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Vollgeld

Aufgrund der Krisen im Finanz- und Wirtschaftssektor wurden im letzten Jahrzehnt immer öfter Massnahmen gefordert, um zukünftige Krisen zu verhindern. Ein Vorschlag ist dabei das Vollgeld oder besser gesagt die Einführung eines Vollgeldsystems. Dazu ist im Dezember 2015 die Vollgeldinitiative (fortan VGI) zustande gekommen, über die das Volk wahrscheinlich nächstes Jahr abstimmen wird. Deshalb ist es wichtig, im Vorfeld zu wissen, was Vollgeld bedeutet und welche Auswirkungen ein Vollgeldsystem auf die Schweiz haben könnte. Dieser Text erklärt, was Vollgeld ist und zählt mögliche Chancen und Gefahren eines solchen Systems auf.

Definition Vollgeld

Vollgeld ist der Name für ein voll gültiges, gesetzliches Zahlungsmittel. Als Vollgeld zählen ausschliesslich jene Zahlungsmittel, welche von der Nationalbank ausgegeben werden. In der Schweiz kommen somit die Münzen und Noten dem Vollgeld momentan am nächsten, weil sie allein von der Schweizerischen Nationalbank (fortan SNB) ausgegeben werden dürfen. Das Buchgeld (erklärt unter «Geldschöpfung heute - Durch Geschäftsbanken») dagegen wird bisher von Geschäftsbanken geschöpft und ist somit kein gesetzliches Zahlungsmittel.

Geldschöpfung heute

Um Vollgeld zu verstehen, muss man zuerst die heutige Geldschöpfung verstehen. Diese erfolgt durch die jeweilige Nationalbank eines Landes sowie durch die Geschäftsbanken.

Durch die Nationalbank

Im heutigen System der Schweiz schöpft die SNB Geld in Form von Noten und Münzen, aber auch in Form von elektronischen Guthaben, sogenannte Giroguthaben. Nur Geschäftsbanken können dieses Giroguthaben der SNB bekommen, dieses verbleibt zwischen den Banken und kommt nicht in den allgemeinen Umlauf. Die SNB verkauft den Geschäftsbanken das neue Geld z. B. gegen fremde Währungen wie Euro oder Dollar. Die Nationalbank kann ihr geschaffenes Geld auch als Kredit an Geschäftsbanken vergeben.

Durch Geschäftsbanken

Die Geschäftsbanken erschaffen durch Kredite Geld in Form von Buchgeld. Das funktioniert folgendermassen: Die Bank gibt jemandem einen Kredit aus und schreibt ihm den Betrag dieses Kredit auf dem Bankkonto gut. Das Geld wird nicht physisch vom Tresor der Bank in das Konto des Kreditnehmers gelegt, sondern nur «im Buch» (heute auf dem Computer) auf das Konto gutgeschrieben. Daher rührt auch der Name (elektronisches) «Buchgeld». Im Gegensatz zum Giroguthaben der SNB ist das Buchgeld der Geschäftsbanken kein gesetzliches Zahlungsmittel wie Bargeld. Ein Guthaben auf einem Bankkonto ist eher ein Versprechen der Bank, das Guthaben gegen Bargeld zu tauschen, sobald man das verlangt. Das geschieht z. B. wenn man am Bancomat Geld abhebt.

Grenzen der Geldschöpfung

Eine Geschäftsbank könnte jedem einen Kredit geben. Angenommen es gibt 50 Personen, die je 100 CHF als Kredit bei einer Bank nehmen möchten. Die Bank hat von der SNB 200 CHF in Münzen und Noten gekauft (z. B. gegen … Euro). Sie gibt also 5’000 CHF als Kredite aus, hat selber aber nur 200 CHF. Da sie die Kredite jeweils nur «im Buch» auf die entsprechenden Konten gutschreibt, ist das kein Problem. Das Problem kommt erst, wenn alle 50 Kreditnehmer gleichzeitig ihr Geld von ihrem Konto nehmen wollen. Die Bank muss dann 5’000 CHF ausgeben, hat aber nur 200 CHF. Diese Situation ist als Bank Run bekannt. Die letzten grossen Bank Runs gab es während der Finanzkrise 2008 in Amerika und führten zu mehreren Bankkonkursen bzw. -verkäufen. Damit die Kreditvergabe also nicht beliebig gross werden kann, gibt die SNB eine gesetzliche Mindestreserve vor. Diese sieht wie folgt aus: Die Kredite müssen zu einem bestimmten Teil durch Bargeld gedeckt sein. Gibt die SNB beispielsweise eine Mindestreserve von 50% vor, so dürfte die Bank mit ihren 200 CHF Bargeld höchstens 400 CHF als Kredit vergeben. Somit sind die Kredite (100% Buchgeld) zu 50% durch physisches Bargeld gedeckt. In der Schweiz beträgt die gesetzliche Mindestreserve zurzeit 2.5% und in der EU 1%.

Es gilt an dieser Stelle zu sagen, dass die Geschäftsbanken oft Kredite von der SNB beziehen, und die Mindestreserve dann mit geliehenem Geld «erfüllen».

Änderungen durch ein Vollgeldsystem

Wenn ein Vollgeldsystem eingeführt wird, ändert sich der Geldschöpfungsprozess. Das Geld darf dann nur noch von der Zentralbank (in der Schweiz von der SNB) erzeugt werden. Den Geschäftsbanken ist es nicht mehr erlaubt, Buchgeld zu schöpfen. Dem Bund wird also ein Geldschöpfungsmonopol übertragen. Die Mindestreserve für Geschäftsbanken würde dann sozusagen 100% betragen, weil jeder ausgegebene Kredit vollständig aus SNB-Geld besteht. Das heisst, wenn die Bank 200 CHF neues Geld von der SNB gekauft hat, darf sie höchstens 200 CHF als Kredit vergeben.

Die Banken würden das Geld ihrer Kunden dann treuhänderisch und separat von ihrer eigenen Bilanz halten. Das heisst, im Falle eines Konkurses fallen die Spareinlagen der Kunden nicht in die sogenannte Konkursmasse und sind somit davor sicher, an die Gläubiger der Bank ausgezahlt zu werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie der Staat in einem Vollgeldsystem das Geld in Umlauf bringen könnte: Entweder das neu geschöpfte Geld wird direkt an den Bund, die Kantone oder die Bevölkerung ausgezahlt (sogenanntes Helikoptergeld) oder mit dem neuen Geld werden Staatsschulden zurückgezahlt. Auf beide Arten soll sichergestellt sein, dass das Geld direkt in die Realwirtschaft fliesst.

Ungewisse Folgen

Die Auswirkungen von Vollgeld auf das Bankensystem, die Wirtschaft und den Geldmarkt sind sehr schwer abzuschätzen. Die Einführung des Vollgelds würde auf jeden Fall eine weitreichende Reform des Geldwesens bedeuten, die so noch nie da war. Das heisst, es gibt keine Möglichkeit zum Vergleich, da in der Moderne noch kein ähnliches System existiert hat. Welche Chancen und Gefahren ein Vollgeldsystem bieten könnte, wird im Folgenden aufgezeigt.

Chancen

Die Befürworter eines Vollgeldsystems argumentieren, dass die Wirtschaft dadurch krisensicherer gemacht werde. Das von der Zentralbank geschöpfte Geld würde den Finanzmarkt umgehen und direkt in der Realwirtschaft eingesetzt werden. Somit können mit diesem Geld weniger spekulative Geschäfte gemacht werden. Weiter wird das prozyklische Verhalten der Banken gemindert, d.h. es werden nicht übermässig Kredite ausgegeben was zu einer Blasenbildung führen kann. Dabei gilt zu sagen, dass prozyklisches Verhalten von Banken nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist und dass auch die Zentralbanken sich nicht immer antizyklisch verhalten.

Ein weiteres Risiko, das durch Vollgeld eliminiert werden soll, sind die Bank Runs. Wenn eine Bank Konkurs geht, verlieren ihre Kunden ihr Kontoguthaben nicht. Das Geld der Kunden wird nämlich treuhänderisch neben der Bilanz geführt. Das heisst, dass es nicht zum Vermögen der Bank dazuzählt, welches im Konkurs an die Gläubiger ausgezahlt wird. Somit sind Kontoguthaben sicher und Bank Runs werden vermieden.

Sollte es trotzdem zu einem Bank Run kommen, sind die Guthaben der Kunden sicher. Das Geld, das die Kunden bei der Bank haben, ist SNB-Geld. Das heisst, wenn einer Geschäftsbank das Bargeld ausgeht, bleibt dem Kunden immer noch sein Giroguthaben bei der SNB (also eine Forderung gegenüber der SNB) und er geht nicht leer aus, wie beim Buchgeld. Eine Forderung gegenüber einer bankrotten Bank hat im heutigen System nämlich keinen Wert mehr, da die Bank sie wahrscheinlich nur teilweise oder gar nicht mehr erfüllen kann. Eine Forderung gegenüber der SNB hingegen, bleit so lange bestehen, wie der Staat besteht und ist somit viel sicherer.

Ein weiterer Punkt ist die Geldpolitik der Zentralbank, die mittels Vollgeld einfacher werden soll. Dadurch, dass jeweils nur die Nationalbank Geld schöpft, hat diese die volle Kontrolle über die Geldmenge und muss sich nicht darum sorgen, wie viel Buchgeld die Geschäftsbanken noch erzeugen.

Die möglichen Chancen zusammengefasst:

• Sicherheit vor Krisen

• Stabilere Wirtschaft durch schwächere Konjunkturschwankungen

• Sicherheit vor Bank Runs

• Kontrolle über Geldmenge

Gefahren

Die Gegner des Vollgeldsystems sehen mehrere Gefahren, die ein solches mit sich bringen kann: Das Abgeben von neuem Geld an Bund, Kantone oder Bevölkerung könnte dazu führen, dass die Geldausgabe politisiert wird, was die Unabhängigkeit der SNB gefährden könnte. Ausserdem wird davor gewarnt, Staatsschulden durch neues Zentralbankgeld zurückzuzahlen oder Staatsausgaben so zu finanzieren. Dies könnte nämlich zu einer starken Erhöhung der Geldmenge und somit zu Inflation führen.

Des Weiteren stellen sich die Gegner die Frage nach der Marktnähe: Die Geschäftsbanken geben Kredite gemäss der Nachfrage aus. Steigt die Nachfrage z. B. plötzlich an, sind sie innerhalb der Mindestreserve flexibel und können mehr Kredite ausgeben. Die SNB dagegen muss die Nachfrage messen oder sich die Daten anderweitig beschaffen, weil sie nicht direkt am Markt, also bei den Nachfragern von Krediten ist. Sie kann das Kreditangebot erst mit einer zeitlichen Verzögerung anpassen.

Ein weiteres Problem stellt die Kreditvergabe dar. Banken wären nicht mehr in der Lage, kurzfristige Einlagen von Kunden in langfristige Kredite zu verwandeln. Darlehen oder Hypothekarkredite könnten deshalb weniger angeboten werden und würden somit teurer werden.

Zum Schluss sorgen sich die Gegner auch um den Finanzplatz und Wirtschaftsstandort Schweiz. Eine Umwälzung des Geldwesens im Ausmass der VGI könnte der Schweiz schaden, weil der Währungskurs davon betroffen sein wird. Wie stark und auf welche Weise das geschieht, kann nicht gesagt werden. Unsicherheiten im Währungskurs können aber dazu führen, dass viele Investoren ihre Schweizer Wertpapiere verkaufen wollen. Das würde zu einem grossen Wertverlust bei Schweizer Wertpapieren führen.

Mögliche Gefahren zusammengefasst:

• Inflation

• Fehlende Marktnähe der SNB

• Verminderte Kreditvergabe

• Verlust an Attraktivität von Schweizer Wertpapieren, Schweizer Franken und Wirtschaftsstandort Schweiz

Spannungsfeld

Die Problematik des Vollgelds liegt vor allem darin, dass die Folgen eines Vollgeldsystems nicht absehbar sind. Die oben genannten Chancen und Gefahren müssen nicht unbedingt eintreffen und es ist auch offen, in welchem Ausmass sie eintreffen würden. Die Begründungen und Argumente von beiden Seiten sind also nur theoretisch und nicht praxisgestützt.

Internationale Entwicklungen

Die Idee eines Vollgeldsystems oder ähnlicher Systeme wurde schon frühr diskutiert. Der «Chicago-Plan» war eine Idee von mehreren Ökonomen in den 1930er Jahren. Der Plan war eine Reaktion auf die damalige «Great Depression», einer weitreichenden Wirtschaftskrise. Sein Inhalt ist dem Inhalt der VGI sehr ähnlich. Die Ökonomen versprachen sich ebenfalls schwächere Konjunkturschwankungen und Sicherheit vor Bank Runs. Der Plan wurde aber nie umgesetzt, weil sich der Bankensektor zu stark dagegen gewehrt hatte.

Aktuellere Entwicklungen zeichnen sich in den Niederlanden und in Island ab: In beiden Ländern kam die Idee eines Vollgeldsystems in den letzten zwei Jahren vor das Parlament. In den Niederlanden wurde eine Motion angenommen, das Vollgeld weiter zu erforschen. Islands Parlament wird noch darüber abstimmen, ob die Idee in einem Ausschuss weiter diskutiert werden soll. In Island befürwortet sogar die Nationalbank ein Vollgeldsystem was z. B. in der Schweiz nicht der Fall ist (vgl. Jordan).

Durch diese internationalen Entwicklungen lassen sich wenige Schlüsse auf tatsächliche Folgen einer Einführung des Vollgeldsystems ziehen. Einerseits, weil die Umsetzung von Fall zu Fall unterschiedlich gestaltet würde und andererseits, weil alles noch auf Theorien basiert und keine Resultate aus einer tatsächlichen Umsetzung vorliegen.

zuletzt aktualisiert am 27. Dezember 2017


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Einfach erklärt

Geldschöpfungsmonopol

Eine Monopolstellung be­deu­tet, dass man der ein­zige An­bie­ter auf dem Markt ist. In der Geld­schöp­fung gibt es im Mo­ment kein Monopol (nur in der No­ten- und Münz­schöp­fung). Hätte der Staat das Geld­schöp­fungs­mo­no­pol inne, so dürfte nur noch der Staat Geld schöpfen.

Bank Run

Ein Kon­to­gut­ha­ben bei einer Bank ist ein Ver­spre­chen die­ser Bank, das Gut­ha­ben auf Ver­lan­gen in Bar­geld um­zu­wan­deln. Das Buch­geld der Ban­ken ist aber je­weils nur zu einem klei­nen Teil durch Bar­geld ge­deckt. Bei einem Bank Run ver­lie­ren die Kun­den der Bank das Ver­trauen dar­auf, dass die Bank ihnen ihr Gut­ha­ben aus­zah­len kann. Des­halb wol­len sehr viele Kon­to­in­ha­ber gleich­zei­tig ihr Gut­ha­ben ab­he­ben so­lange die Bank noch Bar­geld hat. Die Bank hat in die­ser Si­tua­tion zu wenig Bar­geld, weil sie viel mehr Buch­geld gut­schreibt, als sie Bar­geld im Tre­sor hat. Sie wird zahlungsunfähig.

Giroguthaben

Geschäftsbanken haben bei der SNB Kon­ten, in denen sie ein Gi­ro­gut­ha­ben hal­ten. Diese Gut­ha­ben wer­den von der SNB ge­schöpft und den Ge­schäfts­ban­ken ge­lie­hen oder ver­kauft. Es stellt elek­tro­ni­sche Schwei­zer Fran­ken dar und ist ein ge­setz­li­ches Zah­lungs­mit­tel wie Mün­zen und No­ten. Die Ban­ken haben die­ses Gi­ro­kon­to, um dort eine ge­setz­lich vor­ge­schrie­bene Li­qui­ditäts­re­serve zu hal­ten. Mit dem Gi­ro­gut­ha­ben kön­nen Ban­ken aber auch un­ter­ein­an­der Zah­lun­gen voll­zie­hen.

Prozyklisches Verhalten

Prozyklisch ist ein Ver­hal­ten, wenn es die konjunkturellen Schwan­kun­gen in der Wirt­schaft ver­stärkt. Das ge­schieht z. B. wenn während eines Booms mehr Kre­dite ver­ge­ben werden.

Zusammenfassung

Gegenwärtig funk­tio­niert Geld­schöp­fung so, dass die Nationalbank Bar­geld aus­gibt. Die Ge­schäfts­ban­ken schöp­fen wei­te­res Geld, so­ge­nann­tes Buch­geld, indem sie Kre­dite ver­ge­ben. Die­ses Sys­tem wurde bis anhin als mehr oder we­ni­ger selbst­ver­ständ­lich an­ge­se­hen. Die Schweiz wird aber wahr­schein­lich im nächs­ten Jahr darü­ber ab­stim­men, ob hier­zu­lande das Voll­geld­sys­tem ein­ge­führt wer­den soll. In die­sem Fall wäre es den Ge­schäfts­ban­ken ver­bo­ten, Buch­geld zu schöp­fen. Der Bund hätte das Geldschöpfungsmonopol.

Die Fol­gen davon sind schwer ab­zu­schät­zen. Denk­bare po­si­tive Fol­gen sind mehr Si­cher­heit vor Kri­sen und Bank Runs, eine sta­bi­lere Wirt­schaft und eine di­rek­tere Kon­trolle über die Geld­men­ge. Mög­li­che Ge­fah­ren sind Ein­bus­sen in der At­trak­ti­vität des Wirt­schafts­stand­orts Schweiz, ein Rück­gang der Kre­dit­ver­ga­be, nicht vor­aus­seh­bare Aus­wir­kun­gen auf die Währungs­kurse und je nach Um­set­zung eine er­höhte Inflation.

Die Schweiz ist nicht das erste Land, in dem über ein Voll­geld­sys­tem dis­ku­tiert wird: Be­reits in den 30er Jah­ren wurde die Idee von ame­ri­ka­ni­schen Ö­ko­no­men dis­ku­tiert. Ge­gen­wär­tig wird das Voll­geld in den Nie­der­lan­den und in Is­land im je­wei­li­gen Par­la­ment be­spro­chen. Um­ge­setzt wurde ein Voll­geld­sys­tem aber bis­her noch nie.

Kommentare von Lesern zum Artikel

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Ernst Jacob sagte Vor 15 Tagen

> Wir haben eine Wirtschaft, die auf Schulden basiert.

Das ist aber so mit Sicherheit nicht korrekt. Die Wirtschaft basiert (auch) auf Krediten, aber um jemandem Kredit geben zu können, müssen auch Reserven vorhanden sein, oder man kann sonst plötzlich den eigenen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.

Die Wirtschaft basiert aber auch auf Wünschen, Gelüsten, und Träumen. Und das vergessen die selbsternannten Realos gern, insbesondere dann, wenn diese sich mit Geld Angelegenheiten befassen. Und wenn Leute mit Geld sich mit Geldangelegenheiten befassen, dann doch um Geld zu verdienen, und wenn es solche sind, die zuwenig oder kein Geld haben, dann studieren Diese sehr gern darüber nach, wie man den Anderen ihr Geld möglichst legal wieder wegnehmen kann.

Es ist, meiner sehr unmassgeblichen Meinung nach, daher sicher verfehlt, diese Angelegenheit über Volksabstimmungen 'regeln' zu lassen. Macht man nämlich etwas dabei falsch, so gehen die Leute mit Geld dann einfach, und es bleiben nur noch Arme und ehemalige Umverteiler zurück, die ja dann auch keine Aufgabe mehr haben.

Die moderne Welt basiert auf Konsum, und Verbrauch. Niemand mehr würde heutzutags einen Flachbild-TV mehr zur Reparatur bringen, oder einen Recorder, nichtmal ein Handie, ausser einem sehr Teuren vielleicht. Und wenn sich irgendwo zwei Autos auch nur noch berühren, gibt es für mindestens 2000 Franken neue Plastikstossstangen und Plastik-Reflektoren, die in der Herstellung ja nur einige wenige Stutz kosten.

Wie sollte man aber daran etwas ändern ? Und wer wollte es denn wirklich ? Die Löhne sind zu hoch, um noch etwas zu reparieren, und sie müssen so hoch sein, um die KK Prämien und anderen Gebühren bezahlen zu können, und trotzdem noch Teil der Konsumgesellschaft zu sein, denn sonst gäbe es ja auch weniger Mehrwertsteuer.

Wir müssten erstmals Alle so quasi zurück auf Null. Und dann wieder lernen, nur noch zu kaufen, was wir auch bar bezahlen könnten. Der Vorteil, die Autobahnen wären wieder frei, und sehr viele Parplätze dazu, aber dann hätten sehr viele Leute ja plötzlich auch keine Arbeit mehr, die heute noch mit dem geleasten BMW täglich zu ihrem Discounter rasen, um dort die Gestelle aufzufüllen.

Ich persönlich glaube einfach nicht daran, dass die absolute Mehrheit überhaupt versteht, wie so etwas überhaupt funktionieren könnte. Sich ist nur Eines, es würde alles nur komplizierter, es wäre eine Umkehr von Allem, was und wie man es sich bislang gewohnt war.

Für mich persönlich aber wäre es einfach, wir haben ja in unserer Jugend gar nicht anderes gekannt, oder gelernt, als mit dem Geld auszukommen, was wir selber verdienten. Kredite hätte es ja sowieso für Verbrauchsgegenstände​ nicht gegeben, oder Autos zum Mieten, auch wenn man es heute Leasing nennt.

Lass die Menschheit Schulden machen, und ermuntere sie noch dazu, und die Menschheit wird es tun. Es gibt ja Versicherungen, die Risiken und Schäden abdecken, und wer nichts mehr hat, dem kann man auch nichts mehr wegnehmen. Hungern muss ja niemand, denn auch dafür existieren Auffanglager, und wem's dann trotzdem nicht reicht, der handelt einfach mit irgend Etwas, was grad Mode ist.

Erwarten Sie daher besser keine Vernunft, dafür ist es längst schon zu spät. Oder dann noch etwas zu früh, je nach dem, aus welcher Perspektive man es betrachtet.

Meine ich wenigstens, wennauch nur unkorrigiert.


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(1 Stimme)
Georg Bender sagte Vor 28 Tagen

Definition Vollgeld:
Nicht nur Münzen und Notengeld sind ein gesetzliches Zahlungsmittel, sondern auch das von der ZB mit den GB, mittels Geld- und Offenmarktoperationen​ (per Gesetz Liquidität) geschöpfte Buchgeld für den bankübergreifenden Zahlungsverkehr mit dem von den GB geschöpften Buchgeld (Kundenakquisitionen hin und her geschoben). Die Höhe des Liquiditätsvolumens bestimmt alleine die Zentralbank. Die Bankgirokonten sind nur im Barverkehr durchlässig.
Auch beim Vollgeld werden es Zahlen in den Bankbuchhaltungen bleiben?

Grenzen der Geldschöpfung
Diese hängt zum einen von den Eigenmitteln (dem Risiko zugeordnete umgelegte Kundenguthaben) und zum anderen vom vorhandenem Bankgiroguthaben, oder Liquidität (Kredite erzeugen Guthaben) ab. Solange der Ausgleich mit Interbankkrediten nicht, wie 2008, gestoppt wird (wer gab den Befehl?) sind keine Grenzen gesetzt. Die Liquidität verlässt das Haus der ZB nicht = Inzucht!

Änderung durch Vollgeldsystem
Völli​ger Quatsch resp. fast schon Betrug was behauptet wird. Es ist kein Vollreservesystem nach Fisher, weil es ja Umlagen von Geldkonten (ausserhalb der Bilanz) zu Anlagekonten (bilanzwirksam und Delkredererisiko beinhaltend) ermöglicht. Dieses Spiel ergibt eine gefährliche Machtfülle (Milliardäre).

Mit​ welchem Buchgeld übernimmt die GB Bargeld? Wie heute, mit der oben erwähnten Schöpfung, oder eben Geldkontoumlagerungen​ (heute Kundenakquisitionen)!​

Aus der Buchung Kredit an Kundenguthaben ergibt es keine Liquidität also auch keine Kundengelder, weil das Geld aus dem Nichts geschöpft wird. Auch beim Vollgeld bleiben es einzig und alleine nicht getilgte Bankschulden.

Ausw​irkungen
Die SNB übernimmt das Delkredererisiko der Geldkonten (kein Widerspruch).
Annahm​e: Umlage von Geldguthaben (wurde auf Anlageguthaben. Kreditgewährung. Der Leistungserbringer wird auf dem Geldkonto gutgeschrieben. Obwohl mehr Geld gezeugt wurde, entsteht nach der Berechnung Vollgeld, keine Geldmengenerhöhung, weil M gleich bleibt. Das Potenzial der Geldmengenerhöhung M wurde jedoch geschaffen, weil der Anlagekunde, sein Guthaben in ein Geldkonto umwandeln kann, gleichzeitig muss die SNB ihre Darlehen erhöhen. Ein reines Verzögerungsspiel = keine Verbesserung zu heute!

Einzig korrekte Geldschöpfung im Sinne der Geldsicherung = einfach und transparent
Die Geldschöpfung obliegt einzig und alleine der Zentralbank. Dieser wird gleichzeitig das führen der Unternehmensform AG und Eigengeschäfte (Mitwirken an der Wirtschaft) verboten. Alle anderen Personen sind Kunden der Zentralbank! Der Staat als Währungshoheit erhält einen Sonderstatus, indem ihm das Budget zur Abdeckung der Gemeinwohlaufgaben, schulden- und zinsfrei zur Verfügung gestellt wird. Er ordnet zur Preisstabilität und Umwelt, wie heute auch (moderne Geldtheorie) einen Rückfluss (Steuern) zu!





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(3 Stimmen)
Nicolas Crettenand sagte Vor 29 Tagen

Wir haben eine Wirtschaft, die auf Schulden basiert. Dies ist weder ökonomisch noch gesellschaftlich nachhaltig. Es braucht daher Reformen, wie z.B. die Vollgeld-Initiative.
Wer sollte das Geld schaffen? Geschäftsbanken, manche davon "too big to fail", oder die Schweizer Nationalbank?
Vollge​ld – eine Geldschöpfung zugunsten der Realwirtschaft!


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33%
(3 Stimmen)
Ronny Moser sagte Vor 29 Tagen

Den im Artikel beschriebenen Chancen eines VG-Systems kann voll und ganz zugestimmt werden.

Zu den Gefahren gibt es folgendes zu sagen:
- Inflation: da die SNB im VG-System alle Fäden in den Händen hält, kann sie einer potentiellen Inflation gezielt entgegenwirken, z.B. indem sie die Geldmenge wieder verringert.
- Fehlende Marktnähe der SNB: die Privatbanken werden auch im VG-System weiterhin alle heutigen Dienstleistungen anbieten können. Der einzige und entscheidende Unterschied ist, dass sie bei der Kreditvergabe das Geld nicht mehr selber herstellen ("schöpfen") können. Sie müssen zuerst Kundengelder anziehen, od. das Geld zuerst bei der SNB ausleihen. Die Marktnähe zu den Kunden (von entscheidender Wichtigkeit) wird somit weiterhin durch die Privatbanken gewährleistet. Jedoch hat die SNB jederzeit den vollen Überblick über die gesamte Geldmenge (CHF) und kann ihren gesetzlichen Auftrag korrekt ausüben.
- Verminderte Kreditvergabe: eine überlegte und nachhaltige Kreditvergabe (wie wir sie eigentlich bereits heute von einer Privatbank erwarten) wird nicht in Sekundenbruchteilen entschieden (dies wäre bei Spekulationen der Fall), sondern darf gerne ein paar Tage in Anspruch nehmen. In dieser Frist wird die SNB, welche im VG-System den Gesamtüberblick über die Geldmenge behält, eine entsprechende Wegweisung bez. dem Kreditangebot herausgeben können. Bereits heute stehen der SNB für ihre Geldpolitik zahlreiche statistische Angaben zur Verfügung. Diese Angaben würden im VG-System noch umfangreicher und präziser.
- Verlust an Attraktivität: VG steht für Sicherheit, d.h. die Schweiz wird eher attraktiver für Investoren. Unsicherheiten im Währungskurs wird es keine geben, da im VG-System die SNB ganzheitlich agieren und somit den Währungskurs stabil halten kann.

Eine weitere Chance des VG-Sytems, welche hier nicht angesprochen wurde, ist die Lösung der Too-big-to-fail-Probl​ematik: Dank der Tatsache, dass Privatbanken im VG-System das Geld ihrer Kunden treuhänderisch und separat von ihrer eigenen Bilanz verwalten, ist keine Bank mehr systemrelevant, sprich too-big-to-fail. Denn eine Bank kann Konkurs gehen, ohne dass die Kundengelder verloren gehen. Die Wirtschaft kann problemlos weiter funktionieren. Die Gelder sind von der SNB garantiert und bleiben bestehen.

Das heutige Schuldengeldsystem hat seine Grenzen erreicht. Nutzen wir die Chance, in ein VG-System zu wechseln. Durch die VGI hat die Schweiz die Möglichkeit, als Beispiel voran zu gehen in Richtung eines gesunden Geldsystems, wo die Finanzwirtschaft wieder im Dienst der Realwirtschaft und das Geldsystem im Dienst der Menschen steht!


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