus für die AHV vor. Dieser soll die Liquidität des AHV-Reservefonds sicherstellen. Wenn es wahrscheinlich ist, dass die Mittel des Ausgleichsfonds unter einen bestimmten Prozentsatz der jährlichen Verpflichtungen der AHV fallen, so muss der Bundesrat der Bundesversammlung Massnahmen vorschlagen, welche den Fonds wieder stabilisieren. Fallen die Mittel tatsächlich unter den festgelegten Prozentsatz, werden automatische Massnahmen ausgelöst. Ein Beispiel für eine solche Massnahme ist eine Beitragserhöhung. Der Ständerat lehnt einen solchen Interventionsmechanismus ab. Es ist abzuwarten, was die weitere Diskussion ergibt.

Alternative Ansätze

Das grundsätzliche Ziel der Reform Altersvorsorge 2020 ist es, das bisherige Leistungsniveau mithilfe von Mehreinnahmen zu halten. Eine Alternative hierzu wäre es, stattdessen die Ausgaben, also die Renten zu senken. Dies aber könnte Personen, welche keine Ersparnisse in der 3. Säule angehäuft haben oder nicht pensionskassenversichert sind, in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Eine Option für die Pensionskassen wäre der Versuch die Renditen auf dem angelegten Altersguthaben zu erhöhen. Dazu müssten sie jedoch noch grössere Risiken eingehen, was wiederum die Renten gefährdet. Dies könnte sich ausserdem als schwierig gestalten, da die Anlagen der Pensionskassen detaillierten Regeln unterliegen.

Ausblick

Die Debatte im Parlament ist zum jetzigen Zeitpunkt noch im Gange. Es ist daher zu erwarten, dass es noch Änderungen geben wird. Zudem zeigt die Erfahrung, dass es beim Thema Altersvorsorge sehr wahrscheinlich ist, dass ein Referendum ergriffen wird und das Volk über die Reform abstimmen kann. Es ist heute dementsprechend noch schwierig abzuschätzen, ob es mit der Altersvorsorge 2020 Reform gelingen wird, die Probleme des Schweizer Vorsorgesystems zu lösen.


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Kommentare von Lesern zum Artikel

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Max Braunschweiger sagte July 2017

Let's show the facts: Unter den Voraussetzungen, dass das Bundesamt für Statistik Recht behält (von dem auszugehen ist), so können für die anstehenden Zeilen die entsprechenden Statistiken und Analysen zu Rarte gezogen werden.

Dass unser Parlament Mühe hat, den faktischen Schluss zu ziehen, dass in 20 Jahren die Misere nicht vor sondern nach der Haustüre steht, steht im Kontext, dass offensichtlich die Bundeseigenen Mittel (BFS Statistiken) nicht zu Rate gezogen wurden.
Für mich als Bürger und Stimmende Person ist dieser Umstand dramatisch. Jeder in diesem Land, der die Augen nicht zuhält oder auf dem aus dem Hut gezauberten Hasen misstraut, weiss, dass die vom Parlament als glorreiche Tat gepriesene Arbeit der Rentenreform, faktisch für den Müll hält - sprich, nichts wert ist.
Aber zurück zu den Fakten. Die Bundeseigenen Statistiken belegen, dass wir in unserem Land nicht in der Lage sind, mit dem Umverteilungsmodell unsere Pensionäre finanziell zu versorgen. Die Frage stellt sich meinerseits: Die AHV als Versicherungsmodell (Alters- und Hinterbliebenen Versicherung) steht als Versicherung nicht per se auf einem Anspruchsmodell sonder auf einem Ausfallmodell basierend die Leistungen zur Verfügung. So wäre, die ketzerische Frage, ob es dem nicht so sei, dass der Einzelne grundsätzlich für seine Vorsorge selber zu schauen habe?
Die Paradigmen in der Diskussion würden sehr schnell ändern:
- Das Parlament und der nachfolgende Apparatschik hätte keine Handlungsmöglichkeit in die Diskussion einzugreifen. Denn jeder ist ja seines Glückes (Wohlstand) eigener Schmied. Nicht der Staat gewährt den Wohlstand (was auch richtig wäre) sondern nur die grundsätzlichen Aspekte der Wohlfahrt.
- Der mündige Bürger wäre in sofortiger Wirkung dafür verantwortlich (gemäss dem Subsidiaritätsprinzip​), dass seine Einkommen in der Rente gewährleistet wären.
- Der gesetzliche Dschungel (kreiert von findigen Apparatschiks der Bundesverwaltung) wäre sehr schnell entflochten und die Sachlage klar:
- Wer und wann ein Eintritt in den Ruhestand stattfindet, bestimmt der Bürger selber
- Die AHV wird obsolet in der aktuellen Aufgabe und kann sich ohne finanzielle Sorgen den 20% derjenigen Härtefälle annehmen, die aufgrund relevanter Gründe (Bauarbeiter, die schlicht nicht bis 70 arbeiten können) annehmen kann.
- Die Pensionierung findet gradiell statt und nicht substanziell mit 65. Profitieren davon würden alle Firmen, die jetzt schon keine Fachkräfte mehr finden.

Was ist die Quintessenz: Der Eingriff des Staats in dieser Rentenreform schiesst dermassen am Ziel vorbei, dass der Wohlstand der Nation in den Grundfesten gefährdet ist. Mehrwertsteuererhöhun​g interessiert alle ausser den Apparatschik. Weniger Rente (wegen der Mehrwertsteuererhöhun​g) interessiert vor allem die, um die es gerade geht. Standortvorteil betrifft alle, die im Export aktiv sind.

Warum also jemand auf die für mich persönlich geistig umnachtende Idee kommt, dass die Rentenreform etwas Gutes sei, den bitte ich inständigst mir eine Antwort zu liefern. Denn dann hätte ich all die Schul- und Studienjahre vergebens verbracht.


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Ronald Frank sagte July 2017

AHV/IV/Pensionskassen​, Krankenkassen, Miete, Ärzte, Anwälte, günstige Lebensmittel sollen einfaches Leben möglich machen!
Nicht die Renten müssen erhöht, sondern die extrem hohen Lebenskosten gesenkt werden! Der Wucher der heutigen Zeit, muss schnell gesenkt werden!


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Emil Huber sagte May 2017

Pensionskassen - Wahnsinn:

Wieso braucht ein kleines Land wie die Schweiz rund 1800 Pensionskassen und Lebensversicherungen?​​

Zehnmal höhere Verwaltungskosten kürzen die Renten

Red. / 03. Mai 2017 - Die norwegische Einheitskasse verlangt nur einen Zehntel so viel wie Pensionskassen und Lebensversicherungen in der Schweiz.
Die rund 1800 Pensionskassen und Lebensversicherungen verwalten zusammen fast eine Billion Franken, die für die 2. Säule einbezahlt wurden. Je höher die Verwaltungskosten dieses Riesenvermögens sind, desto weniger Geld bleibt zum Zahlen der Renten.

Der K-Tipp vom 19. April 2017 hat die Kosten in der Schweiz mit denen der Einheitskasse in Norwegen, dem norwegischen Staatsfonds, verglichen und die hohen Kosten des in der Schweiz herrschenden Pensionskassen-Jekami​​ aufgedeckt: Die Verwaltungskosten sind in der Schweiz nicht doppelt und nicht viermal so hoch wie in Norwegen, sondern mehr als zehnmal so hoch.

Trotz des Bruchteils an Verwaltungskosten erzielte der norwegische Staatsfonds mit den etwa gleich viel verwalteten Geldern (CH 800 Mrd CHF, Norwegen 880 Milliarden Franken) im Jahr 2015 eine fast viermal so hohe Rendite von 2,7 Prozent. Die Schweizer Pensionskassen erwirtschafteten gemäss Pensionskassenverband​​ Asip eine Rendite von durchschnittlich nur 0,7 Prozent.

Die Verwaltungskosten im Einzelnen
•900 Mio Franken: Löhne und Infrastruktur der 1800 Pensionskassen im Jahr 2015 (Quelle: Statistik des Bundes).
Junge müssten für ein überlanges Pensionsalter der Alten zahlen, verbreiten Befürworter tieferer Renten und eines späteren Rentenbeginns. Am meisten benachteiligt sind jedoch die Bevölkerungsschichten​​ mit den geringsten Einkommen und Vermögen. Bei den Auseinandersetzungen über AHV und Pensionskassen wird dies fast immer ausgeblendet.

•4 Mrd Franken oder 0,51 % des Vermögens: Verwalten und Anlegen der Vermögen durch die 1800 Pensionskassen. Honorare für externe Vermögensverwalter, Banken, Anlage- und Hedgefonds usw. (Quelle: Swisscanto)

•409 Mio Franken oder 0,21 % des Vermögens: Verwalten und Anlegen der Vermögen durch die acht Lebensversicherungen.​​ Honorare für externe Vermögensverwalter, Banken, Anlage- und Hedgefonds usw. (Quelle: «Bericht über die Transparenz in der Betriebsrechnung 2015» der Finma vom 9.9.2016)

Macht zusammen über sechs Milliarden Franken.
In Norwegen betragen diese Kosten rund 450 Millionen Franken oder nur 0,06 % des verwalteten Vermögens.
Kommentar​​ des K-Tipp: «Sollte es der Zweiten Säule tatsächlich einmal schlecht gehen, besteht ein riesiges Sparpotenzial.»

ht​​tp://www.infosperber​.​ch/Artikel/Gesellsc​ha​ft/2-Saule-Zehnmal​-ho​here-Verwaltungsk​oste​n-kurzen-die-Ren​ten




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100%
(1 Stimme)
Michael Schütz sagte April 2017

Rente ade?

Arbeiten bis 72 und mit 50 trotzdem keine Stelle mehr finden?


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0%
(4 Stimmen)
Thomas Schmucker sagte March 2017

Unsere Altersvorsorge ruht auf dem 3. Säulen Prinzip. In der ganzen Diskussion habe ich kein Wort über die dritte Säule und deren Einbindung in die Reform gehört. Hab ich nicht aufgepasst ? Warum wird diese ausgeblendet ? Hier hätten doch die Bürger die Möglichkeit, kompensatorisch für ihre Verluste in der 2. Säule etwas beizutragen. Man könnte doch die Obergrenze von derzeit 6768.- auf beispielsweise auf 10'000.- erhöhen. Nein ?


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33%
(3 Stimmen)
Emil Huber sagte March 2017

Die Problematik Lebenserwartung war auch schon immer bekannt!

Die Problematik der Automatisierung, Robotisierung offenbar nicht, so weit hat die Politik nicht voraus geschaut und sie tut es auch heute wieder nicht.

Man müsste dringend von der Beitragsbemessung der Sozialabzüge via Arbeitnehmer wegkommen und zu Beitragsleistungen über Erträge des Unternehmens mit einem noch festlegbaren Prozentsatz wechseln, dies wäre eine echte, gerechtere Reform welche den Namen auch verdient.

Die Automatisierung schreitet voran. Zuerst traf es "nur" die Industrie, nun haben wir bei den Grossverteilern bereits Self Scan Kassen, erneut können Personal, Löhne und Sozialabgaben eingespart werden. Auch im kaufmännischen Bereich, Versicherungen, Banken etc. findet ein Abbau von Personal wegen Automatisierung statt.
Wo früher bei der Versicherung der Agent nach Hause kam wird diese heute Online angeschlossen.

Hie​r wird zwar auf das Problem hingewiesen, aber teilweise wieder die falschen Schlüsse gezogen:

http://ww​w.zeit.de/kultur/2017​-02/automatisierung-p​flege-roboter-prekari​at-soziale-spaltung

"Doch die Frage ist, wer die Produkte von Robotern kaufen wird oder deren Dienstleistungen in Anspruch nimmt"

Totaler Unsinn, bestände kein Bedarf an Produkten & Dienstleistungen würden diese Roboter von einer Firma gar nicht gekauft . Oder will diese lediglich auf Halde am Bedürfnis der Menschen vorbei produzieren?

Legen​där ist die Anekdote aus den 1950er Jahren, als der Gewerkschaftsführer Walter Reuther eine der vollautomatischen Anlagen der General-Motors-Werke besuchte. Der Gastgeber, Henry Ford II, fragte den Gewerkschaftsführer spitz, indem er auf die menschenleere Halle zeigte: "Walter, wie willst du diese Roboter dazu bringen, dass sie deine Beiträge zahlen?" Worauf Reuthers kühl konterte: "Henry, wie willst du die Roboter dazu bringen, dass sie deine Autos kaufen?"

Auch hier, die Autos (sollten) ja weiterhin für die Menschen produziert werden.
Ford ll lag jedoch der Problematik eindeutig näher: "Walter, wie willst du diese Roboter dazu bringen, dass sie deine Beiträge zahlen?"

Ganz verständlich müsste es heissen "Wie fliesst das Geld nun zu den Konsumenten, damit sie die Produkte & Dienstleistungen auch bezahlen können?"
Über die Demütigungsanstalten Sozialamt, RAV und IV?
Natürlich entstehen auch wieder neue Arbeitsbereiche, aber es werden weniger sein als vernichtet werden. Was dann? Diese Frage lässt die Politik aber offen!
Das Bedingungslose Grundeinkommen hätte diese Problematik entschärfen können, wurde mit Panikmache der Wirtschaft aber abgelehnt.






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0%
(3 Stimmen)
Markus Grob Pantaleoni sagte March 2017

Die Folgen sind klar. Wir steuern mit unserer Altersvorsorge Richtung Griechenland. Wir können nun einfach die Augen schliessen und jede Anpassung, welche eine notwendige Kürzung der Ausgaben, Verlängerung der Arbeitszeit oder Erhöhung der Beiträge zur Folge hat ablehnen und irgendwann vor dem Nichts stehen oder wir sind bereit, uns selber der Verantwortung zu stellen.
Natürlich will jeder einen guten Lebensabend mit möglichst hohen Beiträgen geniessen, doch dies geht leider nicht. Es können nicht einfach alle mehr beziehen als sie eingezahlt haben. Längere Lebensdauer heisst Kürzung der Beiträge bei der Auszahlung oder Erhöhung beim einzahlen. Eine andere Lösung gibt es nicht.
Leider ist niemand bereit, dieser Wahrheit ins Auge zu sehen oder hofft, dass es irgendwann geschieht, wenn er seinen Anteil bezogen hat. Darum wurden leider bis jetzt alle Reformen verworfen und einfach etwas Symptombekämpfung betrieben anstatt folgende Schritte umzusetzen:
1. Das Rentenalter gleicht sich in 5 jährigem Rhythmus der Lebenserwartung an.
2. Frauen und Männer werden gleichberechtigt mit dem Rentenalter.
3. Personen, welche erst später mit der Pension beginnen, werden belohnt.
4. Die Beiträge werden so gestaltet, dass es sich lohnt, auch ältere Personen einzustellen und nicht einfach durch Junge zu ersetzen.
5. Personen welche sich ihre Rente auszahlen lassen und diese verprassen, fallen aus der Sozialfürsorge.
6. Anstatt weiterhin Ausländer für Billig-Jobs zu importieren, werden diese an Personen vermittelt, welche Langzeit arbeitslos sind. So können sich diese wieder ein eigenes Pensionsguthaben ansparen.
7. Das Pensionsalter wird an die Jahresleistung geknüpft. Wer bis 30 studiert und nicht arbeitet, kommt erst später in Rente. Da diese Jobs meist weniger mit körperlicher Arbeit verbunden sind, ist dies auch leichter umsetzbar.

Ich denke, es gäbe noch weitere Ansätze, die alle etwas kosten, doch nur so lässt sich das Rentenschiff nicht wie Griechenland versenken, wo plötzlich alle nichts mehr bekommen.

Mit freundlichem Gruss, Markus Grob


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25%
(4 Stimmen)
Georg Bender sagte December 2016

Würde das Sozialsystem im Einklang mit dem Geldwirtschaftssystem​ umgesetzt, die Demografie- und Generationsvertragssp​iele wären beendet!

Der Bericht schliesst die Wirtschaftsgrundlage Geldsystem, bestehend aus Entstehung, Funktion und Auswirkung des Zusammenspiels der arbeitsgeteilten Wirtschaft und Geldfluss aus bestehender (Geld- und Güteraustausch = keine Gewinne) und erhöhter (Arbeitsplätze und Gewinne) Geldmenge völlig aus. Warum wohl? Weil es im Ökonomiestudium (bewusst?) nicht gelehrt und nur verschleiert wahrgenommen wird.
Die Beantwortung der Frage, warum die Wirtschaftsprofessore​n das Geldsystem nicht verstehen dürfen, wäre sicherlich aufschlussreich und könnte ihre Manipulationsspiele kompromittieren?

Das Geld ist Mittel (Kaufkraft) zum Zweck und unendlich bedarfsgerecht schöpfbar. Wir unterordnen das endliche Leben und Natur dem unendlich bedarfsgerecht schöpfbaren Kunstprodukt Geld! Die Existenzkämpfe und Armut stehen nicht im Einklang mit dem Wirtschaftsgeldsystem​, sondern sind Menschen gemachte Ungerechtigkeiten, um die Menschen gegeneinander aufhetzen zu können.




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86%
(7 Stimmen)
Josef Schlegel sagte August 2016

Die demographische Entwicklung wird oft herangezogen, wenn es um die Erhöhung des Rentenalters oder der AHV-Beiträge geht. Dabei wird sie von verschiedenen Stellen unterschiedlich beurteilt. Ich persönlich tendiere eher darauf, dass sich in den nächsten Jahren punkto Erhöhung der Lebenserwartung nicht viel ändern wird. Dass die geburtenstarken Jahrgänge irgendwann ins Rentenalter kommen, weiss man nicht erst seit heute. Trotzdem wird dies immer wieder als Argument angeführt. Offensichtlich hat es die AHV unterlassen, rechtzeitig darauf zu reagieren. Die Darstellung im Artikel Altersvorsorge, dass Rentner mit AHV und Pension auf 67% ihres letzten Lohnes kommen, finde ich sehr optimistisch. Ich selbst habe in einer Pensionskasse bei einer Bahngesellschaft eingezahlt, als es noch lange kein Obligatorium gab. Die AHV-Beiträge wurden lückenlos entrichtet. Trotzdem beträgt mein monatliches Einkommen aus AHV und Rente knapp die Hälfte des letzten Lohnes. Da muss ich etwas falsch gemacht haben, denn 17% Unterschied sind kein Pappenstiel.


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