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Sind 'Populisten' die neuen 'Füdlibürger'?

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Seit es in den USA un­ü­ber­hör­bar 'ge­trumpt' hat, sind die sog. 'Po­pu­lis­ten' in aller Mun­de. Po­pu­lis­mus ist - ge­för­dert von den Main­stre­am-­Me­dien​ - zu einem Dreck­wort ver­kom­men und dabei ist es den Kri­ti­kern des an­geb­li­chen Phäno­mens völ­lig egal, ob sie damit einem Teil der di­rekt­de­mo­kra­ti­​schen Ge­mein­schaft die Mün­dig­keit ab­spre­chen. Hier scheint die 'Po­li­ti­cal Cor­rect­ness' plötz­lich gänz­lich aus­zu­set­zen und es wird zur Le­gi­ti­mität, Po­pu­lis­ten zu be­schimp­fen, zu ver­un­glimp­fen, zu dis­kri­mi­nie­ren und zu beleidigen. Schauen wir ein­mal, was WI­KI­PE­DIA dazu sagt

"Dem Begriff Populismus (v​on lateinisch populus​ ‚Volk‘) werden von den Sozialwissenschaften mehrere Phänomene zugeordnet. Einerseits handelt es sich um ein unspezifisches Schlagwort, teils auch um einen spezifischen Politikstil, eine Form der politischen Rhetorik ​bzw. Strategie zum Machterwerb; andererseits wird Populismus in der Forschung auch als Teil verschiedener Ideolog​ien eingestuft. In der politischen Debatte ist Populismus oder p​opulistisch ein häufiger Vorwurf, den sich Vertreter unterschiedlicher Richtungen gegenseitig machen, wenn sie die Aussagen der Gegenrichtung für populär, aber nachteilig halten. Man spricht dann auch von einem politischen Schlagwort bzw. „Kampfbegriff“.

Popul​ismus ist häufig geprägt von der Ablehnung von Machteliten und einigen Institutionen​, Anti-Intellektualismu​s, einem scheinbar unpolitischen Auftreten, Berufung auf den „gesunden Menschenverstand“ (co​mmon sense) und die „Stimme des Volkes“, Polarisierun​g, Personalisierung, Mor​alisierung und Argumenten ad populum oder ad hominem.

Populismus betont häufig den Gegensatz zwischen dem „Volk“ und der „Elite“ und nimmt dabei in Anspruch, auf der Seite des „einfachen Volkes“ zu stehen. Populismus hat hingegen kein bestimmtes, eigenes Wertesystem, das seinen ideologischen Kern ausmachen und ihn von anderen Ideologien abgrenzen würde. Er kann daher mit ganz unterschiedlichen politischen Richtungen und Zielsetzungen einhergehen. Oft ist er Stilmittel von Protestparteien u​nd -politikern, oder auch von sozialen Bewegungen.[2] Histor​isch sind etwa der Peronismus und der Poujadismus als populistische Bewegungen bekannt. Allgemein wird häufig über die Begriffe „Linkspopulismus“ und „Rechtspopulismus“ diskutiert, wobei sich viele Themen überschneiden können und simple Einordnungen unmöglich bzw. aus wissenschaftlicher Sicht nicht stichhaltig sind.

Als eine Ursache für populistische Tendenzen gilt u. a. eine fehlende Bürgernähe u​nd eine große Distanz zwische​n den Interessen und der Sprache einer Gemeinschaft und denen der Regierenden bzw. des Establishments."

Gehen wir ins Detail - insbesondere der letzte Satz dieses zitierten Teils von WIKIPEDIA hat es in sich - er handelt von "fehlender Bürgernähe" und "Interessenkonflikten​" zwischen Volk und Regierenden, bzw. Establishment. Wenn ich mir die parlamentarische Handhabung der Masseneinwandungsinit​iative (MEI) anschaue, ist exakt ganz genau das feststellbar; Der direktdemokratische Volkswille wird von den Regierenden verweigert, was einem Verfassungsbruch gleichkommt und die Qualitätsmedien ignorieren das einfach, resp. unterstützen das auch noch. Und wieso wird in sog. Demokratien die "Stimme des Volkes" nun als Populismus verschrien? Sind wir wieder in die Aristokratie zurückgekehrt, wo das einfache Volk nicht lesen konnte, denken durfte und schon gar keine Erlaubnis hatte, Fragen zu stellen und nur Steuern abzuliefern hatte? Oder in die Steinzeit oder gar das Neandertal? Müssen wir die Meinung der Mainstream-Medien und deren Eingebern kritiklos ertragen? Wissen die einfach alles und insbesondere, was gut für uns zu sein hat? Genau dieser Anspruch scheint mir die Ursache von 'Populismus' zu sein. Wir erleben einen neuen Klassenkampf. 

Im globalisierten Kontext müssen wir zugegebenermassen feststellen, dass unser Leben immer teurer wird und unser Einkommen (ich rede vom Volk und nicht den Prälaten, Magistraten, Konzernlenkern und Geldsammlern) jedoch immer weniger wird, da die Arbeitnehmer im internationalen Wettbewerb gegeninander aufgehetzt werden. Es gibt immer weniger Freiheit für die Bürger, aber immer mehr für die Konzerne (insbesondere mit TTIP, CETA und TISA) - das nennt sich Plutokratie. Unsere Nahrung und Umwelt wird immer übler und giftiger. Unser Gesundheitswesen weist unternehmerisch beeindruckende Wachstumszahlen auf, was nahe legt, dass wir zwar nicht gesünder werden, aber immer mehr für dieses neue 'Siechtum' bezahlen müssen - ob wir wollen oder nicht. Oder der ganze Terror-Hype der uns immer mehr einschränkt? Und Schulden, Schulden, Schulden überall, die die Sozialleistungen beschneiden, Renten kürzen und unser Pensionsalter erhöhen wollen. Das nennt sich Misswirtschaft und die ist rein politisch bedingt. Und so liesse sich die Liste dieser Aufzählungen von Verschlechterungen für's Volk endlos fortsetzen. Können sich Politik und 'Qualitätsmedien' nicht vorstellen, dass viele Leute von diesen rückschrittlichen Entwicklungen die Schnauze gestrichen voll haben und einfach nur in Ruhe, Frieden und Sicherheit leben wollen? Scheinbar nicht und deshalb ist jetzt offensichtlich dieser neue Klassenkampf entbrannt, da es je länger je mehr ans Eingemachte geht.

Die Anti-Populisten beklagen, dass Populisten nur Lärm machen, aber keine Lösungen anzubieten hätten - doch diese Ausrede ist doch sehr, sehr saubillig, denn ihre 'Lösungen' haben bisher nämlich nicht funktioniert, resp. uns in die Scheisse geritten - sonst gäbe es keinen völkischen Unmut, keine Populisten - oder? 

Heute gibt es anmassende Personen, wie eine Frau Flavia Kleiner von der sog. 'Operation Libero', die zweifelsfrei weiss, wie alle zu ticken haben - was diese Person hier zum Besten gibt, ist bestenfalls eine Riesen-Schweinerei und eine direkte Diskriminierung von Teilen der Bevölkerung (= dämliche Füdlibürger). Das ist hochgradig respektlos und genau damit fördert diese gute Tante dummerweise, wogegen sie anzukämpfen versucht. Oder die unterlegene US-Präsidentschaftska​ndidatin Clinton verlangt gegen angebliche 'Fake News' in sozialen Medien staatlich vorzugehen - ja waren die (nicht existenten) Massenvernichtungswaf​fen im Irak keine Fake News, die dann sogar noch von den global agentur-orchestrierte​n Massenmedien unbesehen übernommen wurden? Oder die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (she. FB-Post 9. November 2016), die den neuen US-Präsidenten in den sozialen Medien auf's Übelste beleidigt und dafür vom Volk monatlich CHF 35'000 kassiert. Solche unreflektierten Leute braucht einfach kein Mensch, denn Viele fühlen sich von diesen 'Wasser-Predigern-Wei​n-Trinkern' in keinster Weise vertreten, verteidigt oder beschützt, denn sie kosten nur Geld und produzieren lediglich lauwarme Luft und verbalen Durchfall. Dieser Schlag von Leuten begibt sich ins unwürdige Abseits, indem sie den Populismus verunglimpfen, denn sie zeigen damit keinerlei Sensibilität für das, was das Volk bewegt und sind somit menschlich wie politisch unbrauchbar. 

Wenn der Volkswille missachtet wird - das ist in der Schweiz aktuell der Fall - dann funktioniert Demokratie nicht mehr und ich rufe "SCHEISS DRAUF!" und werde zwangsläufig zum Populisten. Aber ich weiss, da draussen sind noch ganz Viele die ähnlich denken und das gibt mir ein sehr gutes Gefühl. Jetzt erst recht  - ich will keine politisch korrekten Menschen - sondern menschlich korrekte PolitikerInnen! Berth​old Brecht sagte schon: "Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht."

 

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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67%
(12 Stimmen)
Frank Wagner sagte December 2016

Ein sehr interessantes Interview zum Thema Populismus von ntv.de:

http://www​.n-tv.de/politik/Waru​m-sind-Trump-Co-so-er​folgreich-article1933​4416.html


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67%
(9 Stimmen)
Herbert von Vaucanson sagte December 2016

Populismus ist für mich, wenn man Politik mit Meinungen macht statt mit Inhalten.

Damit mag man Wahlen und Abstimmungen gewinnen, wirklich weiter bringt es uns aber kaum. Deshalb beobachte ich die Entwicklung der politischen Diskussion in der Schweiz mit Sorge und auch ein wenig Wehmut.

Interessan​t ist ja, dass man von diesen sogenannten Populisten immer wieder hört, dass sie die Mehrheit des Volkes verträten, aber dennoch gegen den Mainstream sind. Eigentlich ein Widerspruch in sich, oder?

Ausserdem halte dieses sehr bemühte Heraufbeschwören von einem "neuen Klassenkampf" für dekonstruktiv und auch für heuchlerisch. Es ist offensichtlich, dass gerade jene Meinungsmacher, die sich als Vertreter des einfachen Volkes aufspielen und lauthals versprechen gegen die sogenannte Classe politique anzukämpfen, selber Teil derselben sind. Beispiele dafür sind sowohl Donald Trump, der nach seiner Wahl nun zuhauf Topmanager aus eben jener Finanzbranche in sein Team holt, die er im Wahlkampf zuvor verteufelt hat, als auch die SVP, welche selber mit zwei Köpfen in der Landesregierung vertreten ist und die stärkste (!) Fraktion im Parlament stellt.

Dieses ganze Wir-gegen-die-Classe-​politique-Gerede erreicht damit schlussendlich vor allem eins: Es vergiftet das politische Klima in der Schweiz und verhindert eine sachbezogene und lösungsorientierte politische Diskussion. Das ist nicht im Sinne der Schweiz als Willensnation, die gross geworden ist, weil man aufeinander zuging und nicht, weil man sich voneinander entfernte.


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53%
(15 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte December 2016

"Sind 'Populisten' die neuen 'Füdlibürger'?"

In​​​​ der politischen Debatte werden mit der Fremdbezeichnung "Populismus" oft Aussagen abgewertet, die man für nur populär, aber nachteilig hält. Wer solche Aussagen macht, wird als "Populist" fremdbezeichnet.

A​​​​ls "Füdlibürger" werden in abwertender Weise engstirnige Personen fremdbezeichnet, die sich durch geistige Unbeweglichkeit, ausgeprägte Konformität mit gesellschaftlichen Normen und Abneigung gegen Veränderungen der gewohnten Lebensumgebung auszeichnen.

Die beiden Bezeichnungen haben also nichts miteinander zu tun, Herr Gloor. Ich hoffe, Ihre Frage damit befriedigend beantwortet zu haben,




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65%
(17 Stimmen)
Frank Wagner sagte December 2016

Das Populisten Bürgernähe vorgeben ist ja schön und gut. Aber man muss sich auch um die Machbarkeit seiner Ideen kümmern, und auch um die Sinnhaftigkeit. und hier fehlt es bei vielen Populisten.

So ist es natürlich eine schöne Idee und wird von so manchen im Volk positiv aufgenommen wenn Politiker für einen Austritt aus der EU mit dem Versprechen werben das hunderte Millionen Pfund in der Woche nicht mehr in die EU, sondern ins Gesundheitssystem fliessen (siehe Boris Johnson / Brexit) ... blöd nur wenn solche (und andere) Versprechen gleich wieder kassiert werden sobald die Abstimmung gewonnen ist.

Das gleiche mit einem Präsidentschaftkandid​aten Trump, der so viele Versprechungen macht das selbst sein Team kaum mehr eine Chance hat eine konsequente, konsistente Wahlstrategie zu entwickeln. Wobei dann auch nicht wundert das etliche Versprechen bereits vor seiner Vereidigung zu Makkulatur werden. Der Mann muss erst einmal beweisen ob er tatsächlich überhaupt interessiert ist was das eigene Volk angeht.

Es wäre gut wenn diversen Faktencheckern mehr Aufmerksamkeit gewährt würde. Doch leider glauben zu viele Leute nur das was ihnen in den Kram passt.




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33%
(15 Stimmen)
Hans Knall sagte December 2016

Es hat gar keinen, Herr Gloor, Sinn, den neuen Mainstreambegriff „Populisten“ zurechtrücken oder dessen Definition verifizieren zu wollen. Der Begriff ist längst als Totschlagkeule gegen sämtliche dem Mainstream Widersprechenden etabliert.

Es subsummiert ganz einfach die Schmähungen wie Hinterwäldler, Rechtsextremist, Bildungsferner, SVPler, Nazi usw unter einem Arenatauglichen Schimpfwort.

Bemer​kenswert ist, dass immer dann, wenn die Eliten und die Mainstreampresse als das geoutet werden was sie sind, nämlich Gutmenschenterroriste​n, jeweils neue „intellektuelle“ Begriffe erfunden werden um die Gegner abzustrafen.

2016 sind die Wörter des Jahres „postfaktisch“ und Filterblase“…


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36%
(14 Stimmen)
Jürg Wolfensperger sagte December 2016

Sie haben es perfekt auf den Punkt gebracht!Was die ganze Globaasisierung für den Normal-Bürger noch übrig hat,sind für die Jungen immer tiefere Löhne und dazu KK-Prämien die steigen und steigen,...der Verkehr der teil schon kollabiert,....ein schönes Land das offenbar zubetoniert werden soll mit Masseneinwanderung,..​...Migranten,die man stur als Flüchtlinge bezeichnet um sie am Schluss hier ansiedeln zu können.??
Zusammenge​fasst geht die Lebensqualität,die meine Generation noch aufbauen geholfen hat, mehr und mehr den Bach ab.Das Abwürgen dieser MEI durch das heutige Polit-Establishment ist nichts anderes,als ein sich Festklammern,an einem Wirtschafts-Modell dass schnelles Geld verspricht für eine kleine Elite,die am Bauboom und dem dazu gehörigen Umfeld gehörig verdient.Der kleine "Füdlibürger" von nebenan hat nichts mehr davon.Mehr und mehr müssen auch bei uns Familien und vor allem Allein-Erziehende schauen,dass sie mit dem,was sie erhalten,bis Ende Monat über die Runden kommen.Es ist eben nicht getan damit,ganze Industrien nach China und weitere Dumpinglohnländer zu verlegen,und sie nacher bei uns wieder zu denselben Preisen zu verkaufen,als ob sie hier hergestellt worden wären!Wenn ich mir in Geschäften Handschuhe kaufen will und schaue das Label an "Made in Sri Lanka",wo sie für 5 Franken pro Tag bei 40 Grad am Schatten!.. Handschuhe produzieren und diese dann hier für Fr.80 zig und noch teurer wieder verkaufen,ist das einfach nur noch pervers!
Nun ist das dem Milliardär Trump aufgefallen,was eigentlich Aufgabe der Regierenden wäre,sich für das eigene Volk und zu derem Wohl zu politisieren!Das tun sie aber längst nicht mehr!
So ist halt das passiert,was eigentlich nachvollziehbar ist ,was aber die Elite und deren Medien geglaubt haben,durch das dauernde Trommelfeuer von Diffamierungen gegen Trump,die Wähler "steuern" zu können.
Populismus?.​..ein Schimpfwort?...oder eine neue Gegenbewegung Richtung selbstständiger,respe​ktierter Nationalstaaten?..man​ wird sehen..!


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