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Teil 2: Wer hat Angst vor Donald Trump?

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Bereits am 25. April habe ich in die­sem Blog die glei­che Frage ge­stellt und heute wurde sie be­ant­wor­tet...

 

Als totaler Polit-Neuling und grosser Aussenseiter, ist der Unternehmer DONALD TRUMP im Frühling in den US-Wahlkampf eingestiegen und wurde zuerst belächelt. Jetzt ist er der 45. Präsident der USA! Er siegte überlegen mit 289 Wahlmännerstimmen gegenüber Hillary Clinton mit 218. Im Vergleich dazu: Barack Obama gewann damals äusserst knapp, mit nur einer einzigen Stimme über den notwendigen 270, also mit 271!

 

DONALD TRUMP hat nie ein Blatt vor den Mund genommen, Klartext gesprochen und dem verhassten Establishment in Washington den Kampf angesagt. Seiner Kontrahentin Hillary Clinton ist es nicht gelungen, die Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Warum? Sie hatte eindeutig grössere politische Erfahrung und Kompetenz. Dazu hatte sie fast die gesamte Medien-Landschaft der USA und Europas hinter sich und dazu noch die vollständige Obama-Regierung mit einer entsprechenden „Infrastruktur“. Was der Polit-Veteranin aber fehlte, war das politische Gespür und so verlor sie bereits ihren zweiten Präsidentschafts-Wahl​kampf.

 

Obwohl sich der ganze Clinton- und Obama-Clan im Wahlkampf mit Vehemenz gegen den Kandidaten DONALD TRUMP einsetzte, reichte es nicht. Die Menschen hatten genug vom Establishment in Washington und der „Heissen-Luft-Politik​“ ihres Präsidenten, die Obama während Jahren produzierte. Kein einziges Wahlversprechen hat er gehalten,- nicht einmal Guantanamo konnte er nach acht Jahren schliessen. Seine Gesundheitsreform ist ein Flickwerk. Das Verhältnis zu Israel auf dem absoluten Tiefpunkt. Ein immer lauteres Geschrei der Waffenindustrie und neue Kriege zeugen dafür von der „aussenpolitischen“ Tätigkeit der USA, insbesondere von deren Aussenministerin Hillary Clinton. Der Weltfrieden rückte in weite Ferne. Die Wählerinnen und Wähler hatten genug von Kriegen und wollten auch deshalb einen politischen Wechsel. Dieser kam in der Person von DONALD TRUMP!

 

Innenpolitis​ch hinterlässt Obama ein tief gespaltenes Land, mit unzähligen Baustellen. Er hatte damals angekündigt, die beiden grossen Parteien einander näher bringen, doch er schaffte genau das Gegenteil. Wer wie Obama mit einem Dekret seine Ideen durchsetzen will, unter Umgehung des Parlaments, macht sich keine Freunde! So wandten sich viele von ihm ab und er verlor die Mehrheit im Abgeordnetenhaus wie im Senat an die Republikaner. Damit war Obama als Präsident praktisch kaltgestellt.

 

Geste​rn noch beteuerte Hillary Clinton, dass sie genau dort weiterfahren würde, wo ihr Freund Obama aufhört. Wohl ein fataler Fehler, denn exakt von dieser Politik hatten die Menschen genug. Frau Clinton wollte die Realität aber nicht sehen und klammerte sich bis zur letzten Minute an Obama, der sich mit seiner Frau so stark in den Wahlkampf einmischte, wie kein anderer Präsident vor ihm. Gebracht hat es nichts. Im Gegenteil: Präsident Obama war damit der wichtigste Helfer im Wahlkampf von DONALD TRUMP. Hätte Obama in den letzten acht Jahren ein wenig politisches Fingerspitzengefühl bewiesen und hätte er in vielen Situationen seinen Gegnern die Hand ausgestreckt, wäre heute kein Republikaner Präsident.

 

Bei den Debatten im Fernsehen von heute Morgen sah man die ratlosen Gesichter, hörte die leeren Worthülsen der Verlierer. Die Anhänger von Hillary Clinton standen unter Schock und glichen einem „begossenen Pudel“. Alle Prognosen waren plötzlich nichts mehr wert. Aber die Menschen machten bei Umfragen von ihrem Wahlgeheimnis Gebrauch und hielten sich mit einer Aussage über ihre Stimmabgabe zurück. Die Menschen in den USA wollten einfach einen politischen Wechsel und dieser wurde noch geschürt durch ein tiefes Misstrauen in ihre Institutionen, wie z.B. das FBI.

 

Was können wir von Präsident DONALD TRUMP erwarten? Wird alles besser? Nein, aber es wird einiges anders. Ich erwarte von ihm bessere Beziehungen zu Russland. Die Hysterie gegen dieses Land muss endlich aufhören. Das militärische aufrüsten der USA und der NATO und die neuen Kriege, von Libyen bis Afghanistan, brachten uns an den Rand eines dritten Weltkrieges. Tausende Tote, totale Zerstörung, verbrannte Erde, politisches Chaos und gewaltige Flüchtlingsströme sind die Folgen. FRIEDEN und die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit allen Ländern, muss deshalb das erste Ziel des neuen Präsidenten sein.

 

Die Amerikaner können auch wieder Hoffnung schöpfen, dass ihr Land an erster Stelle kommt! Alte Werte und Traditionen, welche oft belächelt und an den Rand gedrückt wurden, kommen wieder zurück. Konservativ, traditionell, selbstbewusst und eigenständig werden die USA unter DONALD TRUMP.

 

Obamas Sozialismus führte die Menschen in eine Sackgasse. Als echter und erfahrener Macher, bringt der neue Präsident die Wirtschaft wieder in Schwung. Der amerikanische Traum lebt wieder und der neue Präsident DONALD TRUMP bringt der Welt die dringend benötigte, neue Hoffnung!

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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25%
(4 Stimmen)
Helmut Barner sagte August 2017

Na, Frau Estermann, immer noch voll des Lobes über den Trump? "Alte Werte und Traditionen, welche oft belächelt und an den Rand gedrückt wurden, kommen wieder zurück. Konservativ, traditionell, selbstbewusst und eigenständig werden die USA unter DONALD TRUMP.
Obamas Sozialismus führte die Menschen in eine Sackgasse. Als echter und erfahrener Macher, bringt der neue Präsident die Wirtschaft wieder in Schwung. Der amerikanische Traum lebt wieder und der neue Präsident DONALD TRUMP bringt der Welt die dringend benötigte, neue Hoffnung!"
Wer hofft, ist anscheinend Ku-Klux-Klan und andere weisse Rassisten, aber auf was? Ihnen, Frau Estermann, mag das gefallen, was da abgeht, aber wer hat schon Angst vor Trump? Abrüstung, weniger Waffen? Scheisse, das ging daneben! Russland, der neue Freund? Jetzt, da die Wahlen vorbei sind und Putin nicht mehr manipulieren kann, auch ein Schlag ins Wasser......


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50%
(10 Stimmen)
Helmut Barner sagte March 2017

Wenn der amerikanische Präsident (von Moskaus Gnaden) verkündet: "Wir wollen wieder Kriege gewinnen können!" dann ist das also etwas, was Ihnen, Frau Estermann gefällt und Sie beeindruckt. Sie unterstützen also solche Politik und finden sie verharmlosen zu müssen.


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55%
(11 Stimmen)
Alex Müller sagte February 2017




Donald Trump entpuppt sich als einer , der von seiner eigenen "Grösse" so fasziniert ist, dass er in der Freizeit "Wahlveranstaltungen"​​ organisieren lässt. Das braucht er, um sich bejubeln zu lassen.
Gleichzeitig ist die Regierungsmannschaft noch nicht gut genug organisiert.
Böse Zungen sagen ja: "Präsident Bannon hat seinen sehr engagierten Sprecher wieder vorgeschickt - um seine Meinung zu verbreiten - den Donald Trump!".
Wenn Trump also so weiterfährt mit seinen irren Reden und Dekreten, wird er keine Amtsperiode überleben.
Die Demokraten im Kongress geben zwar Gegensteuer. Aber Trumps Partei dürfte einer Spaltung entgegengehen. Jene die Trump darum nicht widersprechen, weil die Republikaner den Präsidenten stellen konnten und jene, welche finden, dass der Präsident dem Kongress Gesetze zuerst vorlegen muss.
Besonders aufmerksam müssen wir alle sein, wenn Trump die freie Presse angreift und behauptet sie würden "Quellen" erfinden um ihm zu schaden. "Sie seien die Feinde des Volkes"!. Diesen Spruch hört man von allen früheren und noch werdenden Diktatoren dieser Welt. Die Feinde der Diktatoren dieser Welt sind: Die Presse, die Intellektuellen, die Minderheiten, die Ausländer, die Andersdenkenden.
Sseien wir auf der Hut. Ein Amerikanischer Präsident hat eine enorme Macht. Es kommt also sehr darauf an , wer auf diesem Sessel sitzt. Und im Moment finde ich, es sitzt nicht der richtige Mann im weissen Haus


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62%
(13 Stimmen)
Inge Votava sagte January 2017

Nach nur 8 Tagen hat es D. Trump geschafft die Mehrheit der US-Bevölkerung (ganz zu schweigen vom Rest der Welt) gegen sich aufzubringen. Ein Rekord, von den letzten 6 Präsidenten hat dies keiner geschafft.


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58%
(12 Stimmen)
Alex Müller sagte December 2016

Donald Trump ist für mich eine Wundertüte. Wenn er nicht einige seiner Aeusserungen, die während dem Wahlkampf gefallen sind, "staatsmännisch" korrigiert, und seine 5 Generäle sich bei iihm durchsetzen, werden wir nicht sehen, dass Frieden einkehrt.. Besonders nicht im Zusammenhang mit dem unguten Verhältnis Teheran zu Washington. Ganz unberechenbar ist Trump allerdings nicht für gewiefte Politiker. Er ist wahrscheinlich sogar gut beeinflussbar. Denn er lässt seine Windfahne eher dorthin wehen, wo es für ihn am Schluss gut aussieht und er sich im Blitzlichtgewitter sonnen kann. Also werden seine vielen "Berater" diesen Selbstdünkel geschickt zu nutzen wissen.
Was mich aber stutzig macht, ist, dass Obama und der amtierende Aussenminister Kerry herumreisen und die Angst vor Trump zu beschwichtigen suchen. > In wenigen Monaten werden wir mehr wissen. Besonders Putin wird in den Startlöchern warten, bis Trump sich von Europa und der NATO zurückzieht. Dann wird sich zuerst die Baltischen Staaten, und dann andere alte Satellitenstaaten der Sovjetunion zurückholen.


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44%
(18 Stimmen)
Kurt Nünlist sagte November 2016

Sehr gut geschrieben Frau Estermann. ❤️ Es trifft in etwa genau meine Meinung. Wie Trump als Präsident war, wissen wir in 20 Jahren. Vorher wird die selbsternannte Elite, die Presse, nicht über diese Niederlage hinweg kommen und vernünftig die Arbeit von Donald Trump beurteilen können.


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53%
(17 Stimmen)
Hans Knall sagte November 2016

Haben Sie schon bemerkt wie plötzlich der neu kreierte Begriff „Faktenblase“ die Runde macht?

Wer gut beobachtet wird bemerken, dass diese Worthülse immer dort verwendet wird, wo es darum geht, das Versagen der Mainstreammedien, der Eliten und der gesamten Umfrageindustrie zu begründen, welches sich an der US-Wahl so erruptionsartig offenbart hat.

Es wird erklärt, dass sich Leute, welche ihre Informationen frei im Internet suchen, sich ausschliesslich die Informationen zuführen würden, die ihre (meist rassistische, rechtsextreme, menschenverachtende usw) Grundhaltung bestätige. Die Informationen aus dem Internet werden grundsätzlich als „manipuliert“ gesetzt. Die freien Internetnutzer würden sich der Wirklichkeit und der Wahrheit, welche nur durch die Mainstreammedien angeboten werden, versagen. So der Begriff in seiner Stossrichtung.

Der​ Vorwurf, dass sich die Millionen von Amerikanern die Trump gewählt haben (und die Franzosen die le Pen wählen und die Österreicher die Hofer wählen und die Ungarn die Orban wählen usw) sich allesamt in „Faktenblasen“ befinden würden, soll eigentlich nichts anderes sagen, als wer sich ausserhalb des vom elitekontrollierten Mainstream seine Informationen besorgt, liegt falsch.

Die Mainstreammedien, die Eliten und die ganze Systemsosse haben nicht versagt. Dass sich die Wahrheit und die Wirklichkeit als anders herausgestellt hat, als von ihnen vorausgesagt und vorausbestimmt, liegt daran, dass sich die Volltrottel von Wählern in „Faktenblasen“ befunden haben, die es ermöglichten die Wahrheit und die Wirklichkeit ergebnisgetreu zu ermitteln.
So die neue „Faktenblasen-Sprach und Gedankensteuerung“.

Einmal eingeführt, wird uns dieses Modell künftig auch in jeglichen anderen Zusammenhängen und über kurz oder lang auch „akademisch“ verwendet, noch viel Spass bereiten...


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44%
(16 Stimmen)
Inge Votava sagte November 2016

Noch ein Republikaner stellt sich quer: Der Ex-Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, kämpft für den Klimaschutz und wird so zum Gegner von D. Trump, der die Klimaerwärmung als "Falschmeldung der Chinesen" abtun will. (Quelle baz)
Es bleibt zu hoffen, dass sich noch mehr vernünftige Politiker finden, die diesen (mir fehlt eine politisch korrekte Bezeichnung), also diesen in die Schranken weisen können.


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40%
(15 Stimmen)
Inge Votava sagte November 2016

Zum Glück sind nicht alle Republikaner wie Donald Trump. Senator John McCain äusserte sich am Halifax Security Forum:Sollte D. Trump waterboarding wieder einführen, würde er ihn vor Gericht haben "in a New York minute" (Quelle BBC)


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53%
(15 Stimmen)
Inge Votava sagte November 2016

Angst ist immer ein schlechter Weggenosse. Aber Sorgen sollten wir uns schon machen. Noch-Präsident Obama hat als eine der letzten Amtshandlungen neue Gas- und Ölbohrungen in dem einzigartigen Ökosystem der Arktis verboten. Die Republikaner haben bereits angekündigt, dass sie dies rückgängig machen werden. (Quelle baz). Brave new world! Letzter Satz ist sarkastisch gemeint.


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50%
(20 Stimmen)
Stefan Pfister sagte November 2016

Dieselben Leute, die immer wieder betonen, dass auch eine knappe Mehrheit zur MEI immer noch eine Mehrheit ist, behaupten hier jetzt, dass das amerikanische Volk hinter Trump stehe, und dass es irrelevant sei, dass Hillary Clinton von eben diesem Volk eben auch ein paar Stimmen mehr erhalten hat.

Diese Leute reden zwar gern vom Volk, aber sobald das Volk eine andere Meinung hat, ist es nicht mehr so wichtig.

Trump hat gewonnen, damit müssen wir leben. Seinen Sieg verdankt er aber dem Wahlsystem. Eine Mehrheit im vielzitierten "Volk" hatte er nicht.

Und jetzt schauen wir mal, was die Wundertüte Trump so alles macht im Weissen Haus. Es könnte ganz unterhaltsam sein. Wenn man nicht gerade Muslim oder Mexikaner ist. Und wenn man verdrängt, dass dieser Mann jetzt die Kontrolle über die Atomwaffen hat.


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(17 Stimmen)
ULrich Landes sagte November 2016

Sehr geehrte Frau Estermann.

Vielen Dank für Ihre beiden Beiträge zum Thema Donald Trump, auf die ich mich im Nachfolgenden beziehe.



Wenn ich recht verstanden habe, sagen Sie in Ihren beiden Artikeln Folgendes:

1. Dona​ld Trump ist ein Geschäftsmann und Selfmademan, der es geschafft hat, in allem, was er tat, Erfolg zu haben; dies macht ihn zu einem guten Kandidaten.
2. Die jetzige Situation ist von Barack Obama verschuldet, und er trägt die Schuld am derzeitigen Zustand der Vereinigten Staaten. Er hat die Gesellschaft gespalten und es ist seinem Unvermögen und seiner Arroganz zuzuschreiben, dass die USA da sind, wo sie sich momentan befinden.
3. Barack Obama, Hillary Clinton und die Politiker sind das „Establishment“, gegen das es zu kämpfen gilt.
4. Donald Trump erreicht die vom „Establishment“ vergessenen Randgruppen, denen er Grösse, Wachstum, Wohlstand und Sicherheit verspricht.
5. Seine Art zu argumentieren und Wahlkampf zu betreiben sind rechtens, weil sie der Masse aus der Seele sprechen, Sie richten sich gegen das Veraltete, das Hergebrachte, das « Establishment ».
6. Die politischen Parteien sind an ihrer Niederlage selbst schuld, weil sie die Belange der Bevölkerung nicht berücksichtigt haben
7. Donald Trump als Präsident nützt der Schweiz sehr viel mehr als eine Präsidentin Clinton.



1. Ic​h gebe Ihnen Recht, Donald Trump scheint ein guter, sehr guter, aussergewöhnlicher Geschäftsmann zu sein, selbst wenn das „Guinnes-Buch der Rekorde“ oder die Emmy-Awards für mich noch keine Qualitätssiegel sind. Aber 25 Mio Arbeitsplätze schaffen, das marode Verkehrssystem sanieren, die Steuern senken und Protektionismus betreiben scheint mir zusammen doch ein relativ schwieriges Unterfangen. Zumindest ist es leichter gesagt, als getan. Und sicherlich ist es nicht die Strategie, mit der Geschäftsmann Trump sein Imperium aufgebaut hat. Ich wünsche ihm alles Gute, bleibe aber skeptisch.
2. Man könnte fast annehmen, Präsident Obama habe einen Garten Eden in eine Wüste verwandelt. Das Land war aber schon kaputt, gespalten und zerrissen, als Obama es übernommen hat. Er hat weder die Kriege in Afghanistan noch im Irak angezettelt noch die Wirtschaftskrise ausgelöst. Aber es stimmt, er hat viele seiner Ziele nicht erreicht, Wie viele dieser Ziele mit einem Kongress und einem Senat als Gegner zu erreichen waren, steht auf einem anderen Blatt, aber es erscheint mir etwas zu einfach, das Trauerspiel USA einem Menschen (selbst wenn es der Mächtigste der Welt sein sollte) auf die Schultern zu laden.
3. Der Ausdruck „Establishment“ hatte in den 60er Jahren auch schon etwas Verdächtiges, er roch nach Reaktion, Rückständigkeit und Tradition. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, Trump gehöre der Avantgarde an (dazu sehe man sich nur seine Penthousewohnung, das darin befindliche Wohnzimmer und sein Flugzeug an), und die Leute, die er sich jetzt in sein Team holt, schon gar nicht. Ich glaube nicht, dass er in seinem Innern viel anders ist als die Leute, auf die er die ganze Zeit geschimpft hat. Und ob er besser ist, muss sich erst noch herausstellen.
4. Si​ehe 3.
5. Siehe 3.
6. Ueber die Schuldfrage masse ich mir kein Urteil an.Ich stimme Ihnen auch zu, die Art und Weise, wie Politiker sprechen, ist oft abgehoben und dem Gegenüber überhaupt nicht angepasst (wie übrigens auch bei Juristen und Aerzten), aber es besteht ein Unterschied zwischen „Klartext reden“, also „Richtiges verständlich erklären“, und „einfach irgend etwas sagen“. Die Trump’schen Phrasen gehen leicht ins Ohr und sind meistens auch nah an dem, was manche Leute hören wollen, das hat aber noch nichts mit „verständlich“ (also mit dem Verstand zu erfassen) zu tun. Und mit Wahrhaftigkeit noch viel weniger.
7. Das müssen Sie mir erklären, warum ein Mensch wie Trump im Präsidentenamt gut für die Schweiz sein soll.


Ich freue mich darüber, dass Sie so guter Laune sind (Roger Köppel war ja auch ganz aus dem Häuschen, wie man in seinem Editorial der letzten Weltwoche lesen konnte), Und ja, Trump wurde nach geltendem Recht gewählt und er verdient eine Chance. Ich stelle mir jedoch ein paar Fragen.

Was sollen wir jetzt machen? Sollen wir jetzt, nachdem er gewählt ist,einfach die Reset-Taste drücken und alles vergessen, was er an Niedrigem, Scheusslichem und Gemeinem gesagt hat (im Gegensatz zu Ihnen hat Herr Köppel zumnindest diesbezüglich ein paar kritische Worte gefunden)?
Wird die Schlammschlacht nun salonfähig?
Wird im Gespräch jetzt das „wie“ wichtiger als das „was“?

Ich spreche Sie direkt an, Frau Estermann, hätten Sie ein solches Gebaren von einem Vorgesetzten akzeptiert? Würden Sie sich in einem Arbeitskreis, einem Gremium Derartiges tolerieren? Hätte ich mich jemals so über eine Mitarbeiterin geäussert, so hätte ich längst meinen Job verloren, und zu recht. Insofern sehe ich nicht, warum Sie Menschen wie ihm derartige Ausfälle durchgehen lassen. Ich spreche nicht von Meinungsfreiheit oder political correctness, ich spreche von ganz normalem Anstand im Umgang mit dem Gegenüber, Und ich vermisse in Ihren Artikeln einen kleinen Hinweis darauf, dass Ihnen das aufgefallen ist.

Aber Kritik an Trump hiesse indirekt ja auch Kritik an Ihrer eigenen Partei zu üben, insofern kann ich Ihre Zurückhaltung durchaus verstehen.




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57%
(14 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte November 2016

Liebe Schweizerpolitiker
A​​ls Deutscher sage ich Euch:
Bleibt so wie Ihr seid.
Lasst Euch nicht durch Trumps Wahlerfolg beeinflussen.
Verspr​echt dem Volk nur Dinge, die Ihr erfüllen könnt.
Werdet nicht populistischer - es lohnt sich nicht, das Gesicht zu verlieren.
Frau Estermann ist natürlich entschuldigt.



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50%
(16 Stimmen)
Rudolf Hagmann sagte November 2016

Hallo Frau Yvette Estermann, Gut geschrieben, nur eins, Die Demokraten in den USA stehen im Vergleich rechts von der SVP und sind nicht mit einer sozialdemokratischen Partei zu vergleichen, sonst kann ich Ihnen zustimmen.
Das Donald Trump gewählt wurde wundert mich nicht, denn die Amerikaner sind ihrem Polit Establishment gegenüber recht kritisch eingestellt, für sie sind das Kriminelle. Genau das hat Trump gesehen. Er hat die schweigenden Massen mobilisiert, die Leute die nicht vom Big Business in den Städten der Ostküste oder den Hightech Firmen an der Westküste profitieren. Ganz normale Amerikaner, die durch den Neo Liberalismus oder die Globalisierung ihre Jobs verloren haben und sich nun irgendwie durchs Leben schlagen.
Sie kaufen ihre Jeans im Wal Mart für 20 US$ und hinter dem Levi’s Label steht „Made in Honduras oder Bangladesh“. Nicht mal dieses ursprüngliche Symbol der Amerikaner wird mehr in den USA hergestellt. Das waren mal Arbeitgeber in den USA und man war stolz für einen so berühmte Marke zu arbeiten. Das wurde ihnen alle genommen, durch einen globalen Markt, der in unseren westlichen Staaten fast nur Verlierer produziert.
Diese Schicht, die Polit Elite nennt sie unter sich abschätzig „White Trash“, wird auf dem Arbeitsmarkt konkurriert von Ausländern (Mexikaner, Asiaten) die die Jobs noch billiger machen. In den letzten 20 Jahren sind viel Amis in Mobile Homes gezogen, sie wohnen am Rande der grossen Agglomerationen oder in vergessenen Nestern irgendwo in den Heartlands oder im mittleren Westen. Sie sind keine schlechten Leute, in der Regel lesen sie nicht viel sondern kriegen ihre News ungefiltert von den grossen TV Stations und sie gehen normalerweise nicht wählen, Politik interessiert sie nicht. Ihr Leben dreht sich um Sport oder sie gehen fischen und jagen. Ihr Stolz ist das Recht eine Waffe zu kaufen und zu tragen wenn immer sie wollen, sie sind Patrioten und selbst vor den schäbigen Mobile Homes weht die US Flagge. Den freien Zugang zu Waffen wollten Obama und Clinton ändern. Aber Waffen sind bei den Amis eine heilige Kuh, wie bei uns das Sturmgewehr zuhause. Ich habe mit diesen Leuten gearbeitet und Bier getrunken. Sie haben Fragen, sie sind gesellig, sie sprechen gern mit Leuten aus andern Ländern. Sie wollen wissen ob wir unserm Government vertrauen („Do you trust your government?)“, sie fragen wie wir unsere Familien verteidigen wenn wir keine privaten Waffen haben, und sie verstehen nicht, dass Europa nicht fähig ist die Welle muslimischer Migranten zu stoppen. Das alles hat ihnen das Fernsehen gezeigt und der eine hat einen Bekannten der in Germany war und der hat ihm erzählt, dass man da die Züge nicht mehr benutzen darf weil damit die Migranten transportiert werden u.s.w. Donald Trump hat ihnen die Antworten auf all diese Fragen gegeben. Ober er das einhalten kann, weiss ich nicht, wohl kaum, aber sie dürfen wenigstens ihre geliebten Waffen behalten und vor allem Donald Trump hat sie ernst genommen !!
Ich denke diese Wahl in den USA sollte einigen Leuten zu denken geben, ich denke an Junker, Schulz und wie sie alle heissen die in Brüssel eine unglaubliche Bürokratie aufbauen um uns Europäer zu regulieren. Ich denke an unsere Regierungsvertreter, die diese Leute hofieren, dass es fast peinlich ist. Es kann nach dem Brexit, Nach der Wahl von Trump und der Nicht-Umsetzung der MEI nicht sein, dass sie immer noch nicht merken, dass genau das gleiche hier auch passieren wird. Die Menge der wütenden Bürger wächst täglich, in der Schweiz wie in der EU. Ich hoffe, dass unser Polit Establishment sehr schnell lernt.
Das postfaktische Zeitalter ist in der Politik angebrochen, wie es Frau Merkel nennt und vor dem sich auch Frau Gössi fürchtet. Sie können nicht glauben, dass es vielen Schweizern egal wäre die PFZ sofort fallen zu lassen und dann mal schauen was die EU macht.


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35%
(17 Stimmen)
Ernst Jacob sagte November 2016

Zugegeben, ich bin sonst eher selten mit Frau Estermann einig, aber in einigen Punkten diese Mal schon. Und an den Herrn Müller, die Sozialistische Partei der Schweiz wäre in den USA sowieso verboten, mit ihrer Preambel zur Ueberwindung des Kapitalismus. Deshalb sind Alle Linken, von normalen Dunkelgrünen, bis zu den Dunkelroten, alle in der demokratischen Partei. Und das macht es halt schwer, diese Leute voneinander zu unterscheiden. Wobei es natürlich auch sehr reiche Demokraten gibt, genau so wie bei uns rote Berner Sozialistinnen, die zwar, wie die ganz Armen, auch keine Steuern zahlen müssen, auch mit Einnahmen von 400+ Riesen pro Jahr und 10+ gross Kisten im Trockenen. Und das wären dann die schlitzohrigen Schleimer|innen, die von Trump gejagt und zur Kasse gebeten würden. Nehme ich wenigstens an.

Aber sonst, Einzelne meiner Postings zum Fall Trump findet man hier:
http://www.pol​itnetz.ch/artikel/228​74-trump-macho-s-prim​itivos-und-andere-mae​

Und auch, wenn ich sicher keine Lobeshymne auf Herrn Trump singen werde, aber allein schon die Tatsache, dass Einer es wenigstens versucht, den Klüngel internationaler Interessenvertretung und Eigennutz in Wirtschaft und Politik an den Pranger zu stellen, macht ihn für mich zum bewunderungsfähigen Helden. Obwohl ich ihn eigentlich auch nie richtig mochte, nur, das EINE hat mit dem ANDEREN auch gar nichts zu tun.

Und gäbe es keinen Trump, dann wäre doch Alles sowieso nur noch ein Warten auf Godot, wie willenlose Schlachtopfer, unter ständig sich verschlechernden Bedingungen, bis zum bitteren Ende. Wer aber das nicht erkennt, oder zumindest nicht erkennen will, kann wirklich nichts dafür, und ich wünsche Deren Nachfahren einfach nur viel Glück.


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