Sprache: F
Wirtschaft > Landwirtschaft,

Spekulationsverbots-I​nitative der JUSO

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!
     

Die JUSO möchte mit der In­ita­ti­ve, dass nur noch Pro­du­zen­ten und Ver­brau­cher an der Börse Nah­rungs­mit­tel kau­fen und ver­kau­fen dürfen. Man will ver­hin­dern, dass Spe­ku­lan­ten am Markt teil­neh­men.

Die JUSO glaubt, dass die Spekulanten schuld sind an den hohen Preisen und das die hohen Preise schuld daran sind, dass jeden Tag Kinder an Hunger sterben.

Zuerst einmal - Glückwunsch, liebe JUSO, die Aufmachung für die Initative ist super. Wie könnte man besser Werbung machen als mit dem Tod von vielen Kindern, welche angeblich wegen der bösen Spekulanten täglich sterben. Alleine der Skandaleffekt könnte schon genug Unterschriften für die Initative einbringen.

Kommen wir zu den Tatsachen:

Nahrungsm​ittelpreise

Der FAO Food Price Index wiederspiegelt den Preis von 55 Agrarrohstoffen. Der Index wurde im Januar 1990 mit 106 Punkten lanciert. Im Mai 2002 war der Index bei 85, heute ist er bei ca 200. Wenn der Preis der Nahrungsmittel der Grund für das Kindersterben ist, müssten heute mehr als doppelt so viele Kinder an Hunger sterben wie vor 10 Jahren.

Marktteilneh​mer

Die Teilnehmer an den Terminmärkten sind Produzenten, Verbraucher und Spekulanten. Je nach Softcommodity sind die Hauptakteure die Produzenten oder die Spekulanten, nie jedoch die Verbraucher. Der Markt besteht heutzutage, das zieht sich praktisch durch alle Rohstoffe, aus wenigen, grossen Produzenten, vielen, mehrheitlich kleinen Verbrauchern (und ich meine hier nicht Privatpersonen) und vielen Spekulanten.

Viele Verbraucher können und wollen gar nicht am Terminmarkt teilnehmen. Die Teilnahme ist nämlich kostenintensiv und kann zu Finanzierungsengpässe​n für ein Unternehmen führen. Zudem wälzen viele Verbraucher Preiserhöhungen in den Produkten einfach auf die Endverbraucher um.

Verbietet man jetzt den Spekulanten die Teilnahme am Markt, dann haben wir immer noch die wenigen, grossen und mächtigen Produzenten. Die werden sehr schnell feststellen, dass sie ihre Produktionen nicht mehr hedgen können. Was bleibt ihnen anderes übrig, als zu versuchen die Preise künstlich hoch zu halten. Den machen wir uns nichts vor, Produzenten wollen keine fairen Preise, die wollen primär HOHE Preise.

Beispiel Oelmarkt

Oel ist ein gutes Beispiel. Oel (mit Gold) ist der grösste Rohstoffmarkt an den Terminbörsen. Obwohl das der grösste Markt auch für Spekulanten ist, sind es die Produzenten (OPEC), welche den Ton angeben. Was an dem Markt wohl passieren würde, wenn die Spekulanten ganz wegfallen würden ?

Ein ähnliches, noch extremeres Szenario, hätten wir bei den Softcommodities.

Urs​achen für hohe Nahrungsmittelpreise

Die Hauptursachen sind nicht bei den Spekulanten zu suchen, sondern sind:

  • Klimabedingt​e Ursachen (Dürren, Ueberschwemmungen, etc)
  • Eingriffe in den Markt (Subventionen, Exportrestriktionen oder Zwänge)
  • Produktion von Biodiesel. Da werden nicht nur Nahrungsmittel zu Diesel verarbeitet, sondern man besetzt auch riesige Landflächen, welche man für den Anbau von richtige Nahrungsmittel verwenden könnte
  • der Oelpreis (Transport). Meistens sind Produktionsstätte und Verbraucher nicht Nachbarn.
  • Verschwend​ung von Nahrungsmittel. Etwa 30% der produzierten Nahrungsmittel werden weg geworfen.

Lösungsv​orschläge

Die JUSO würde sich besser dafür einsetzen, dass Biodiesel in der Schweiz verboten wird. Auch Biogas muss geprüft werden. Es darf nicht sein, dass der Bauer beim Biogasproduzenten mehr für sein Gemüse erhält als beim Grossverteiler.

Eine​ erhöhte Transparenz bei der Entwicklungshilfe würde ersichtlich machen, ob das Geld auch zB bei den Bauern in der 3. Welt ankommt. Diese profitieren nämlich von höheren Nahrungsmittelpreisen​.

Abbau von Subventionen und Handelsschranken.

Ke​ine Verschwendung von Nahrungsmittel. Ein krankes Beispiel:         http://www.youtube.co​m/watch?v=1RHBkmndmb0​                     ​                

Falsche Annahmen der JUSO

Die JUSO geht davon aus, dass Spekulanten a) immer long sind und b) immer Gewinn machen. Das stimmt so ganz und gar nicht. Ich würde sogar behaupten, dass Spekulanten im Rohstoffmarkt meistens in die Röhre schauen.

Die JUSO behauptet, dass Spekulanten verantwortlich sind für die Mehrzahl der Trades an den Börsen. Das ist sehr gut möglich. Um so schlimmer wenn man sich vorstellt, dass dieses Volumen verloren gehen soll. Wie fixiert ein grosser Produzent dann seine Jahresproduktion ? Antwort: OPEC-Style, dh, die Preise werden in Absprache mit den anderen Produzenten künstlich hoch gehalten.

Spekulante​n lagern Nahrung um die Preise hoch zu halten: es sollte jedem einleuchten, dass man Nahrungsmittel nur begrenzt lagern kann.

Preise für Nahrungsmittel

Der Markt funktioniert durch Angebot und Nachfrage. Sind die Preise hoch, wird mehr angebaut. Sind die Preise tief, werden Produktionen gestoppt. Da viele Nahrungsmittel mehrmals pro Jahr geerntet werden können, sind die Produktionen flexibel.

Was die Produktion noch zusätzlich beeinflussen kann ist: ein Mangel an Dünger und Equipment. Beides Faktoren, welche mit Spekulanten auch nichts zu tun haben.

Ziele der JUSO und der Sozis generel

Wir alle kennen ein primäres Ziel der Sozis: die Abschaffung des Kapitalismus. Diese Initative ist einfach ein Schritt in diese Richtung.

Mit der Initative erreicht die JUSO jedoch genau das Gegenteil. Die Preise werden dann nur noch von grossen Produzenten gemacht. Beispiel OPEC.

Gleichzeitig werden Handelsfirmen abwandern und die Banken verlieren eine Einnahmequelle mehr, welche Banken im Rest der Welt haben.

   

Kommentare von Lesern zum Artikel

Information zur Abschaltung der Kommentarfunktion

Der Verein Vimentis hat sich entschieden, die Kommentarspalte zu den Blogs zu schliessen. In der folgenden Erläuterung erfahren Sie den Grund für diesen Entscheid.

Der Blog, und dazu gehört auch die Kommentarspalte, sind ein wichtiger Teil der Diskussionsplattform von Vimentis. Gleichzeitig sind Werte wie Respekt, Anstand und Akzeptanz für den Verein von grösster Wichtigkeit. Vimentis versucht diese Werte selbst einzuhalten, sowie auch auf der Website zu garantieren.

In der Vergangenheit wurden diese Werte in der Kommentarspalte jedoch regelmässig missachtet, es kam immer wieder zu nicht tolerierbaren Aussagen in den Kommentaren. Das Löschen dieser Kommentare ist heikel und zudem mit grossem Aufwand verbunden, welcher der Verein nicht stemmen kann. Zusätzlich können die Kommentare praktisch anonym verfasst werden, weswegen eine Blockierung der jeweiligen Personen unmöglich wird.

Folglich hat der Verein Vimentis entschlossen, die Kommentarfunktion abzuschalten und nur den Blog stehen zu lassen. Der Blog erlaubt es Personen weiterhin, sich Gehör zu verschaffen, ohne sich hinter einem Pseudonym zu verstecken. Die Änderung sollte die Blog-Plattform qualitative verbessern und all jenen Personen ins Zentrum rücken, welche Interessen an einer sachlichen Diskussion haben, sowie die oben erwähnten Werte respektieren.


67%
(3 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte June 2016

So einfach ist das nicht, Herr Frank, wenn Sie nicht eine Staatswirtschaft einführen und administrativ verwalten wollen. Die Produktion von Lebensmitteln muss vorfinanziert werden. Ohne Investition u. a. in den Anbau von Getreidefeldern läuft da gar nichts. Dann muss jemand das Risiko von Missernten tragen wollen oder versichern; das können die Farmer nicht allein stemmen.

Das Problem sind weltweite Kartelle (wie sie in Zug sitzen), die das Angebot verknappen und dadurch die Preise in die Höhe treiben können oder welche als Abnehmer die Farmer zwingen, Saatgut, Dünger und Unkrautvertilger zu ihren (hohen) Preisen nur bei ihnen zu kaufen. Die UNO sollte bald deshalb ein weltweites Kartellverbot durchsetzen. Die Schweiz muss das dort einbringen.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



20%
(5 Stimmen)
Ronald Frank sagte February 2016

Grundlebensmittel müs­sen in allen Län­dern die­ser Welt ga­ran­tiert sein und dür­fen nicht an der Börse ge­han­delt wer­den! Gute Le­bens­mit­tel dür­fen auch nicht zur Ener­gie­ge­win­nung für Autos und zum hei­zen ge­nutzt wer­den! Ausnahme, schlecht gewordenes Getreide und abgelaufene Lebensmittel, können mit Wasser angesetzt und für die Biogasherstellung verwendet werden! Der übrig gebliebenen Feststoff kann zur Düngung auf den Feldern ausgebracht werden! Wird die Inititive abgelehnt, sollten alle Aktionäre, die an der Börse mit Grundlebensmitteln handeln, blossgestellt werden!
Regierungen die ihre Völker verhungern lassen, müssen International verfolgt und mit Ketten an den Füssen, für das gemeine Volk, lebenslang Landwirtschaft betreiben!
Wichtigen Grundnahrungsmittel müssen weltweit deffiniert werden und von den Börsen entfernt werden!
Preise der Grundnahrungsmittel müssen im Verhältnis Arm 0:1/Mittelstand 3:1/Reich 6:1 bestimmt werden!


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1