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Mängel im schweizer Antidopingkampf

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Doping im Rad­sport ist in der Schweiz schon lange ein be­deu­ten­des The­ma. Rad­sport­stars, wie Lau­rent Ja­la­bert, Jan Ull­rich oder Ri­chard Vi­ren­que konn­ten wegen des Win­ters lange nicht trai­nie­ren. Die Schweiz ist je­doch zu nach­läs­sig, was Do­ping­me­tho­den be­trifft. Be­son­ders die Re­gio­nen um den Gen­fer­see oder im Tes­sin hat­ten hier kei­ner­lei Straf­ver­fol­gun­gen​​ voll­zo­gen. Fest­nah­men und Raz­zien droh­ten nur an­ders­wo.

Die gesetzlichen Grundlagen in der Schweiz stellen auf Grundlage des Sportförderungsgesetz​​es den Eigengebrauch von Doping bislang nicht unter Strafe. Lediglich der Besitz größerer Mengen an illegalen Substanzen oder auch deren Weitergabe ist strafrechtlich von Bedeutung. Andere Länder, wie Deutschland, haben hier deutlich strengere Gesetze. Denn nicht nur Sportregulatoren und Fans haben ein Interesse an einem dopingfreien Sport, auch beispielsweise Sportwettenanbieter wie sportwetten.org haben​ genau dieses Ziel. In der Operation Aderlass wurde das Thema aufgegriffen. Ein Sportarzt aus Bern soll diesbezüglich mit einem Kollegen aus Deutschland zusammengearbeitet haben. Der deutsche Arzt steht hierbei in Verdacht, dass er mindestens 23 Sportlicher aus 8 unterschiedlichen Ländern gedopt haben soll.

Der Arzt aus Bern ist auch den Behörden in der Schweiz längst bekannt. Schon vor elf Jahren, im Jahre 2009, warnte ein bekannter Informant aus dem Sport genauestens vor den Aktivitäten, die hier stattgefunden haben. Im Jahre 2018 berichteten die Medien von einem mutmaßlichen Treffen mit einem russischen Arzt, der mittlerweile lebenslang in der Ausübung seines Berufes gesperrt ist. Nach mehr als zwei Jahren befinden sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bern gegen den Arzt, trotz seiner gefürchteten Nähe zu den Szenegrößen aus Russland und auch in Deutschland, in dem Status einer Voruntersuchung. Das Verfahren ist jedoch von außen schwerlich nachzuvollziehen. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass die Begeisterung hier größer sein könnte, sofern der Eigengebrauch von Dopingmitteln strafrechtlich von Bedeutung wäre. Der potenzielle Täterkreis wäre in diesem Fall auch viel größer.

Bis heute gehen laut den Zeugen in der Arztpraxis die Athleten ein und aus. Die Justizbehörde erklärte hier, dass es bereits im Jahre 2018 zu keiner Untersuchungshaft für diesen verantwortlichen Arzt kam. Eine Flucht- oder Ausführungsgefahr lag zu dieser Zeit nicht vor. Der betroffene Mediziner, für den eine Unschuldsvermutung gilt, scheint sich in der Hauptstadt der sicher zu fühlen. Selbst einige der Strafverfolger beklagen den miserablen Zustand des Kampfes gegen Doping in der Schweiz. Diese Thematik werde stiefmütterlich behandelt, erklärte eine Staatsanwältin. Am meisten leiden jedoch unter einer säumenden Strafverfolgung der Dopingtäter die ordentlichen und anständigen Sportler. Wer unter Inkaufnahme der Entbehrungen danach strebt, hohe Leistungen zu erbringen, ohne sich inkorrekt zu verhalten, hat allerdings es nicht verdient, mit pauschalen Verdächtigungen konfrontiert zu werden. Bessere Gesetzesgrundlagen wären im Sinne der ehrlichen Athleten.


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