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Wohin mit dem Atommüll?

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Als AK­W-­Geg­ne­rin der ers­ten Stunde war für mich schon vor dem Su­per­gau im ja­pa­ni­schen Fu­kus­hima sonnenklar: jeder Tag mit Atom­ener­gie ist einer zu­viel! Darum bli­cke ich mit einem la­chen­den und einem wei­nen­den Auge auf die Ener­gie­de­batte im Na­tio­nal­rat zurück: Lei­der hat sich die bürgerliche Mehr­heit im Rat ge­wei­gert, nach A auch B zu sagen und die Schrott­re­ak­to­ren Mühleberg und Beznau I und II so­fort vom Netz zu neh­men. Noch immer schlies­sen die Bürgerlichen die Augen vor dem Pro­blem, wie und wo der Atommüll ge­la­gert wer­den soll.

Darum kommt der Dokumentarfilm «Into Eternity» (http://www.cinelibre​.ch/index.php5?action​=statisch&topic=etern​ity) von Michael Madsen über das Atommüllager Onkalo in Finnland gerade zur rechten Zeit. Dort wird ein riesiger Tunnelkomplex in den Berg gebaut, wo dereinst der radioaktive Abfall entsorgt werden soll. 100'000 Jahre oder länger soll er dort ruhen, ohne dass Menschen mit ihm in Kontakt kommen dürfen. Nichts, was der Mensch bisher erbaute, überdauerte auch nur einen Zehntel dieser Zeitspanne: die Pyramiden in Ägypten sind gerade mal 5000 Jahre alt. Der Film hat mehrere Preise gewonnen, so letztes Jahr auch am  Dokumentarfilmfestiva​l «Visions du Réel» in Nyon.

«Into Eternity» läuft ab dem 16. Juni im Kino in der Reitschule (http://www.reitschul​e.ch/reitschule/kino/​#maer03). Im Rahmenprogramm nehme ich am Samstag, 18. Juni um 17.30 Uhr in der Grossen Halle an einer Diskussion über die Atomenergie teil. Mit dabei ist auch die WoZ-Journalistin Susanne Boos. Der Film wird nach der Diskussion um 20.30 Uhr gezeigt.

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(4 Stimmen)
Max Braunschweiger sagte June 2011

Sehr geehrte Frau Teuscher,
Zugegeben ich staune über Ihren Artikel. Sie sind Biologin und schon seit Jahrzenten eine aufrechte "Bernerin", kennen also die Situation von Mühleberg auswendig. Aufgrund Ihres Bildungsstandes verwirrt mich Ihre Aussage über den "Abfall" umso mehr.

Als Wissenschaftlerin sind Sie doch an Fakten interessiert, anderweitig eine Theorie sich nicht beweisen liesse. Ergo wird man auch kein Nutzen aus einer Beobachtung im Umfeld des Menschen machen können. Empirie ist das Stichwort.

Als logische Folge nehme ich an, dass Sie als Biologin mit wissenschaftlichem Hintergrund einiges mehr über empirische Untersuchungen wissen, als ich als Marketingfuzzi mit BWL Abschluss.

Nun frage ich mich, ob Sie sich jemals über die Geologie der Schweiz Gedanken gemacht haben und mit einem Wissenschaftler der NAGRA Kontakt hatten um sich profund und auf wissenschaftlicher Ebene über die Endlagerung von strahlenden Abfällen zu informieren. Weil, wenn Sie dies getan hätten, würden Sie sicherlich nicht a) gegen neue AKW's sein und b) nicht solchen emotionalen Kram publizieren. Aber ich kläre gerne auf. Nicht auf wissenschaftlichem Niveau, denn ich bin ja BWL Fuzzi und kein "Blinzler", der ins Mikroskop guckt.

Also: Die NAGRA hat über die letzen Jahre, man kann fast Jahrzente sagen, geforscht und zig Millionen unserer Steuergelder sehr wertvoll in Daten umgesetzt. Diese Daten belegen, dass ein grosser Teil der Schweiz geologisch seit hunderten von Millionen Jahren stabil ist und sich nicht verändert hat. Also für ausgebrannte strahlende Brennstäbe ideal wäre. Logischerweise hat die NAGRA ebenfalls auf die politischen Geplänkel Rücksicht genommen und nicht einfach querbeet gebohrt und gesucht. Es gibt aber verschiedene Lagerorte die sich sehr gut für eine Zwischen- oder gar Endlagerung eignen.

Da frage ich mich nun warum sie a) dagegen sind und zwar aus plausiblen Gründen und nicht weil es momentan Hip und Hopp ist und b) was für konstruktive Gegenvorschläge aus den vergangenen Jahren Ihrer politischen Arbeit herausgekommen sind. Denn eines ist klar: Nur einfach gegen etwas sein, das ist "Scheiss" einfach und simpel. Das kann ein Erstklässler auch schon. Weiter will ich wissen, wo diese Gegenvorschläge publiziert sind, welche wissenschaftlichen Belege für diese Vorschläge zu finden sind (inkl. Quellenangaben) und wie sich diese praktischerweise in der Schweiz für Endkonsumenten und Industrie anwenden lassen.

Ein Zweites ist klar: Die Grünen haben momentan Aufwind. Das hält nich lange an aber wird reichen, dass im Nationalrat mehr Anteil vorhanden sein wird. Aber da wird man Sie an Taten und Resultaten messen. Sie sind "publicly responsible". Also nehmen Sie diese Verantwortung auch wahr und schauen nicht, wo's die fettesten VR Mandate gibt, wie sehr viele von Ihren politischen Konkurrenten. Die Zeit der "hinten rechts" Orientierung ist vorbei. Nun will ich mal was sehen, wenn Sie mir mein Kraftwert vor der Haustüre schon abschalten wollen und ca. 2600 Arbeitsplätze im Umkreis von 6km zum Kraftwerk Gösgen zum Teufel jagen wollen. Nur so als Reminder für Sie persönlich: www.nagra.ch da findet man ganz viel ganz interessantes über die Endlagerung von radioaktiven Abfällen...

Freund​liche Grüsse

Max Braunschweiger


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88%
(8 Stimmen)
Paulsen Jens sagte June 2011

Paulsen Jens sagte gerade eben

Wenn man eine Uebernachtung draussen in der Gruppe plant, egal ob Pfadi, Militär oder Expedition, ist eines der ersten Dinge, um die sich der Lagerchef kümmern muss, die Latrine. Bei jeder Baubewilligung von Wohn- oder Gewerbebauten muss das Abwasserproblem geklärt sein. Jede Gemeinde muss ein funktionierendes Kehrichtentsorgungsko​nzept haben.
Nur deshalb ist unser Land trotz hoher Bevölkerungsdichte bewohnbar geblieben.
Nur bei Strom aus Uran scheint dieses Prinzip nicht zu gelten. Warum eigentlich nicht? Warum wurden Betriebsbewilligungen​ erteilt, ohne dass für das Abfallproblem irgendeine Lösung in Sicht wäre?


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86%
(28 Stimmen)
Sägesser Barbara sagte June 2011

Herzlichen Dank für Ihren Hinweis auf den Film in der Reithalle, Frau Teuscher. Interessant fand ich auch diesen Film-Teil http://www.youtube.co​m/watch?v=nUntlpPBPQw​ zur Atommüllentsorgung und werfe die Frage nach den Grenzwerten auf und ob wir wiklich von einer natürlichen Radioaktivität umgeben sind oder ob wir uns eher schleichend vergiften "lassen" - wenn auch im Irrglauben (Vergleich Tschernobyl). Zumal wir als Nachbarstaat auch von Belastungen welche z.B. durch die Luft zu uns gelangen betroffen sind, resp. sein können). Jedenfalls habe ich immer weniger Lust, wenn ich solche Dinge mitkriege im Meer zu baden oder entsprechende Produkte zu konsumieren. Deshalb, was die Atomdebatte, den (möglichen) Ausstieg und die Müllentsorgung anbelangt bitte anhand der bisherigen Erfahrungen und Werte (Tests und Unfälle gab es ja bereits genügen) die Lehren ziehen und auf eine gesunde Erde hinarbeiten auf welcher es sich auch noch für unsere Nachkommen zu leben lohnt.


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100%
(13 Stimmen)
Hans P. Grimm sagte June 2011

Man kann da Finnland nur Gratulieren, eines der wenigen Länder das seine Verantwortung wahrnimmt! Das finde ich Richtig. Wir könnten da noch einiges lernen.

Wir werden auch nach dem Atomausstieg noch immer Atomabfälle produzieren, die Industrie, ja sogar die Krankenhäuser produzieren solches. Ausserdem verdoppelt sich der Uranabbau in den nächsten Jahren weil die Nachfrage so gross ist. Bekanntlich bauen Länder wie China, Russland, Iran und weitere in nächster Zeit über Hundert AKW’s.

Deutschland​ macht mit seinem Atomlager einen grossen Fehler, in Gorleben in einem Salzbergwerk lagern sie ihre Fässer ungeordnet ab. Das Salz verfrisst die Stahlfässer, die vorhandenen Wassereinbrüche schwemmen die Atomaren Abfälle in das Grundwasser, nur interessiert die in Deutschland niemand, nicht mal die Grünen. Es geht hier um viel Geld und da ist alles andere unbedeutend.

Die Nagra hat schon einige Gebiete, die für ein unterirdisches Endlager in Frage kämen, erforscht. Nun müssten wir unsere Verantwortung auch wahrnehmen und ein solches mit allen Sicherheitsstandards aufbauen. Wer dies nicht will, fördert wilde Ablagen von unserem Atommüll in 3.Weltstaaten oder in den Weltmeeren und das kann es doch auch nicht sein!




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64%
(11 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte June 2011

In der Herbstsession entscheidet der Ständerat über die Ausstiegsvorstösse, welche der Nationalrat gutgeheissen hat. Im Sommer oder Herbst 2012 wird der Bundesrat eine Botschaft zur neuen Energiepolitik in die Vernehmlassung schicken. Das Parlament könnte 2013 die Vorlage behandeln, etwa 2014 hat das Volk in einem Referendum das letzte Wort. Bis dann können die für die Beurteilung der Sicherheit unserer Kernreaktoren wichtigen Reaktorunfälle von Fukushima und ihre Folgen besser abgeschätzt werden. Bekanntlich ist ein Reaktorunfall wie in Tschernobyl in unseren Leichtwasserreaktoren​ nicht möglich. Ein Super-Gau führt bei unseren Reaktoren nicht zu einem spontanen Zerplatzen der Brennstäbe sondern zu einer Kernschmelze mit der Gefahr eines über einen längeren Zeitraum auftretenden Austritts von radioaktiver Materie, wie wir dies in Fukushima eindrücklich mitverfolgen mussten.

Gemäss Dr. Emmanuel Egger, zuständig für Nuklearfragen im ABC-Labor Spiez, haben die 30 beim Reaktorunfall in Fukushima am stärksten der radioaktiven Bestrahlung ausgesetzten Tepco-Mitarbeiter eine um 1 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit, in den nächsten 50 Jahren Krebs zu bekommen. Das ist viel weniger als bei einem Menschen, der während zwanzig Jahren täglich ein Päckchen Zigaretten raucht. Es muss jedoch noch ca. ein Jahr zugewartet werden, um eine abschliessende Sicht zu ermöglichen. Insbesondere ist die Dekontaminierung des fast 30 km langen und bis zu 5 km breiten Landstreifens abzuwarten, welcher eine Strahlenbelastung von 0,02 bis 0,1 Millisievert pro Stunde aufweist. Erst dann kann die mögliche Rückkehr der Bevölkerung in die dort gelegenen Häuser zeitlich abgeschätzt werden. Siehe dazu: www.bernerschach.ch/T​schernobyl-Fukushima.​pdf

Wenn 2014 immer noch eine Mehrheit des Schweizer Volkes den Ausstieg aus der Kernenergie-Nutzung möchte und bis 2040 die Meinung nicht wieder zurückkippen würde, hätten wir wirklich das von Franziska Teuscher angesprochene Problem. Wir müssten eine Endlagerung der abgebrannten Uran-Brennstäbe durchführen, welche einen Kontakt mit der Biosphäre während 1 Mio Jahren verhindert. Jede „Verpackung“ des „Atommülls“ hält nur einige tausend Jahre, dann wird sie durchlässig. Nach der Sicht von Nagra müsste dann der Opalinuston den sicheren Einschluss garantieren.

Doch bis 2040 ist die Nukleartechnik auf einem ganz anderen Wissensstand als heute. Zwar hat sich Deutschland aus der Weiterentwicklung der Kernspaltung verabschiedet. (Jedoch nicht bei der Kernfusion.) Doch die andern sieben der acht führenden Industrienationen bekennen sich zur Nutzung der Atomenergie. Mehr als zwei Dutzend Staaten kooperieren bei der Entwicklung neuer Kernreaktoren, die mehr Sicherheit und Wirtschaftlichkeit bieten sollen. Gemeinsam treiben sie auch die Technik für eine effektivere Nutzung von Brennstoffen voran. Dazu gehört die weitere Nutzung unserer abgebrannten Brennstäbe. Diese wurden von uns nämlich erst zu 2% genutzt. Den Rest möchten Franziska Teuscher und ihre grünen Parteifreunde am liebsten verlochen. Abgebrannter Brennstoff aus KKW ist nur zu 5% „Atommüll“. Der Rest dient als Brennstoff in zukünftigen Reaktoren der 4.Gen.(ab ca. 2035). Zur Zeit entsteht in Belgien ein Reaktor, in welchem zudem versucht wird, die bereits im Labor geglückte Transmutation der langlebigen Radionuklide in kurzlebige wirtschaftlich zu ermöglichen. Auch wenn wir in der Schweiz 2040 diese neuen inhärenten (= nicht überhitzbaren) Reaktoren vermutlich noch nicht zur Verfügung haben werden, steht einer Verlängerung der Zwischenlagerung über 2040 nichts im Weg. Zudem ist von der Nagra schon heute keine Endlagerung sondern eine rückholbare Tiefenlagerung geplant.



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56%
(16 Stimmen)
Patrick Vögelin sagte June 2011

Natürlich ist das eine berechtigte Frage ich muss Ihnen sagen ich weiss ich auch nicht das Problem ist diese Brennstäbe haben ziemlich lange bis sie verfallen wenn ich das richtig verstanden habe. Was am Anfang vom Bau des ersten AKW hätte man überlegen wie man diese Brennstäbe entsorgt nur die bürgelichen die ja bekanntlicherweise von der Atomlobby gesteuert wird werden weiterhin die Augen verschliessen fürchte ich



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33%
(12 Stimmen)
Anton Keller sagte June 2011

mann muss es ja nicht wie die Deutschen machen. In einer trockenen, zugänglichen Kaverne in Castor-Behälter. Geeignete Orte sind bekannt. Es liegt nur noch am politischen Willen, es umzusetzen. Es riecht stark nach: "Ohne Stau keine Grünen."

Und bitte sagen sie mir doch, welche Stoffe aus dem AKW gebunden in 100'000 Jahren Probleme machen werden.

Ist nicht ein Mitarbeiter in Japan versehentlich ungeschützt in die "hochradioaktive atomare Brühe" gestanden und ist NICHT sofort gestorben?




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