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Brief an die NZZ betr. Berichterstattung über Russland

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Bottmingen, 20.03.2018

 

Offener Brief an leitende Redaktoren der NZZ betr.

Berichterstattung über Russland

Sehr geehrte Damen und Herren,

Glaube ich der NZZ am Sonntag vom 4. März 2018, so "unterstützten" die USA ab "1999 Konkurrenten von Wladimir Putin mit Millionen von Dollar", darunter Alexei Nawalny noch 2016. "Das lief über zwanzig Jahre so und war überhaupt kein Geheimnis in Moskau". 

Hat die NZZ Beweise dafür, dass Nawalny sein Vermögen nicht auch durch korrupte oder kriminelle Machenschaften erworben hat, wie es in Russland (laut NZZ) ja weit verbreitet

ist? Hat die NZZ Beweise dafür, dass er zu Unrecht dafür verurteilt und dann von den Wahlen ausgeschlossen wurde? Oder findet es die NZZ unwichtig, wie man zu Geld kommt und ob man als russischer Oppositionspolitiker finanziell massiv von den USA unterstützt wurde? Das Verständnis der NZZ für anti-Putin Politiker gilt selbstverständlich nur,  sofern sich die beurteilte Person - wie die NZZ selber - auf der "transatlantischen Brücke" befindet.

Inspiriert durch den heutigen NZZ Artikel  (20.03.2018) Putins Triumph und Schwäche, hier einige Gedanken auf dem gleichen Niveau. Ich verwende hier, schwarz kursiv hervorgehoben, Satzteile aus dem Artikel, verwende aber eine prorussische statt einer pro-amerikanischen Perspektive  und beschuldige die USA mit Worten aus dem NZZ Artikel gegen Russland an, um zu zeigen, wie manipulativ die NZZ zu wichtigen geopolitischen Fragen schreibt.

Zum Gedenken an die Kuba-Krise von 1962 (50 sowjetische Atomraketen auf Kuba installiert), würde die heutige NZZ  zu US Präsident Kennedys Drohung mit Krieg wahrscheinlich schreiben: "Der konstante Drang Präsident Kennedys, äussere Bedrohungen zu erfinden, und die USA als von Feinden umzingelte Festung darzustellen, führte das Land in einen Teufelskreis".

Die durch die USA inszenierten Regime Changes in Iran (Mossadeg), Chile, in zahlreichen Ländern Süd- und Mittelamerikas, die Invasion Grenadas, die Bombenkampagnen gegen Serbien und Lybien, die Kriege gegen Vietnam und den Irak, die Bombenkampagnen und militärischen Eingriffe in Afghanistan und Syrien, der von den USA orchestrierte und finanzierte Umsturz in der Ukraine, um nur ein paar Beispiele zu nennen, "sind bis heute für die meisten Amerikaner eine Quelle des Nationalstolzes und damit wohl der wichtigste Grund für den Rückhalt Trumps in der Bevölkerung."

"Die USA laufen mit anderen Worten Gefahr, durch forcierte Aufrüstung ....weiter zurückzufallen. Zum dramatischen Höhepunkt seiner Rede" anlässlich der Genehmigung des massiv auf 700 Milliarden $ erhöhten US Verteidigungsbudgets,​ meinte Präsident Trump "im Rahmen seiner immer aggressiveren nationalistischen Politik" wörtlich, es gelte, die "amerikanische Macht" "wieder herzustellen."

 

"Rus​sland wird sich auf weitere solche Demonstrationen einstellen müssen, zumal sich das amerikanische Regime immer stärker in eine antirussische Hysterie hineinsteigert" und weltweit mehr als 800 militärische Basen unterhält und - Gipfel der anti-russischen Hysterie -(oder deutlicher: einer kriegstreibenden Provokation) laut der Webpage der US Navy in der Ukraine am Schwarzen Meer, nur 300 km von der Krim entfernt, eine Marinestation aufbaut.

"Das macht die USA, und an seiner Leine Europa, nicht nur gefährlich und unberechenbar, sondern auch wenig empfänglich für russische Versuche, auf politische Entspannung hinzuwirken."

Zum Schluss. Ich hatte an sich erwartet, dass die NZZ noch ein minimales Verständnis für geostrategische Fragen bewahrt hat und begreift, dass keine Führung einer bedeutenden Macht zusehen kann, wie ein potentieller Feind militärisch rings herum bis an seine Grenzen vorrückt, und sogar versuchte, die Krim mit dem wichtigsten Hafen seiner Flotte unter seine Kontrolle zu bringen.  Laut NZZ sind das "erfundene äussere Bedrohungen", die Putin dazu führen, "Russland als von Feinden umzingelte Festung darzustellen".

Angesi​chts dieses verlorenen Verständnisses für grössere Fragen kann es auch nicht erstaunen, dass die NZZ die Abschaffung der Schweizer Armee, den verdeckt geführten Anschluss an die NATO und die Unterwerfung unter die EU unterstützt und zu diesen Fragen praktisch keine andere Meinungen zulässt.

Beim politischen Teil der NZZ scheint wirklich Hopfen und Malz verloren zu  sein (während die übrigen Teile - wie schon mehrmals betont - zur Spitze gehören).

Mit freundlichen Grüssen

Gotthard Frick


Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(2 Stimmen)
Giorgio Plaz sagte April 2018

"Es genügt nicht, dass sich Journalisten als blosse Boten verstehen, ohne die verborgenen Absichten der Botschaften und der Mythen, die sie umgeben, zu verstehen."

...an die Redaktionen der NZZ und des Tagesanzeigers.

Or​iginalzitat:
"It is not enough for journalists to see themselves as mere messengers without understanding the hidden agendas of the message and myths that surround it."
John Pilger, oben rechts in seiner Website: http://www.johnpilger​.com



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0%
(2 Stimmen)
Giorgio Plaz sagte April 2018

Herr Gotthard Frick

Haben Sie von der NZZ eine Antwort auf Ihren Brief erhalten?


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40%
(10 Stimmen)
Jürg Walter Meyer sagte March 2018

Dieser Artikel beschreibt exakt die traurige Haltung der "NZZ", die landesverräterische Züge aufweist:

"Angesi​​chts dieses verlorenen Verständnisses für grössere Fragen kann es auch nicht erstaunen, dass die NZZ die Abschaffung der Schweizer Armee, den verdeckt geführten Anschluss an die NATO und die Unterwerfung unter die EU unterstützt und zu diesen Fragen praktisch keine andere Meinungen zulässt. "





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30%
(10 Stimmen)
Jürg Walter Meyer sagte March 2018

Herr Alex Müller schreibt:
"Zum Glück gibt es verschieden Medien, welche Korrespondenten unterhalten, welche in anderen Ländern auch viele Menschen kennen, die ihr Wissen zur Verfügung stellen. Durch die Vielfalt bekommt man eher ein Bild, welches eine eigene Eistellung zulässt."
Jedoch:
W​ir haben leider in der Schweiz eine extrem monopolisierte Medienlandschaft: ein grosser Teil der Tageszeitungen, wie "St. Galler Tagblatt", Thurgauer Zeitung" (Ostschweizer-Monopol​), "Luzerner Zeitung" mit "Zuger Zeitung", "Urner Zeitung" und drei weitere Regionalausgaben der "Luzerner Zeitung" (Innerschweizer-Monop​ol) usw. gehört der NZZ.
Viele andere Tageszeitungen gehören der Tamedia, dem Tages-Anzeiger, der seine Auslandberichte, seine Auslandanalysen von der Süddeutschen Zeitung bezieht: sie lesen also eine Deutsche Sicht aller Ereignisse und aller Länder rund um die Schweiz, Die "Süddeutsche Zeitung" ist eine der deutschen Zeitungen mit Merkel-Tunnelblick. Zu Tamedia gehören ferner: "20 Minuten", "Der Bund", "Berner Zeitung" (Berner Tamedia Monopol), Der Landbote", "Zürcher Oberländer", "Zürcher Unterländer", "Zürichsee-Zeitung" (Zürcher "Speckgürtel"-Monopol​) usw.


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55%
(11 Stimmen)
beb rofa sagte March 2018

Schweizerische und Deutsche Medien sind offensichtlich besonders anfällig für Lügenpropaganda. Swiss Propanda Research ist eine, von verschiedenen Möglichkeiten, sich anderweitig zu orientieren:

https​://swprs.org/


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75%
(12 Stimmen)
Alex Müller sagte March 2018

Ja, es ist wirklich eine Frage der Quellen und Auslegungen, wie wir durch unsere Presse informiert werden. Zum glück gibt es verschieden Medien, welche Korrespondenten unterhalten, welche in anderen Ländern auch viele Menschen kennen, die ihr Wissen zur Verfügung stellen. Durch die Vielfalt bekommt man eher ein Bild, welches eine eigene Eistellung zulässt.
Dass Amerika, immer dort grossen Einfluss ausübte und sich auf verschiedene Weise einmischte, wo sie "Komunisten " witterten, ist ja bekannt.


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