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Votum für Eigeninitiative im Klimawandel

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Wie soll man dem Kli­ma­wan­del be­geg­nen, mit mehr Re­gu­lie­rung oder mehr In­no­va­tio­nen? «Las­sen wir die Men­schen Ver­ant­wor­tung ü­ber­neh­men, aber be­vor­mun­den wir sie nicht».

Votum für Eigeninitiative im Klimawandel

Die aktuelle Klimadebatte ist leider stark geprägt vom Gedanken, dass am besten alles vom Staat reguliert werden soll. Auf der anderen Seite gibt es Gruppierungen, die den Klimawandel komplett verneinen. Zwischen den beiden Lagern findet Klimapolitik statt.

Für mich sind diese Ansätze zu stark von ideologischen Standpunkten getrieben. Sie ermöglichen keine vernünftige und sachliche Politik. Gerade linke Parteien fordern mit dem Klimathema eine ganze Reihe von neuen Staatsinterventionen.​ Das ist bedenklich und führt letztlich in eine politische und wirtschaftliche Sackgasse. Hier müssen wir aufpassen.

Ein Votum für Fortschritt statt Abgaben in der Klimadebatte

In der Klima- und Umweltpolitik brauchen wir ein pragmatisches und wirksames Vorgehen. Wir brauchen langfristige Lösungen, die nicht staatlich diktiert werden, sondern auf unternehmerische Weise Innovation und Entwicklung vorantreiben. Mit Verboten und Regulierungen werden hingegen falsche Zeichen gesetzt.

Mehr Eigenverantwortung statt Verbote

Ein ehrlich gemeinter Klima- und Naturschutz beginnt mit der Eigenverantwortung. Das Zeigen auf die anderen und deren Fehlverhalten ist nicht zielführend. Gerade das eigenständige Handeln und die persönliche Verantwortungsübernah​me ist auch ein entscheidender Teil unserer direktdemokratischen Kultur.

Unsere politische Stärke basiert auf lokalen und eigenverantwortlichen​ Lösungen. Das hat die Schweiz stark und zukunftsfähig gemacht. Diese Prinzipien zeichnen uns als Land aus. Wir haben noch keine überregulierte und zentralisierte Schweiz. Darauf müssen wir auch in der Klimapolitik achten. Technologieverbote und Sanktionen wären hier komplett falsch. In diesem Kontext sind kreative, innovative und unternehmerische Lösungen der richtige Ansatz.

Unternehmen handeln engagierter, als gemeinhin angenommen

Im Unternehmen Green Datacenter, dem ich als VR-Präsident vorstehe, leben wir nach diesen Grundsätzen. Das Unternehmen investiert  jährlich in die Steigerung der Energieeffizienz. Neue Klimageräte, effizientere Stromverteilungsanlag​en und besser eingerichtete Serverräume zahlen sich aus. Jeder investierte Franken lohnt sich bereits nach vier bis fünf Jahren.

Da wir nach ISO 50001 für Energiemanagement zertifiziert sind, messen wir den Verbrauch unserer Rechenzentren konstant und finden so neue Wege, um den Verbrauch zu senken. Das ist eine unternehmerische und wirklich nachhaltige Antwort auf die Klimadebatte.

Antwort​en auf die brennenden Fragen im Klimaschutz

Ich bin überzeugt, dass wir durch neue Technologien viele Antworten auf die aktuellen Herausforderungen im Klimaschutz finden werden. Alternative Energiequellen sind noch nicht ausgeschöpft, die Elektromobilität hält erst Einzug. Es wird neue Formen der Mobilität geben, mit autonom fahrenden Fahrzeugen, Kleinbussen sowie eine weitere Verlagerung im Nahverkehr hin zu E-Bikes etwa.

Auch im Bereich Gebäude und Liegenschaften, die grosse Energieverbraucher sind, findet der Wandel bereits statt. Hier wird von den Eigentümern bereits heute viel Verantwortung übernommen, unterstützt durch zielgerichtete Fördermassnahmen. Die konstant hohen Investitionen in neue Solaranlagen, in  bessere Wärmedämmungen oder neue Heizsysteme zeigen, dass Hausbesitzer bereits nachhaltig Zeit und Geld investieren, um ihren Verbrauch zu senken.

Fortschritt fördern

Viele weitere Modelle, etwa für den Entzug von CO2 aus der Atmosphäre oder die Produktion von Treibstoff aus Licht und Luft, werden derzeit erforscht und auf ihre Tauglichkeit untersucht. Letzteres ist übrigens ein Projekt der ETH Zürich. Sie hat eine Technologie entwickelt, die aus Sonnenlicht und Luft CO2-neutrale Treibstoffe herstellt. Die Solarraffinerie funktioniert bereits unter Realbedingungen. Um diese Entwicklungen voranzutreiben, brauchen wir gute Rahmenbedingungen für den Forschungs- und Entwicklungsstandort Schweiz, starke Universitäten und möglichst wenig Bürokratie und staatliche Eingriffe.  

Neue Steuern und Verbote wären ein herber Schlag für die Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts.​ Zudem zahlen die Bürgerinnen und Bürger letztendlich die Zeche für jeden erhobenen Abgabefranken. Ich bin der Meinung, das bringt uns in der Klimadebatte nicht weiter. Setzen wir lieber auf Innovation, lassen wir die Menschen Verantwortung übernehmen, aber bevormunden wir sie nicht.

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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33%
(3 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte Vor 12 Tagen

"Votum für Eigeninitiative im Klimawandel"

Das glauben Sie ja selbst nicht, Herr Grüter. Wenn sich der einzelne Mensch immer verantwortungsvoll verhalten hätte, stünden wir heute nicht vor dieser weltweiten Klimakatastrophe.


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67%
(3 Stimmen)
Philipp Kästli sagte Vor 12 Tagen

Lieber Herr Grüter,
Seit 30 Jahren ist das Wissen um die drohende Klimakrise Allgemeingut, dessen chemische Grundlagen man an jeder Mittelschule lernt. Wenn Eigeninitiative als Mittel gegen die Krise hinreichend wäre, so wäre sie längst aus der Welt geschafft.


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40%
(5 Stimmen)
Werner Nabulon sagte August 2019

Wenn ich die durch das CO2 Verursachte Klimawandel glauben kann, dass überhaupt das CO2 ein nicht giftiges Gas, was die Natur zum Wachstum braucht, schuld ist, und es der Anteil des Menschen ca 4% ist, weltweiter Anteil, dass wir ein Welt Klima Problem haben, ja dann werde ich meine Selbstverantwortung wahrnehmen.


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60%
(5 Stimmen)
Murat Yildiz sagte August 2019

Eigeninitiative, Selbstverantwortung..​.......Diese oder ähnliche Schlagworte wird von den rechten Parteien für fast alle Themen verwendet.
Die letzten 50 Jahre haben gezeigt, das nur mit Eigeninitiative und Selbstverantwortung beim Umweltschutz und Klimawandel nichts erreicht wird.
Es braucht staatliche Regulierungen, Verbote, Förderung und Gesetze um die Erde zu retten.
Freiwillig wird die grosse Masse in der Schweiz nicht auf Fliegen, Skiferien und grenzenlosen Konsum verzichten. Das zeigt sich leider auch an den steigenden Flugmeilen der Schweizer.
nochmal 50 Jahre können wir nicht warten und hoffen, dass schon irgendjemand etwas freiwillig tun wird.
Wissen Sie was, wir heben die Geschwindigkeitsbegre​nzung innerorts auf. Schliesslich sind wir ja alle vernünftig und selbstverantwortlich für unser tun.



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10%
(10 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte August 2019

Die Meinung darüber, was griffige Massnahmen seien, machen immer noch einen meilenweiten Spagat.

Beispiel:


In Eigenverantwortung das Dach des Bushäuschens vor dem Haus begrünen.

oder

​Mit einem militärischen Einsatz weltweit die Ölpumpen abstellen.


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33%
(6 Stimmen)
Markus Dietschi sagte August 2019

Lamentieren und Eigenverantwortung des Einzelen genügen nicht.
Anstatt die Arbeit muss endlich die Energie besteuert werden. Nur die Gemeinschaft kann das richten.
NB: Ich habe das Video 'Eine kleine CO2 Horror Geschichte' gemeldet als Aussagen verdrehende Inhalte.


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78%
(9 Stimmen)
Willi Frischknecht sagte July 2019

Eine kleine CO2 Horror Geschichte
https://w​ww.youtube.com/watch?​v=030NGk8QRuI&fbclid=​IwAR3O0zLP8FLaJU4K3s1​9pPJWBKtO0XL3wBXTw8i1​G6DjjByWPaGE3nLJIzU


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22%
(18 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte July 2019

"Votum für Eigeninitiative im Klimawandel"

Es gab tatsächlich in den neunziger Jahren einige beachtliche Eigeninitiativen von Industriellen in der Schweiz, die mit der damaligen Gesellschaft für Umweltschutz (SGU) kooperierten, Herr Grüter. Diese Eigeninitiativen haben sich jedoch nicht ausgebreitet und sind bis heute versandet; der SGU ist inzwischen die Luft ausgegangen.

Für griffige Massnahmen braucht es leider staatliche Regulierungen, das schleckt keine Geiss weg, die Eigenverantwortung reicht bei weitem nicht. Gerade für Firmen würden verordnete Lenkungsabgaben eine Win-Win-Situation ergeben, weil diese Abgaben ja pro Arbeitsstelle rückverteilt werden sollen. Es würden weniger fossile Energien verbraucht und neue Arbeitsplätze entstehen.


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