Wirtschaft > Wirtschaftsrecht,

Stellenabbau bei Novartis

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

Stellenabbau bei No­var­tis: Braucht es die in­ter­na­tio­nale Ex­pan­sion der Gi­gan­ten der Wirtschaft?

Wie steht es um die internationale Expansion der Giganten der Wirtschaft, die Quintessenz der kapitalistischen Globalisierung? Ohne Zweifel sind internationaler Austausch von Waren und Dienstleistungen und internationale Arbeitsteilung, so sie auf Gleichberechtigung und nicht auf Ausbeutung beruhen, ökonomisch sinnvoll und steigern den verfügbaren Reichtum. Auch gibt es technologisch bedingte Betriebsgrössen, die nicht ohne Produktivitätsverlust​ unterschritten werden können. Weder Telefon- oder Schienennetze noch Anlagen zur Produktion von Automobilen sind mit der Kapitalbasis eines Mittelstandsbetriebes​ zu warten, geschweige denn auf je modernstem Stand zu betreiben. Dennoch: es gibt keinen ökonomisch plausiblen Grund dafür, über ein Drittel des globalen Handels innerhalb der Strukturen von einhundert allmächtigen Wirtschaftsriesen abzuwickeln.

Der „Synergieeffekt“ internationaler Übernahmen und Fusionen basiert in der Regel nicht auf einem realen Zugewinn an Produktivität, sondern auf Arbeitsplatzvernichtu​ng, auf der Stilllegung von Kapazitäten sowie auf erhöhter wirtschaftlicher Konzentration und damit Marktbeherrschung. Die verschachtelten und verschlungenen Hierarchien der Konzerne sind kein Gebot der Effizienz, sondern die Grundlage ihrer Macht, Zulieferern, Abnehmern und Regierungen ihre Konditionen zu diktieren. Deshalb, nur deshalb, zahlt sich das globale Monopoly für ihre Anteilseigner aus.

Ein Grossteil der konzerninternen Transaktionen hat ohnehin nichts mehr mit der Bewegung realer Güter und Dienste zu tun, nichts mit komparativen Vorteilen internationaler Arbeitsteilung. Sie dienen der blossen Manipulation von Computerzahlen, sei es für globales Steuerdumping mit sozial verheerenden Folgen, sei es für eine rein spekulative Finanzakrobatik, die die imaginären Gewinne erhöht. Wie viel Phantasie und Geist, welche Anstrengungen von Kreativität und Gedanken werden nutzlos verschleudert, wenn sich das Aufgabenfeld ganzer Abteilungen im virtuosen Spiel mit sinnlosen Buchungsvorgängen erschöpft!

Wessen Wohl dient ein Europa, in dem eine Handvoll Wirtschaftsgiganten diktieren und die übergrosse Mehrheit mit Einbussen und Existenzängsten zahlt? Wessen Wohl dient eine Welt, in der grausamste Armut neben blasiertem, übersättigtem Reichtum gedeiht? (Nach S. Wagenknecht, Kapitalismus im Koma, „No Alternative?“, 2003)

Die Macht der Wirtschaftsgiganten muss gebändigt werden durch internationale Verträge, die Kartell- und Sozialgesetzgebung sowie durch Mitarbeiter- und Staatsbeteiligung. Der globale Strukturwandel soll nicht verhindert, aber sein Tempo auf ein sozial verträgliches Niveau abgesenkt werden.


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]

60%
(5 Stimmen)
Frank Wagner sagte Vor 9 Tagen

Der Unternehmenszweck privater Unternehmen ist nicht möglichst viele Mitarbeiter zu beschäftigen. Eine Firma die international Geld verdient darf sich auch von den Standorten her international aufstellen.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

43%
(7 Stimmen)
jan eberhart sagte Vor 21 Tagen

Die Schweiz sollte stolz auf Novartis, Roche, CS und UBS sein.

Allein mit Käse und Uhren ist man noch keine grosse Exportnation.

Oft waren es Immigranten die neue Techniken und neues Wissen mitbrachten, das sehr nützlich war.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

50%
(8 Stimmen)
Simon Matt sagte Vor 22 Tagen

Das Novartis - Werk in Stein AG kenne ich von innen.

Ich hatte dort als PC - Supporter gearbeitet, als die Firma noch Ciba Geigy hiess.

Ich der Schule lernte ich, dass die Schweiz vor allem Uhren und Käse exportiert.

Beim Käse stimmt das schon lange nicht mehr.

Im Novartis Werk in Stein AG werden Pillen produziert und exportiert, die wertmässig den ganzen Käse - Export der Schweiz übertreffen.

https://www.aarga​uerzeitung.ch/wirtsch​aft/folgen-fuer-die-h​andelsbilanz-so-bedeu​tend-ist-der-stellena​bbau-bei-novartis-133​510631


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



30%
(10 Stimmen)
Werner Nabulon sagte Vor 23 Tagen

Die Macht der Wirtschaftsgiganten kann reduziert werden, wenn wir keine Aktien mehr kaufen von ihnen, und keine Produkte, wo wir wissen dass sie von so einer Firma stammen...


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



20%
(10 Stimmen)
Georg Bender sagte Vor 23 Tagen



Die Automatisierung macht vor keinem berechenbaren Erwerb halt!
Jetzt müssen Sie nur noch erklären, wie die Kaufkraft zum Konsumenten und Nutzer als Grundsicherung fliesst.
Sicher nicht über die Lohnsumme oder anderen Phantasiezuordnungen.​ Maschinensteuer, wie werden sie bewertet.
Nochmals: Im Preis für das Endprodukt an den Konsumenten oder Nutzer ist die Wertschöpfungskette abgebildet. Der Staat definiert die Tarife, welche branchenbedingt unterschiedlich ausfallen können. Weder die Unternehmen noch die Erwerbstätigen bezahlen für die Produkte. Mit dem zugeordneten frei verfügbaren Gegenwert der Arbeit oder Anspruch, bestehend aus nicht getilgten Bankschulden oder nicht abgeschriebenen Bankinvestitionen, aus dem Nichts geschöpft, wird das Wirtschaftsleben bestritten.

Dieser​ real existierende Wirtschaftsgrundsatz,​ welcher in der betreuten Bildung bewusst nicht gelehrt wird, sollte doch endlich begriffen werden. Wir stehen im 21. JH!

Beispiel: Umsatz 100 = 50 an den Staat für die Grundsicherung und Steuern.

Daumen nach unten = Betrügereien akzeptieren. Realität: Die Erwerbsarbeit ist Beschäftigung, geht sie aus, muss die sinnvolle Beschäftigung überdacht werden. Zukunftsaufgabe im Einklang mit dem endlichen Leben, Natur und Umwelt!





Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

80%
(10 Stimmen)
ueli hofer sagte Vor 23 Tagen

Warum dieser Aufschrei?
2000 Entlassungen bei Novartis kann die Schweiz gut verkraften.
Novartis​ wird wahrscheinlich bei den vielen Grenzgängern ansetzen.

Einersei​ts wird gejammert, es gäbe zu wenig offene Stellen, man müsse Arbeitskräfte importieren, gleichzeitigt jammert man über das Verschwinden von Grünflächen und unüberwindbares Verkehrsaufkommen, und damit über vermehrte Umweltbelastung.




Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

80%
(10 Stimmen)
Karlos Gutier sagte Vor 23 Tagen

Man muss sich im klaren sein, global agierende Firmen haben kein Vaterland, insbesonders da heute diese Firmen grösstenteils ausländische Manager und Aktionäre haben.


Auslageru​ngen ins Ausland wird auch durch die weltweite IT-Vernetzung begünstigt, da ist es egal ob das Konstruktionsbüro, die Verwaltung usw. im Nachbarbüro oder in Übersee ist. Alle Arbeitsstellen die nicht ortsgebunden sind wie Baustellen usw. sind in Gefahr ins Ausland ausgelagert zu werden. Ich würde heute keinem mehr empfehlen z.B. das KV zu machen, diese Stellen werden durch die KI abgelöst und ins Ausland verlagert.

Dieser Trend wird anhalten, und der erste grosse solcher wird eine Lawine auslösen.


Ich warte nur bis der Bund und die Kantone ihre Verwaltungen ist Ausland auslagern. Ausgeschlossen ? seit ihr da ganz sicher ?


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



50%
(12 Stimmen)
Emil Huber sagte Vor 24 Tagen

Da haben die Konzern - Kuscher unter der Politikern wohl ihre Ohrfeige bekommen.
Schneider Ammann verdrückt sich wohl rechtzeitig?
Trotz Steuergeschenken, sehr wirtschaftsfreundlich​ ausgegangenen Abstimmungen, wo auf mehr Ferien, gerechtere Einkommen (1:12), Mindestlohn usw. verzichtet wurde und dem fast neoliberalen Arbeitsgesetz in der Schweiz passiert so etwas! Und dies nicht das erste mal, man denke an General Electric.

Die Konzerne stellen zwar viele Arbeitsplätze zur Verfügung, aber wenn es "kracht" (Und sei es nur aus Geldgier der Investoren und Aktionäre) gibt es auch eben so viele Entlassungen.

Wie heisst es? "Wenn man seine Freiheit opfert um mehr Sicherheit zu gewinnen wird man am Ende beides verlieren"

Die Politik sollte viel besser kleinere Firmen mehr unterstützen wo das "Klumpenrisiko" bei Entlassungen kleiner ist als bei den Konzernen.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



38%
(13 Stimmen)
Georg Bender sagte Vor 24 Tagen

Eine Diskussion eines Volkswirtschaftlers, auf den Grundlagen der betreuten Bildung!
Die Geldschöpfung aus dem Nichts zur Abdeckung der Leistungserbringung kann bedarfsgerecht zugeordnet werden. Aus dieser Schöpfung heraus kann kein Mangel entstehen. Einen Mangel wird durch die von den Ökonomen und Regierenden mit Unterstützung der "geistig versklavten" Medien, kreierten Spielformen über die Lohnsumme.

Würde der Rückfluss der Pflichtanteile "Steuern und Soziales", über den Endpreis an den Konsumenten oder Nutzer, sowohl in der Real- als Finanzwirtschaft und nicht in betrügerischer Absicht (Zahler-Mythos als Virus im Denkvermögen eingeimpft) über die Lohnsumme, zugeordnet, müssten die Giganten der Wirtschaft, wohl anders denken?

Paradigma Wechsel von Wohnort zu Tatort, da wo das Geld in Güter eingetauscht wird!

Die Ökonomen und Regierende hätten fast ausgedient?


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?