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Les grandes petits gilets jaunes

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Emmanuel Ma­cron ist ein ehr­li­cher Mann. Er hat sich nicht ver­stellt. Schon im Wahl­kampf hat er wie ein selbstü­ber­heb­li­ch​​er, ar­ro­gan­ter Bes­ser­wis­ser ge­wirkt. Er hat kei­nen Hehl dar­aus ge­macht, dass er den Staat ra­di­kal um­bauen und mo­der­ni­sie­ren will. Nach der Wahl hat er Wort ge­hal­ten und hat die Er­neue­rung ein­ge­lei­tet. Em­ma­nuel Ma­cron könnte man als WY­SI­WY­G-Prä­si­den​​­ten (what you see is what you get) bezeichnen.

Das Problem der Franzosen ist, dass sie Niemanden mehr haben, der ihnen das «Leben als Gott in Frankreich» finanziert. Als Frankreich noch gross war, hat es von der Ausbeutung der Kolonien gelebt. Die Franzosen haben nie gelernt zu Arbeiten. Jetzt wo sie von ihrer Arbeitskraftleben müssten (was haben sie den sonst?) können sie es nicht.

In Frankreich beginnt der Arbeitstag um 9 Uhr und um 15 Uhr ist er auch schon wieder fertig.

Arbeiten will niemand. Niemand ist zufrieden von dem was er sich erwirtschaftet. Andauernd wird gestreikt. Öffnungszeiten sind in Frankreich theoretische Grössen. Viele Geschäfte öffnen irgendwann und machen bald wieder zu. Das Personal ist nicht an den KundInnen interessiert. Kunden sind prinzipiell Bittsteller. Im Postamt kann der Kauf einer Briefmarke gut und gern 30 Minuten und mehr dauern.

Ausser im Zentrum, der Île-de-France ist Frankreich strukturschwach, heruntergekommen und dreckig (mal abgesehen von den Tourismus-Zentren, Gated Communitys & Co). Wo es einen ÖV gibt, ist er schlecht organisiert. Das Rollmaterial ist 50 Jahre alt und mehr. Der TGV hat an Glanz verloren.

Frankreich ist eine gespaltene Nation. Die politischen Fronten sind verhärtet. Links und Rechts haben sich nichts mehr zu sagen. Rechtsparteien treten selbstbewusst bis aggressiv auf. Zum alle Übel kommen die Probleme in den Banlieue hinzu. So wie sich Frankreich heute präsentiert, scheint ein Bürgerkrieg jederzeit möglich.

Als 2013 die Schweizer-Armee die Reaktion zu Unruhen in Frankreich übte, war das Unverständnis gross. Heute schient es, als ob Ueli Mauer damals die Situation richtig einschätzte.

Auf dem Land ist das Konsumangebot beschränkt. Es wird verkauft was die Agrarmultis den Menschen auftischen. Die Preise sind fast so hoch wie in der Schweiz und die Löhne sind tief. Als Aussenstehender fragt man sich: Wie schaffen es die Franzosen zu überleben? Wovon leben sie?

Kein Wunder sind die Mensch wütend und lassen ihren destruktiven Trieben freien Lauf. Nur ändert sich dadurch nichts.

Nicht arbeiten, gegen alles zu sein was Besserung bringen könnte und die Notwendigkeiten der Zeit zu negieren kann nicht funktionieren. Solange die Franzosen nicht akzeptieren, dass sie nicht mehr GRANDE sind und genau genommen nie waren, schreitet der Niedergang voran.

Wahrlich Emmanuel Macron ist kein Sympathieträger, aber er kann einem Leid tun. Die Unregierbaren zu regieren kann nur schiefgehen.

 

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Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(10 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte December 2018

Ich habe mich stets gewundert, wie es möglich ist, die Gewerkschaften zu beschwichtigen, zumal hier und dort "Sozialabbau", wie die Gewerkschafter solche Massnahmen nennen, betrieben wird, indem Macron diverse unverdiente Privilegien abschafft. Nun stellt sich heraus, dass er die Schraube überdreht hat. Zudem hat er, wie andere Kommentarschreiber gemäss den Medien meinen, ungeschickte Bemerkungen gemacht und damit seine Arroganz gegen "sein" Volk blossgelegt.

Offen​bar muss er jetzt zurück Buchstabieren.
Die Staatsschatulle ist zwar leer.
Kein Problem, Frankreich ist ja in der EU.
In der EU hilft man einander!
(Herr Bender könnte schon sagen, wie man das macht.)
Wahrscheinli​ch wird der französische Staat nochmals einige Kisten zinsfreie Staatsanleihen ausgeben müssen.
Die wenigen vermögenden EU-Geberländer werden dann ganz sachte zur Zeichnung eingeladen.

Das geht solange bis das Volk jener Geberländer genug hat, von solch absurden Geschäften.
Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis die deutschen Steuerzahler auf die Barrikade steigen.
Als deutscher Staatsbürger bin ich schon längst wütend, über die Finanzpolitik der - wer denn?
Soll ich über die EU, oder soll ich über die deutsche Finanzpolitik wütend sein?
Wer kann mir helfen?



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60%
(10 Stimmen)
Karlos Gutier sagte December 2018

Macron:

Wenn ihr kein Geld habt für Sprit, dann fahrt doch Taxi! Ich muss mich um unsere neuen Kinder kümmern.


Frankre​ichs Präsident Emmanuel Macron hat erneut viele Bürger mit Äußerungen zu seiner Reformpolitik verprellt. Am Rande eines Besuchs am Grab von Ex-Staatschef Charles de Gaulle in dem Ort Colombey les Deux Églises sagte Macron zu einer Gruppe von Seniorinnen, sie dürften sich über Rentenkürzungen nicht beschweren. Jeder im Land müsse „sich anstrengen“.

Die Frauen beklagten sich bei dem Präsidenten über „schmerzhafte“ Einschnitte durch die Anhebung der Sozialsteuer durch seine Regierung und die damit verbundene Rentenkürzung. Macron wies die Frauen daraufhin zurecht: „Das Einzige, was man nicht machen darf, ist, sich zu beschweren.“

Das habe ihm der Enkel de Gaulles gesagt, und das sei auch das Motto des 1970 verstorbenen Generals gewesen. „Das Land wäre dann besser dran“, betonte Macron.


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75%
(12 Stimmen)
ueli hofer sagte December 2018

Herr Kuske hat recht, wenn er sagt, Frankreich als frühere Kolonialmacht habe heute Mühe, sich als prosperierende Wirtschaftsmacht zu etablieren. Das ist in Belgien, England, Portugal und Spanien nicht anders. Aber in Frankreich gibt es noch andere Handicaps.

*Da gibt es beispielsweise die Arroganz, wie von Kuske erwähnt.
Arrogant in der Politik-Führungsgilde​ hat in Frankreich Tradition.
Arroganz wird bereits in der Kaderschmiede der ENA gelehrt.
https://www.nzz.ch/​zuerich/frankreichs-k​aderschmiede-ena-wohe​r-die-minister-kommen​-ld.1290330

*Da gibt es beispielsweise das zentrale Paris.
Hierzu eine kleine, alte Geschichte:
Ich habe einen Freund. Dieser begibt sich regelmässig in eine Kleinstadt, nicht fern von der Schweizergrenze. Bei diesem Treffen ist jeweils der Maire des Ortes anwesend. Jener hat meinem Freund gesagt, dass es im Departement seiner Gemeinde etliche Schweizer gebe, die sich illegal dort aufhielten. Sie würden nirgends Steuern bezahlen. Und die Maires wüssten es, und sie hätten nichts dagegen. Wenn es aber eine wichtige Sache zu finanzieren gäbe, zum Beispiel ein Schuhlaus bauen, werden diese illegalen Ausländer dann gebeten, sich zu beteiligen. Und sie seien in der Regel sehr grosszügig. Würden jenen Steuern abgeknüpft, flösse dieses Geld nach Paris, und es würde, niemand weiss wo, investiert.
Ob das in der heutigen Zeit noch so ist, weiss ich nicht.

Ein weiteres Beispiel, das vom in Paris zentral regierten Frankreich herrührt sind die Grenzgänger. Im Elsass und in Lothringen gibt es etliche Kleinbetriebe, die der französischen Regierung und den Gewerkschaften adieu sagten, die Buden schlossen und über den Rhein nach Deutschland ziehen. Dort beschäftigen sie nun dieselben französischen Bürger wie vorher. Dann gibt es noch die vielen Grenzgänger, die tagtäglich über die Schweizergrenze nach Genf und nach Basel pendeln. Diese fragen nicht nach den grosszügigen Arbeitsbedingungen in Sachen kürzere Arbeitszeit und Pensionsalter. (Sehen Sie sich im französischen Städtchen Annemasse bei Genf um - wie trostlos!)

Brüssel​ ist nun das Paris in der EU! Die EU ist im Begriff denselben Weg zu gehen wie Frankreich. Nämlich den Weg zum Zentralismus. Die Betrogenen sind Deutschland und Holland. Diese tragen die Hauptlast der EU, indem sie wertlose Staatspapiere in x-Milliardenhöhe den Franzosen und den Italienern abkaufen müssen. Dennoch machen sich die Geberänder verhasst, weil sie sich anmassen, den Nehmerländern mehr Sparsamkeit zu empfehlen.

Quintes​senz: Keine Rahmenverträge mit der EU



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53%
(15 Stimmen)
Hans Knall sagte December 2018

Dass die Französischen Bürger sich nur noch mit Demonstrationen oder gar Revolutionen zu helfen wissen, liegt zu grossen Teil daran, dass sie über keine anderen Volksrechte verfügen um ihre eigenen Rahmenbedingungen zu bestimmen. Kein weltweit als „Demokratie“ bezeichnetes Land vereinigt eine solche Machtfülle in einer Person wie beim Französischen Staatspräsidenten.

Es zeigt einfach ein weiteres Mal sehr anschaulich auf, dass die für das davon betroffene Volk wichtigen Entscheide niemals von Einzelpersonen, kleinen Gremien oder Verwaltungen besser getroffen werden können, als durch das Volk selber.

Mit der Ablehnung der Selbstbestimmungsinit​iative haben sich die Schweizer Bürger einen Schritt näher an die Verhältnisse herangebracht, wie sie in Frankreich, aber auch in Spanien, Deutschland oder der Ukraine usw herrschen. Dass die Schweizer das nicht begriffen haben, ist angesichts der doch zahlreichen Vergleichsmöglichkeit​en, nach wie vor nicht zu verstehen.

Es wird grosse Mühe bereiten, den angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Wenn es nicht bereits zu spät ist.


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64%
(14 Stimmen)
Emil Huber sagte December 2018

Macron ist eine neoliberaler Rothschild Investmentbänker, nichts anderes.

Werdegang​:

Investmentbanker​
Nach seiner Tätigkeit im Finanzministerium arbeitete Macron im Pariser Institut Montaigne, einer wirtschaftsliberalen Denkfabrik. Eingeführt von Serge Weinberg, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden​ von La Redoute und Verwaltungsratspräsid​enten von Sanofi, und Jacques Attali erhielt er 2008 mit 31 Jahren eine Position als Investmentbanker bei der Pariser Investmentbank Rothschild & Cie. Zwei Jahre später wurde er Partner (associé-gérant) bei Rothschild. Im Jahr 2012 begleitete Macron eine der größten Übernahmen des Jahres, den Kauf der Säuglingsnahrungsspar​te des US-Pharmakonzerns Pfizer durch den Nahrungsmittelkonzern​ Nestlé für 11,9 Milliarden US-Dollar.

Und was wollen Investoren? Leistungsloses Einkommen natürlich, aus Dividenden und Börsengewinnen!
Die Franzosen sind vielleicht klüger als die Schweizer, welche vom Schnulleralter bis der Sargdeckel zufällt schuften sollen, damit sie den Reichen gut gefallen.
Die Franzosen wollen vielleicht noch so etwas wie ein Leben VOR dem Tod haben, recht haben sie, nur Macron war eindeutig die falsche Wahl.
Aber der Trend zu Investmentbänkern in der Politik ist wohl erkennbar?
In Deutschland steht schon Merz als Mitarbeiter des Riesen Vermögesverwalter Blackrock in den Startlöchern.
Wen dieser Nachfolger von Merkel wird werden die Deutschen sich bald wieder nach ihr zurücksehnen.





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44%
(16 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte December 2018

"Les gillettes jaunes – von ganz gross bis ganz klein"

Mit dem Suchbegriff "Gillettes jaunes" findet ich gelbe Rasierer, Herr Kuske, und mit "gilets jaunes* gelbe Warnwesten in allen Grössen. Helfen Sie mir bitte! Danke.


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47%
(15 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte December 2018

Na ja, sehe dies nicht gar so kritisch, Frankreich hat auch heute noch viele Vorteile, die wir nicht haben. Nur die Steuern sind viel zu hoch, die Kommunisten wohl noch zu stark.

Der Deutsche und der Deutschschweizer lebt um zu arbeiten,
der Franzose arbeitet um zu leben, schon ein wesentlicher Unterschied,

oder


"Schaffe schaffe Häusle bauen
und nicht nach de Mädle schauen."

Sind halt diametral verschiedene Ansichten was im Leben wichtig ist. Steht ja Jedem frei.

Die Fürsten hätten sich und ihren Völkern viel Unglück ersparen können, wenn sie die Hofnarren nicht abgeschafft hätten. Seit die Wahrheit nicht mehr sprechen darf, handelt sie.
Ludwig Börne


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50%
(8 Stimmen)
Antoine Kuske sagte December 2018

Würde man die Arbeit gerecht auf alle verteilen kämmen etwa 5 Stunden im Tag heraus. 5 Stunden arbeiten und nicht 5 Stunden präsent zu sein. (btw: Man könnte auch ein bedingungsloses Grundeinkommen machen, aber das nicht mehrheitsfähig.)
Die​ Franzosen haben ein Problem mit der Arbeitsmoral und der Qualität. Die Probleme kommen nicht von zu kurzen Arbeitszeiten, sondern von dem was bei der Arbeit herauskommt.


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36%
(11 Stimmen)
Dany Schweizer sagte December 2018

Irgend etwas kann da an Ihrer Aussage nicht stimmen. In der Schweiz schreit man nach Fachkräften, und Sie möchten die Arbeit mit 5 Std im Tag verrichten? Woher möchten Sie die Fachkräfte nehmen? Noch mehr "importieren"? Die Schweiz noch mehr verbauen?


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14%
(7 Stimmen)
Emil Huber sagte December 2018

Bei dem Schreien nach Fachkräften geht es doch oft nur um jung, billig und willig. In einigen Sektoren werden durch die Digitalisierung und Automatisierung, Roboter etc. nicht wenige Stellen wegfallen. Das Problem ist, der Arbeitnehmer hat nichts davon, die Erträge gehen in die Taschen von Investoren, Aktionären, Firmenbesitzern.
Es wäre also nur logisch, die noch vorhandene Arbeit gerecht zu verteilen, so weit das von Qualifikationen her möglich ist.

Bedingungslos​es Grundeinkommen:

Wi​rd in Kenia getestet:

https://​www.stern.de/wirtscha​ft/news/grundeinkomme​n-kenia-erfahrung-760​1294.html

Auch in Schweizer Gemeinden wurde und wird getestet, allerdings auf eine Art und Weise, die es ziemlich sicher zum Scheitern verurteilt.
Um auf Gemeindeebene ein Grundeinkommen zu testen braucht es nach meiner Meinung einen vom Haupt - Geldkreislauf getrennten Geld - Kreislauf um zu verhindern, dass das Geld für das Grundeinkommen weg fliesst und dann zu wenig Rückfluss stattfindet.
Dies könnte man z.B besser mit einer Regionalwährung testen, welche nur dort als Zahlungsmittel dient.




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56%
(9 Stimmen)
Antoine Kuske sagte December 2018

@Dany Schweizer
Entziffert​: In der Schweiz herrscht die 33-Stunden-Woche
htt​ps://www.bilanz.ch/un​ternehmen/entziffert-​der-schweiz-herrscht-​die-33-stunden-woche#​
Das war 2005. Ausgesteuerte und Prekäriat mit Zero Hour Contract in der Schweiz ca. 15% der erwerbsfähigen Bevölkerung. Diese wieder integrieren plus 20% Produktivitätsfortsch​ritt durch Roboter plus heute voll aktive Erwerbsfähige geteilt durch vorhaltende Arbeitsstunden gibt einen 5-Tageswoche à 5 Arbeitsstunden pro Tag. Das war jetzt mal optimistisch gerechnet und konservativ geschätzt.
https://e​n.wikipedia.org/wiki/​Zero-hour_contract
"​Wie lässt sich der scheinbare Widerspruch der gleichzeitigen Ängste vor hohen Stellenverlusten durch den «Computer» und vor einem Mangel an Fachkräften auflösen? Eine Durchsicht der Fachliteratur sowie Rückfragen bei Vertretern der Wirtschaft und bei Ökonomen liefern Hinweise:
https://ww​w.nzz.ch/wirtschaft/d​ie-angst-vor-dem-verl​ust-der-arbeitsplaetz​e-ld.1374749 "
Noch etwas: Hat man Fragen erst nachdenken, dann googeln und dann fragen. Sonst riskiert man sich lächerlich zu machen.


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30%
(10 Stimmen)
Dany Schweizer sagte December 2018

Schöne Theorie.

Fakt ist, wenn alle ihre Arbeitzeit reduzieren, damit weniger Verdienen, sinkt automatisch die gesamte Steuereinnahme. Dadurch wird man einfach die Steuerbelastung in % erhöhen und wir sind wieder an gleicher Stelle.

Es ist schönrederei, zu glauben, man könne mit einer 33 Std-Woche, die Arbeit besser oder anders verteilen. Die gewonnene Freizeit müssen sie zudem noch "vermögen". Freizeit kostet immer Geld, welches sie mit einer 33 Std-Woche nicht verdient haben.

Ihre Gutdenkerversion würde nur funktionieren, wenn:

- alle tatsächlich arbeiten wollten
- Steuerbelastungen nicht steigen würden, durch den Steuerausfall (degressives Steuerverhalten)
- dank hoher Staatsschulden keine Wirtschaftssteigerung​ nötig wäre, um die Schuldenbezahlung zu decken.
- usw. usw.

Reine Theoretikerrechnung

Das bedingungslose Grundeinkommen funktioniert genau aus gleichen Gründen nicht. Und ich bin nicht gewillt, den Nichtarbeitswilligen,​ mit meiner Leistung das Leben zu versüssen.

Ich habe mein ganzes Leben immer gearbeitet und noch nie vom Staat Hilfe bekommen. Somit vielen Nichtarbeitenden geholfen zu Überleben. Das ist genug und muss nicht noch mehr werden.

Aber es ist schön, wenn Sie glauben, dass Ihre Wünsche in die Realität umgesetzt werden können. Schliesslich glauben Lottospieler auch daran, dass sie den grossen Jackpot bekommen.


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75%
(8 Stimmen)
Antoine Kuske sagte December 2018

«Es ist schönrederei, zu glauben, man könne mit einer 33 Std-Woche, die Arbeit besser oder anders verteilen.»
Wie Sie dem Billanzartikel von 2005 entnehmen können, ist die 33 Stunden Woche schon Realität. In vielen Berufen wird heute flächendeckend 80% gearbeitet. Das heisst im Umkehrschluss: Mit 80% eines heutigen 100%-Lohns kann man, entsprechende Ausbildung vorausgesetzt, gut leben.
Nicht zu vergessen ist, viele nur noch auf Abruf arbeiten dürfen und chronisch zu wenig verdienen. Zu wenig um anständig zu leben, zu viel für die Sozialhilfe.
Was ich geschrieben habe ist hypothetisch. Voraussetzung ist Vollbeschäftigung und die Vergesellschaftlichun​g des Produktionsfortschrit​ts.
Roboter werde nicht alle Arbeitsplätze vernichten, sie werden auch neue schaffen. Aus heutiger Sicht kann die Aussage zutreffend.
Warum werden Roboter entwickelt? Meine Sicht ist folgende: Weil sie Automaten sind, mit denen Geld verdient werden kann. Wenn am Ende kein Gewinn herauskommt, würde ausser ein paar Open-Source-Bastler niemand Roboter entwickeln. Oder denken Sie das Facebook, Google & Co Roboter/KI aus reiner nächsten Liebe entwickeln?
Seit Beginn der Industrialisierung sinkt die Arbeitszeit bei steigenden Löhnen. Es wird immer weniger gearbeitet und mehr verdient. Bei Industrie 4 wird es nicht anders sein. Nur geht die Transformation nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne.
Entweder friedlich oder wie es die Gilet Jaunes vormachen gewaltsam. Die Dinge werden sich ändern. Und zwar schneller als uns lieb ist.


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33%
(9 Stimmen)
Dany Schweizer sagte December 2018

Ihr Umkehrschluss ist falsch.

Nur weil man "errechnet" hat, dass gewisse Branchen angeblich mit 80% Arbeit 100% leisten würden. Schon da beginnt die Theorie, welche falsch ist.

Man nimmt einfach an, dass die heutige Produktion 100% sei, welche geleistet wird. Dass dazu 80% Leistung benötigt wird, liegt daran, dass mittels Teilzeit, Abruf usw. die Produktionsmenge gehalten wird, jedoch die Arbeitsleistung reduziert wird je 100%.

Das ist ein normaler Prozess. Jede Firma, die eine Leistung erbringt in der Wirtschaft, versucht mittels Optimierung gleiches zu Leisten, mit weniger Aufwand. Dies hat jedoch zur Folge, dass Menschen immer mehr in "Stress" geraten und das Burnout immer aktueller wird. Dies wiederum ist den Firmen jedoch egal, da die Krankheitsleistung über die Versicherung abgedeckt ist.

Damit diese Versicherung wiederum optimieren kann, lagert sie immer mehr Leistungen aus, oder streicht sie aus dem Katalog. Das bedeutet wiederum, dass der "Gestresste" die Leistungsabsicherung selber bezahlen muss. Ergo ist die Produktionssteigerung​ der Firma lediglich auch eine Kostenverlagerung immer mehr auf den Leistungserbringer, welcher daraus wiederum mehr Lohn fordert, dass er die Abdeckung finanzieren kann.

Daher stimmt Ihre Rechnung nicht, weil es lediglich eine Rechnung auf der Basis EINER Leistungsberechnung ist. Die daraus entstehenden Folgen, sind in den Berechnungen der Bilanz nicht enthalten.

Jede "Industrierevolution"​ hat Verlierer und Gewinner. Zur Zeit gewinnen die Aktionäre und Jene, die keine Leistung erbringen. Das wird solange gut gehen, bis der Leistungserbringer an den Punkt kommt, dass er sich erhebt. (Nase voll hat). Solange aber dem Volk immer schön und mehr vor die Nase gehalten wird, scheint es noch Ruhig zu halten. Warten wir ab, was geschieht. Denn eine EU trägt auch dazu bei, dass die Stimmung der Leistungserbringer immer mehr sinkt und zu Tumulten führen wird.


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63%
(8 Stimmen)
Antoine Kuske sagte December 2018

Reichlich viel Hypothesen.
Ausgangs​punkt meiner Überlegung war, dass heute im 33 Stunden in der Woche gearbeitet wird. Wie auch immer, es ist möglich mit dem dabei verdienten Geld über die Runden zu kommen. Die einen schaffen es gut, die anderen haben Problem. Ist es auch egal, anscheinend klappt unser System gut. Mich interessiert, dass das System funktioniert, warum ist für mich zweitrangig.
Unabhängig davon, ob es bei 25 Wochenstunden genug Lohn gibt, die 25 Stunden Woche kommt alleine schon wegen der Automatisierung.
Wie dann der Produktionsgewinn verteilt wird, ist eine andere Frage.
Ich würde gerne in 1980er Jahre zurück. Da gab es immer Arbeit. Ein Telefon und schon hatte man einen Job. Man konnte 2 Jobs haben. Drei Monate 7 Tage die Woche arbeiten. 9 Monaten auf Reisen gehen.
Das ist Vergangenheit, das geht nicht mehr. Ein Grund, dass dies nicht mehr geht, ist der Produktivitätsfortsch​ritt. Wo ich vor 30 Jahren am Fliessband stand, steht heute ein Roboter oder die Fabrik (Maagi Kemptal ) existiert schon gar nicht mehr.
Meine persönliche Lebenserfahrung sagt mir: Immer mehr und grössere Maschinen nehmen den Menschen die Arbeit weg. Folge davon: Weniger Arbeit, weniger Lohn. Dafür mehr Gesetze und Abgaben.
Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem es nicht mehr geht. In der Schweiz geht es in der Regel noch gut und wenn nicht gut, dann irgendwie.
In Frankreich geht es nicht mehr, darum die wütenden Gilet Jaunes.
Für die, die wenig haben wird es immer schwieriger. Denen die viel haben, geht es immer besser. Geld vermehrt sich von selber ohne Arbeitsleistung.
Egal wie man es auch immer rechnet. Was gescheite Leute für Theorien haben. Wie man das System auch nennt. Welche politischen Moden vorherrschen. Auf der Welt gibt es genug für alle.
Das wissen die Menschen instinktiv, darum werden sie auch wütend, wenn Tüchtigen verlieren und die Faulen gewinnen.


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33%
(9 Stimmen)
Dany Schweizer sagte December 2018

Das ist falsch - die "Maschinen" nehmen Ihnen nicht die Arbeit weg, sondern Sie entwickeln sich zu wenig schnell, dass Sie diese Maschinen bedienen und überwachen können. Das soll nicht heissen, dass Sie dumm wären, sondern der Mensch in seiner Entwicklung und Ausbildung ist nicht so schnell, wie die Maschinen die Arbeit übernehmen.

Daher ist es mehr als nötig, dass Menschen immer mehr Lernen und das gelernte nicht nur umsetzen, sondern dabei immer weiter lernen. Es funktioniert nicht mehr wie 1970 oder 80ig, dass man in einem Betrieb angefangen hat zu arbeiten und in seinen Job pensioniert wird. Der Job verändert sich heute sehr schnell und diese Anpassungen müssen wir mitmachen, ansonsten passiert genau das was Sie hier schildern (Maschienen nehmen den Job weg).

Danke - für mich ende an dieser Stelle. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die warten bis mir der Computer/Maschine/Rob​oter die Arbeit "wegnimmt", sondern zu Jenen die immer bestrebt sind, der Maschine einen Schritt voraus zu sein. Eben halt mit dem Umstand, dass ich mit 40/50 und auch später immer wieder die Schulbank drücke, und eine Entwicklung mitmache, die mich immer wieder aus der Konfortzone holt.


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43%
(7 Stimmen)
Antoine Kuske sagte December 2018

«Das ist falsch - die "Maschinen" nehmen Ihnen nicht die Arbeit weg, sondern Sie entwickeln sich zu wenig schnell, dass Sie diese Maschinen bedienen und überwachen können»
Sehe ich so: Die Arbeitsmarkt ist nicht genug durchlässig. Wenn sie sich beruflich Verändern wollen, scheitert das oft am inkonsistenten Lebenslauf. Oft scheitert es nicht an den Fähigkeiten der BewerberInnen, sondern an den meistgefahrenen Denkmuster der HRM-Leute.
Maschinen​ bedienen und überwachen, das ist eine reichlich romantische Vorstellung. Dass sich Maschinen selber und gegenseitig bedienen, ist der Inhalt der Robotisierung. Irgendwann hat der hinter letzte kollaborative Roboter ausgelernt. Menschen sind definitiv störende und überflüssige Fehlerquellen.
Deep Learning &Co sind State of the Art. Automaten die von selber lernen und keinen menschlichen Input mehr brauchen.


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50%
(2 Stimmen)
Alex Müller sagte March 2019

Bleiben wir doch einfach bei den - hier üblichen - Arbeitsstunden. Also 40 - 44 Std.
Es gibt sogar Produktionsbetriebe, bei welchen die Angestellten , seit den Währungsbedingten Exportschwierigkeiten​, freiwillig 1 Stunde mehr arbeiten. Bei gleichem Lohn . Das ist gescheit und zeugt von hoher Identifikation mit Beruf und Firma und einem Verständnis für Zusammenhänge .
Natürlich gibt es auch jene die viel mehr Stunden am Arbeitsplatz anwesend sind. Beispiel: Assistenzärzte in Spitälern.
.


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62%
(13 Stimmen)
Raschle Felix sagte December 2018

Wer glaibt, dass bei den Franzosen keine Arbeitsmarktreformen nötig sind ist ein Träumer. Würden wir mit den gleichen Bedingungen wie die Franzosen arbeiten, wäre die Schweiz nicht so gut situiert. Auch die Reichen bei uns hätten viel weniger zu lachen.


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73%
(15 Stimmen)
Antoine Kuske sagte December 2018

Der Föderalismus hat in Frankreich grosse Fortschritte gemacht. EU sei dank sind die Franzosen da auf einem guten Weg. Besonders die Vielsprachigkeit hat extem grosse Fortschritte gemacht :-) (Bretonisch, Okzitanisch, Baskisch, Deutsch). Dafür darf und muss man die Franzosen loben.
Nur mit der Wirtschaft bringen sie es nicht auf die Reihe. Das Anspruchsdenken der Franzosen, passt nicht zu den wirtschaftlichen Realitäten. Dort liegt das Problem. Egal ob bei Lohn, Infrastruktur oder Arbeitsmoral, die Franzosen leben in einer Traumwelt.
Wie auch immer, es weht ein Hauch von Drittweltstandard durch Frankreich.


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67%
(15 Stimmen)
jan eberhart sagte December 2018

Macron als "Präsident der Reichen" und als Pariser hat gar keine Ahnung vom Leben des "Prekariats".

Das Frankreich von heute ist nicht das Frankreich des Sonnenkönigs.

Etwa​s mehr Föderalismus als die Alleinherrschaft der Pariser Obrigkeit wäre gut.


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