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Wir brauchen eine verfassungsmässige NAGELBRETT-ARMEE

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Wir brau­chen eine ver­fas­sungs­mäs­sig​e Armee

Zusammenfassung NAGELBRETT-Armee    (Quellen und Begründungen: siehe Originaltext)        ​   

(Der ganze Bericht kann von https://www.basler-li​berale-nachrichten.ch​/bln-sonderausgaben.h​tml heruntergeladen werden).                   

Der Sicherheitspolitische​ Bericht 2016, SIPOL-B 2016, des Bundesrates steht im

schockierenden Gegensatz zur Sicht der höchsten militärischen Führer der USA!

Er dient zur nachträglichen Begründung der WEA, hat keine klare Struktur, redet ausschweifend über viele Themen sehr unterschiedlicher Bedeutung (z.B. zwei mal über Personenkontrollen durch den Zoll). Mögliche kriegerische Ereignisse werden verniedlicht und auf hybride Kriegsformen verkleinert. Er hat die beunruhigende sicherheitspolitische​ Entwicklung der letzten 10 Jahre nicht berücksichtigt. Laut WEA wird die Armee an Kampftruppen nur noch über

  • 2 Panzer- und 4 mechanisiert Bataillone
  • 4 Artillerieabteilungen​

verfügen. Zusätzlich soll sie noch 17 Infanteriebataillone ohne schwere Waffen oder Feuerunter-stützungsm​öglichkeiten haben. Im Ernstfall sind deshalb deren Soldaten Kanonenfutter. Die grössten Verbände der WEArmee werden zwar „Divisionen“ und „Brigaden“ genannt, sie entsprechen aber von der Grösse her (4 oder 5 Bataillone) nur „Regimentern“.

Der SIPOL ist auch neutralitätspolitisch​ unannehmbar, weil ganz einseitig Russland für die Verschlechterung der Sicherheitslage verantwortlich gemacht wird, aber z.B. kein Wort über die Bedrohung Russlands durch die NATO-Einkreisung oder die Orchestrierung vor Ort des Umsturzes in der Ukraine durch höchste US und EU Regierungsmitglieder verloren wird, die die Annexion der Krim erst ausgelöst hat. Nur die NATO sei der mögliche Partner der Schweiz im Krieg. Aber eine neue Weltordnung ist im Entstehen. Die USA, Russland und China sind Konkurrenten, die USA/-NATO stellen weitreichende Waffen an den Grenzen Russlands und Chinas auf, das grosse territoriale Ansprüche hat, andere Mächte suchen ihren Platz. So wachsen die Spannungen.

Während der Bundesrat auf Seite 7795 des SIPOL den vor 10 Jahre gültigen Sachverhalt wiederholt: „Vorläufig werden die russischen Streitkräfte aber wahrscheinlich kaum in der Lage sein, erfolgreich raumgreifende Operationen gegen die NATO zu führen, sagt der oberste Führer der US Streitkräfte in Europa „Die Russen sind fähig, enorme Verbände und sehr viel Ausrüstung sehr schnell über sehr grosse Distanzen zu verschieben.“ Noch deutlicher ist der höchste US Befehlshaber: "Wir haben ihre Modernisierung der bestehenden Systeme beobachtet und auch ihre Fähigkeiten, die besonders besorgniserregend für die Vereinigten Staaten und deren Interessen sind". "Ihre Fähigkeit zu einem WEITREICHENDEN Angriff, die Modernisierung des nuklearen Arsenals, und ihren Fokus auf eine breite Palette an Cyber-, Weltraum- und elektro-nischer Kriegsführung". "Und sie tun dies, während sie eine sehr leistungsfähige konventionelle Armee weiterentwickeln". (Z.B. die 1. Garde-Panzer-ARMEE wieder aufgebaut haben.)

Während der Bundesrat glaubt, ein künftiger grösserer Krieg sei sehr unwahrscheinlich, ist ein solcher nach Meinung der US Militärführung – so wörtlich – „praktisch garantiert“. Es werden von ihr die folgenden Möglichkeiten der potenziellen Feinde der USA besonders hervorgehoben:

  • Jede Kommunikation dauernd oder vorübergehend auszuschalten, selbst die zwischen den US Streitkräften und Washington. Deshalb müssten sie wieder lernen, sich mit Karte und Kompass zurecht zu finden und bei fehlender Kommunikation zu Vorgesetzten gegen den Befehl zu handeln, um das übergeordnete Ziel zu erreichen.
  • Die Fähigkeit zur fast zeitverzugslosen Aufklärung vom Weltraum bis aufs Schlachtfeld und die Möglichkeit, jede erkannte Stellung mit Präzisionswaffen sofort zu zerstören. „Wer auf dem künftigen Schlachtfeld länger als 2-3 Stunden am gleichen Ort bleibt, ist tot“. Der künftige Krieg „werde ausserordentlich tödlich sein, anders als alles was unsere Armee seit dem 2. Weltkrieg erlebt hat“.
  • Die bisher selbstverständlichen vorbereitenden Luftangriffe auf gegnerische Positionen seien nicht mehr garantiert. Oft müssten die Bodentruppen diese zuerst besetzen und die Luftabwehr des Gegners ausschalten, bevor die eigene Luftwaffe eingreifen könne.
  • Die potenziellen Feinde könnten den Nachschub über die Meere in vom Krieg erfassten Gebieten fast verunmöglichen (deshalb lagern die USA gegenwärtig schweres Kriegsmaterial in Europa ein) und die Versorgungtruppen auf dem Weg aufs Gefechtsfeld ausschalten. Deshalb kämen dort dafür nur ferngesteuerten Fahrzeuge und Roboter in Frage.
  • Da die US Streitkräfte in den letzten Jahren den Anforderung des Kampfes gegen Terrorismus, Aufständische etc. angepasst worden seien, müssten sie jetzt rasch für den künftigen Krieg vorbereitet werden. Sie bräuchten kleine, hochmobile Verbände, wovon jeder über das ganze Spektrum aller, auch sehr weitreichender Waffen verfügen müsse. Die Verbände müssen sich weit auseinandergezogen verschieben, für den Kampf ganz kurz zusammenziehen und sofort wieder auseinandergehen. Sie müssten lernen, ohne jegliche Kommunikation, völlig isoliert und auf sich selbst gestellt, ohne eigene Nachbarverbände, oft vom Feind eingeschlossen, zu kämpfen. Die Truppen müssten sehr selbstständig und widerstandsfähig sein.

Neben den genannten geostrategischen gibt es zahleiche quasi „neutrale“ Spannungsfelder, die sich nicht aus den Antagonismen zwischen den Mächten ergeben, sondern aus Entwicklungen in anderen Bereichen. Jedes kann zu sehr grossen Problemen führen, kann Konflikte verschärfen und deren Ausgang beeinflussen. Dazu gehören: die Bevölkerungszunahme (heute in 6 Jahren werden 500 Millionen Menschen mehr auf der Erde leben); aus verschiedenen Gründen Verlust von landwirtschaftlichen Böden(100'000 Quadratkilometer jährlich) und auch deren grossmass-stäblicher Aufkauf durch zahlreiche staatliche und private Konzerne auf allen Kontinenten; der Verlust sehr grosser Waldflächen (durch Rodungen, Schädlinge); die Konzentration der Rohstoff-lagerstätten​ in den Händen grosser staatlicher (z.B. chinesischer) und privater Konzerne; die rasche Verknappung und Erschöpfung von Trink- und Süsswasser; die Überfischung der Meere; die wachsenden Müllberge und die Verschmutzung der Böden, der Luft, der Gewässer und der Meere; die Megaverstädterung; die gigantische Verschuldung; die bald totale Abhängigkeit vom elektrisch-elektronis​chen System bei gleichzeitiger Möglichkeit eines grossflächigen Blackouts; die schwer abschätzbaren Auswirkungen der Roboterisierung.

Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, die Neutralität der Schweiz an sich genüge, um nicht in einen Krieg gerissen zu werden, kann nur eine bewaffnete Neutralität einen Krieg vom Land fernhalten, wie der 2. Weltkrieg zeigte. Dazu kommt die sich aus der Haager Konvention von 1907 ergebende Pflicht, in Gegenzug für die Anerkennung der Neutralität eine Armee aufrecht zu erhalten, die allen Kriegsparteien die Benützung unseres Territoriums „gewaltsam verwehren“ kann. Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges in Europa und des Einbezuges der Schweiz bis gegen Ende 2020 ist hoch. Im Artikel stellt die Gruppe GIARDINO dem Bundesrat eine ganzen Reihe konkreter Fragen betr. den Schutz und die Verteidigung der ganzen Schweiz (siehe Gesamttext).

Um für die bedrohliche Zukunft bereit zu sein, müssen wir sofort wieder eine verfassungsmässige, d.h. „kriegsverhindernden Armee“, einschliesslich Luftwaffe und Luftabwehr, aufbauen. Das kann um das Gerüst der WEArmee geschehen. Sofort ist die integrale Neutralität wieder herzustellen.

Wie muss die Armee aussehen, die fremde Mächte von einem Angriff abhalten, oder im Kriegsfall bestehen kann? Die von den USA dafür als Lösung geforderte, höchst mobile Armee kommt wegen des Kleinheit unseres Landes und dem schwierigen Gelände nicht in Frage. Die Gruppe GIARDINO bringt daher die Idee einer sehr feuerkräftigen

«NAGELBRETT-Armee»

i​n die öffentliche Diskussion der schweizerischen Sicherheitspolitik ein. Um die von der obersten US Militärführung erwarteten hohen Verluste zu vermeiden, soll sie über eine Unzahl kleiner Stellungen mit sehr wirkungsvollen Waffen aber jede mit nur ganz wenigen Wehrmännern verfügen. Die beiden mechanisierten Brigaden 1 und 11 (eigentlich nur Regimenter) sind das mobile Element. Die mech. Brigade 4 übernimmt mit ihren 2 Aufklärungsbataillone​n die weiträumige Aufklärung. Der Mannschaftsbestand ist wieder auf die vom Volk 2003 genehmigten 220'000 Mann aufzustocken. Jeder potenzielle Feind wird sich hüten, auf ein solches Nagelbrett zu treten. Gotthard Frick                      ​                     ​                     ​                                          ​                                  ​                     ​           

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(14 Stimmen)
Gotthard Frick sagte June 2017

Sehr geehrter Herr Gutier,

Stimmen die Berichte, so bringen die USA gegenwärtig grosse Mengen schwerer Waffen (z.B. Panzer) und von Ausrüstung nach Europa und lagern es dort vorausschauend ein, da im Kriegsfall der Nachschub über das Meer von den potenziellen Feinden weitgehend verhindert werden kann. Dieses Material kommt zusätzlich zu den drei 2016/17 nach Europa verschobenen Brigaden (2 mechanisierte und die 10th Combat Aviation Brigade mit zahlreichen Kampfhelikoptern).

Gotthard Frick


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23%
(13 Stimmen)
Karlos Gutier sagte June 2017

Auch 1939 war unsere Armee mit ihrer Ausrüstung nicht Kampfbereit.
General​ Guisan musste die ersten 2 Kriegsjahre aufrüsten mit Befestigungen, Geländeverstärkungen,​ Festungen und Bewaffnungen. Das einzige war, dass der Bestand an Soldaten gross war.

Die nächste Krise in Europa steht bevor, grosse Armee und Panzerverbände werden von der NATO gegen Osten verlegt, erst jetzt werden über hunderte von Armeefahrzeugen, Panzer und Truppen durch Österreich Richtung Slowakei, Rumänien verlegt, dass hat mit Sicherheit etwas zu bedeuten.

Ob wir dann auch einen so guten General bekommen ?, ich sehe keinen der dies Format hat.


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47%
(15 Stimmen)
Hans Knall sagte June 2017

Die RAND-Corporation hat in einer Untersuchung und mittels entsprechender Kriegssimulationen festgestellt, dass die NATO das Territorium seiner am meisten bedrohten Mitglieder (Baltische Staaten) gegen einen Angriff Russlands nicht verteidigen könnte. „NATO cannot successfully defend the territory of its most exposed members.
Russland würde höchstens 60 Stunden für deren Besetzung benötigen. „Across multiple games using a wide range of expert participants in and out of uniform playing both sides, the longest it has taken Russian forces to reach the outskirts of the Estonian and/or Latvian capitals of Tallinn and Riga, respectively, is 60 hours.

Der Nato blieben in einem solchen Fall nur eine beschränkte Anzahl an Möglichkeiten um darauf zu reagieren. Blutige Gegenoffensive mit Risiko der Eskalation bis zum Weltkrieg, Rückkehr zum Kalten Krieg oder die Niederlage hinnehmen, mit entsprechend katastrophalen Folgen für das Bündnis und die Menschen im Baltikum.
„Such a rapid defeat would leave NATO with a limited number of options, all bad: a bloody counteroffensive, fraught with escalatory risk, to liberate the Baltics; to escalate itself, as it threatened to do to avert defeat during the Cold War; or to concede at least temporary defeat, with uncertain but predictably disastrous consequences for the Alliance and, not incidentally, the people of the Baltics.“

Hier alles im Detail: http://www.rand.org/p​ubs/research_reports/​RR1253.html

Angesi​chts solcher Aussichten, ist es natürlich schon verführerisch, sich geistig einfach in die wohlige Wärme der verharmlosenden SIPOL-Einschläferungs​strategie zu begeben, oder die Beteuerungen von "wahren Experten" wie Herrn Eberhart als fundiert und stimmig einzuordnen.

Erneu​t vielen Dank an die Gruppe Giardino für’s nicht Lockerlassen.


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60%
(15 Stimmen)
jan eberhart sagte June 2017

Völlig falsch.

Ein grosser Krieg, bei der ein grosse konventionelle Armee gebraucht würde, ist sehr unwahrscheinlich. Gegen den modernen Terrorismus helfen keine Panzer, Flugzeuge, Artillerie oder eine Massenarmee wie im 1. und 2. WK.

Entgegen allen Unkenrufen wird Russland nicht eine 2. Sowetunion aufbauen wollen. Ebenso wenig wird Russland Mittel- und Westeuropa erobern.

Wenn man sich die effektiven Kräfteverhältnisse (konventionellel Armee) anschaut, sind die westlichen Armeen (inkl. NATO) Russland haushoch überlegen.

Wer China kennt, weiss, dass es nicht Sache der Chinesen ist, wie die Japaner gewaltsam ein Imperium zu erobern.

Man sollte und darf den Terrorismus nicht mehr Stärke einräumen als effektiv vorhanden und sich auch nicht in eine Überreaktion hineindrängen, was die Terroristen genau wollen.


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