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Umwelt, Klima, Energie > Ökologie, Klimaschutz,

Ja zur Energiewende, ja zu Energie- statt Mehrwertsteuer

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„Wäre es nicht bes­ser, Steu­ern zu er­he­ben, die Ver­zer­run­gen kor­ri­gie­ren, statt Steu­ern zu er­he­ben, die Ver­zer­run­gen herbeiführen?“ Diese Frage stell­ten die Ökonomen Ful­ler­ton, Lei­ces­ter und Smith in ihrem aus dem Jahr 2008 stam­men­den Be­richt zu Um­welt­steu­ern. Sie brin­gen damit zum Aus­druck, dass heute die meis­ten Steu­ern die Ar­beit und In­ves­ti­tio­nen, d.h. also Löhne und Zin­sen, be­las­ten und als Folge davon ne­ga­tive Aus­wir­kun­gen auf das Wachs­tumspo­ten­zial​ einer Volks­wirt­schaft und die Wohl­fahrt ha­ben.

Energie und Umweltbelastung werden in der Schweiz heute nur wenig, d.h. zu wenig belastet. Vom gesamten Fiskalertrag in der Höhe von fast 170 Milliarden Franken sind nur gerade 10 Milliarden, d.h. etwa 6 Prozent, Umwelt- und Energiebezogene Steuern. Fast 60 Prozent sind direkte Steuern und Sozialabgaben, welche direkt den Faktor Arbeit belasten. Zählt man einen Teil der Mehrwertsteuer dazu, welche via Wertschöpfung auch den Arbeitseinsatz belastet, sind es 65 Prozent, also 2/3. 90 Prozent der Steuern belasten den unternehmerischen Mehrwert. Das reduziert die Investitionen und die Beschäftigung. Ökosteuern hingegen reduzieren die Umweltbelastung und führen somit zu einer Erhöhung von Wohlfahrt und Lebensqualität.

Le​ider verschliessen Bundesrat und bürgerliche Parlamentsmehrheit nach wie vor die Augen vor dieser Erkenntnis. Nur so ist es zu erklären, dass sie die Volksinitiative der Grünliberalen „Energie- statt Mehrwertsteuer“ ablehnen und auch nicht bereit sind, ihr einen Gegenvorschlag entgegen zu stellen. Sie entlarven sich somit einmal mehr als Parteien, die sich zwar in Verlautbarungen und im Wahlkampf allzu gerne ein umweltpolitisches Mäntelchen umlegen, jedoch einen Rückzieher machen, sobald es darum geht, wirksame konkrete Massnahmen zu beschliessen.

Dabe​i sprechen heute das umwelt-, finanz- und sozialpolitische Umfeld eindeutig für Energiesteuern. Die Schweiz steht vor grossen Herausforderungen. Zum einen ist absehbar, dass wegen dem sinkenden Geburtenüberschuss und dem Austritt der Baby-Boomer-Generatio​n aus dem Arbeitsmarkt der Anteil der pensionierten Einwohner an der Gesamtbevölkerung weiter steigt. Diese Entwicklung führt zu einem zusätzlichen Finanzbedarf für die Altersvorsorge und das Gesundheitswesen in Milliardenhöhe, weshalb wir auf eine weiter wachsende Wirtschaft angewiesen sind. Dies hat aber einen steigenden Energie- und Landverbrauch zur Folge, was die Umwelt belastet und die Lebensqualität einschränkt.

Was liegt deshalb näher, als Steuern, die Arbeit und Kapital besteuern und somit das Wachstumspotenzial einschränken, durch eine Energiesteuer zu ersetzen? Der Ersatz der Mehrwertsteuer steht dabei zuoberst auf der Liste. Von einigen Ökonomen wird sie zwar geliebt, weil sie die Wertschöpfung unabhängig von der Produktionsweise und somit neutral besteuert. Dies gilt jedoch nur für eine Mehrwertsteuer in Reinkultur. Davon ist jedoch die Schweizer Mehrwertsteuer mit ihren zahlreichen Ausnahmen und den verschiedenen Steuersätzen weit entfernt. Ausserdem kann sie nicht, wie eigentlich beabsichtigt, vollständig auf den Konsum überwälzt werden. Das heisst ein grosser Teil der Steuerlast tragen die Unternehmen. Und das bedeutet letztendlich, dass die Mehrwertsteuer auch auf Kosten der Löhne und der Beschäftigung geht.

Hingegen sind Energiesteuern gut als staatliche Einnahmenquelle geeignet. So ist die Nachfrage nach Treib- und Brennstoffen so genannt „preisunelastisch“. Das bedeutet, dass bei einem Preisanstieg die Nachfrage weniger als proportional zurückgeht. Konkret, bei einem Preisanstieg von 10 Prozent geht z.B. der Verbrauch von Benzin kurzfristig lediglich um ca. 1 Prozent und langfristig um ca. 3 Prozent zurück. Es ist somit eine relativ hohe Steuer notwendig, damit eine Lenkungswirkung erzielt wird und somit die Ziele der Energiestrategie erreicht werden können. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass mit einer Energiesteuer substanzielle Steuereinnahmen generiert werden können. Die direkte Steuerlast wird – basierend auf dem heutigen Energieverbrauch – zu rund 25 Prozent durch die Haushalte, zu je etwa 17,5 Prozent von den Produzenten im Industrie- und Dienstleistungssektor​ und zu 40 Prozent durch den Verkehr getragen. Die graue Energie, d.h. also die in den Produkten steckende Energie, beim Import besteuert und beim Export zurückerstattet.

A​ls Kompensation fällt die gesamte Mehrwertsteuer weg, und dies nicht nur bei der Energie, sondern bei sämtlichen Produkten. Der durchschnittliche Konsument und das durchschnittliche Unternehmen werden somit netto gleich hoch belastet wie heute. Es profitieren aber diejenigen Produzenten und Konsumenten, die sich besonders ökologisch verhalten. Ausserdem konsumiert die Schweiz heute zu 3/4 nicht-erneuerbare, importierte Energie. Über 10 Milliarden Franken Wertschöpfung fliessen so jährlich ins Ausland ab. Durch die Volksinitiative „Energie- statt Mehrwertsteuer“ findet eine Verlagerung des Konsums hin zu erneuerbarer Energie statt, wovon insbesondere die einheimische Wasserkraft profitiert.

Die Volksinitiative „Energie- statt Mehrwertsteuer“ ist ein ökologisches Konzept, denn sie reduziert den Verbrauch nicht-erneuerbarer Energie, ermöglicht den Atomausstieg und trägt zum Klimaschutz bei. Energie- statt Mehrwertsteuer ist aber auch ein soziales Konzept, denn es fördert die Beschäftigung und belohnt die Konsumenten für ökologisches Verhalten. Und schliesslich ist die Volksinitiative auch ein äusserst liberales Konzept, denn sie führt netto zu keiner Mehrbelastung für die Steuerzahler und basiert auf Anreizen und nicht auf immer mehr Reglementierungen und Subventionen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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67%
(12 Stimmen)
Jakob Speiser sagte October 2014

Dass die MwSt ein queres Ding ist, war schon lange klar. Ja, abschaffen sollte man die sowieso, denn vor der damaligen Volksabstimmung gab es Stimmen, welche suggerierten, die Mwst werde dann die ehemalige, temporäre Kriegssteuer ablösen (d.h. Wehrsteuer und danach einfach immer verlängert, und dann später umgetauft in "Bundessteuer"). Ja eben, alles was von den Behörden und parlamentarischen Nutzniessern versprochen wird wurde und wird ja nie und nimmer eingehalten. Erschreckend, wie kurzfristiges Gedächtniss unser Stimmvolk offenbar hat !! Der Moloch Staat wird immerzu mit Gewalt versuchen, die Abzocke ihrer Bürger zu erhöhen, auf den Gedanke, mal die überproportionale steigende Ausgabenflut wenigsten mal auf konstantem Niveau zu halten, ist reines Wunschdenken. Nun, hier 3 Bewertungen: 1) Klimaerwärmung durch uns ist barer politischer Unsinn. Die momentan gemessenen kleinen Erhöhungen sind längst mit den Jahrhundert-Bewegunge​n (auf und ab) erklärbar, und annerkannterweise durch die stark erhöhten Sonneneruptionen (flauen im Monenbt ja wieder ab) erklärbar, auch das Ozonloch geht ja langsam wieder zu ! 2) Es ist ja sonderbar, dass die GLP und ihre assozierte Wollsockenvelofahrer-​Fraktion nun dem Staat ausgerechnet vorschlagen die ach so verpönten fossilen Energien alleine und horrend zu besteuern. Leiden tun wiederum der arbeitende Mittelstand, und was kommt denn danach, wenn die Fossilen in der CH vernachlässigar ausgemerzt sind und wunschgemäss alle mit Velo und Elektrosmart unterwegs sind ? Wie dann das Riesenloch stopfen? 3) Ich schlage der GLP vor, dann (oder schon heute) die Steuer sofort durch eine solche auf den Smartphones zu ersetzen! Der Rückgng dieser umweltverschwenderisc​hen Geräte würde dannzumal ja sogar die Gripse in den Hirnen der Bürgerinnen und Bürger wieder anschwellen lassen, weil sie wieder Zeit hätten, durch eigenes Denken "Umwelt und Energie" zu sparen.


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77%
(13 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte October 2014

Wer die „Energiewende“ propagiert und gleichzeitig die fossilen Brennstoffe ablösen will, der träumt. Das geht nicht! Hartnäckig wird es zwar immer wieder behauptet. Nicht nur von Roland Fischer, selbst die mir sonst sympathische Bundesrätin Doris Leuthard und ihr nicht ganz billiges Gefolge erzählen solchen Mist. „Bewiesen“ wird das nicht selten mit dem Hinweis, dass irgend eine Ortschaft allein mit Photovoltaik mehr als sich selbst „versorgen“ kann. Doch schauen wir genauer hin, sieht man, dass solches nicht mehr als irreführende Propaganda ist. Nur ca. ein Drittel unseres Energiebedarfs wird durch Haushalte erzeugt. Den grossen „Rest“ beanspruchen die Wirtschaft, der Verkehr und all die Berufstätigen, die in unserer Gesellschaft notwendig sind. Zudem deckt z.B. Deutschland nur ca. 20% seines Energiebedarfs mit Elektrizität. Nach „Adam Riese“ versorgt diese Ortschaft also nur knapp 7% ihres Energiebedarfs mit Photovoltaik. Doch selbst das stimmt noch bei Weitem nicht. Es sind nicht die produzierten Kilowattstunden, die uns zeigen, was eine Stromquelle bringt. Es ist ihr nicht ganz einfach zu schätzender Beitrag an die Aufrechterhaltung der verlangten Spannung im Versorgungsnetz während dem ganzen Jahr. Etwa in der Schweiz und in Österreich bringt die Photovoltaik nicht viel, denn 75% ihrer Stromproduktion erfolgt im Sommerhalbjahr und dann haben wir wegen unseren viel Wasser führenden Flüssen Stromüberschuss. Dieser lässt sich heute leider schlecht im Ausland verkaufen. Der Nutzen der Windkraft ist stark abhängig von der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit. Bis zur Grenze der nutzbaren Maximalgeschwindigkei​​​​t gilt folgende Regel: Doppelte Windgeschwindigkeit bringt achtfache Energieproduktion. Wind in windreichen Küstengebieten hat ein wesentlich höheres Potential als der in unserer Schweiz zu nutzende Wind. Zudem empfinden die davon betroffenen Menschen eine Vielzahl von Windturbinen als schlecht akzeptierbare Zumutung, die man möglichst vermeiden soll.

Zurzeit wächst in unseren Nachbarländern Deutschland, Italien und Österreich der fossile Anteil der Stromproduktion von Jahr zu Jahr. Auch der von uns aus diesen Ländern billig importierte Strom vergrössert unseren „schmutzigen Stromanteil“. Es ist nicht zu vermeiden, dass wir mit der Abschaltung unserer bereits alten AKW zunehmend Strom aus diesen Ländern importieren werden.

Glauben Sie wirklich, Herr Roland Fischer, dass Sie mit Ihrer radikalen und in ihrer Wirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz schlecht einschätzbaren Umstellung der eidgenössischen Besteuerung auf dem richtigen Weg sind? Der Bundesrat und das Parlament glauben es nicht. Ich auch nicht. Ich finde den Vorschlag einen totalen Unsinn.

Für die schrittweise Ablösung der fossilen Brennstoffe bin ich auch. Sie ist ein zentraler Punkt der von mir vorgeschlagenen Energiestrategie. Offenheit für kommende Entwicklungen, sei es im Bereich der erneuerbaren Energiequellen oder der Kernenergie, ist die beste in die Zukunft gerichtete Energiestrategie.

​​​​Bundesrätin Doris Leuthard hat freundlich dankend meinen Vorschlag für eine Neuformulierung des Energieartikels in ihre Handtasche gesteckt.
Willst Du, liebe Leserin/lieber Leser, ihn auch? www.ch-strategie.ch/E​nergiestrategie.pdf


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53%
(17 Stimmen)
Tobias Ackle sagte October 2014

Ich stimme nein zur öko Steuer. Es werden vor allem die Auto- , Motorradfahrer und das Transportgewerbe belastet. niemand wies wie viel das Benzin und Diesel aufschlagen wird ob 1 Fr. 2, 3, oder 4 Fr. pro Liter.
Das ganze hat auch nicht mit dem Klima zu tun.
Der denkende Bürger hat spätestens seit diesem viel zu kalten Sommer gemerkt das wir weit weg von einer menschengemachten Klimakatastrophe sind.
Zur Erinnerung im Januar wo auf der südlichen Halbkugel Sommer ist. gab es in der Antarktis Rekord Mengen von Eis, so das ein Forschungsschiff von "Klimaforschern" eingefrorener wurde.
Es wird zeit das der Bürger sich wehrt gegen unnötige Klima Umwelt und Co2 Steuer.
Stimmen Sie „nein“ zur Energie Steuer.


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42%
(12 Stimmen)
- - sagte October 2014

Ich bin dafür, die unsoziale Mehrwertbesteuerung abzuschaffen und sie durch soziale direkte Steuern zu ersetzen.

Beim Anliegen der Energie"steuer" kann es von mir aus nur um eine ökologische Lenkungsabgabe gehen, die pro Kopf und auf die Firmen ganz rückvergütet werden muss.


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64%
(11 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte September 2014

Sehr geehrter Herr Fischer
Sie sind Ökonom. Dass Sie die „Energiewende“ und insbesondere den Atomausstieg durch ökonomische Massnahmen erreichen wollen, ist nahe liegend. Leider genügt diese Ausbildung bei der komplexen Beurteilung der zukünftigen Entwicklung unserer Energieversorgung nicht. Deshalb studierte ich an der Uni Bern nicht nur Volkswirtschaft sondern auch Physik (inkl. Kern- und Reaktorphysik) sowie Mathematik. Zudem ist es notwendig, die internationale Forschung über längere Zeit zu beobachten und zu verstehen.

Die Nutzung der fossilen Brennstoffe Erdöl, Erdgas und Kohle sowie die damit verbundene Industrialisierung ermöglichten der Menschheit ein Wachstum von 1 auf 7 Mrd. Menschen. Erdöl und Erdgas werden in den kommenden Jahrzehnten knapp, politisch umkämpft und unter dem Einfluss von Spekulanten teuer. Anstatt schrittweise auf die nicht Fossilen Energiequellen umzusteigen, schauen wir machtlos zu, wie ihr Anteil an der weltweiten Gesamtenergieversorgu​ng bereits auf 15% abtaucht. Die schrittweise Ablösung der fossilen Brennstoffe durch erneuerbare Energie und Kernenergie dürfte eine der grössten Herausforderungen der Menschheit sein.

Die Nutzung der Kernenergie steht erst ganz am Anfang ihrer langfristigen Entwicklung. Brennstoff gibt es auf der Erde unbeschränkt. Wir nutzen bis heute nicht Uran, wie viele meinen, sondern das darin nur spurenweise (0,7%) vorhandene Nuklid Uran-235. Der riesige Rest ist Uran-238 und kann schon bald in Reaktoren der 4.Gen. genutzt werden. Der erste produktive Reaktor dieser neuen Generation wird zurzeit in Rongcheng (China) gebaut. Es ist ein relativ kleiner (250 MW) mit der Bahn transportierbarer Reaktor. Eine Kernschmelze wie in Fukushima ist nicht möglich. Reaktoren der 4.Gen. können auch das weit verbreitete Nuklid Thorium-232 nutzen.

Das langfristig mit Abstand grösste Potenzial hat die Kernfusion. Entsprechend gibt es dort auch die grössten international abgestützten Projekte, allen voran Iter in Cadarache (F). Beteiligt sind die USA, Russland, China, Indien, Südkorea, Japan, die EU und auch die Schweiz. Der dort in Bau stehende Kernfusionsreaktor soll uns ab ca. 2022 zeigen, dass der Dauerbetrieb der Kernfusion möglich ist. Die vielen Computersimulationen zeigen uns schon heute, dass er laufen wird. Brennstoff sind Wasserstoff-Isotope. Von diesen hat es auf unserer Erde unbeschränkt.

Reak​torabfälle werden bei den Reaktoren 4. Generation und bei den Fusionsreaktoren kein grosses Problem mehr sein. Ihre Radioaktivität klingt in überblickbar kurzer Zeit ab. Da unsere heutigen Reaktorabfälle noch sehr viel nutzbares Uran-238 enthalten, dürfen die ausgemusterten Brennstäbe nur rückholbar gelagert werden. Die Nagra achtet in ihren Studien streng darauf.

Die von Bundesrat und Parlament beschlossene „Energiewende“ war ein Schnellschuss im Fukushima-Schock. Zurzeit steht kein Reaktorprojekt zur Diskussion. Für die schrittweise Ablösung der fossilen Brennstoffe braucht es sowohl erneuerbare Energien wie Kernenergie. Das Schweizervolk will heute keine radikale Umstellung des Steuersystems. Ungeduldig warten wir auf die Referendumsabstimmung​ zum neuen Energiegesetz und damit zum Atomausstieg. Offenheit für kommende Entwicklungen sowohl bei den erneuerbaren Energien wie bei der Kernenergie wäre die nahe liegende und in die Zukunft weisende Energiestrategie.

Zur Energiewende hier noch ein viel beachteter Vortrag des international bekannten Ökonomie-Professors Hans-Werner Sinn: www.youtube.com/watch​?v=m2eVYWVLtwE



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44%
(9 Stimmen)
Lars von Lima sagte September 2014

Etwas sarkastisch gesagt, bekommen nun alle Elektroschockgeräte zur täglichen Steueraufladung? Das EFD wird eine zweimalige Schockladung wünschen, wegen Steuerausfällen. Aber wie reguliert man solchen Schockgeräte? Und welche OECD Richtlinie wird per grauer Liste der Schweiz vorgeworfen?


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42%
(12 Stimmen)
Elsi D. Stutz sagte September 2014

"So ist die Nachfrage nach Treib- und Brennstoffen so genannt „preisunelastisch“. Das bedeutet, dass bei einem Preisanstieg die Nachfrage weniger als proportional zurückgeht. Konkret, bei einem Preisanstieg von 10 Prozent geht z.B. der Verbrauch von Benzin kurzfristig lediglich um ca. 1 Prozent und langfristig um ca. 3 Prozent zurück. Es ist somit eine relativ hohe Steuer notwendig, damit eine Lenkungswirkung erzielt wird und somit die Ziele der Energiestrategie erreicht werden können."

Mangels Alternativen, ist dies ja logisch! Irgendwie müssen wir uns ja bewegen. Von A-B, in der Regel um das Bruttosozialprodukt zu steigern! Bei Benzinpreisen von Fr. 4 und mehr, rechnet es sich das für den Normalbürger aber vermutlich def. nicht mehr. Fliesst diese Steuer direkt in die Solzialkasse?


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38%
(13 Stimmen)
jan eberhart sagte September 2014

Ja, der Klimawandel könnte potenziell grosse negative Folgen haben, wenn er zu schnell und zu stark erfolgt.

Die wissenschaftlichen Belege sind eindeutig, dass die Temparaturen gestiegen sind und weiter steigen werden. Wie hoch, wissen die Götter.

Tatsache ist aber, dass die Schweiz allein nichts ausrichten kann und die Grössen "Verschmutzer" nun mal China und die USA sind.

Deshalb braucht es internationale Anstrengungen, v.a von den "Haupttätern". Wenn die Schweiz unilateral Massnachmen ergreift, die dazu verherrende wirtschaftliche Folgen haben könnten, schade das der Schweiz und ändert nichts am Klimawandel.


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47%
(17 Stimmen)
Dany Schweizer sagte September 2014

Herr Fischer

Grundsätzl​ich ist dem nichts entgegen zu halten. Es ist einfach eine andere Art von STeuern. Ob es wirklich dann eine gute Steuer würde müsste erst erprobt und "durchgespielt" werden.

Was jedoch sicher zu sagen ist, wenn man Politiker mit einem solchen Vorhaben beautragen würde, wird das ganze so ausgestaltet, dass schlussendlich nicht gleichviel oder etwas mehr in der Bundeskasse ankommt, sondern MASSIG viel mehr.


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64%
(22 Stimmen)
Werner Nabulon sagte September 2014

Herr Roland Fischer, GLP,
Nach diesem "Rekordsommer" gab es eine Meldung, dass 2014 angeblich das wärmste Jahr gewesen sei, Global gesehen.
Wir konnten uns ja nicht auf den im Ameisenhaufen sitzenden Muotathaler Wetterfrosch verlassen, der einen Rekord Sommer (ja, es war ein Rekord bei uns) so viel Regen wie noch nie, vorhergesagt hatte.

Das Thema Global Warming ist meiner Ansicht nach ausgelutscht. Die falschen Berichte und Daten von IPCC kann man vergessen. Es wird Zeit, dass langsam aber sicher wieder "normales Denken" die Oberhand gewinnt.
Und ja, Betrüger die solche Zahlen faken und veröffentlichen sollte man bestrafen, denn sie schaden allen. So sehe ich das.
Schönen Tag


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