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Abstimmungen, Initiativen > National > Volksinitiative “Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegsinitiative)”,

Was der Homo Erectus mit dem Atomausstieg zu tun hat...

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Atomstrom ist toll, wenn nur der Atom­müll nicht wä­re. In den tech­no­lo­gie-gläu­b​i­gen Sieb­zi­ger Jah­ren hielt man das Pro­blem der End­la­ge­rung für lös­bar. 45 Jahre später und nach­dem die Nagra 1.7. Mia Fran­ken aus­ge­ben hat, steht die Schweiz immer noch ohne End­la­ger da. Das grosse Pro­blem dabei ist die Physik.

Atommüll braucht ziem­lich lan­ge, bis die Ra­dio­ak­ti­vität auf ein natür­li­ches und un­ge­fähr­li­ches Ni­veau ab­sinkt. Die zu bau­en­den End­la­ger müs­sen den Atom­müll 1'000'000 Jahre si­cher la­gern.

Die Zahl müssen wir uns mal vorstellen. Werfen wir doch mal einen Blick um 1 Mio. Jahre zurück. Damals hatte der Homo Erectus das Sagen und es sollte noch rund 700'000 Jahre dauern, bis sich der heutige Mensch entwickelt hat. Vor 24'000 Jahren herrschte gerade die letzte Eiszeit. Eine rund 300 m dicke Eisschicht bedeckte das Mittelland. Die ältesten Schriftstücke, die wir heute kennen sind knapp 9000 Jahre alt. Die ältesten Bauwerke sind keine 5000 Jahre alt.

Doch zurück zur Nagra. Dass sich diese an der Endlagerung die Zähne ausbeisst, überrascht nicht wirklich. Es stellen sich zuviele ungelöste oder gar unlösbare Fragen:

  • Wie konzipiert man ein Endlager, das 200 mal länger dicht sein soll, als die ältesten Pyramiden alt sind?

  • Ist es wirklich eine gute Idee, dass vom Erfolg dieser ersten Bauwerke die Gesundheit und das Wohlergehen ganzer Regionen abhängen.

  • Was wissen wir denn wie die Welt in 1'000'000 Jahren aussehen wird?

  • Wie können wir ausschliessen, dass unsere Endlager nicht mit zukünftigen Nutzungen des Erdinneren kollidieren.

  • Wie stellen wir deshalb sicher, dass das Wissen um unsere Endlager von den nächsten 40'000 Generationen bewahrt wird?

Fragen über Fragen, für die sich kaum befriedigende Antworten finden lassen. 

Vor diesem Hintergrund gibt es nur einen rationalen Schluss. Man muss dafür sorgen, dass nicht laufend weiterer Abfall entsteht. Mit einem Ja zur Initiative zum geordneten Atomausstieg wird die Energiewende in der Verfassung verankert. Der Zeitplan um die entstehende Stromlücke zu decken ist ambitiös, aber nicht unmöglich. Deshalb auf an die Urne, damit wir Grünliberalen unser Kernthema bald loswerden.

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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63%
(8 Stimmen)
Rudolf Zimmermann sagte November 2016

Es ist schon verblüffend, wie gewisse Leute es schaffen, sich mit grenzwertiger Häme am eigentlichen Thema vorbei zu mogeln! Da beisst man sich zum Beispiel daran fest, dass zweidrei Vergleichsbeispiele nicht ganz lupenrein sind, weil die angegeben Zeiträume um ein paar tausend Jahre differieren. Jä nundebuggel, es geht doch im Beitrag von Markus Moos ganz einfach darum, dass das Zeug noch tausende Jahre lang strahlt - ob dies nun eine Million oder "nur" nullkommachtfünf Millionen dauert, ist doch völlig Wurst, oder? Dreck bleibt doch einfach Dreck, es ist für mich unverständlich, dass man mit dem heutigen Wissensstand solchen Dreck unseren Nachfahren hinterlässt.

Und nun gibt's sicher wieder einen Schlaumeier, der sich am Begriff "Wurst" im Zusammenhang mit Atommüll stört und sich verbal darüber auslässt, statt beim Thema zu bleiben…



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36%
(14 Stimmen)
Werner Nabulon sagte October 2016

Herr Markus Moos, GLP,
Sie verwenden Zahlen, z.b. vor 24‘000 Jahre letzte Eiszeit, und dass eine dicke Eisdecke die Erde bedeckte usw. Wir alt die ältesten nur 9000J Bauwerke sind usw.
Das sind Informationen, wie auch Ägyptologie, die von „Wissenschaftlern“ getätigt wurden, und bereits da gibt es Fragen über Fragen. Man beginnt seit geraumer Zeit solche Fragen genauer zu analysieren und muss feststellen, dass so einiges nicht zusammen passt, bereits gegebene Antworten (sind ja nur Ideen von sog renommierten Forschern) möglicherweise falsch sind. Nur, Zweifeln darf man nicht, dann wird man zum Ketzer, ob wohl heute Zweifeln mehr wie angebracht ist.
Alle Bedenken und Aussagen sind, Sichtweisen nach dem heutigen Stand der Technik, doch bereits das stimmt nicht mehr, weil weiter geforscht wird. Mit dem Weiterforschen gibt es Ergebnisse, die solche von Ihnen gemachten Angaben bald mal als Lügen dastehen lassen.
Ich werde der Wissenschaft vertrauen, und sicher kein JA für einen Ausstieg einlegen, ganz sicher nicht.



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25%
(16 Stimmen)
Markus Bischof sagte October 2016

Die Ausbeutung von fossilen Brennstoffen ist die ideale Alternative zum Atomstrom!!!
Steinko​hlekraftwerke sind ebenfalls ganz gut geeignet. Gas ist der idealste Alternativbrennstoff zum Atomkraftwerk. Ausserdem kommt der im Falle der Schweiz aus Norwegen, Russland und Libyen.



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45%
(11 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte October 2016

Hier meine weiter unten versprochenen Grafiken. Sie zeigen, dass es auch in andern Ländern Europas praktisch unmöglich ist, die Stromproduktion mit fossilen Brennstoffen und/oder Kernenergie innerhalb wenigen Jahrzehnten durch erneuerbare Energien abzulösen. (Ausnahme: Das für die Wasserkraftnutzung besonders gut gelegene Norwegen.) Die zurzeit laufende Kampagne der Befürworter eines raschen Atomausstiegs und die "Photovoltaik-Verkäuf​er" sind weit von der Realität entfernt. Sie zeigen uns den Weg zu einer stark wachsenden Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

http​://www.ch-strategie.c​h/Grafiken.pdf


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43%
(14 Stimmen)
Thomas Bichsel sagte October 2016

Früher waren die Linken mal proaktiv und wollten die Welt verbessern. Die SP war sogar die treibende Kraft bei der Einführung der Kernenergie in der Schweiz. Dass die Grünen und mit Ihnen Herr Moos die Menschheit am liebsten verrottet sähen, oder zurück katapultiert in die Steinzeit wünschten, ist kein Geheimnis. Umweltschutz interessiert die nämlich nicht, das ist nur Vorwand.
Gott sei dank hat ein Grossteil der Bevölkerung eine gute Schulbildung genossen und kann Halbwertszeiten verstehen. 1000 Jahre reichen für ein Endlager allemal aus, aber nur Umweltschänder und Egoisten verbuddeln diese wertvollen Rohstoffe im Boden und setzen stattdessen auf Strom aus deutscher Braunkohle. Denn das ist noch für lange Zeit die einzige echte Alternative im Winter.
Echte Umweltschützer schützen primär das Klima vor noch mehr CO2 und setzen alte Brennelemente wieder ein, nachdem die Spaltprodukte abgetrennt wurden. Die sind nämlich nach 400 Jahren soweit abgeklungen, dass sie wieder dem ursprünglichen Erz entsprechen, dem das Uran einst entnommen wurde. Andere Optionen sind nach 1969 weggefallen.
Wer Verantwortung für unsere Nachfahren übernehmen will, sorgt dafür, dass diese Initiative abgelehnt wird und die Endlagerung nicht reziklierter Brennstäbe verboten wird. Nur so ist der Knowhow-Erhalt für den Umgang mit diesen Stoffen, die es jetzt ja schon hat, gewährleistet.



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46%
(13 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte October 2016

Herr Markus Moos
Offensichtlich richtet sich die GLP leider nach den Grünen Schreihälsen wie Girod und Rytz.
Sie sagen, das Problem sei die Physik.
Da stimme ich Ihnen zu.
Und weil die Physik das Problem ist, bitte ich die Physiker um Rat.
Und ich glaube den Physikern, dass der Strom im Winter nicht ausreicht, und dass die Schweizer dann Atomstrom in Frankreich und - oder Kohlenstrom in Deutschland posten müssen. Und wenn die Deutschen zuwenig haben, Putin liefert schon irgendetwas, wovon man Strom produzieren kann.

Ich glaube den Physikern zudem, dass in Nordkorea Trotzallem an der Bombe gebastelt und Yellow Cake gebacken wird. Auch in Pakistan, wo die Taliban relativ nahe an den Laboratorien vorbei gehen...

Lesen Sie bitte den interessanten Beitrag des Benedikt Jorns sorgfältig durch. Dieser Beitrag eröffnet Ihnen eine objektivere Sichtweise!



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43%
(14 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte October 2016

Heute hat der Homo sapiens das Sagen, Herr Moos, und er steht vor schier unlösbaren Entsorgungsproblemen.​​ Denn leider werden auch nach dem Abbruch der Kernkraftwerke noch atomare Abfälle entstehen, vor allem im medizinischen Bereich. Sollte er also die bisherigen Abfälle einmal "sicher" vergraben haben, wir harren und hoffen, muss er immer weitere Entsorgungsorte finden.


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50%
(14 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte October 2016

Bereits 87% der weltweit genutzten Energie stammt aus den fossilen Brennstoffen Erdöl, Kohle und Erdgas. Die erneuerbaren Energien und die Kernenergie decken zusammen nur noch 13% des Energiebedarfs. Auch zusammen können die erneuerbaren Energien und die dank neuen Brennstoffen ebenfalls unbeschränkt nutzbare Kernenergie erst sehr langfristig die fossilen Energien ablösen. Doch irgend einmal ist mit den Fossilen Schluss!
Im Bereich der erneuerbaren Energien sind Forscher und Entwickler erfreulich aktiv. Dies trifft auch bei der Kernfusion zu. Die Schweiz ist in diesem Bereich an der ETH Lausanne stark engagiert und beteiligt sich auch am Projekt Iter in Cadarache. Doch die Entwicklung von Kernreaktoren der 4. Generation läuft leider schlecht. Prof. Prasser muss sich mit seinen Studenten fast ein wenig "verstecken". An Orientierungsveransta​ltungen am PSI zum Thema "Energieversorgung" erfährt man von seinem Forscherteam nichts.
"Atommüll" ist bei AKW-Gegnern ein beliebtes Thema. Zum Beispiel Markus Moos hat irgendwo aufgeschnappt, dass "Atommüll" während ca. 1 Mio. Jahre sicher gelagert werden muss. Doch so schlimm wie er meint, sieht's zum Glück nicht aus. Um dies zu erkennen, müssen wir die fürs Tiefenlager bestimmten radioaktiven Substanzen etwas genauer ansehen. Für gewisse Abfälle aus Medizin, Forschung und AKW-Rückbau ist es ein Endlager. Gebrauchte Brennstäbe aus den Kernkraftwerken sind jedoch erst zu ganz wenigen Prozenten "verbraucht". 95% ist nicht radioaktives Uran-235, das in wenigen Jahrzehnten in Kernreaktoren der 4. Generation als Brennstoff verwendet werden kann. 1% der heute ausgemusterten Brennstäbe ist radioaktives Plutonium, das bereits in den AKW Gösgen und Leibstadt den neuen Brennstäben beigemischt wird. In Mol (Belgien) entwickelt man zurzeit Methoden, um die 4% verbleibenden Abfall in problemlose Nuklide zu transmutieren. Gebrauchte Brennstäbe werden nach ihrer Akühlungszeit in Würenlingen so eingepackt, dass sie während ca. 2'000 Jahren problemlos sind. Nachher müsste das umliegende Gestein die Verantwortung für den Einschluss übernehmen. Doch ist man zuversichtlich, dass die heute wegen den "AKW-Nein Danke"-Ideologen gebremsten Forscher wie z.B. Prof. Prasser diese im Tiefenlager zwischengelagerten Brennstäbe nutzen können. Die neuen Kernreaktoren müssen gemäss international festgelegten Vorgaben letztendlich "Atommüll" produzieren, der Halbwertszeiten von ca. 100 Jahren hat.
Menschen wie Markus Moos und all die andern "AKW-Nein Danke-Kämpfer" meinen es zwar mit uns Menschen gut, doch leider sind sie einseitig und tendenziös mit punktiertem Wissen informiert. Sie bremsen eine für die Menschheit äusserst wichtige Weiterentwicklung der Kernenergie-Nutzung. Dass z.B. ein Kernfusionsreaktor aus einem Glas gewöhnlichem Brunnenwasser und einem gewöhnlichen Kieselstein aus einem unserer Flüsse ein Jahr lang einen Mensch mit genügend Strom versorgen kann und als "Atommüll" kostbares nicht radioaktives Helium entsteht, wissen sie nicht. Die vielen Forscher und Entwickler beim Entwicklungsreaktor Iter in Cadarache wissen es sehr gut. Sie hoffen, in wenigen Jahrzehnten einen ersten Prototyp für die Stromproduktion in Betrieb nehmen zu können.
Offenheit für kommende Entwicklungen sowohl bei den erneuerbaren Energien wie bei der Kernenergie wäre die richtige Energiestrategie.



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