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Abstimmungen, Initiativen > National > Abstimmung 14. Juni 2015: „‘Stipendieninitiative‘ und indirekter Gegenvorschlag (Totalrevision des A,

Studentinnen und Studenten sind nicht faul

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«Gerechtigkeit ob­siegt gegen Polemik» - die­sen Titel würde ich in 10 Tagen gerne le­sen. Dann nämlich, wenn das Schwei­zer Stimm­volk «Ja» zur Sti­pen­die­nini­tia­​tive ge­sagt hat. Kurz vor Ur­nen­schluss kur­sie­ren wirre Aus­sa­gen über die Sti­pen­die­nini­tia­​ti­ve. Wer sagt, Stu­den­ten würde ohne einen Fin­ger zu krümmen 24‘000 Fran­ken er­hal­ten oder wer be­haup­tet, der in­di­rekte Ge­gen­vor­schlag würde alle Pro­bleme lösen, der täuscht falsche Tat­sa­chen vor.

Es ist wich­tig zu wis­sen, dass es bei der Sti­pen­die­nini­tia­​tive nicht nur um Un­i-­Stu­den­tin­nen​ und Un­i-­Stu­den­ten geht. Die In­itia­tive bringt die­selbe Ge­rech­tig­keit  auch für die Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ten der höheren Be­rufs­bil­dung. Fest­zu­hal­ten ist eben­falls, dass all diese Leute nicht ein­fach faul sind und Geld be­zie­hen. Die neus­ten Zah­len des Bun­des­am­tes für Sta­tis­tik zei­gen, dass 80 Pro­zent aller Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten nebst ihrer Aus­bil­dung ar­bei­ten. Kommt hin­zu, dass nur Geld erhält, wer keine Unterstützung von zu Hause er­war­ten kann. Das ist das Grund­ziel von Sti­pen­di­en.

Ein weiteres Problem heute ist, dass es bei den Stipendien grosse kantonale Unterschiede gibt. Dies haben die Kantone selbst auch erkannt und versuchen mit dem Stipendienkonkordat diese Unterschiede zu glätten. Leider machen nicht alle Kantone bei dieser Glättung mit. Da nützt auch der indirekte Gegenvorschlag nichts. Denn der entscheidendste Punkt, nämlich wie hoch der minimale Betrag für ein Vollstipendium sein soll, fehlt im Gegenvorschlag. Der indirekte Gegenvorschlag wirkt somit nicht ausgleichend und verfehlt das Hauptziel.

Wer also der Meinung ist, dass ein Studium nicht vom Portemonnaie der Eltern oder vom Wohnkanton abhängig sein darf, der sollte am 14. Juni bei der  Stipendieninitiative​ ein «Ja» in die Urne legen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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67%
(3 Stimmen)
Lucien Burri sagte July 2015

Von allen wird über die hohe Studiengebühren gesprochen, die Eltern zu bezahlen hätten. In meinem Bekanntenkreis hat ein Vater mir erzählt, dass er die Studiengebühren für seinen Sohn selber übernehmen müsse. Auf meine Frage, wie viel musst Du selber übernehmen, kam eine Überraschende Antwort. Pro Semester Fr. 850.00. Macht pro Jahr Fr. 1'700.00. Wenn diese Gebühren wirklich so tief sind, sehe ich nicht ein, was für ein Theater dem normal Bürger, der die Stipendien berappt, vorgemacht wird. Auf meinen Einwand kam die Antwort: den Lebensunterhalt müssen die Eltern auch noch finanzieren. Das mache halt doch noch ein bisschen mehr aus. Studiengebühren /1700) und der Lebensunterhalt ergäben eine doch hohe Summe. Meine Lieben, würden alle Schreiber einmal einen Betrag nennen, für den die Eltern aufkommen müssen? Bitte ohne Lebensunterhalt. Den müssen Eltern von Berufsschülern auch bezahlen. Zu dem ist es eine Tatsache, dass unser Bildungswesen viel zu teuer ist. Solange ein Nationalrat, (Wermuth) es sich leisten kann, mit über 30 sein Studium immer noch nicht abzuschliessen, dann soll er bitte schön, dies auch selber finanzieren. Aber eben, Welche politische Farbe vertritt der Genannte?


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40%
(5 Stimmen)
Dany Schweizer sagte July 2015

Scheinbar vertreten hîer gewisse User, dass man ein Recht hat auf ein Studium, ein Recht hat auf ein Stipendium. Zudem das grosse "Jammern", dass man keine Zeit hätte nebst dem Studium noch zu arbeiten.

- Ein Stipendium sollte eine gewisse Refinanzierung beinhalten. Der Student bekommt eine Unterstützung, damit er künftig ein gutes Gehalt bekommt, das er in Relation zum tieferen Einkommen genauso bezahlt. Aber er bezahlt so seine Unterstützung nicht an die Allgemeinheit zurück, welche Ihm das ermöglicht hat.

- Ein Studium sollte nur belegt, werden, wenn man sich im Klaren ist, dass nebst Schule, Lernen und Nebenverdienst nur noch zum Schlafen Zeit ist. Und genau das sollte man beim Stipendium ansetzen. Wer das nicht einsieht und glaubt er könne danebst noch Party, Dauertraining usw machen, der gehört nicht in ein Studium. Prioritäten setzen heisst das Zauberwort für ein Studium.

Von was ich spreche? Ganz einfach. Meine zusätzlichen Ausbildungen hat NIEMAND ausser mir pers. finanziert. Kein Stipendium keine Unterstützung. Aber nebenbei normaler Job. Da muss oder sollte man halt einsichtig genung sein, dass das Opfer fordert. Man tut es für sich und nicht ausschliesslich für die Allgemeinheit. Und mit Opfer meine ich, dass man halt auch den Job reduzieren muss, seine Ansprüche runter schraubt und Leistung zeigt und nicht einfach Da ist, weil man es bezahlt bekommt.

Sicher hat es Studenten die das "begriffen" haben. Aber wenn ich sehe wie gewisse Damen und Herren Studenten Morgens um 4-5 Uhr (mitten in der Woche) aus der Bar bei der Kehrrichtverbrennung in ZH, kommen, werde ich schon stutzig, ob sich das diese Damen und Herren bewusst sind. Ja und ich weiss, dass es da viele solcher Studenten hat, denn ich habe sie mit dem Taxi nach Hause gebracht (tja eben, das war mein Zusatzjob um meine Ausbildung zu finanzieren)

Also meine Damen und Herren - Wer eine Verantwortung für sich hat, jammert nicht rum, erwartet nicht, dass andere sein Studium finanzieren und nimmt es selber in die Hand. Und sicherlich haben es unter Umständen Jene schwerer, welche nicht aus einer "gutsituierten" Familie kommen. Aber dafür bekommen solche Menschen dann auch den nötigen "Biss" es zu wollen, zu kämpfen und nicht alles in den A... geschoben zu erhalten. Und genau das sind dann auch Jene die gute und hochqualifizierte Arbeit bringen.

Aber zu einer solchen Einstellung müsste man sich selbst halt mal einer Selbstkompetenz unterziehen und nicht einfach zu studieren, weil man grad mal Lust hat und dann irgendwann geht diese aus, weil man an ein "Problemchen" kommt.

Herr Pfister:
Ohne Sie pers. angreifen zu wollen. Aber es ist schon eine Überlegung Wert, ob Sie sich das obige Bewusst sind. Sie haben nebst Studium, lernen und sich selber finanzieren scheinbar sehr viel Zeit um hier zu bloggen, zu lesen und zu manipulieren. Wenn Sie tatsächlich Ihr Studium ernst nehmen, wäre es an der Zeit. Schulbank, Lernen, Arbeit und Schlafen - nix mehr mit hier bloggen.


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100%
(2 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte July 2015

Studentinnen und Studenten sind nicht alle fleissig - aber viele.


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40%
(15 Stimmen)
Lars von Lima sagte June 2015

Aus die Maus mit Forderungen einer kleinen Klientel und für die SP INI. Eine mehr. Wieviel kommen noch, Herr Aebischer?


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40%
(10 Stimmen)
Thomas Niedermann sagte June 2015

Ist einfach nur ein linkes Anliegen. Einfach mal wieder Geld verteilen und denken die Welt wird dann besser.
Das ist dann aber in der Praxis nicht so.
Ich hätte,nichts dagegen, wenn jemand für einen normalen Studienverlauf keine Gebühren zahlen müsste. Fände ich sogar gut. Gleiche Chancen für alle, auch kemand aus armen Haus kann eine teure Ausbildung machen - absolut dafür.
Aber das ist nicht der Inhalt der Initiative - nein,man will als erstes:
- den Föderalismus im Schulwesen wieder ein Stück aushebeln
- zuerst mal Geld verteilen egal ob es nötig ist
- dann ein Minimum festlegen- ist ja,egal wo man lebt, obwohl die Kosten lokal unterschiedlich sind
- vieles der Verwantwortung abnehmen und dann ein langes Studentenleben ermöglichen
- wer studiert, nebenbei etwas jobt und das Studium vernünftig betreibt - der ist dann wieder mal der Dumme.

Einfach ablehnen, den Föderalismus pflegem und die vielfältigen guten kantonalen Stipendienlösungen weiter so anwenden. Einen Notstand kann ich da nicht erkennen.


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53%
(19 Stimmen)
Stefan Pfister sagte June 2015

Betrachten wir das doch mal von der anderen Seite.

Kindergarte​n ist unentgeltlich.
Prima​rschule ist unentgeltlich.
Sekun​darschule ist unentgeltlich
Gymnas​ium ist unentgeltlich.

Bis dahin spielt das Portemonnaie der Eltern also eine untergeordnete Rolle.

Und vor etwas mehr als 20 Jahren hat die Schweiz einen UNO-Pakt unterschrieben, der die "allmähliche Einführung der Unentgeltlichkeit" der Bildung auf allen Stufen vorsieht, also auch bei Meisterausbildung, höherer Berufsbildung und Studium. Geschehen ist zumindest bei den Studiengebühren seither das Gegenteil. Sie haben sich erhöht. Von ca. 200 Franken in den 90ern auf 800 heute. Da die Studenten keine so schlagkräftige Lobby haben wie die Autolobby, die wegen 60 Franken ein Referendum ergreift, bekommt das halt kaum jemand mit.

20 Prozent der Studenten brechen ihr Studium wegen finanzieller Probleme ab.

Bei amerikanischen Verhältnissen sind wir zwar noch nicht (Harvard kostet 52 000 im Jahr, Yale 44 000). Doch das ist das Ziel neoliberaler Vordenker. Dann entscheidet endgültig das Portemonnaie der Eltern.

Die Stipendien-Initiative​ ist eine nötige Korrektur gegen die schleichende Amerikanisierung des Bildungswesens.



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27%
(11 Stimmen)
Felix Kneubühl sagte June 2015

Das beste Argument gegen diese Initiative sehen Sie hier:

http://www.p​olitnetz.ch/artikel/2​1914-die-stipendienin​itiative-versursacht-​nicht-nur-erhebliche-​mehrkosten


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54%
(13 Stimmen)
Jürg Wolfensperger sagte June 2015

Genau diese kantonalen Unterschiede sollen auch so bleiben!Es macht keinen Sinn einem Studenten,der 10 km von der Uni entfernt,möglicherwei​se noch bei den Eltern lebt,gleichviel ins Portemonaie zu stecken,wie einem aus dem Bündnerland,der als Wochen-Aufenthalter sich in einer Uni-Stadt eine Bleibe suchen muss.Zudem gibt es in städtischen Gefilden auch eher Arbeiten, mit denen sich Studenten etwas Geld generieren, als irgendwo auf dem Lande,oder in einem Tal-Kessel,wo kaum Industrie vorhanden ist.Von mir kommt darum ein wuchtiges NEIN..!


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42%
(19 Stimmen)
Stefan Pfister sagte June 2015

Gerade die MINT Fächer, bei denen man sich regelmässig über Fachkräftemangel beklagt, sind so zeitintensiv, dass man schwerlich Zeit für einen Nebenjob findet. Wer da weder Stipendium noch genügend vermögende Eltern hat, kann das Fach nicht studieren und an seiner Stelle wird halt eine Fachkraft aus dem Ausland geholt.
Die Stipendien-Initiative​ wäre also ein Schritt zur Umsetzung der MEI.


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50%
(20 Stimmen)
Martin Bracher sagte June 2015

Diese Initiative ist ganz klar abzulehnen!

Diese Initiative fördert nicht nur solch Langzeit-Studenten wie Cedric Wehrmuth von der SP oder Baltasar Glättli von den Grünen. Hinzukommt bei einen Ja, auch dass der wirtschaftliche Druck, das man etwas studiert, dass man später auch gebrauchen kann, praktisch vollständig vernichtet wird, und somit die Hürde für: Ich geh mal irgendetwas studieren ein paar Jahre und mache mir ein schönes Leben auf Kosten der Allgemeinheit, praktisch auf null gesenkt wird( auch hier wieder die Beispiele Wehrmuth und Glättli).



Aus diesem Grund ist diese Initiative abzulehnen!



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45%
(20 Stimmen)
Lars von Lima sagte June 2015

Na, Herr Aebischer, kein Mensch behauptet, Studenten wären faul. Aber wenn ich an Langzeitstudenten denken, z. B. an Ihre deutsche Pareigenossing Frau Andrea Nales / SPD, Deutsche Arbeitsministerin, mit 30 Semestern Studium (mit der Glanzleistung eines völlig verkorksten Minimallohngesetzes usw.), sind solche 'Studis' leider keine Einzelfälle.

Die Stipendiensachen gehört nach wie vor auf die Kantonsebene und nicht in den Bundesschütttopf.

​Wer studieren will, wird es auch schaffen ohne 'Stütze', die so nett als Stipendien verkauft werden. Man könnte fast meinen, dass alle früheren Studierenden am Hungertuch nagen mussten. Das war aber keinesweg so.

Und zur Zeit, Herr Aebischer, haben wir ja so wenig Studenten, dass wir in der Schweiz UNIs dicht machen müssen oder habe ich da was verpasst?

Nein, denn das Gegenteil ist der Fall. Also kann an der ganzen Stipendietis etwas schlicht und einfach nicht stimmen.

Das geht wieder einmal in Richtung linker pauschaler Extrawürste. Erasmus lässt grüssen! Ablehnen!


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