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Schweiz: Photovoltaik-Sektor auch 2019 im Aufwind

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Die vom Schwei­zer Bun­des­rat be­schlos­se­nen Ver­ord­nungs­än­de­r​​un­gen sowie die er­höh­ten För­der­kon­tin­gente​​ stel­len eine wich­tige Un­ter­stüt­zung für den Zubau von So­lar­an­la­gen dar. Gemäß Swis­so­lar, dem Schwei­zer Bran­chen­ver­band in­ner­halb der So­la­r­ener­gieb­ran​​­che, soll es heuer ein Wachs­tum des Mark­tes in Höhe von 30 Pro­zent geben. 

Der Bun­des­rat hat am 27.02.2019 so­wohl die Ener­gie­för­de­rungs​​­ver­ord­nung als auch die Ener­gie­ver­ord­nung​​ geän­dert. Die Neue­run­gen tre­ten be­reits am 01.04.2019 in Kraft, da­durch ist es für die So­laran­bie­ter schwie­rig, alle Än­de­run­gen frist­ge­recht umzusetzen. 

Dies sind die wich­tigs­ten An­pas­sun­gen im Überblick: 

•Energieve​​rordnung (EnV): 
Es gibt Ver­ein­fa­chun­gen in Bezug auf die so­ge­nann­ten "Zu­sam­menschlüsse zum Ei­gen­ver­brauch" (ZE­V). Der Zu­sam­menschluss von Par­zel­len ist künf­tig mög­lich, auch wenn diese durch einen Ver­kehrs­weg ge­trennt sind. Neu ist auch, dass der fi­nan­zi­elle Vor­teil des So­lar­stroms ge­genü­ber dem Netz­strom zwi­schen den So­lar­an­la­gen­be­t​​rei­bern und den Mie­tern zu je­weils zwei glei­chen Tei­len ge­split­tet wer­den kann. Dies soll ebenso zu einem ver­mehr­ten Bau von Pho­to­vol­taik­an­la​​­gen bei­tra­gen (vor allem bei Wohn­häu­sern mit meh­re­ren Mietern). 

•Energieför​​derverordnung (EnFV): 
Die Ein­mal­ver­gütung für Pho­to­vol­taik­an­la​​­gen wird nicht in dem Aus­maß gekürzt wie ur­sprüng­lich an­ge­nom­men. Bei den An­la­gen ab 30 kW (ca. 200 Qua­drat­me­ter) gibt es keine Kür­zun­gen, bei den klei­ne­ren An­la­gen be­tra­gen diese etwa 15%. Da die büro­kra­ti­schen und ad­mi­nis­tra­ti­ven Auf­wände bei der Er­rich­tung und der Ver­wen­dung von So­lar­an­la­gen nach wie vor hoch sind, hätte sich Swis­so­lar An­pas­sun­gen an wei­te­ren Ver­ord­nun­gen (z.B. VPeA, NIV) ge­wünscht, lei­der ohne Er­folg. Einen po­si­ti­ven Punkt gibt es den­noch zu er­wäh­nen, näm­lich dass die Be­glau­bi­gun­gen für Her­kunfts­nach­weise​​ ver­ein­facht wurden. 

Im No­vem­ber 2018 hat das Bun­des­amt für Ener­gie an­gekün­digt, dass die För­der­kon­tin­gente​​ für Pho­to­vol­taik­an­la​​­gen er­höht wer­den. Diese Tat­sa­che hat zu einer dras­ti­schen Sen­kung der War­te­zei­ten bei der Aus­zah­lung der Ein­mal­ver­gütung geführt. So können solche modernen Balkongeländer mit Solar auch zusätzliche Förderungen erhalten.

Bei Groß­an­la­gen ab 100 kW dau­ert der Pro­zess etwa 2 Jah­re, bei Klein­an­la­gen hin­ge­gen wird das Geld spätes­tens nach 1 ½ Jah­ren ausgezahlt. 

Zu­sam­men­fas­send kann man sa­gen, dass der Pho­to­vol­taik­markt​​ in der Schweiz im Jahr 2019 einen mas­si­ven Auf­schwung er­le­ben wird. Dies ist ei­ner­seits auf die Ver­ein­fa­chung bei der Bil­dung von ZEV zurück­zu­führen, an­de­rer­seits aber auch auf die Ein­mal­ver­gütun­gen​​ und För­der­bei­trä­ge. Der Schwei­zer Bran­chen­ver­band Swis­so­lar rech­net für heuer sogar mit einem Zubau von 330-350 MW, dies ent­spricht einer Stei­ge­rung von un­ge­fähr 30% im Ver­gleich zum Vor­jahr [1]. 

[1] Die ge­nauen Daten des Bun­des­am­tes für Ener­gie für 2018 wer­den erst im Juli 2019 ver­öf­fent­licht.


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