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Wenn liberal asozial bedeutet

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Die "Liberale" Wirtschaft von heute war und ist asozial. Die Globalisierung, so wie sie abläuft macht Reiche noch reicher und Arme noch ärmer. Das ist gewollt.

 
"Wenn liberal asozial bedeutet"
 
"Ökonome​​n erforschen, warum die Globalisierung für Arbeitnehmer, Linke und Rechtspopulisten gleichermaßen zum Feind wird"
 

... genauer: ... zum Feind wird, der Schaden anrichtet! Der Reiche reicher und Arme ärmer macht, der die Schere weiter öffnet - getreu der Bibel, Matthäus Kapitel 25, Vers 29: "Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden".
Die Bibel enthält viele zeitlose Erkenntnisse des täglichen Lebens.


Quelle: „Süddeutsche Zeitung“ vom Dienstag, den 14.11.2017, Seite 21, von Alexander Hagelüken
 
"Berlin – „Wir lassen uns nicht mehr ausnutzen“, schleuderte Präsident Donald Trump gerade in Asien bisherigen Handelspartnern der USA entgegen. Mit Trump hat es die Kritik an der Globalisierung ins mächtigste Amt der Welt geschafft. Aber natürlich reicht der neue Widerstand gegen den prägenden Wirtschaftstrend der vergangenen Dekaden viel weiter: er umfasst überall im Westen enttäuschte Arbeitnehmer, Linke und Rechtspopulisten gleichermaßen."
 

„Die Krise der Globalisierung“ hieß passenderweise eine Konferenz, auf der jetzt Ökonomen eher jenseits des Mainstreams nach Antworten suchten.

"Für Samuel Bowles hat sich die Globalisierung ihre Probleme selbst bereitet.
Der 78-jährige US-Altmeister der Ungleichheitsforschun​​g nahm sich auf dem Forum for Macroeconomics die Geschichte des Liberalismus vor, der in seiner ökonomischen Variante mit der Betonung von Eigentum, freien Märkten und Handel als Basis der Globalisierung gelten darf.

Mit Werten wie individuellen Freiheitsrechten und Toleranz war der Liberalismus für Bowles seit dem 18. Jahrhundert ein „Markenzeichen einer guten Gesellschaft“ – der Einzelne wurde freier vom übermächtigen König und der Kirche. 
Dazu gehörte die Verteidigung der Schwachen gegen die Starken genau wie der Schutz von Minderheiten.
 
Doch genau solche Ziele verrate der Liberalismus, seit er „sich mit einem Wirtschaftsmodell vermählt das garantiert Ungleichheit fördert“: Laissez-faire-Kapital​​ismus mit Vorfahrt für Stärkere wie Konzerne."
 
"Da der Liberalismus Eigentumsrechten ethischen Rang verleihe, sei der Anteil des reichsten ein Prozent Bürger am Vermögen schon früh explodiert: in England zwischen 1740 und 1900 von 45 auf 70 Prozent. Als sich im 20. Jahrhundert Demokratie und Wohlfahrtsstaat durchsetzten, wurden die westlichen Gesellschaften zwar vorübergehend gleicher.
Doch mit der Globalisierung entwickelten sie sich seit den Achtzigerjahren wieder auseinander. Der Niedergang von Industriegegenden und die Stagnation der Arbeitnehmer brächten den Liberalismus völlig in Misskredit – und stempelten Migranten zu Sündenböcken.
Der Ausweg daraus sei, sich wieder auf frühe Liberale zu besinnen. Also Schwache zu verteidigen, Arbeitnehmer abzusichern und wirtschaftliche Macht demokratisch zu kontrollieren.
Anders gesagt: Liberal darf nicht mehr asozial bedeuten.

 
"Deutlich​er als Bowles formuliert Branko Milanovic, dass es zum Wohle der Menschheit wäre, die Globalisierung zu verteidigen. Um ihre Akzeptanz zu sichern, forderte der frühere Weltbankforscher im Westen mehr Umverteilung – in den USA sei die Mittelschicht seit den Achtzigerjahren von 32 auf 27 Prozent geschrumpft."
"Im Rest der Welt komme es darauf an, ob es noch mehr Staaten gelinge, sich nach dem Vorbild Chinas dem Wohlstand der Industriestaaten anzunähern. Hans-Jörg Herr von der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin sieht das skeptisch. Zwar beobachtet er etwa bei Indien einen Aufholprozess. Doch wenn er die Pro-Kopf-Wirtschaftsl​​eistung vieler großer Staaten mit der Entwicklung der USA vergleicht, bleibt das die Ausnahme. Seit 1950 verharren demnach Südafrika, Kenia oder Nigeria unter 20 Prozent des US-Niveaus – oder fielen gar unter dieses Niveau. Argentinien, Brasilien oder Mexiko haben zwar eine höhere Wirtschaftsleistung, annähern konnten sie sich nach diesen Daten ebenfalls nicht."

 
"Nach Herrs Einschätzung helfen weder globale Lieferketten noch ausländische Direktinvestitionen diesen Staaten besonders viel. Die globale Präferenz von Anlegern für einige wenige Währungen wie etwa den US-Dollar schaffe zusätzliche Probleme. Er zitiert außerdem Dani Rodrik mit der Diagnose, die industriellen Chancen all dieser Länder seien begrenzt, weil es schon anderswo genug Kapazitäten für die Produktion der weltweit nachgefragten Waren gäbe."

 
"Moritz Schularick lenkt den Blick auf die politischen Folgen des Unmuts an der Globalisierung. Der Bonner Ökonom kommt zu dem Schluss, die Globalisierung löse zwar nicht per se mehr Finanzkrisen aus als früher. Internationale Kapitalströme fachten aber Kreditwellen an, und Länder importierten durch die Vernetzung häufiger finanzielle Instabilität von woanders. Die Globalisierung verschärfe also Entwicklungen, die Finanzkrisen auslösten. Ist so eine Katastrophe wie 2008 erst mal passiert, profitieren bei den Wählern der Industriestaaten zwar nicht linke Parteien, wie man denken könnte."

 
Es gewinnen Parteien auf der rechten Seite, zum Beispiel rechts von der unter Merkel nach Links gerückten CDU, die ihre Stimmenanteile im Regelfall fast verdoppeln.

 
"Nach der Finanzkrise wollen Menschen einen Schuldigen“, sagt Schularick, der den politischen Fallout von Finanzkrisen für lange Zeiträume untersucht hat."

Ja - Es gibt Schuldige, man muss sie nicht „wollen“: sie sind existent. Es sind die Menschen, die Banker, die die Finanzkrise2008 verursacht haben, indem sie – aus dem „tierischen Begehren“, sich noch mehr GELD IN DEN HINTERN ZU STECKEN – risikobehaftete, ungesicherte Hypotheken verbrieften, d. h. in handelbare Wertpapiere umwandelten und diese Papiere – eine Art von Obligationen – mit Gewinn verkauften.
 

"Die Globalisierung, warnt Schularick, trägt den Keim des eigenen Untergangs in sich. Neben Finanzkrisen meint er damit etwa Ungleichheit."

Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(4 Stimmen)
Georg Bender sagte November 2017

Das wirklich asoziale Gebaren wird von den Kulissenschiebern des Neoliberalismus, nämlich den Regierenden, Bildungsverantwortlic​hen und Medien, vertreten.

Die wundersame Geldvermehrung, welche der Bankschuldner erzeugen darf, fliesst wie das Wasser, nur in eine Richtung. Die meisten Menschen müssen vom Rinnsal leben. Das muss jedoch nicht sein?

Die Absicherung für einen ordentlichen Lebensunterhalt ist im Preis des Produktes enthalten. Wenn nun aus dem Kuchen der geschöpften Kaufkraft, nur eine Minderheit profitieren darf, so ist der Existenzkampf und Armut eben gewollt.

Als Paradebeispiel dient die Aufteilung des Rückfluss der Staats- und Sozialausgaben auf Arbeit- Geber und Nehmer. Das von den Schuldnern generiert Geld, liegt wie gesagt im Produkt. Der jeweilige zugeordnete Geldgegenwert für die Arbeit und Ersatzleistung wird nun mit den Gütern und Dienstleistungen getauscht und fliesst über die Unternehmen wieder zurück (Umlageverfahren). Aus der erhöhten Geldmenge (Neuverschuldung) wird der Gewinn, Ersparnisse oder ein weiterer Arbeitsplatz, generiert.

Das Verknappungsspiel über die Lohnsumme, soll suggerieren, dass der Unternehmer, ebenfalls seinen Anteil an den Sozialausgaben leistet, was natürlich nicht stimmen kann. Im Gegensatz zum Arbeitnehmer, leistet er keinen Anteil aus dem Gewinn für die Sozialausgaben. Die Wirtschaft wird nachweislich verschont. Die Rentenausgaben fliessen nicht ordnungsgemäss zurück, was zur Abnahme des Fonds und zu Gewinnen für die Wirtschaft führt.

Es ist, wenn man will, also leicht zu erkennen, dass das Renteneintrittsalter,​ Demografie oder Generationsvertrag in keinem direkten Zusammenhang mit der Wirtschaftsleistung stehen kann. Diese Vorspielung falscher Tatsachen (überall im Westen dieselbe Abwicklung = Zufall?), bezeichnet Prof. W. Mitchell im Buch von W. Mosler: „die 7 unschuldigen aber tödlichen Betrügereien der Volkswirtschaftals“, als Betrug!

Um nicht als Verlierer aus der zunehmenden Automatisierung hervor zu gehen, müssen die genannten Umlage – Systeme, zwingend von der Lohnsumme auf das Endprodukt umgelegt werden. Wobei der Export als Endverbrauch gilt. Das Geldvermögen und Renditen können ebenfalls an der Quelle (Banken) erhoben werden. Paradigma Wechsel von Wohn- zu Tatort. Beendet wären die Optimierungsspiele der genannten Spezies.



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25%
(4 Stimmen)
Georg Bender sagte November 2017

Meine Frage an das Bakom zum Digitaltag vom 21.11.2017
"Wer von den neoliberalen Denkern der Industrie 4.0 versteht das Geldsystem mit den 2 verschiedenen Geldbucharten? Wohl niemand
Darum kein Wort, in der gutgemeinten Broschüre, wie die Kaufkraft (Lebensgrundlage der Menschen) gesichert wird. Von der Erwerbsarbeit befreit, oder erleichtert, ja toll, aber wie leben? Nebensache? Nein eben nicht. Mit 4.0 werden ohne klare Aufforderung der Kaufkraftsicherung, die Menschen noch mehr unterdrückt, oder die Macht noch mehr vergrössert. Ein Skandal, veranstaltet von den Kulissenschieber des Neoliberalismus aus Politik, Wirtschaft und vor allem Medien.

Einheitsbr​ei = Alternativlos!




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25%
(4 Stimmen)
Georg Bender sagte November 2017

Die Kommentare von Herrn Binder und mir (beide sozial-liberal und Zivilgesellschafter) wurden von 3 Teilnehmern negativ bewertet. Weil mir die Meinungen der Minderheiten sehr wichtig sind, weil sie vielleicht einen freimütigeren Durchblick haben, wäre es für mich sinnvoll, ihre Begründung beschrieben zu erhalten. Alles andere ergibt keinen Sinn!

Nebenbei: Warum die Mehrheit keinen Druck auf die Kulissenschieber aus Ökonomie, Regierende und Medien macht, ist mir schleierhaft? Die Lohnsummenabwicklung müsste längst als Schlupfloch für die Wirtschaft erkannt sein. Kann man das Vorspielen falscher Tatsachen als Betrug (W. Mitchell, im Buch von W. Mosler "die 7 unschuldigen aber tödlichen Betrügereien der Wirtschaftspolitik") bezeichnen? Dieser Betrug wird natürlich ganz zufällig im Westen praktiziert. 1 + 1 = 3 und alle glauben es!

Dummheit hat eben seinen Preis?


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50%
(8 Stimmen)
Thomas Binder sagte November 2017

Sehr schön, lieber Herr Meyer!

Vielleicht​​ mögen Sie sich auch einmal meine Blogs anschauen?

Sind wir beide, ich bin nicht im Entferntesten ein Anhänger der SVP - aber wie alle liegt auch die SVP bisweilen richtig - sondern ein möglichst unparteiischer Parteiloser, politisch am ehesten ein "Sozialliberaler" - in etwa entsprechend der sozialen Marktwirtschaft der 1950er- bis 1970er-Jahre, in Deutschland unter Kanzler Erhard (CDU!), als die Wirtschaft noch den Menschen diente nicht umgekehrt wie heute, selbstverständlich angepasst an das 21. Jahrunhundert, nicht das beste Beispiel, dass es nie um links gegen rechts geht sondern immer um superreich gegen arm und reich?

"There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning."
(Warren Buffett)

Buffet meinte die superrich class. Diese ist nicht der fleissige mutige Unternehmer, der als empathischer Patron seine Millionen ehrlich verdient, sondern der Superreiche, der seine Milliarden arbeitsscheu in der Hängematte liegend uns allen betrügerisch abknöpft.


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57%
(7 Stimmen)
Georg Bender sagte November 2017

Es liegt nicht am Liberalismus, an sich, sondern an dessen Derivat dem Neoliberalismus

Di​eser wurde in der Schweiz 1947 von Friedrich Hayek MPS indoktriniert. Seit 4000 Jahren, Mesopotamien entsteht das Geld aus dem Nichts, früher Schuldanerkennungen, heute Zahlen in der Bankbuchhaltung. Die Fakultät Ökonomie wurde dazu gezwungen, die Begriffe derart zu verfälschen, damit die Menschen glauben, dass Geld würde aus Einlagen (woher stammen die Einlagen - vom Himmel?) und die Ausgab en aus Einnahmen entstehen. Dieser Schwachsinn (Betrug wie es Wirtschaftsprofessor W. Mitchell nennt), wird heute noch gelehrt und behauptet.

Wer 1 + 1 richtig zusammen zählen kann, erkennt den Betrug sofort.

Diese Idiotie führt zum Zahler-Mythos und zur Abwicklung des Sozialsystems über die Lohnsumme, damit die Gewinne, auch vom Sozialpartner Arbeitnehmer mitgestaltet, nicht berücksichtigt werden müssen. Dieses System wird im Westen der Welt unisono (Zufall?) umgesetzt. Dadurch kann man den Betrug von Renteneintrittsalter,​ Demografie und Generationsvertrag als monetäre Leistung zelebrieren. Würde man die Abwicklung über den Preis des Endproduktes oder Leistung (Umlageverfahren) vornehmen, was von allem Anfang an, richtig gewesen wäre, hätten wir keine Diskussion, wie die Sozialsysteme gesichert werden müssen.

Die Automatisierung wird bis 2050, so die Gelehrten, 95% der Erwerbsarbeit wegfallen. Eine Abwicklung über die Lohnsumme ist gar nicht mehr möglich.

Nebenbei:​ Das rot Gedruckte widerspiegelt die Bankbilanz! Die Amerikaner haben das Geldsystem immanente Delkredererisiko verbrieft, mehr nicht. Nur die Bewertung könnte man als Betrug bezeichnen. Die handelnden Personen (Banken und Anlageberater) haben es gewusst. Zudem, Nichtwissen schützt vor Strafe nicht?

Ausgelöst wurde die Krise (Knopfdruck) durch den Stopp der "Inzucht-" Ausgleichszahlungen. Wären die Interbankkredite verlängert worden, das Spiel hätte noch lange gedauert.


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