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Nach dem EUR-CHF-Entscheid der SNB: Ausgangslage und Chancen

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Der 15.1.2015 wird wohl noch lange in Er­in­ne­rung blei­ben: Die Na­tio­nal­bank hat die Fran­ken-Eu­ro-­Wech­​sel­kur­s-Un­ter­gren​ze auf­ge­ho­ben und der Euro hat im Ver­lauf des Tages gegenüber dem Fran­ken (erwartungsgemäss) mas­siv an Wert ver­lo­ren. Nach anfänglichen Überreaktionen wird sich der Kurs je­doch auf einem ge­wis­sen Ni­veau ein­pen­deln. Also keine Pa­nik!

 

Wie vieles hat diese Situation positive und negative Seiten.

Allen voran positiv für uns Konsumenten ist, dass Waren aus der EU nun relativ günstiger sind als vorher. Dies könnte dazu führen, dass der Einkaufstourismus z.B. nach Deutschland zunimmt.

 

Schwieri​g kann es für einzelne exportorientierte Unternehmen sein, da für Ausländer nun Schweizer Produkte relativ teurer sind. Dies kann Druck auf die Profitabilität (und damit auf das hohe Kostenniveau) einzelner Branchen in der Schweiz haben.

 

Der SNB-Entscheid ist mutig, überraschend, aber auch weise.

Mutig, da absehbar ist, dass der Entscheid von jenen hart kritisiert würde, die dadurch herausgefordert sind. Obwohl der seit Monaten sinkende Ölpreis positive Wachstumsimpulse generiert, hat wohl niemand vorausgeahnt, dass ausgerechnet diese Woche die SNB den Entscheid fällt. Allerdings war seit Bestehen der Untergrenze, also seit September 2011, klar, dass dies nur eine temporäre Massnahme sein kann und muss! Die europäische Zentralbank (EZB) scheint weiterhin gewillt, eine lockere Geldpolitik zu betreiben, womit die SNB wohl noch mehr Euro hätte kaufen müssen, um die Untergrenze von CHF 1.20 pro Euro zu halten. Dies wäre längerfristig nicht mehr vertretbar gewesen, hat doch die SNB bereits EUR 500 Milliarden angehäuft.

 

Geldpo​litik kann zwar temporär gewisse Wirkungen entfalten, aber langfristig wird die Wettbewerbsfähigkeit (und damit auch der Wohlstand) einer Nation nicht von der Nationalbank, sondern von der realen Politik (Wirtschafts- und Fiskalpolitik) massgeblich beeinflusst. In diesem Sinne ist die SNB weise, sich auf ihren Kernauftrag zu konzentrieren (Preisstabilität); und das Feld der Wettbewerbsfähigkeit der Politik zu überlassen.

 

Konkr​et bedeutet dies, dass das Parlament in Bern (resp. in den Kantonen) am Zug sein muss. Statt Nothilfe und Subventionen zu verteilen, muss die Politik dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen des Arbeits- und Wohnstandortes Schweiz verbessert werden. Ansatzpunkte für Reformen gibt es viele:

- Bürokratie abbauen, damit Arbeiten und Leben in der Schweiz wieder einfacher wird!

- Arbeitsrecht flexibilisieren und Arbeitskosten reduzieren

- Freihandel vorantreiben, damit Exporte aus der Schweiz weniger Barrieren überwinden müssen

- Subventionen abbauen, dafür die Betroffenen weiterbilden, damit sich diese für den Strukturwandel fit machen können

- etc.

 

Das Stimmvolk hat am 12. April im Kanton Zürich und am 18. Oktober 2015 in der ganzen Schweiz die Möglichkeit, vorausschauende und weise Politiker in den Kantons- resp. National- und Ständerat zu wählen.

Die Stimmbürger können liberale, fortschrittliche Personen wählen, welche das Erfolgsmodell Schweiz weiterführen möchten durch Reformen! Achtung, es gibt aber auch rückwärts gewandte Kandidaten, welche statt Reformen mehr Pfründen verteilen möchten, mehr Regeln erstellen und damit uns weiter bevormunden wollen - und damit unseren Erfolg gefährden würden!

 

Sie haben es in der Hand: Wählen Sie liberal und helfen Sie mit, den Wohlstand der Schweiz durch Reformen zu sichern!

 

Adrian Ineichen

Vizepräside​nt, FDP Dübendorf

 

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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25%
(8 Stimmen)
Peter Graham Lancashire sagte January 2015

Die Stunde der FDP hat geschlagen.
Die Wirtschaft rückt ins Zentrum.
Die Arbeitslosigkeit wird Sorge Nummer 1.
Deshalb ist die Zeit reif für die FDP als DIE WirtschaftsPartei wieder voll auf die Wirtschaft zu setzen,(Wie Clinton damals,"It`s the Economy ,stupid),
mit dem Wahlslogan "Für eine nachhaltige Wirtschaft"d.h.
-Wet​tberwerbsfähigkeit als oberstes Gebot
-Sozialpartner​schaft mit verstärkten Sozialwerken
-eine Weltklasses Bildungssytem bzw Duales Bildungssystem
-Förd​erung von Innovation
"Nichts ist so stark wie eine Idee deren Zeit gekommen ist"(Victor Hugo) PGL


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33%
(12 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte January 2015

1. Warum lernen unsere SNB-Verwalter und die Bundesräte eigentlich niemals von anderen Staaten, wie etwa China und Russland, die im Westen seit Jahren, auch massiv in der Schweiz, ganze Firmen sich "unter den Nagel" reissen, Inflationsgeschützt, jedenfalls solange der Westen nicht vor Dekadenz untergehen wird, diese Firmen nicht wirtschaftlich untergehen, im Konkurs, oder im Krieg, das Zäuseln der EU & der Nato in der Ukraine lassen grüssen. Je mehr Ost und West wirtschaftlich versstrickt sind miteinander, desto weniger wahrscheinlich wird ein möglicher, kommender Krieg in Osteuropa.

2. Viele Länder haben ja gerade aus obgenannten Gründen deshalb ja auch ausländische Beteiligungen an ihren Unternehmen auf maximal bis 49 % definitiv gesetzlich beschränkt, damit die verbleibende Mehrheit von immer noch mind. 51 % den Kurs des Unternehmens weiterhin b e s t i m m e n * kann, im Interesse des betr. Landes. Kanada handelt dies mit "Black Berry" dies ebenso, weil von nationaler Bedeutung eingestuft von der Regierung.

3. Herr Ineichen wollen Sie uns diese Widersprüche bitte hier erklären oder uns das Gegenteil beweisen. Merci.


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46%
(13 Stimmen)
Felix Kneubühl sagte January 2015

Der Euro wird in Zukunft weiterhin fallen. Machen Sie sich da keine Illusionen. Die Gewinner sind die Grenzgänger. Das Wichtigste ist, dass die Preise in der Schweiz gesenkt werden. Die Arbeitslosigkeit wird in langfristiger Hinsicht auch steigen, solange die SMI-kotierten Firmen wieder auf Radikalkuren setzen.

Wenn der Euro weiterhin fällt, müssen wir in der Schweiz den Euro einführen.

Als das Euro-Bargeld eingeführt wurde, habe ich schon geahnt und allen auch gesagt, dass der Euro sinken wird. Damals war der Euro noch 1.67 CHF wert.


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36%
(14 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte January 2015

@ A. Ineichen,

1. Entschuldigen Sie Herr Ineichen, aber finden Sie es denn nicht auch ganz offensichtlich eine grosse Dummheit, dass die SNB insgesamt für ca. 500 Milliarden CHF "biiireweichi Euros" aufkaufte und bunkerte, wobei sie jetzt an einem einzigen Tag ganze 50 Milliarden ins Kamin schreiben konnte. Dies war doch voraussehbar wie das Amen in der Kirche, oder etwa nicht ?

2. Warum hat der Nationalbankrpräsiden​t mit seinem Entscheidungsgremium eigentlich nicht direkte Firmenbeteiligung (Aktienkäufe) in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien usw. gekauft, also inflationssichere Beteiligungen an deren realen Industrie, so hätten diese Beteiligungen alleine heute einige Mia. € Gewinne eingebracht, denn der DAX z.B. stieg um 1.37 % ?

3. Sind Sie sich eigentlich bewusst, dass so die Zeche (alleine Heute 40 Milliarden Euros) der Schweizer Bevölkerung sich einfach in Luft
aufgelöst haben ? Auch die Kantone können sich mit Sicherheit die letztjährigen 38 Mia. Gewinnbeteiligungen ins "Kamin" abschreiben.


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