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Transaktionsabgabe – machbar, effektiv und simpel!

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Die Ver­nehm­las­sung zu "too big to fail" ist ab­ge­schlos­sen. Es ist ab­seh­bar, dass sich das Par­la­ment bei Aus­ar­bei­tung und Um­set­zung der Vorschläge Zeit las­sen wird. Wid­mer-­Schlumpfs Zeit­plan – die neuen Re­geln noch mit der alten Zu­sam­men­set­zung des Par­la­men­tes fest­zu­le­gen – wird kaum auf­ge­hen, zu stark sind die Lob­bys in­vol­viert – zu nahe sind die Wahlen kom­men­dem Herbst. Vor allem die bürgerlichen Mit­te­par­teien schie­len auf die fi­nan­zi­elle Unterstützung der staat­lich wie­der­be­leb­ten Gross­fi­nanz. Und rechts aus­sen ist da ebenso in­vol­viert – den­ken wir nur an die ems-in­vest auf der Ka­na­lin­sel Guern­sey!

 

Dabei gäbe es ein einfaches Regulativ, das durchaus den Banken selber, ihrem Ruf und der Stabilität des ganzen Finanzsystems zu Gute käme: Die Transaktionsabgabe.

Jede Finanztransaktion zieht eine Abgabe nach sich. Die Abgabe ist umso höher, je kürzer der Verbleib beim Erwerber. Wie bei der Handänderungssteuer.

Anders gesagt: die von Computerprogrammen gerechneten kurzfristigsten Wetten würde die höchsten Abgaben nach sich ziehen. Das macht diese Wetten unattraktiv. Sie würden dermassen verteuert, dass sie kaum mehr Gewinn bringend wären. Ihr Umsatzvolumen würde drastisch reduziert. Zum Wohle der längerfristigen Investitionen, die auch das System berechenbarer und damit steuerbarer machen.

 

Die erhöhte Transaktionsabgabe bei kürzest fristigen Transaktionen käme den auf längere Fristen angelegten Transaktionen zu Gute.

 

Ich könnte mir sogar Vorstellen, dass eine solche Transaktionsabgabe als Lenkungsabgabe gestaltet sein könnte und nur minimal dem Fiskus zu Gute käme – in etwa in der Höhe des heutigen Stempels. Das heisst, die Einführung einer solchen Transaktionsabgabe ist auch national möglich. Es braucht dazu nicht die internationale Unterstützung. Die Schweiz könnte hier durchaus eine Vorreiter Rolle übernehmen.

 

Eine solche Transaktionsabgabe hätte Einfluss auf die Sicherheit des Finanzsystems. Die Eigenkapitalbasis der Banken müsste weniger erhöht werden, was einen angenehmen Nebeneffekt hätte auf unsere Boden- und Liegenschaften Preise. Denn ein bisher kaum diskutierter Effekt der Erhöhung der Eigenkapitalbasis der Banken ist die Frage, wie sie dieses Eigenkapital anlegen werden. Liegenschaften sind hier zentral. Das hat einen Einfluss auf die Preise. Die werden in für Private unerschwingliche Höhen klettern.

 

Darum ist ein vertieftes nachdenken über Alternativen zentral.

Die Transaktionsabgabe ist eine solche Alternative: machbar, effektiv und simpel!

 

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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88%
(16 Stimmen)
Hans Meier sagte March 2011

Eine Transaktionsabgabe verhindert nur kurzfristige Spekulation. Stabilität wird damit nicht geschaffen. Die Instabilität der Börse ist reine Psychologie und das kann kein Gesetz der Welt aus der Welt bringen. Niemand kann Massenpanik verhindern!


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83%
(24 Stimmen)
Willy Burgermeister sagte March 2011

Sehr geehrte Frau Bänziger,

Um die schon seit Jahren vergilbte „Tobin“-Steuer hervorzuklauben, mussten Sie tief, sehr tief in der verstaubten Mottenkiste kramen. Einem internationalen, weltumspannenden Markt eine nationale Steuer überzustülpen, entbehrt jeglicher Logik. Schweden gilt hier als abschreckendes Beispiel. Das Land führte 1984 eine Transaktionssteuer von 1 % beim Handel mit Aktien und eine Abgabe von 0.15 % auf Transaktionen mit Obligationen und anderen Finanzinstrumenten ein. In Kürze war die Hälfte des Aktienhandels nach London abgewandert. Der Handel mit Obligationen brach gar um 80 % ein. Ein die Volatilität vermindernder Effekt war nicht auszumachen.

Berei​ts die Grundannahme der Befürworter einer solchen Steuer, wonach kurzfristige Marktschwankungen als schädlich einzustufen seien, zog eine Studie der OECD in Zweifel.

Die „Tobin“-Steuer hält nicht, was sie verspricht und geht von einer falschen Prämisse aus.

Wir Bürger sehen uns einem grässlich anschwellenden Katalog von Gesetzen, die als Reaktion auf einzelne Probleme gleichsam ad hoc aus dem Hut gezaubert werden, gegenüber. Mir scheint, wir erleben einen katzenartigen Übergang zu einem Präventionsstaat, der das Misstrauen zwischen Politik und Bürger noch mehr schürt.



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