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Schweizer Milliarden verschwinden in der EU

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Textilien im Wert von 700 Mil­lio­nen Euro wer­den jähr­lich in Rumä­nien her­ge­stellt. Deutsch­land gilt als einer der wich­tigs­ten Han­del­s­part­nern des Lan­des. Die Re­dak­teure der ZDF-Reihe „ZDF­zoom“ sahen sich die Pro­duk­ti­ons­stät­t​​​​​en dort ge­nauer an.

Um nicht aufzufliegen, gaben sich die Journalisten als Modemacher aus. Bereitwillig zeigten Produzenten ihnen Kleidungsstücke von Kunden aus Deutschland. Auf den Etiketten standen bekannte deutsche Marken aus dem Premiumbereich -  darunter Betty Barclay, Harald Glööckler, Versace, Stones, Max Mara, Marc Cain oder René Lezard.

 

 

Für Sakkos dieser Marken zahlen deutsche Kunden im Kaufhaus mehrere hundert Euro. Was sie nicht ahnen: Produziert werden sie für viel weniger. Für die Basis-Variante verlangt ein rumänischer Hersteller pro Sakko nur 16 Euro. Unter Basis-Variante versteht sich ein Sakko ohne aufwändige Nähte und mit einfachem Schnitt. Die Produktion eines Blazers von Marc Cain kostet laut ZDF-Recherchen 27 Euro. Er ist zwar aufwändiger verarbeitet, im deutschen Schaufenster kostet der Anzug dann aber zehnmal soviel

Die Produzenten geben vor versteckter Kamera an, dass sie ihren Mitarbeitern den Mindestlohn zahlen müssten. Der liegt in Rumänien bei 1,40 Euro pro Stunde. Damit verdient eine Näherin in der Fabrik so viel im Monat, wie nur einziger Blazer von Marc Cain kostet: nämlich 200 Euro.

Rund 400 Euro im Monat verdienen Arbeiter in osteuropäischen Kleiderfabriken. Modefirmen wie Zara (Spanien) lassen hier billig produzieren. Strenge Regeln fehlen. Oder auch die bekannten italienischen Firmen wie Gucci machen so ihr Geld.

Mit der Unionsbürgerschaft will die EU mehr Geld von der Schweiz. Wie aus Kreisen der EU Diplomaten zu hören ist, wollen ostEU- Länder unter allen Umständen diese Unionsbürherschaft.

D​​​​​ie Kohäsionsbeträge der Schweiz verschwinden in den Taschen von Politikern, zum Beispiel in den Taschen der rumänischen Sozialdemokraten. Wie diese Politiker dann die Beträge die die Schweiz wegen Unionsbürgerschaft zahlt, in Ihre Taschen transferieren werden wir dann (wenn wir das Rahmenabkommen akzeptieren) sehen.

 

Nationalrat Lorenzo Quadri fordert in einer Frage an den Bundesrat, die Zahlung des Kohäsionsbeitrags zurückzuziehen, nachdem die Europäische Kommission mit Bern "mangelnde Fortschritte" bei der vorgeschlagenen institutionellen Rahmenvereinbarung festgestellt hat, was darauf hindeutet, dass die Äquivalenz für die Schweizer Börse nicht verlängert wurde.

 

Damit zeigt die EU laut Quadri "völligen Mangel an Respekt" gegenüber der Schweiz und die Bereitschaft, den bilateralen Weg nicht fortzusetzen, sondern "die Schweiz in eine Unterwerfung zu versetzen". Zudem diskriminiert die EU die Schweiz, indem sie droht, die Anerkennung der Schweizer Börse nicht zu verlängern. Diese Diskriminierung würde die Voraussetzungen für die Zahlung der Kohäsionsmilliarde untergraben, eine Zahlung, die das Parlament unter der Bedingung akzeptiert hatte, dass Brüssel die Schweiz nicht diskriminiert. Für Quadri sind damit die Bedingungen für die Auszahlung der Kohäsionsmilliarde entfallen und der Bundesrat muss seine Verfügbarkeit zurückziehen.

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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79%
(19 Stimmen)
paulo bernasconi sagte July 2019

Kohäsionsmilliarde

1. Entgegen den Behauptungen der EU hat die Kohäsionsmilliarde nichts mit
dem Zugang zum Binnenmarkt zu tun. Den Zugang zum Binnenmarkt in
Europa hat sich die Schweizer Wirtschaft in der Höhe von über 100
Milliarden Euro im Jahre durch Leistungen verschafft, die jemand in der EU
kaufen wollte, und für welche die Käufer den verlangten Preis bezahlt
hatten.


Dazu braucht die Schweiz so wenig eine Kohäsionsmilliarde oder ein
Rahmenabkommen wie die USA, die für über 200 Milliarden Euro und
China, die für über 300 Milliarden Euro in den Binnenmarkt der EU
exportiert haben.



2. Die bisherigen bilateralen Verträge mit der EU sind ein intelligentes,
ausgewogenes Vertragswerk. Beide Seiten haben Rosinen gepickt und
Konzessionen gemacht. Die immer wieder gehörte Behauptung, die Schweiz
habe einseitig Rosinen gepickt, ist eine Beleidigung der Vertragsunterhändler
der EU. Die sind nämlich nicht auf den Kopf gefallen und haben die
Interessen der EU im Rahmen der Vertragsverhandlungen​ genügend
gewahrt. Damit schuldet die Schweiz der EU für den Zugang zum
Binnenmarkt kein Geld. Wird trotzdem bezahlt, so ist das unter der Rubrik
Entwicklungshilfe einzuordnen.




3. Die Kohäsionsmilliarde ist an die Bedingung zu knüpfen,
a. dass die EU die Gleichwertigkeit der Regeln zur schweizer Börse
definitiv anerkennt und
b. dass die Zahlungen ausgesetzt werden, sollte die EU die Aufdatierung
der bisherigen Bilateralen Verträge durch die Gemischten Ausschüsse
verzögern.



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76%
(17 Stimmen)
Emil Huber sagte June 2019

Das ist eben genau der grosse Konstruktionsfehler der EU, welcher zu Spannungen und Armut in weiten Bevölkerungsteilen führt, von prekären Arbeitsbedingungen ganz zu schweigen.

Bevor die EU gegründet wurde bzw. neue Länder aufgenommen werden hätte man für alle Länder absolut verbindliche Sozial- Umweltstandards festlegen sollen. Arbeitsrecht und Mindestlöhne vorher angleichen müssen und zwar auf höhere und nicht auf niedrigste Niveaus.
Ein Euro Jobs hätte es nie geben dürfen. Aber eben, der viel gelobte Neoliberalismus macht viele arm oder sie bleiben arm.

So profitieren schon reiche Industriestaaten und international tätige Unternehmen am meisten.



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35%
(17 Stimmen)
Georg Bender sagte June 2019



https://www.pufen​dorf-gesellschaft.org​/post/das-ganze-zeit-​interview-mit-stephan​ie-kelton-vom-4-april​-2019-zur-modern-mone​tary-theory-mmt

We​nn die Menschen das Geldsystem nicht verstehen wollen, fahren die Regierenden mit uns Schlitten!

Ueli Maurer, seines Zeichen, BR, Finanzminister versteht nachweislich das Geldsystem nicht.
Die Regierenden sollen doch einfach erklären, warum das Renteneintrittsalter eine Auswirkung auf die Geldmenge hat?
Mit der Geldschöpfung sind die Abläufe systemimmanent; denn das Volumen deckt die Umlage ab!
Wenn jedoch die Umlage, statt über den Umsatz an den Endbenutzer, über das Erwerbseinkommen zur Fütterung des Virus Zahler (nicht im Einklang mit dem Geldsystem),vorgenomm​enen wird, suggeriert man in betrügerischer Absicht, es fehle Geld!

Diese Betrügereien sollten mit der Intelligenz des 21. JH. längst überwunden sein!





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32%
(28 Stimmen)
Brian Bader sagte June 2019

«Die Kohäsionsbeträge der Schweiz verschwinden in den Taschen von Politikern, zum Beispiel in den Taschen der rumänischen Sozialdemokraten.»


Haben Sie Belege (einen Link) für diese Behauptung, Herr Jossi?

«Ein Grundsatz des Beitrags ist: Die Schweizer Projekte werden autonom – das heisst nach schweizerischen Vorgaben und direkt mit den begünstigten Partnerländern – durchgeführt. Den Modalitäten der EU-Kohäsionspolitik wird angemessen Rechnung getragen.»

https:/​/dievolkswirtschaft.c​h/de/2018/11/bruggman​n-messerli-12-2018/

Auch für die Behauptung, «Schweizer Milliarden verschwinden in der EU», fehlt ein Link, damit der Leser erfährt, was für und wie viele Milliarden das sind.



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84%
(25 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte June 2019

Schweizer Kohäsionsmilliarde,
sozusagen um die Deutsche Textilhandelshäuser und letztlich auch den Deutschen Konsum zu stützen?!


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24%
(17 Stimmen)
Georg Bender sagte June 2019

Es ist einfältig und töricht die Taschen zu benennen, in welchen das Geld verschwinden soll.
Kein souveränes Land braucht Geld von einem anderen Land. Warum auch? Es sind die Politiker, welche das
Altruismus-Spiel​ treiben können, weil die Menschen, wie Sie Herr Jossi, das Geldsystem einfach nicht begreifen wollen!
Würden die Menschen, das Geldsystem begreifen, sämtliche Spiele der Armut und Existenzkämpfe wären beendet! Hört endlich das Lied der Symptome zusammen mit den Medien zu singen.
Geld kann von den Staaten gedruckt werden wo auch immer! Die Frage ist jedoch, welche Währung wird als Zahlungsmittel akzeptiert!

Jeder Staat ordnet den Rückfluss zu, es geht nicht um BEZAHLEN! Die Zuordnung muss überprüft werden!


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