Volkswirtschaftslehre,

Tieflöhne: Lohn muss Lebensunterhalt ermöglichen!

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

Es liegt primär in der Ver­ant­wor­tung der Wirt­schaft, Löhne zu be­zah­len, die einen mi­ni­ma­len Le­bens­stan­dard er­lau­ben. Wenn dies nicht via Ge­samt­ar­beits­ver­​träge (GAV) oder Nor­ma­l­ar­beits­ver​­träge (NAV) er­reicht wer­den kann, müs­sen sub­si­diär ge­setz­li­che Be­stim­mun­gen für Mi­ni­mallöhne er­las­sen wer­den. Es darf grundsätz­lich nicht ge­dul­det wer­den, dass sich Un­ter­neh­mun­gen mit tie­fen Löh­nen in­di­rekt über So­zi­al­bei­träge des Staa­tes an die An­ge­stell­ten un­ter­stüt­zen las­sen.             ​                     ​                     ​                     ​                

Bei Arbeitslosigkeit müssen Working-Poor-Arbeitsp​lätze offiziell einem sekundären Arbeitsmarkt zugewiesen und deren Entlöhnung durch gezielte Subventionen (z. B. Erntehelfer in der Landwirtschaft) bis zur Höhe des Mindestlohns staatlich aufgebessert werden.              ​                     ​                     ​                     ​         

Selbstverständlich muss das gesamte Lohngefüge nach oben angepasst werden, wenn Ungelernte einen höheren Mindestlohn erhalten. Löhne sind nicht nur Kosten. Damit wird auch Kaufkraft geschaffen. Der Anteil des Lohnes, welcher für den Konsum ausgegeben wird, ist insbesondere bei den tieferen Löhnen hoch.


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]



33%
(6 Stimmen)
Werner Nabulon sagte Vor 20 Tagen

Da wird der Begriff, ungelernte verwendet, und es wird eine Abstufung der Berufe gemacht.

Man muss einfach mal anmerken, die Zivilisation ist wie ein Getriebe, ein Uhrwerk, fehlt ein Zahnrad, oder ein Zahn, läuft das ganze Uhrwerk nicht mehr richtig.

Endlich mal aufhören, höhere (oft Sinn und Nutzlose Denkerei) höher zu bewerten wie der einfache Arbeiter der Draußen bei jedem Wetter seine Arbeit verrichtet...

Wenn​ es einem Land einer Firma nicht gut geht, ist es das Kader, was nicht fähig ist, das UNternehmen richtig zu führen...Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken...

Dann ist das Arschloch Lied noch heilsam, vom Bligg, wer im Körper ist der Chef...


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



56%
(18 Stimmen)
Otto Jossi sagte Vor 29 Tagen

Heute im Blick
https://www.bl​ick.ch/news/wirtschaf​t/tiefloehne-in-der-r​eichen-schweiz-so-lei​den-die-betroffenen-i​d15428992.html


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



11%
(18 Stimmen)
Brian Bader sagte Vor 29 Tagen

Nochmals, Herr Schneider. Ich warte auf Zahlen und Belege zu Ihrer kühnen Behauptung:

«Es darf grundsätzlich nicht geduldet werden, dass sich Unternehmungen mit tiefen Löhnen indirekt über Sozialbeiträge des Staates an die Angestellten unterstützen lassen.»

Wie viele Personen, die zu 100 Prozent arbeiten und unter 3000 Franken brutto (um Sozialhilfe zu beantragen) in einer Firma verdienen, und welche Unternehmungen das sind. Ich habe selber recherchiert und fand nichts.

Wenn ein Familienvater nur 4500 Franken für seine Arbeit verdient und Sozialhilfe beantragt, liegt das nicht an der Firma.



Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



20%
(20 Stimmen)
Hans Knall sagte Vor 30 Tagen

Man müsste sich halt mal darüber unterhalten, ob ein „minimaler Lebensstandard“ grundsätzlich auch die Leasing-Rate für den 3er BMW beinhalten muss…


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



10%
(20 Stimmen)
Brian Bader sagte Vor 30 Tagen

Schon der Titel ist falsch, Herr Schneider. Tieflöhne und minimaler Lebensstandard sind zwei verschiedene Dinge.

Als Tieflohn wird der Betrag bezeichnet, der unter 4335 Franken liegt. Der Minimallohn müsste nach Ihrer Forderung also mindestens 4335 Franken betragen. Heute gilt aber 4000 Franken als fairer Mindestlohn (eigentlich fairer Tieflohn), obwohl es bei uns keinen gesetzlichen Mindestlohn auf nationaler Ebene gibt. Wurde 2014 mit 76% Nein abgelehnt. Auch der NAV beinhaltet gemäss OR Art. 360a kein zwingender Mindestlohn auf nationaler Ebene.

Personen, die Ergänzungsleistungen beziehen, leben über dem minimalen Lebensstandard mit rund 3650 Franken brutto.

-Lebensunterhalt 1620 Franken (minimaler Lebensstandard = rund 1000 Franken für Essen, TV, Internet, Kleider usw.)
-Miete und Krankenkasse 1600 Franken
-Sozialabzüg​e, die in den EL nicht eingerechnet werden 400 Franken

= 3650 Franken brutto

Sie schreiben:

«Es darf grundsätzlich nicht geduldet werden, dass sich Unternehmungen mit tiefen Löhnen indirekt über Sozialbeiträge des Staates an die Angestellten unterstützen lassen.»

Ich habe Ihnen bereits andernorts (Staat muss sekundären Arbeitsmarkt aufbauen) geschrieben: zeigen Sie mir Unternehmungen, die einen 100 Prozent Job von unter 3000 Franken brutto bezahlen - keine Antwort. Das ist der Betrag für minimalen Lebensstandard. Sogar ein Tellerwäscher hätte mit diesem Lohn keinen Anspruch auf Sozialhilfe, obwohl der Mindestlohn ohne Ausbildung 3470 Franken beträgt (L-GAV) oder ein Zimmermädchen im Hotel auch 3470 Franken (L-GAV). Hilfsarbeitende in der Textilbrache = 3500 Franken (GAV). Tieflohn heisst nicht, dass er den minimalen Lebensstandard nicht deckt. Es soll Lebenskünstler unter uns geben, die auf jeglichen Luxus verzichten und mit weniger als 3000 Franken ganz gut leben können.

Anders sieht es bei Alleinerziehenden aus, die 50% arbeiten und Anspruch auf Sozialhilfe haben. Arbeitet ein 35-jähriger, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, für 4500 Franken, ist das kein Tieflohn. Wenn seine Ehefrau nicht arbeitet, wird es für diese Familie knapp und lebt aber mit diesem Lohn unter dem minimalen Lebensstandard.

Es gab da wohl letztes Jahr einen Aufstand wegen der Postcom, die einen Lohn von 18.27/Std. bezahlten.

«Mindestbestimmun​gen gelten für alle Arbeitnehmer-innen und Arbeitnehmer im Postsektor, die keinem Gesamtarbeitsvertrag unterstehen. In diese Kategorie fallen nur noch relativ wenige Arbeitnehmende im Postmarkt, da die Sozial-partner bereits verschiedene Gesamtarbeitsverträge​ abgeschlossen oder nun aufgrund der Vorgabe der PostCom ihre GAV teilweise nachgebessert haben. Die Bestimmungen der PostCom gelten ebenfalls für Temporär- und Teilzeitangestellte.»​

https://www.postc​om.admin.ch/de/dokume​ntation/news/news-det​ails/jahresbericht-20​18-der-postcom-postve​rsorgung-funktioniert​-gesetzgeberischer-ha​ndlungsbedarf-bes/



Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



18%
(17 Stimmen)
Inge Votava sagte Vor 31 Tagen

Auf meinen kurzen, ironischen Kommentar habe ich drei Antworten bekommen. Bitte halten Sie mich nicht für unhöflich, dass ich nicht darauf eingehe,Leider kann ich die Antwortfunktion nicht öffnen.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



32%
(19 Stimmen)
Inge Votava sagte Vor 31 Tagen

Akademiker (ja es gibt Akademiker 50+ ohne Erwerbsarbeit) als Erntehelfer? Na die Bauern werden sich freuen.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



53%
(15 Stimmen)
Emil Huber sagte July 2019

Wie schon erwähnt, sind es viele Leute ohne Berufsabschluss und auch viele Frauen, welche im Tieflohnsektor arbeiten.
Viele sogenannt "Ungelernte" verrichten aber auch Berufsarbeit, haben trotzdem einen geringeren Lohn, nur weil ihnen der formelle Nachweis fehlt.

"Ein Job als Fachkraft und das ohne Ausbildung? Für viele Normalität, denn sie machen den fehlenden Abschluss durch Lernbereitschaft und Erfahrung wett – jedoch verdienen sie deutlich weniger als ihre qualifizierten Kollegen. Außerdem fürchten sie Nachteile beim Jobwechsel, weil sie ihre Fähigkeiten schwer nachweisen können. Mit einer neuen Anerkennungskultur wäre ihnen geholfen."

"Rund 21 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten auf Stellen, für die sie nicht die erforderliche formale Qualifikation mitbringen. Sie sind "formal unterqualifiziert". So übernimmt mehr als jeder zweite Arbeitnehmer ohne Ausbildungsabschluss (54 Prozent) Tätigkeiten von gelernten Fachkräften. Aber auch fast jede fünfte gelernte Fachkraft übt Arbeiten auf Meister- oder Akademikerniveau aus."

https://www.​bertelsmann-stiftung.​de/de/themen/aktuelle​-meldungen/2018/janua​r/jeder-zweite-arbeit​nehmer-ohne-ausbildun​gsabschluss-arbeitet-​als-fachkraft/

Nun​ dieser Bericht ist zwar aus DE aber ich meine, in der CH ist es auch nicht viel besser.
Schon die Begriffe "qualifiziert" und "unqualifiziert" sind sehr diskriminierend.
Und​ niemand schreit auf?

Synonyme für unqualifiziert:

"u​nfähig, nicht imstande/in der Lage, unvermögend, ungeeignet, untüchtig, unbegabt, untauglich, nicht geeignet für, außerstande, inkompetent
unangebr​acht, unpassend, ungehörig, unangemessen, unschicklich, ungebührlich, deplatziert, fehl am Platz, verfehlt, taktlos, geschmacklos, ohne Feingefühl"




Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Antworten auf diesen Beitrag

12%
(17 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte July 2019

Das Adjektiv "qualifiziert" (gmd.) bedeutet: entspricht den in der Stellenausschreibung geforderten Abschlüssen.

Der Gegensatz lautet: nicht qualifiziert. Das Adjektiv "unqualifiziert" (gmd.) wirkt abwertend.




Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



25%
(16 Stimmen)
Hans Knall sagte July 2019

Ihre Präzisierung, Herr Oberli, ist absolut berechtigt und zeugt von aufmerksamem Mitdenken.

Sie decken da einen typischen Gedanken-Manipulation​sversuch auf, den Herr Huber (wohl ohne es zu merken) weiter kolportiert.
Kein Personalchef würde die Begrifflichkeit „unqualifiziert“ verwenden um die Voraussetzungen einer Fachkraft zu beurteilen. Dagegen wird er feststellen, dass der Kandidat eben für die entsprechende Aufgabe „nicht qualifiziert“ ist. Ohne jegliche Wertung, sondern nur aus nüchterner Diagnose der Sachlage.

Die Huber-Darstellung soll hingegen das Narrativ von der angeblichen Verachtung nähren, welche die linksextremen „Klassenkämpfer“ den Arbeitgebern gegenüber den armen verschupften Arbeitnehmern andichten.
Leider ist der Inhalt des Huber-Kommentars ansonsten sinnentleert, ohne Aussage, nur dazu da, das genannte Narrativ zu befeuern. Dumm.



Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



79%
(14 Stimmen)
Emil Huber sagte Vor 31 Tagen

Ihr Kommentar Herr Knall entpuppt sich bei näherer Betrachtung ebenso als unqualifiziert, aber diesmal steht das Wort "unqualifiziert" zu Recht, im Gegensatz zu den Arbeitnehmern, welche dieses Prädikat formell tragen und so auch gesellschaftlich gering geschätzt werden.

https://ww​w.duden.de/rechtschre​ibung/unqualifiziert


https://www.wissen​.de/synonym/unqualifi​ziert

Aber es wird zukünftig auch für "qualifizierte" Leute mit div. Berufslehren ungemütlich welche immer noch der Meinung sind, ein Lehrabschluss wäre eine Garantie für Beschäftigung und guten Lohn für's ganze Leben:

https://ins​ideparadeplatz.ch/201​7/03/15/industrie-4-0​-unqualifizierte-werd​en-nicht-mehr-gebrauc​ht/






Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1

Neue Antwort verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
 





Seite 1 von 1

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?