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Unsichtbar - die Geschichte vom jungen Eritreer Kidane

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Unsichtbar - ist ein wun­der­schön ge­zeich­ne­tes Do­ku-­Co­mic. Erzählt von Ur­sula Yelin und um­ge­setzt und ge­zeich­net von Bar­bara Ye­lin.

"Kidane floh vor einem unmenschlichen System aus Eritrea. Seine lebensgefährliche Reise endete in der Schweiz. In einem kleinen Ort im Kanton Bern möchte er Zuflucht finden, Freunde und Arbeit. Zaghaft und mit Unterstützung von Helfenden gelingt es ihm, gegen alle Widerstände auf eine Zukunft zu hoffen. Doch nach Jahren des Wartens wird klar, dass Menschen wie Kidane nicht bleiben dürfen. - Aber sie dürfen auch nicht gehen. Sie werden unsichtbar. Eine Schweizer Geschichte, aber auch eine europäische Geschichte."

Die Geschichten von geflohenen Eritreer*innen sind mir nicht fremd, in meiner Arbeit als Job Coach bei einer Beratungsstelle in Winterthur, höre ich sie natürlich ab und zu. Menschen deren Status teilweise geregelt ist, mit einer B-Bewilligung und Asyl, aber auch viele vorläufig Aufgenommene mit Status F, deren Situation ungewisser ist. Und dann gibt es eben auch Menschen wie Kidane, welche nicht bleiben dürfen. 

Und obwohl mir Geschichten wie die von Kidane nicht fremd sind, hat mich der Doku-Comic zu Tränen gerührt. Er geht unter die Haut! Hoffnung, Freude und Ängste, die Geschichte wird sowohl textlich wie illustratorisch sehr bildlich erzählt. 

Ich erlaube mir die Nachbemerkung in voller Länge zu veröffentlichen, mit den Angaben der Unterstützungsorganis​ationen und hoffe, dass "Unsichtbar" viele Menschen aufrüttelt und auf die Situation aufmerksam macht. 

"Kidanes Geschichte ist die von vielen Eritreer*innen, die die Schweiz nach einem rechtsgültigen Wegweisungsentscheid aus Angst vor einer Rückführung und/oder der Perspektivlosigkeit im Nothilfe-Regime verlassen haben. Sie haben daraufhin in anderen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Belgien etc.) Zuflucht gesucht. Dort leben sie unter prekären Bedingungen - meist auf der Strasse - und in ständiger Angst, im Rahmen des Dublin-Abkommens in die Schweiz zurückgeführt zu werden. Nach Eritrea zurück können sie nicht, denn das Regime, vor desssen endlosem Nationaldienst mit den vielfach dokumentierten Menschenrechtsverletz​ungen sie geflohen sind, ist noch immer an der Macht. Bei Rückkehr droht Kidane und den anderen Betroffenen der (Wieder)einzug in den Militärdienst; eine vorgängige Verhaftung inklusive unmenschlicher Behandlung ist wahrscheinlich. 

Die Aktionsgruppe Nothilfe hat diesen Comic inhaltlich unterstützt und ist ein Zusammenschluss aus Einzelpersonen und Gruppierungen der Zivilgesellschaft. Sie setzt sich im Kanton Bern gegen die Präkarisierung und Illegalisierung von Menschen ohne Rückkehrperspektive ein und dafür, dass der Aufenthalt von Menschen die dauerhaft nicht in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden können, legalisiert wird. 

Kidane und alle vom Nothilfe-Regime Betroffenen brauchen dringend unsere Solidarität und unsere Stimme. 

Wenden Sie sich für mehr Informationen gern an einen der folgenden Vereine:

Give a Hand, www.giveahand.c​h, Tel. +41 (79) 830 57 63

"Offenes Scherli, www.offenes-​scherli.ch ° Riggi-Asyl, www.rigi-​asyl.ch

Free Swiss Tibetans, www.free-sw​iss-tibetans.ch

Solid​aritätsnetz Bern, www.solidaritae​tsnetzbern.ch ° Alle Menschen - Tous les êtres humains, www.alle-men​schen.ch ° Aktionsgruppe Nothilfe, www.nondepr​eles.ch"

Und gleichzeitig möchte ich gerne auf die Homepage von Barbara Yelin, verweisen: 

http://ww​w.barbarayelin.de/blo​g/2019/6/25/unsichtba​r-ein-doku-comic

Herz​lichen Dank an alle, welche die Entstehung dieses eindrücklichen Doku-Comics ermöglichten!

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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40%
(10 Stimmen)
Willi Frischknecht sagte January 2020

Was ist das hier ein Aufruf zur Unterstützung von Personen die sich illegal in der Schweiz aufhalten. Nach Eritrea zurück können sie nicht, dass ist Ansichtssache. Die Behörden sehen dies jedenfalls in all den abgelegten Asylverfahren anders.


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38%
(8 Stimmen)
Jan Eberhart sagte December 2019

Wahlwerbung für Populisten?

Wenn man in Europa nach 1945 auch nur rumgejammert hätte und nicht in die Hände gespuckt wäre man nie aus dem Tal der Tränen gekommen. Statt Partisanenkrieg hat man eben die Realität erkannt und die helfenden Hände der Siegermächte angenommen.

Soviel​ ich weiss, wurden US-Truppen 1993 in Somalia von Warlords nicht sehr positiv aufgenommen. Da hat Clinton die special forces eben zurückgezogen und die Somalis sich selbst überlassen.

Wenn die Afghanen weiterhin in der Steinzeit leben wollen ist das deren Sache, solange sie niemanden ausserhalb der Landesgrenzen auf die Nerven gehen.


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47%
(15 Stimmen)
Hans Knall sagte December 2019

Auch die Geschichte von Heidi, die im Ausland von Frölein Rottenmeier gequält wird, rührt zu Tränen…


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